Simone de Beauvoir Alle Menschen sind sterblich

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Inhaltsangabe zu „Alle Menschen sind sterblich“ von Simone de Beauvoir

Mit Fosca, dem ungewöhnlichen Helden des Romans, dem auf geheimnisvolle Weise Unsterblichkeit verliehen ist, erleben wir sechs Jahrhunderte europäischer Geschichte in blutvollen Gestalten und abenteuerlichen Ereignissen. Foscas wechselvolle Schicksale lassen in ihm die tragische Erkenntnis reifen, daß die Sehnsüchte der Menschen ewig unerfüllbar und ihre Hoffnungen immer vergeblich sind. (Quelle:'E-Buch Text/01.10.2012')

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  • Alle Menschen sind sterblich

    Alle Menschen sind sterblich
    JuergenVogel

    JuergenVogel

    16. September 2015 um 18:34

    Er ist weder Highlander noch Dorian Gray - jedoch, er ist unsterblich. Fosca begegnet uns in der Gegenwart, wenngleich viele Jahrhunderte bereits seine Geschichte ausmachen. Zunächst scheint es auch so, als wolle die Autorin uns in eine zeitgenössische Geschichte führen, in der philosophisch dem Gedanken an ein einzelnes unsterbliches Wesen gefrönt wird. Bereits hier werden wir damit konfrontiert, dass diese ach so tolle Vorstellung vermutlich gar nicht so erstrebenswert ist. Dann werden wir urplötzlich in einen historischen Roman entführt, in dem der Protagonist uns zu verschiedenen Stationen seines unendlichen Lebens führt. Anfänglich ist er begeistert davon, dass er nun über all die nötige Zeit verfügt, unsere Welt in eine bessere zu verwandeln. Immer wieder jedoch scheitert er daran, dass seine Zielsetzungen nicht mit denen von uns Sterblichen vereinbar sind. Während er die einzige Konstante darstellt, vergeht und verändert sich alles um ihn herum. Was für ihn lediglich eine kleine Zeitspanne darstellt, kann für uns die Dauer unseres Lebens ausmachen. Da er anders ist, in uns völlig fremden Zeiträumen denkt und der Zukunft stets als etwas entgegensieht, das er persönlich erleben wird, findet er unter uns kein wirkliches Verständnis. Hinzu kommt, dass Fosca auch in seinen persönlichen Beziehungen immer wieder Rückschläge erleidet. Liebesbeziehungen für immer sind nicht möglich, da seine Ewigkeit sich von der unseren unterscheidet. Auch leidet er unter Verlustängsten, da er alle die überlebt, die ihm nahestehen, einschließlich seiner Kinder. Auch wenn die Autorin fortwährend auf den mit Foscas Unsterblichkeit einhergehenden Schwierigkeiten herumreitet und dieser immer wieder an die gleichen Grenzen stößt, wird es nie langweilig. Ganz im Gegenteil, ständig regen uns die Gedankenspiele an. Sie führen uns unentwegt vor Augen, wie kurz doch unsere eigene Zeit ist, im Gegensatz zur Unendlichkeit.

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  • Frage zu "Werden wir ewig leben?" von Roman Brinzanik

    Werden wir ewig leben?
    doceten

    doceten

    Neues Buch auf dem Nachttisch, diesmal ein Sachbuch: "Werden wir ewig leben?". Spannendes Thema, daher möchte ich gern etwas aus der Belletristik dazu lesen und würde mich über Buch-Empfehlungen freuen, wo die Unsterblichkeit, bzw. das Streben nach ewigen Leben ein Hauptthema ist. Bitte keine Elfen- oder Vampir-Romane! Science-Fiction wäre oke! ;-)

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  • Rezension zu "Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir

    Alle Menschen sind sterblich
    saendriii

    saendriii

    24. March 2009 um 21:56

    Zugegeben, die ersten knapp 90 Seiten musste ich kämpfen um weiterzulesen. Aber dann: die Überraschung! Mit Auftritt der Hauptfigur erwacht das Buch zum Leben und lässt einen nicht mehr los. Für jeden der gern über das Leben nachdenkt.

  • Rezension zu "Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir

    Alle Menschen sind sterblich
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. October 2008 um 12:41

    Regine, vielgerühmte Pariser Schauspielerin, denkt viel an den Ruhm - vor allem in Verbindung mit sich selbst. Als sie die "Entdeckung" eines geistig abwesenden, beinah unmenschlich wirkenden Mannes macht, den sie zurück in die lebende Welt führen will, sozusagen als menschliches Versuchskaninchen, und dieser ihr eröffnet, dass er unsterblich ist, sieht sie eine großes Etwas für sich selbst: Unvergessenheit bis in die Unendlichkeit. Fosca seinerseits spürt nicht mehr viel in sich, außer einer großen, endlosen Leere. Regine vermag ihn aus dieser Letargie heraus- und nach Paris zu holen, wo er ihr zu Füßen liegt, wenn auch zeitweise zur Last fällt. Doch bald schon beginnt auch in Regine sich einiges zu verändern. Was ist schon dieses Leben, in seiner vorbestimmten Endlichkeit? Als sie ihre Theaterkarriere aufgeben will, verschwindet Fosca. Doch Regine folgt ihm, um ihn zurückzuholen... Hier setzt eine Geschichte an, die im 13. Jahrhundert beginnt und das Leben und Leiden Foscas begleitet. Raymond Fosca, unsterblich geworden durch das Elixier eines armen Bettlers, kämpft, lebt und schläft sich durch die Jahrhunderte, um immer wieder eines festzustellen: "Nichts hat jemals einen Zweck". Simonde de Beauvoirs drittes Buch scheint nun eines mitten in der Sackgasse des Existenzialismus zu sein. Eine Charakterstudie der Menschlichkeit, Streben, Hoffnung, Macht, Gier, Tod. All das erlebt der selbst nicht von diesen Eigenschaften freie Fosca jahrhundertlang in einer schier endlos laufenden Schleife. "Ich habe Sie schon hundertmal gesehen", "Immer wieder dieselben Sterne", ... wie würden wir uns fühlen, bekämen wir die Chance auf ein ewiges Leben, ewig währende Schönheit? Immerwährend und/oder immer wieder kann, vielleicht wird man sich dies bei der Lektüre des Romanes fragen. Fosca erzählt seine Lebensgeschichte, reiht Krieg an Krieg aneinander und überlebt seine eigenen Kinder. Er ist ein toter Lebendiger.

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