Simone Veenstra

 4.5 Sterne bei 158 Bewertungen
Autorenbild von Simone Veenstra (©privat)

Lebenslauf von Simone Veenstra

Aufgewachsen in der fränkischen Schweiz, Studium (Literatur, Film, Theater, Geschichte, M.A.) in Erlangen, Groningen (NL) und Berlin mit Aufenthalt in New York. Regieassistentin und Dramaturgin in den Niederlanden, TV-Nachrichten- und Kulturjournalistin in Deutschland, leitende Online-Entertainmentredakteurin des Verlags Egmont-Ehapa. Seit 2003 freiberufliche Journalistin und Autorin/ Konzepterin für Prosa, TV und Film, Hörspiele (zuletzt: "Hui Buh"), Games (zuletzt: "Agent Alice") und interaktiven Medien. Entwicklung des interaktiven Förderungs-Projekt „Kreativ-Lab“ für Kinder und Jugendliche. Arbeits-, Recherche- und Dozenten-/Workshopreisen nach Bulgarien, Kroatien, Neuseeland, USA, die Schweiz, Spanien, Niederlande. Und überhaupt ausgesprechen gerne unterwegs - zu Recherche- wie Lesereisen. Das letzte Mal in Weimar, Dessau, auf Amrum und Föhr und die Küste entlang, in Museen, Archiven und im Watt ...

Neue Bücher

Käthe, Band 2: Rettet den Gorilla-Garten!

Neu erschienen am 19.06.2020 als Hardcover bei Ravensburger Verlag GmbH.

Käthe. Rettet den Gorilla-Garten! [2]

Neu erschienen am 24.07.2020 als Hörbuch bei Jumbo.

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Cover des Buches Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten (ISBN: 9783473361298)

Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten

 (52)
Erschienen am 16.12.2019
Cover des Buches Du stirbst in meinem Herzen nicht (ISBN: 9783440144800)

Du stirbst in meinem Herzen nicht

 (44)
Erschienen am 05.03.2015
Cover des Buches Unverblümt im Sommerwind (ISBN: 9783453423718)

Unverblümt im Sommerwind

 (25)
Erschienen am 09.03.2020
Cover des Buches Sind dann mal weg (ISBN: 9783453421509)

Sind dann mal weg

 (15)
Erschienen am 09.10.2017
Cover des Buches Auf nach irgendwo! (ISBN: 9783453422704)

Auf nach irgendwo!

 (12)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Tatort Reiterhof (ISBN: 9783811222045)

Tatort Reiterhof

 (1)
Erschienen am 01.07.2003
Cover des Buches Tatort Schule (ISBN: 9783811222021)

Tatort Schule

 (0)
Erschienen am 01.07.2003

Neue Rezensionen zu Simone Veenstra

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Rezension zu "Unverblümt im Sommerwind" von Simone Veenstra

Wie man lernt zu Lügen
ejtnajvor 17 Tagen

Judith gelingt es einfach nicht zu Lügen, sie sagt wirklich immer die  Wahrheit. Diese Wahrheit hat sie schon einiges gekostet wie ihre Beziehung und ihre Jobs.

Nun hat Judith sich entschlossen zu ihrem Onkel nach Amrum zu fahren um dort das Lügen zu lernen.

Bei ihrem Vorhaben läuft ihr zuerst ein Hund zu und sie lernt Menschen kennen die genauso ihr Päckchen zu tragen haben wie Judith selbst.


Ich wurde durch das Cover mit seinem schönen Motiv auf diesen Roman aufmerksam, da mich auch der Klappentext angesprochen hat habe ich mich sehr auf die Lektüre des Buches gefreut.

Gerade Romane die auf zwei Zeitebenen spielen empfinde ich immer wieder als spannend. Leider ist mir der Einstieg ins Buch sehr schwer gefallen und es hat wirklich sehr lange gedauert bis ich mich mit ihm richtig angefreundet hatte, ganz ehrlich als endlich der Schalter für mich umgelegt wurde war ich schon soweit das Buch abzubrechen.

Der Roman war auf drei Handlungsstränge und zwei Zeitebenen aufgebaut, in der Gegenwart war dies Judith und Ben und in der Vergangenheit Teda.

Judith kehrt auf die Insel zurück wo sie mit ihrem Onkel Ole als Kind viel schönes erlebt hat und versucht dort ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Ben dagegen wurde von seiner Schwester auf die Insel geschickt da er etwas schlimmes erlebt hat und sie hofft er findet dort wieder zu sich selbst.

Teda dagegen ist ihrer Zeit weit voraus und zieht von einer Nordfriesischen Insel aus um ihre Träume zu verwirklichen.

Wie sich dies alle mischt sollte man am Besten selbst lesen da dies den Charme des Romans ausmacht.

Teilweise fiel es mir gerade in der Gegenwart recht schwer dem Handlungsverlauf zu folgen, in der Vergangenheit hatte ich dagegen damit wirklich gar kein Problem.

Der bzw. die Spannungsbögen waren aber wirklich immer sehr gut gespannt und so konnte ich mir während des Lesens so meine Gedanken machen wie wohl alles ausgehen wird.

Man konnte sich die verschiedenen Figuren des Romans wirklich mehr als leicht während des Lesens vorstellen, da sie sehr detailliert beschrieben waren.

Leider habe ich zu Judith sehr lange keinen Zugang gefunden im Gegenteil sie ging mir richtig auf die Nerven.

Ben und gerade Teda hatte ich dagegen sehr schnell in mein Leserherz geschlossen gehabt.

Obwohl ich noch nie auf Amrum war oder einen der anderen Handlungsorte je besucht hab (außer Berlin), so war doch alles so anschaulich beschrieben das ich mir alles vor dem inneren Auge entstehen lassen konnte beim Lesen.

Alles in allem aht mir der Roman zum Schluss hin wirklich sehr gut gefallen, aber da der Beginn für mich sehr schleppend war habe ich mich entschlossen für das Buch vier von fünf Sternen zu vergeben.

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Rezension zu "Unverblümt im Sommerwind" von Simone Veenstra

Reif für die Insel ...
vipfotovor 25 Tagen

Ich liebe den Sommer, die Sonne auf der Haut, den leichten Wind und neue Bücher, wie dieses, was ich in meiner Hängematte gemütlich lesen kann. Unverblümt im Sommerwind von Simone Veenstra ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Das Cover wirkt sommerlich leicht, wie ein kleines Wölkchen. Blau, mit gelben, leicht glänzenden Sommerblumen, weißen Symbolen, wie Blätter und der Hund, geben dem ganzen einen verspielten Touch. Das Buch liegt geschmeidig in der Hand. Und ist zugleich ein kleiner Handschmeichler, durch die raffinierte Haptik. Denn die Blümchen sowie das Lighhouse sind in Glanzdruck gedruckt. Gut gefällt mir auch der kleine Leuchtturm mit dem andeuteten Meer. Der Klappentext liest sich fröhlich und vielversprechend. Blättert man weiter, findet man liebevoll gestaltete Karten mit den wichtigsten Highlights, wie zum Beispiel Tedas Elternhaus, das Museum der Westküste oder den hübschen Wattweg auf Amrum und auch Föhr. Der Roman startet mit dem treffenden Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar “ (aus der Kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry).

Die leichte Sommerlektüre teilt sich meines Erachtens in zwei parallele Handlungsstränge, die später gekonnt zusammengeführt werden. Die Protagonistin Judith, der Onkel auf Amrum, Hund sowie das Tagebuch von Teda sind liebevoll von der Autorin beschrieben und verknüpft, wie ein kunstvoller Flickenteppich. Die Häuser vor Ort, das Meer, der Wattweg sowie der Blick für das Besondere, gefallen mir hervorragend. Besonders gelungen ist der kleine Exkurs zum Thema Bauhaus und die Liebe zur Kunst, da ich selber gerne male und fotografiere. Und lach, da meiner Meinung nach alle Künstler, egal ob Maler, Fotografen, Musiker usw. irgendwelche Schrullen haben - mich eingeschlossen - mag ich dieses Buch und seine Handlung besonders. Der Autorin gelingt es geschickt, mich völlig mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen. Die Wortwahl und der Schreibstil gefallen mir sehr. Ebenso die therapeutischen Ansätze und der Exkurs zu psychischen Erkrankungen, die gekonnt in die Geschichte eingebunden sind. Allerdings würde ich keinen dieser herrlichen Romanhelden verändern oder gar therapieren wollen.  Ich finde sie gut, samt ihrer Schrullen, so wie sie sind! Der Sommerroman macht super gute Laune und daher empfehle ich ihn euch gerne weiter!

 

Inhalt:

»Bis nächste Woche habe ich die Miete auf keinen Fall beisammen.« Judith kann einfach nicht lügen. Nicht einmal klitzekleine Notlügen oder falsche Höflichkeiten sind drin. Das kostete sie Beziehungen, Jobs – und jetzt sogar ihre Wohnung. Um ein Dach über dem Kopf zu haben, fährt Judith zu ihrem Onkel nach Amrum. Dort will sie nun endlich das Lügen lernen. Hilfe dabei bekommt sie von einem zugelaufenen Hund namens »Hund«. Und von Menschen, die alle genauso einen Knacks haben wie sie. Nur eben anders.

Als sie dann das Tagebuch der im Jahr 1900 auf Föhr geborenen Teda entdeckt, ist sie nicht nur von deren abenteuerlicher Lebensgeschichte fasziniert. Langsam, aber sicher sieht sie auch ihr Vorhaben, Lügen zu lernen, damit andere sie mögen, in einem ganz anderen Licht.

 

 

Die Autorin:

Simone Veenstra wuchs in Franken auf und studierte Film, Theater und Literatur. Heute lebt sie in Berlin und schreibt Romane, Drehbücher, Hörspiele, für Games und Magazine. Für ihre Geschichten geht Simone Veenstra gerne auf Entdeckungstour – in Archiven, Bibliotheken und am liebsten vor Ort.


 

 

Weitere Bücher: 

Du stirbst in meinem Herzen nicht, Auf nach irgendwo!, Sind dann mal weg, sowie zahlreiche Kinderbücher

 

 

Fazit: ***** Sterne. “Unverblümt im Sommerwind“ ist im Heyne Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 496 Seiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rezension zu "Unverblümt im Sommerwind" von Simone Veenstra

„Normal zu sein ist überbewertet“
ekoeppingvor 2 Monaten

Farbenfrohe Sommerlektüre mit einer ordentlichen Portion Tiefgang und durch und durch sympathischen Hauptfiguren mit Ecken und Kanten – für alle, die „reif für die Insel sind“. Knapp 500 Buchseiten lang Auszeit vom Alltag als Erholungspause für Herz und Verstand.

Schon wie er in der Hand liegt, der aktuelle Roman von Simone Veenstra, lässt das Herz hüpfen: der Schutzumschlag von „Unverblümt im Sommerwind“ ist haptisch für ein Taschenbuch durchaus anspruchsvoll gestaltet, denn die fröhlichen gelben Blumen auf dem Cover sind glatte Farbkleckse auf dem warmen, leicht rauen Karton, der beinahe ein Gefühl von Leineneinband vermittelt. Das ist sehr stimmig vor dem Hintergrund, dass der Inhalt sich intensiv mit der Wirkung von Farben und auch Formen auf die Sinne in der Malerei (und im Alltag) beschäftigt. Erst einmal ein dickes Lob, dass sich ein großer Verlag wie Heyne auf so eine ausgefeilte Gestaltung eingelassen hat – für mich hat es zum Lesevergnügen beigetragen, dieses sinnliche Papier Tag für Tag in Händen zu halten. Im Innenteil der Umschlagklappe finden sich dann vorne und hinten noch jeweils liebevoll gezeichnete Karten von Amrum und Föhr, anhand derer sich die Wege auf den gar nicht mal so riesigen Inseln für all jene nachvollziehen lassen, die noch nie dort waren.

Zum Inhalt: Das Buch hat den sehr passenden Untertitel (Buchrückseite) „Lügen für Anfänger“, denn die Hauptfigur, Kunsthistorikerin Judith, kann einfach nicht lügen. Dadurch eckt sie immer wieder an, beruflich wie in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen. Ständig und überall muss sie hinausposaunen, was sie wirklich denkt, statt Zuflucht in diplomatischen Floskeln oder gesellschaftlich akzeptablen Notlügen zu suchen. Das ist für ihr Umfeld nicht besonders leicht, was ihr bewusst ist, aber das Problem ist: sie kann einfach nicht anders. Auch wenn der Begriff im Buch nie fällt: Judith erinnert an einen Menschen mit einer leichten Form von Asperger. Ich gestehe, dass ich mich seeeehr gut mit ihr identifizieren konnte, denn ich gehöre auch zu einem Menschenschlag, der einfach immer viel zu direkt ist und beim Aussprechen unangenehmer Wahrheiten oder aufgrund irgendwie als unpassend empfundener Bemerkungen schon des Öfteren angeeckt ist. Und ja, auch mich hat diese Neigung zur Direktheit wie sie schon den einen oder anderen Job gekostet (ganz ohne Asperger). Sooo true ... Das ist nicht schön, aber rückblickend denke ich persönlich: Well, wenn ich mich derart verbiegen muss, um diesem Kunden oder jener Chefin zu gefallen, dann pass ich da wirklich nicht rein, dann muss ich eben das Umfeld finden, in dem ich mit meiner Art willkommen bin. Klar kann man an sich arbeiten und man lernt ja auch stetig dazu – aber verbiegen, das schlägt auf die Dauer einfach auf den Magen. Und mal ganz ehrlich: wer will sich schon sein Leben lang verbiegen, wo soll das hinführen?

Aber bleiben wir mal bei Judith: Bei ihr war es zuletzt der Job in einem Bekleidungsgeschäft: weil sie einfach nicht anders konnte als der Kundin zu sagen, dass ihr die Hose, mit der diese liebäugelte, wirklich nicht besonders gut stand. Oder die Assistent:innenstelle an der Uni, die ihr ihr besserwisserischer Exfreund Paul vor der Nase weggeschnappt hatte. War allerdings auch ein ziemlich blöder Move von seiner Seite. Und zu allem Überfluss ist sie auch noch aus ihrer WG geflogen, weil sie ohne Job die Miete nicht mehr zahlen konnte, so dass sie jetzt einfach nicht mehr weiter weiß und schon gar nicht, wohin. So sucht sie Unterschlupf bei ihrem Onkel Olaf auf der Insel Amrum, der sich einen alten Leuchtturm zu einer gemütlichen Wohnung ausgebaut hat. Dort läuft ihr gleich ein recht verfilzter, frauchenloser Hund zu, den sie erst einmal „Hund“ nennt. Das erscheint mir mehr als logisch, denn die Persönlichkeit eines Tiers zeigt sich ja nicht beim ersten Zusammentreffen, sondern erst nach und nach. (Ich bekenne, dass im Impfausweis meiner Katze Diva als Name „Katze“ steht, weil ich exakt vor diesem Problem auch stand. Meine Mitbewohner:innen zum Zeitpunkt des Zulaufens hatten sie derweil „Psychokatze“ getauft, weil sie bei unserer Begegnung so ausgehungert war, dass sie sehr aggressiv wurde, wenn man ihr ihr zustehende – so ihre Auffassung – Leberwurstbrote vorenthielt, das ist jetzt aber wieder eine andere Geschichte ...)

Ungefähr zeitgleich trifft Judith durch Zufall auf eine Gruppe von Leuten, die sich im Lauf der Erzählung als wahre Freunde entpuppen – und darauf pfeifen, ob die unverblümten Wahrheiten, die ihr immer wieder herausrutschen, schmeichelhaft sind oder nicht. Denn in solchen Wahrheiten liegen immer wieder auch Hinweise zur Selbsterkenntnis für Menschen, die offen dafür sind. Und das sind die Bewohnerinnen der „Villa Pippilotta“, einer kunterbunt angestrichenen alten Villa in Strandnähe, die von der experimentierfreudigen Köchin Maren betrieben wird. Da ist Ben, ursprünglich Kriegsberichterstatter, nach einer schweren Beinverletzung erst einmal auf den Rollstuhl angewiesen und darüber ziemlich verbittert, dann gibt es den Teenager Lydia, deren Gesicht nach einem Unfall zum Teil durch schwere Brandnarben entstellt ist, einen älteren Herrn namens Josef, der vor Kurzem seine Frau verloren hat und sich mit ihr unterhält, als wäre sie noch da, und Rita, die von ihrer Zwillingsschwester getrennt wurde und nur schwer mit dieser Trennung klarkommt, weil die Schwestern eine geradezu symbiotische Beziehung miteinander hatten und stets wie eine Person gefühlt und gehandelt haben.

Maren, Hausmutter und guter Geist der Villa Pippilotta, betreibt das Haus als Rückzugsort für Menschen, die nach verschiedenen Schicksalsschlägen das Inselrefugium (genau wie Judith) nutzen, um wieder zu sich selbst zu finden. Das Haus hat Maren von ihrer Mutter geerbt, ihre Großmutter Teda war als Künstlerin tätig und hat die Villa als Ort für Gestalt- bzw. Kunsttherapien auf Amrum etabliert. Das interessiert Judith als Kunsthistorikerin natürlich brennend. Als sie das Atelier der Großmutter auf dem Dachboden in Augenschein nimmt, fällt ihr Tedas Tagebuch in die Hände.

So erklärt sich auch der zweite Handlungsstrang des Romans, der in der Zeit vor und nach dem ersten Weltkrieg bis in die 1920er-Jahre hinein spielt. In diesem wird die Geschichte von Teda erzählt, Marens Großmutter. Teda stammte von Föhr, der Nachbarinsel von Amrum, und studierte in den „wilden 20ern“ als Mann verkleidet (!) unter der Identität ihres im Krieg gefallenen Bruders in Berlin Kunst. Denn zu diesem Zeitpunkt waren Frauen noch nicht offiziell zum Kunststudium zugelassen. Die historische Parallelhandlung entfaltet sich nach und nach, während Judith Tedas Tagebuch liest. Der kurze Ausschnitt aus Tedas Leben, der über die Tagebucheinträge transportiert wird, bietet über die Perspektive Tedas einen höchst intensiven Einblick in eine Zeit voller Umbrüche: zum einen in die politischen Veränderungen, das Erstarken der nationalsozialistischen Kräfte, aber auch den Widerstand gegen das nationalistische Geschwätz und gegen unintelligente Würstchen, die sich in der Gruppe stark fühlen.

Es vermittelt aber auch das Gefühl für eine Aufbruchsstimmung unter Frauen, die sich mit der Emanzipationsbewegung rund um die Einführung des Frauenwahlrechts 1919 trauten, in vielen Bereichen mehr Verantwortung und Macht einzufordern. Teda gehört noch zu der Generation, die sich ihren Wunsch nach einer qualifizierten künstlerischen Ausbildung nicht als Frau gleichberechtigt erfüllen kann, also geht sie einen anderen, nicht ganz legalen Weg. Es ist verblüffend, wie leichtfüßig es Autorin Simone Veenstra gelingt, derart mächtige Themen wie nebenbei in die Handlung einfließen zu lassen, ohne dass auch nur der Ansatz eines erhobenen Zeigefingers durchscheint. Im Gegenteil: die Handlung um Teda, die sich ihr Studium durch allabendliches LIve-Porträtzeichnen in einem Kabarett finanziert, hat mich geradezu eingesogen, so dass ich mir mehrfach gewünscht habe, trotz des nicht gerade schmalen Umfangs von „Unverblümt im Sommerwind“, ich könnte noch mehr über Tedas ziemlich schillerndes Leben erfahren. Es wird derart spannend geschildert, dass die Autorin ein eigenes Buch (wenn nicht gar ein mehrteiliges historisches Werk) daraus hätte bauen können, ohne dass es auch nur eine Sekunde gelangweilt hätte.

Neben den Einblicken in Tedas schillernde Kabarettwelt der Weimarer Zeit, die Künstlerinnen und Künstler, Schwule und Lesben, aufstrebende Filmsternchen, engagierte Kämpferinnen gegen Armut und Hunger und prügelsüchtige Nazis mit leichter Hand skizziert, alles in der Halbwelt der Amüsierviertel von Berlin angesiedelt, die aus Romanen der Zeit und Geschichtsbüchern so verlockend von den Seiten winkt, gibt es natürlich auch die eine oder andere Liebesgeschichte. Tedas Enkeltochter Maren muss ja irgendwie in die Welt gelangen. Und auch zwischen Judith und Ben scheint es zu funken – ob da was geht zwischen diesen beiden schwierigen und vom Leben verletzten Charakteren? Findet es selbst heraus!

Mein Fazit: der Roman hat mich zu Tränen gerührt zurückgelassen, begeistert über die wunderbare Figurenzeichnung, die spannende Handlung, die ganz ohne Thrillerelemente trotzdem den Charakter eines Pageturners entfaltet, und absolut süchtig nach mehr – nach mehr Geschichten von Hund, Teda und Judith! 500 Seiten finde ich lange nicht genug. Das schafft „Unverblümt im Sommerwind“ übrigens – trotz des etwas kitschigen Titels – ganz ohne in Kitsch oder Schmalz abzudriften. Für mich schon jetzt die Sommerlektüre des Jahres 2020.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Unverblümt im Sommerwind

Judith kann nicht lügen. Das kostet sie Jobs, Beziehungen und ihre Wohnung. Also reist sie zu Onkel Olaf nach Amrum. Dort will sie lernen, zu sein wie alle. In den Bewohnern der Villa Pippilotta findet sie eine Handvoll Menschen, die ihr helfen wollen. Dann aber entdeckt Judith das Tagebuch der im Jahr 1900 geborenen Teda, deren abenteuerliche Geschichte ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt …

Von einer, die auszog, das Lügen zu lernen ...

Das war mein erster Satz für Judith aus "Unverblümt im Sommerwind", die nach etlichen Tiefschlägen entscheidet, dass es nun an der Zeit ist, zu üben, zu sein wie alle! Aber hey - manchmal ist man nun mal genau richtig wie man ist und eine angebliche Schwäche kann auch eine Fähigkeit sein, oder?

Judith sieht das anfangs nicht so. Dann allerdings gerät sie unvermutet mitten in eine Gruppe von Menschen, die wie sie versuchen, etwas zu ändern. Sie adoptiert einen ebenso riesigen wie gemütlichen und verrückten Hund. Sie lernt den düsteren Ben kennen, der sich eigentlich auf niemanden mehr einlassen will. Und sie entdeckt ein Tagebuch, das sie historisch an Tedas Seite durch etliche Jahre und Geheimnisse führt. Geschehnisse, die nicht nur Judiths Leben auf den Kopf stellen, sondern auch die aller ihrer neuen Freunde.

Von daher: Ich freue mich über jede und jeden, die Lust haben, mitzureisen! Nach Amrum und Föhr, Berlin und Weimar, und ... noch weiter (aber das verrate ich jetzt nicht)!

Bitte gebt laut, wenn ihr lieber ein E-Book statt eines Taschenbuchs zum Lesen erhaltet. Und falls ihr außer den Büchern sonst nichts von mir geschickt haben wollt - denn die Leseexemplare werden vom Verlag verschickt. Ich dagegen habe noch ein kleines, zum Buch passendes Extra parat für alle, die mögen ...

Ich freue mich auf sämtliche Bewerbungen und Rückmeldungen und Fragen:

Simone

637 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Käthe. Der Gorilla-Garten [1]

Für Großstadtpflanzen und Kleinstadtgewächse:

Bewirb dich für unsere neue Hörrunde und entdecke mit Käthe eine grüne Oase mitten in Berlin.

Herzlich Willkommen zu unserer neuen Hörrunde zu "Käthe. Der Gorilla-Garten" von Simone Veenstra und Màriam Ben-Arab

Darum geht's: Käthe zieht mit ihren Eltern von Omas Apfelhof auf dem Land in die Großstadt Berlin. Sie findet in der Schule und in der Nachbarschaft sofort neue Freunde. Aber eines vermisst sie in der Stadt: die wunderbare Natur, die sie gewohnt ist. Als sie mit ihrem neuen Freund Theo einen Stadtgarten im Urban Gardening-Stil entdeckt, ist sie begeistert. Ob die Kinder dort wohl mithelfen dürfen? 

Neugierig geworden? Dann bewerbt euch jetzt für unsere neue Hörrunde!  

Wenn ihr euch für eines von insgesamt 10 Freiexemplaren interessiert, solltet ihr euch bis Montag, den 20. Januar 2020 bei uns melden und uns gern folgende Frage beantworten: Großstadtleben, Landidylle oder vielleicht ein bisschen von beidem? Wo verbringt ihr am liebsten Zeit im Grünen?

Wenn ihr vorab schon einmal einen ersten Eindruck vom Inhalt und Katja Danowski als Sprecherin erhalten möchtet, findet ihr hier die Hörprobe (http://www.jumboverlag.de/data/media/me2581.mp3).

Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die neue Hörrunde!

Euer JUMBO-Team  

133 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Du stirbst in meinem Herzen nicht

Der Song ging zu Ende, die beiden blieben stehen. Er hielt sie an sich gedrückt, sie schmiegte ihre Wange an ihn, als wollte sie sichergehen, dass sein Herz noch schlug. Meines setzte aus.

Liebe Freunde von Spannung, Krimis, Thriller, Liebe und starken Mädchen,
ich freue mich sehr, heute eine Leserunde für mein brandneues Buch anbieten zu können: "Du stirbst in meinem Herzen nicht".

Worum geht es:
Bald ein Jahr ist der Unfalltod von Maras Vater her, doch noch immer hat die fast 18-Jährige das Gefühl, dass dabei etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Darüber reden kann sie nicht einmal mit ihrer besten Freundin Sanna, denn diese ist wie alle anderen der Ansicht, das Beste für Mara wäre es, endlich loszulassen und nach vorne zu sehen.

Doch dann kommt Jonah in Maras Klasse. Jonah mit den Husky-Augen. Jonah, der so seine eigenen Erfahrungen damit hat, nicht locker zu lassen - koste es was es wolle ...

Wie könnt ihr euch bewerben?

Drei Musikstücke unterteilen den Roman in Herbst, Winter und Frühling: Nat King Cole "Autumn Leaves", Françoise Hardy "Song of Winter", Ella Fitzgerald "Every Time We Say Goodbye".
Beantwortet mir bis zum 24.5.2015 mindestens eine der folgenden drei Fragen:
- Was hat Ella Fitzgeralds "Every Time We Say Goodbye" wohl mit Frühling zu tun?


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- Hast du selbst einen Lieblingssong, in dem Jahreszeiten eine Rolle spielen und welcher ist das?
- Kannst du dich noch daran erinnern, welcher der erste Krimi / Thriller erinnern, den du gelesen hast? Welcher war das?

Mehr Informationen gefällig?
Wer Lust hat, in das Buch hinein zu schmökern: Hier findet ihr die Leseprobe
Auf meiner Webseite findet ihr mehr zu mir.

Der Wind stürzt durch die Blätter, wenn es so weiter geht, sind morgen alle Bäume kahl. Nur, warum sehe ich dann keinen Mond und keine Sterne?

Ich freue mich auf eure Bewerbungen und auf die Leserunde mit Euch!

Simone Veenstra
460 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Lesestunde_mit_Marievor 5 Jahren
Ein neuer Browser ist von Vorteil ;o) Nun steht die Rezi auch auf Amazon!

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