Simone de Beauvoir Ein sanfter Tod

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Inhaltsangabe zu „Ein sanfter Tod“ von Simone de Beauvoir

'Simone de Beauvoir gehört zu jenen außergewöhnlichen Menschen, die ihre Zeit geprägt haben. Ihr Leben, ihre Werke und ihre Kämpfe haben zum Fortschritt des Bewußtseins der Männer und Frauen von heute in Frankreich und in der Welt beigetragen.' (Francois Mitterand)

'Eines der eindrücklichsten Bücher von Simone de Beauvoir handelt vom Tod ihrer eigenen Mutter. Die Schriftstellerin erzählt, wie sie tage- und nächtelang am Sterbebett weilte und wachte; wie sie der Frau, die ihr das Leben geschenkt hatte, in den allerletzten Tagen näher kam. Dem Buch gab Simone de Beauvoir einen wehmütigen, beinahe staunenden Titel: ´Une mort très douce´. Jetzt ist sie, 78 Jahre alt, ´so sanft´ entschlafen.' (Die ZEIT) (Quelle:'Flexibler Einband/01.02.1968')

Ein nach wie vor aktuelles Buch, das den Verfall eines Menschen am Ende einer Krebserkrankung bis ins Detail zeigt ohne peinlich zu sein.

— Barbara62

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  • Eine bewegende Geschichte über das Thema Krebs und den Tod

    Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel

    Ajana

    *Gestaltung des Covers* Das Cover des Buches hat mich gleich angesprochen. Die Farben sind sehr schön gehalten und es zeigt eine Frau, wohl Poppy, draußen in der Natur, in der man all seine Sorgen vergessen kann und einfach nur man selbst sein kann. *Inhalt* Im strömenden Regen Walzer tanzen, die eigenen Kinder aufwachsen sehen, den leiblichen Vater kennenlernen: Poppy hatte in ihrem Leben noch so viel vor. Doch als die 32-Jährige die Diagnose Krebs erhält, bereitet ihr der Gedanke an die Zukunft vor allem eines: Angst. Plötzlich scheint der Himmel so nah. Sie müsste sich nur auf die Zehenspitzen stellen, um ihn zu berühren. Aber noch ist sie da. Noch kann sie ihre Träume und Wünsche in die Tat umsetzen, die Arme ausbreiten und fliegen. *Meine Meinung* Wenn man den Inhalt dieses Buches durchliest, ist man sich bewusst, auf was für eine Geschichte man sich einlässt. Deshalb habe ich mir auch gleich beim Lesen schon die Taschentücher bereitgehalten. Denn das Tränen fließen würden, war mir klar, außer der Schreibstil der Autorin wäre graufenhaft gewesen. Gott sei Dank war das nicht der Fall. Ich war sofort in der Geschichte vertieft und die Seiten flogen nur so dahin. Da ich das Buch für eine Leserunde gewonnen habe, musste ich mich deshalb zurückhalten, das Buch nicht in einem Zug durchzulesen und es zumindest auf 3 Tage auszudehnen. Poppy lebt glücklich mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann, der nach einem langen Auslandseinsatz wieder zu Hause ist, zusammen. Sie hat schon fast ihr ganzes Leben mit Martin verbraucht und kann sich es sich ohne ihn und ihre Kinder nicht mehr vorstellen. Wie viel Glück sie doch hat! Eine Kindheit in Armut mit einer Mutter, die sich nicht um einen kümmert und den halben Tag betrunken zu Hause rumhängt. Poppy hat in ihrer Kindheit viel durchgemacht. Genauso wie Martin. Zusammen haben sie sich ein besseres Leben aufgebaut und lieben sich wie am ersten Tag. Am Tag ihrer Hochzeit fragt Martin nach ihren Wünschen und Poppy zählt sie alle auf: Im strömenden Regen Walzer tanzen, einen großen Diamanten, einen nierenförmigen Swimming Pool und vor allem ihren Vater finden. Denn ihre Mutter hat ihr nie erzählt, wer er ist. Doch als Poppy eines Tages unter der Dusche einen Knoten findet, ändert sich schlagartig ihr ganzes Leben. Diagnose Krebs. Was kann sie sich von ihren Wünschen noch erfüllen? Anfangs kann es Poppy nicht glauben und verschweigt es vor allem. Sie beginnt allein die Behandlung doch irgendwann bricht sie zusammen und kann es nicht mehr geheimhalten. Ihr Leben scheint ihr aus den Händen zu gleiten... Die Autorin hat es geschafft, dass sich in diesem Buch Trauer und Freude abwechseln. Immer wieder gibt es kleine Glücksmomente für Poppy mit ihrer Familie, sodass die Krankheit für einen Augenblick in den Hintergrund tritt. Nur um dann mit voller Wucht wieder zurückzuschlagen. Obwohl man sich bewusst ist, auf was man sich einlässt, ist allein von der Diagnose schon schon sehr traurig, wenn man sich vor Augen hält, dass Poppy erst 32 Jahre alt ist. Besonders schlimm ist es, wenn Poppy sich bewusst wird, was sie alles aus dem Leben ihrer Kinder nicht miterleben wird. Ihr Sohn Max ist erst 2 Jahre alt. Wird er sich überhaupt an sie erinnern können, sollte sie sterben? Poppy kann es auch nicht lassen und liest weiterhin wie immer die Todesanzeigen. Was passiert mit den Leuten nach ihrem Tod? Und was mit den Hinterbliebenen? Die Charaktere in diesem Buch wachsen einem schnell an das Herz. Oft muss man schmunzeln, wenn die Kinder ihre Eltern wieder mit kleinen Gesten oder Worten zum Lachen bringen oder Kindermund Wahrheit kundtut. So ist es besonders schlimm Poppys Krankheitsverlauf mitzuverfolgen. Poppy hat eine Kraft, um man sie wirklich nur beneiden kann. Sie muss nicht nur für sich stark sein sondern auch für ihren Mann, der davor ist zusammenzubrechen, da er sich ein Leben ohne Poppy nicht vorstellen kann. Poppy tut alles dafür, damit ihre Kinder nicht merken, wie schlimm es um sie steht und jeden Tag für sie besonders zu machen. *Mein Fazit Ein berührender Roman, bei dem man sich von Anfang an bewusst sein muss, auf was man sich einlässt. Wer mit Trauer oder dem Thema Krebs nicht umgehen kann, sollte sich lieber ein anderes Buch suchen. Die Autorin hat es geschafft, den Leser gefühlvoll durch die Geschichte zu leiten und Trauer und Freude miteinander zu verknüpfen. Der Schreibstil macht es einem leicht der Geschichte von Poppy zu folgen. Da die Autorin es geschafft hat, dass ich immer wieder feuchte Augen hatte und mir am Ende die Tränen über die Wangen liefen, kann ich nicht anders, als diesem Buch 5 Sterne zu vergeben. Ich weiß nicht, wie es anderen geht. Aber manchmal braucht man einfach solche Geschichten, die aus dem wahren Leben stammen, einen auf den Boden der Tatsachen zurück und zum Weinen bringen. Kurz und knapp: Eine tief berührende Geschichte rund um eine Krankheit, bei der es leider immer noch nicht ein Allheilmittel gibt und viele Menschen Monate oder Jahre lang mit ihren Schmerzen kämpfen müssen.

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  • Was heißt schon "sanft"?

    Ein sanfter Tod

    Barbara62

    13. April 2015 um 15:37

    Ein sanfter Tod ist das Protokoll Simone de Beauvoirs zum dreißig Tage währenden Todeskampf ihrer Mutter, aber zugleich auch ein Rückblick auf ihrer beider Leben und die Analyse ihrer Konflikte, die erst angesichts des nahen Todes allmählich aufgehoben werden. Neben diesen ganz persönlichen Aspekten geht es aber auch um die Frage von Alter und Tod, um die Frage nach der Ehrlichkeit gegenüber dem Sterbenden in Bezug auf die Diagnose und die Grenzen der Medizin. Die große französische Autorin schrieb das Buch 1964 nach dem Tod ihrer Mutter, um die eigene Erschütterung zu verarbeiten. Entstanden ist ein nach wie vor aktuelles Buch, das den Verfall eines Menschen im letzten Stadium einer Krebserkrankung bis ins kleinste Detail schildert und trotzdem nie peinlich wirkt. Ein Buch, das ich schon mehrmals gelesen habe und das mich immer wieder beeindruckt und berührt.

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  • "Schwer zu sterben, wenn man das Leben so heftig liebt."

    Ein sanfter Tod

    Kopf-Kino

    Die französische Schriftstellerin und Philosophin Beauvoir sitzt mit uns als Leser am mütterlichen Sterbebett und beschreibt auf knapp 100 Seiten detailliert die letzten Wochen ihrer an Krebs erkrankten Mutter. Nach einem Sturz bricht sich die 77-jährige Francoise de Beauvoir den Schenkelhalsknochen und wird in eine vornehme Pariser Klinik eingewiesen. Aufgrund Verdacht auf eine Bauchfellentzündung wird sie operiert, der Bruch soll zunächst in Ruhelage verheilen. Dabei stellen die Ärzte eine bereits fortgeschrittene Krebserkrankung fest, die der Patientin mit Einverständnis der Kinder verschwiegen wird. Trotz des zunehmenden Verfalls glaubt die Kranke, sie durchleide einen mühevollen Heilungsprozess – Helene und Simone, ihre Töchter, hingegen hoffen auf einen raschen, sanften Tod. Schonungslos berichtet sie über die Qualen einer Sterbenden, aber auch über die ärztliche Routine, die so manche Zweifel der Angehörigen zu ignorieren scheint. Darüber hinaus widmet sich Simone de Beauvoir ebenfalls dem Lebenslauf der Mutter, die, geprägt von katholischer Strenge, zeitlebens gegen eigene Bedürfnisse ankämpfte. Zusätzlich thematisiert Beauvoir ihr beidseitiges jahrelange sehr schwierige Verhältnis zueinander und analysiert, inwiefern es sich im Angesicht des Todes zu verändern scheint. Sie selbst sieht sich nun mit Fragen nach der eigenen Beziehung zum Tod konfrontiert und findet schließlich zu einer Lebensbilanz. Das Buch, das auf den ersten Blick sehr persönlich erscheint, stellt eine immer noch hochaktuelle Auseinandersetzung mit menschenwürdigem Sterben dar. Sartre, Simones Gefährte, sah in „Ein sanfter Tod“ ihr bestes literarische Werk. Ich persönlich setzte es mit ihrem Roman „Das Blut der anderen“ auf gleicher Stelle. Dieses Werk hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Meiner Meinung nach steht Beauvoir heutzutage ganz zu unrecht in Sartres Schatten. Ihr Schreibstil weiß mich immer wieder aufs Neue zu faszinieren. Ihre Sprache ist recht einfach gehalten und zugleich so kunstvoll, dass ich vielen Textstellen gerne ein zweites Mal lese und mir sogar notiere. Spannend, dass sich die Sprache im Laufe der Handlung verändert: wirkt sie am Anfang eher kühl und schmucklos, gewinnt sie parallel zum Geschehen an Emotion und Schönheit. Damit sich jeder ein eigenes Urteil darüber bilden kann, füge ich zwei Textproben ein. „Ich sah sie an. Da lag sie nun, bei vollem Bewusstsein, und wusste nichts von dem, was sie durchmachte. Dass man nicht weiß, was unter der eigenen Haut vorgeht, ist normal. Aber ihr entging sogar die Außenseite ihres Körpers. […] Nach einem Spiegel hatte sie nicht mehr verlangt: für sie existierte ihr Moribundengesicht nicht. Sie ruhte und träumte, unendlich weit von ihrem fauligen Fleisch entfernt; ihre Ohren waren voll von unseren Lügen, und ihr ganzes Wesen konzentrierte sich um eine leidenschaftliche Hoffnung: zu genesen.“ „Hinter denen, die diese Welt verlassen, erlischt die Zeit; und je älter ich werde, desto mehr schrumpft meine Vergangenheit. Die »liebe kleine Mama«, die sie in meinem zehnten Lebensjahr für mich war, unterscheidet sich nicht mehr von der feindseligen Frau, unter deren Druck meine Jugend stand. Als ich meine alte Mutter beweinte, beweinte ich alle beide.“ Ganz klare Empfehlung für alle, die einen Blickwinkel bezüglich Alter und Tod dazugewinnen wollen.

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