Sina Beerwald Das Mädchen und der Leibarzt

(24)

Lovelybooks Bewertung

  • 31 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(10)
(8)
(4)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Das Mädchen und der Leibarzt“ von Sina Beerwald

Hebamme, Heilerin, Vertraute: Wie weit kann sie gehen, um andere zu retten? Quedlinburg im 18. Jahrhundert. Die Hebamme Helena sieht den Schwarzen Blatterntod um sich greifen. Angesichts des Leids schwört sich die wissbegierige junge Frau, ein Gegenmittel zu finden. Am Kloster darf sie auf Geheiß der Fürstäbtissin bei dem Stiftsarzt in die Lehre gehen. Dieser wehrt sich gegen eine Frau als Medicus. Als Helena fast am Ziel ist, muss sie dafür nicht nur das Leben ihrer großen Liebe aufs Spiel setzen, sondern auch ihr eigenes. Nach Die Goldschmiedin und Die Herrin der Zeit der neue historische Erfolgsroman von Sina Beerwald.

Stöbern in Historische Romane

Das Erbe der Tuchvilla

Wirklich schöner Abschluss der Reihe!

ninaschmiiidt

Das Lied der Störche

Was für eine tolle authentische Familiensaga mit einer hinreißenden Hauptprotagonistin, kann den 2 Teil gar nicht erwarten

lenisvea

Heldenflucht

Ganz anders als erwartet, aber trotzdem lesenswert

Pergamentfalter

Das Geheimnis der Schneekirsche

Es war verzaubernd

Kar_Oline

Das Haus der schwarzen Schwäne

Sehr gewagt, aber sehr spannend und tiefgründig

abetterway

Das Erdbeermädchen

eher seicht und Luft nach oben

Gudrun67

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Das Mädchen und der Leibarzt" von Sina Beerwald

    Das Mädchen und der Leibarzt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. July 2011 um 18:30

    Das Mädchen und der Leibarzt – hinter diesem Titel, der durchaus einen kitschigen Liebesroman vermuten lassen könnte, steckt in Wahrheit ein wunderbarer historischer Roman mit starken Charakteren und einer sehr spannenden Geschichte: Helena Fechtner ist Hebamme mit Leib und Seele. Sie strebt aber auch danach, ihr medizinisches Wissen und ihr Talent dafür einzusetzen, ihren Mitmenschen zu helfen und Krankheiten zu heilen. Zudem hat sie sich der Suche nach einem Schutz- und Heilmittel gegen die Blattern (Pocken) verschrieben. Ihrem Lebenstraum kommt sie näher, als sie die Chance bekommt, beim Leibarzt des Damenstifts Quedlinburg in die Lehre zu gehen. Trotz der Anfeindungen des Medicus, der alles andere als begeistert ist, eine Frau auszubilden, verfolgt sie unbeirrt ihr Ziel, welches in greifbarer Nähe scheint. Wird es ihr gelingen, mitten in der schwierigen politischen Situation in der Zeit Napoleons, die auch vor den Toren des Stifts nicht Halt macht und deren Fortbestand bedroht , sich zu behaupten und einen Schutz gegen die Blattern zu finden? Sina Beerwald ist es vollends gelungen, durch die sehr lebendig gezeichneten Personen und durch das Einbetten ihrer Geschichte in die historischen Ereignisse, das Jahr 1802 für den Leser wieder aufleben zu lassen. Die Spannung hat sich recht früh aufgebaut und wurde bis zum Schluss aufrecht erhalten. Der sehr realistisch erzählte Roman, abgerundet durch das Nachwort und dem Glossar, hat mich wunderbar unterhalten und ich würde ihn ohne Zögern weiterempfehlen.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Mädchen und der Leibarzt" von Sina Beerwald

    Das Mädchen und der Leibarzt
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    06. July 2011 um 07:22

    Als Helena's Großmutter an den Blattern (Pocken) stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Ihre Großmutter war die letzte, die ihr noch von ihrer Familie geblieben ist. Zusammen mit ihr stirbt auch die Hoffnung, ein Heilmittel gegen die Pocken gefunden zu haben. Während der Pockenepidemie hatte sich Helena Aufzeichnungen über die Krankheitsverläufe bei den verschiedenen Personen gemacht und stellte einen Zusammenhang zwischen den Melkerknoten und den Pocken dar. Die Personen, die in ihrem Leben die Melkerknoten hatten, waren immun gegen die Pocken, nur warum funtionierte es bei dieser Epidemie nicht bei ihrer Großmutter, die letzte hatte sie doch auch gut überstanden? Mit dem Wissen, dass seine Verlobte Helena Kenntnisse über die Heilung der Pocken haben könnte, konfrontiert Friedemar sie mit der Tatsache, dass er damit reich zu werden gedenkt. Helena wird nach der Hochzeit nur noch für Herd und Schlafzimmer benötigt, denn er ist der Mann im Haus. Sie erkennt erst jetzt, zu was für ein Mann ihr Verlobter Friedemar geworden ist und flieht vor ihm. Auf der Flucht lernt sie die Fürstäbtissin des Damenstifts zu Quedlinburg, Prinzessin Sophie Albertine von Schweden, kennen, deren Leben sie rettet. Aus Dankbarkeit setzt diese durch, dass Helena in die Lehre von ihrem Stiftsarzt gehen kann. Dieser sträubt sich anfangs vehement dagegen, denn nach seiner Meinung sind Frauen absolut nicht in der Lage, die Zusammenhänge der Medizin zu begreifen. Nur widerwillig lässt er sie an seinem Wissen teilhaben, bis er erkennt, dass sie fundamentales Wissen um die Bekämpfung der Pockenepidemie hat, was er sich schließlich zu Nutzen macht. Der Roman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Zeit der letzten Äbtissin des Damenstifts zu Quedlinburg. Das Stift wurde gegründet, um unverheiratete adlige Frauen und Witwen zu versorgen. In dieses kann sich Helena flüchten, nachdem sie vor ihrem Verlobten auf der Flucht ist. Das Leben in diesem Stift mit all seinen Bewohnerinnen, der Missgunst untereinander und den Bösartigkeiten wird von der Autorin lebensnah übermittelt. Helena, die Protagonistin will sich medizinisch bilden, trifft aber damit beim Stiftsarzt nicht auf offene Ohren, im Gegenteil, er lehnt es ab, Frauen auszubilden. Helena lässt nicht locker und beisst sich durch. So ganz nebenbei erfährt der Leser auch ein wenig aus der deutschen Geschichte, so spielt der Roman zur Zeit der Säkularisierung, der Übernahme geistlicher Örtlichkeiten durch weltliche Fürsten. Alles in allem ein wunderbar recherchierter Roman, der mich das Buch in einem Ritt durchlesen ließ. Nur gut, dass ich am Sonntag nichts besseres zu tun hatte. Mich hat das Buch so überzeugt, dass ich mir von der Autorin anschließend gleich 2 weitere Bücher gekauft habe. Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Mädchen und der Leibarzt" von Sina Beerwald

    Das Mädchen und der Leibarzt
    beowulf

    beowulf

    14. June 2011 um 21:53

    Sina Beerwald beschreibt in ihrem Roman das Ende einer Welt. Seit 800 Jahren besteht das Damenstift in Quedlinburg, seit ewigen Zeiten schieben Adlige ihre unverheiratbaren Töchter dorthin ab und können die Damen in einer Welt ohne den Zwang der kirchlichen Gelübde einerseits und ohne den Zwang für einen Mann dasein zu müssen andererseits in Ruhe und Wohlstand leben. Diese Welt ist im Jahre 1802 bedroht durch Napoleons Vordringen und durch die Gier der Fürsten nach dem Gold der Kirche. In Quedlinburg glaubt man aber nicht an die Bedrohung von außen, man hat auch genug zu tun mit einer sehr viel naheliegenderen Bedrohung- den Blattern (Pocken). In dieser Situation kommt die junge Hebamme Helena in das Schloß in Quedlinburg, weil sie der Fürstäbtissin das Leben rettet und soll bei dem Leibarzt der Fürstin in die Lehre gehen. Erst eine promovierte Ärztin gab es zu dieser Zeit, aber der Leibarzt ist ganz Mann seiner Zeit, Frauen sind aufgrund der ihnen mitgegebenen Beschränkungen schlicht nicht in der Lage so etwas verantwortliches zu unternehmen wie die Krone der Schöpfung- eben der Mann. Die Fürstin besteht auf der Ausbildung und der Leibarzt unternimmt alles Helena zu demütigen bis er bemerkt, dass diese eine Entdeckung gemacht hat, wie die Blattern zu bekämpfen, ja zu besiegen seien. Sina Beerwald stellt plastisch das Leben im Stift dar, die zickigen adligen Damen, das Personal und der hochmütige Leibarzt, die Bevölkerung des Städchens werden lebendig und in ihren jeweiligen Lebensumständen beschrieben. Die Zeit des Jahres 1802 wird greifbar, die Auswirkungen der großen Politik im fernen Paris auf die kleinen und die gar nicht so großen Leute. Sie zeigt die Zerissenheit auch zwischen Tradition und Moderne, die wissenschaftliche Erkenntnis einerseits und der alte Aberglaube andererseits, Aderlass gegen Hygiene, Amulette gegen Impfung. Dabei verwebt sie die Geschichte und die Geschichten um ihre Protagonisten zu einem dichten Bild, das Buch entwickelt Spannung, einen regelrechten Lesesog und das berühmte Kopfkino stellt sich ein, ein wirklich schönes Buch, das nicht zuletzt reizt Quedlinburg selbst zu besuchen.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Mädchen und der Leibarzt" von Sina Beerwald

    Das Mädchen und der Leibarzt
    HelgaR

    HelgaR

    04. May 2011 um 19:42

    Die Geschichte spielt im Jahr 1802 im Quedlinburger Stift. Die Hebamme Helena Fechtner, deren Eltern bereits an den Blattern verstarben, verliert nun auch ihre geliebte Großmutter. Helena wurde vom Medicus, dem Ziehvater ihres Verlobten Friedemar, in ein paar Geheimnisse der Medizin eingeweiht und dachte, dass sie ein Heilmittel gegen die Blattern gefunden hat. Friedemar und sie haben die Blattern bereits zwei Mal überlebt und auch ihre Großmutter hat es ein Mal geschafft, aber nun ist sie doch verstorben und Helena zweifelt an der Heilmethode. Ihr Schicksal vollzieht sich im Quedlinburger Stift, nachdem sie die Fürstäbtissin nach einem Unfall gerettet hat. Sie bekommt die Genehmigung beim Stiftsarzt in die Lehre zu gehen, sie will noch immer das Heilmittel gegen die Blattern finden, aber der Stiftsarzt ist natürlich nicht sehr erbaut, ein weibliches Wesen lehren zu müssen. Eine wunderbare Geschichte, in einer leider nicht sehr schönen Zeit. Die Blattern sind ausgebrochen und die Menschen werden nur so dahingerafft. Das Stift selbst ist ein Damenstift, in dem sich adelige Damen aufhalten, die keine Heiratsmöglichkeit hatten und daher von zu Hause abgeschoben wurden. Außerdem steht die Auflösung des Stifts bevor und alle hoffen, dies noch abwenden zu können. Ein schönes Cover und ein wunderbarer Schreibstil, vor allem die Sprache in der damaligen Zeit wird sehr gut wiedergegeben, wenn es auch für heutige Verhältnisse sehr geschwollen klingt. Das ganze Umfeld in dieser Zeit wird sehr genau beschrieben und auch die einzelnen Personen sind sehr schön und detailliert dargestellt, auch wenn nicht alle sympathisch sind. Die Zwistigkeiten zwischen dem Äskulap, wie der Stiftsarzt genannt wird, und Helena sind vorprogrammiert, aber auch die anderen Stiftsbewohner haben ihre Probleme. Die Schicksale sind mir alle sehr nahe gegangen und bei einigen hätte ich gerne noch mehr Hintergrundinformation gehabt, aber das wäre dann wirklich zu weit gegangen. Die Heilmethode gegen die Blattern wird sehr gut beschrieben und ich kann sie mir daher auch bildlich vorstellen. Sina Beerwald hat sich jedenfalls mit den Details und den Recherchen sehr viel Mühe gegeben und das Fiktive mit dem Geschichtlichen wunderbar verknüpft. Daher lässt sich die Geschichte auch sehr flüssig lesen. Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und begeistert, aber ich habe es auch mit einem weinenden Auge geschlossen. Das Nachwort und die Begriffserklärungen enthalten noch sehr viele Informationen und haben mir dadurch einen noch besseren Überblick verschafft. Ein tolles Buch und ich freue mich jetzt schon auf das nächste.

    Mehr