Simone de Beauvoir , Eva Rechel-Mertens Memoiren einer Tochter aus gutem Hause

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Inhaltsangabe zu „Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“ von Simone de Beauvoir

Im <i>Lexikon der Weltliteratur</i>, zugegeben nicht eben die allerfeinste Adresse, stellt man erstaunt fest, daß Vicky Baum, "Unterhaltungsschriftstellerin mit solider Milieukenntnis", doppelt so viel Platz eingeräumt wird, wie der darauffolgenden Simone de Beauvoir. Verkehrte Welt, in der die wohl unbestritten wichtigste Literatin und Theoretikerin der Emanzipation im zwanzigsten Jahrhundert gerade mal einige dürre Zeilen wert ist.<P> 1958 erschienen ihre <I>Memoiren einer Tochter aus gutem Hause</I>, die Geschichte ihrer Jugend bis zum Treffen mit Jean-Paul Sartre. Passender Titel. Als Kind kapriziös und verhätschelt, genoß sie noch die Privilegien ihres bürgerlich-steifleinenen Elternhauses am Boulevard Raspail. Doch bald schon durchschaute sie die Kälte der Konventionen und den Hochmut ihrer Klasse. Widerstand begann sich in ihr zu regen: "Von der Zufriedenheit zur Überheblichkeit ist es nicht weit. Papa mokierte sich gern, Mama neigte zur Kritik; wenige Leute fanden Gnade vor ihnen, während ich niemals hörte, daß jemand sich über sie mißbilligend äußerte." Bürgerhorror, fein beobachtet.<P> "Das ist ungehörig." Auch so ein Elternsatz, der aber Entscheidendes auslöste in Simone. Gesellschaftliche Fesseln und Reglements, soweit das Auge reichte. Hauptsächlich Frauen betreffend. Das Denken beginnt. Und damit der Ausbruch. Mit fünfzehn ist für Simone de Beauvoir klar, daß sie Schriftstellerin werden wird. Die Abreise aus der bürgerlichen Wertewelt beginnt.<P> Ihre Erzählungen und Essays machen sie zur berühmtesten Vertreterin der europäischen Frauenbewegung. Aber sie ist auch geplagt von Selbstzweifeln, war es oft satt, nur "reiner Geist" zu sein, hatte Angst, in lustfeindlicher "ätherischer Farblosigkeit" zu verkümmern. Kritisch vermerkt sie: "Ich bin keine virtuose Schriftstellerin gewesen." Ihr Hauptanliegen war, ihre Umwelt darauf aufmerksam zu machen, wie sie ihr Leben empfand. Eine noble Untertreibung. Ihr ist weit mehr als das gelungen. <I>--Ravi Unger</I>

Eine großartige, eigensinnige Frau und eine wundervolle Erzählerin!

— ichundelaine
ichundelaine

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  • Rezension zu "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" von Simone de Beauvoir

    Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
    Sokrates

    Sokrates

    18. December 2011 um 22:19

    Ein ambivalentes Buch. Ambivalent für mich wahrscheinlich nur deshalb, weil ich eine Reihe kritischer Biographien über Simone de Beauvoir gelesen habe, die insbesondere aus psychologischer Sicht das Weltbild der Philosophin hinterfragen. Beauvoir ist äußerst intelligent, aber auch selbstbewusst. Gerade dieses Selbstbewusstsein wird in Sprache, Perspektive und Erzählstil deutlich. Doch leider bewirkt dies bei mir gerade nicht die Bewunderung für Intellektualität und Genialität, die man möglicherweise erwarten könnte. Die Autobiographie ihrer Kinderjahre eignet sich daher recht gut, um sich von der Vielschichtigkeit ihres Charakters einen groben Eindruck zu verschaffen. Sprachlich ist das Buch keine Meisterleistung, sondern eher klassischer Durchschnitt. Am Besten bleiben nach wie vor ihre Sachbücher: "Das andere Geschlecht" und "Das Alter".

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  • Rezension zu "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" von Simone de Beauvoir

    Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2011 um 12:23

    In "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" erzählt Simone de Beauvoir ihre Lebensgeschichte von der Kinderzeit bis zu ihrer Begegnung und der beginnenden Beziehung zu Jean-Paul Satre. Sie beschreibt das Umfeld ihres bourgeoisen Zuhauses, das Paris Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Da ich einige Werke von Jean-Paul Satre mit Begeisterung gelesen habe, wollte ich gerne etwas über Simone de Beauvoir erfahren. Ihre Biographie liest sich ganz ausgezeichnet. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte mit allen Gefühlen, Gedanken, ihren Kämpfen und ihren Begegnungen mit Menschen, die sie beeinflusst haben. Der Leser nimmt teil an ihrer Befreiung von der Enge und den auferlegten strengen Regeln ihres Elternhauses. Die Geschichte dieser großartigen Frau hat mich gefesselt!

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  • Rezension zu "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" von Simone de Beauvoir

    Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
    Anna21

    Anna21

    13. June 2008 um 19:35

    Diese Frau ist einfach einzigartig!Unglaublich wie sehr ihre Gefühls- und Gedankenwelt einen mitreißt!

  • Rezension zu "Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" von Simone de Beauvoir

    Memoiren einer Tochter aus gutem Hause
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. April 2008 um 12:03

    Die interessanten Memoiren von Simone de Beauvoir erzählen viel über die Atmosphäre, in der sie aufgewachsen ist.