Sina Beerwald

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Interview mit Sina Beerwald

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Sofern man das, was man in der Pubertät macht, als ernsthaft bezeichnen kann, war das mit vierzehn Jahren der Fall. Dreißig Seiten, mit Bleistift in ein Schulheft geschrieben, angeregt durch Michael Endes Unendliche Geschichte. Aber bereits im Alter von zehn Jahren habe ich mich vor meinen Vater gestellt und ihm - beeindruckt von Astrid Lindgren - erklärt, ich wolle später Schriftstellerin werden. Wäre mir klar gewesen, dass Verlage mit Manuskripten überhäuft werden und es nur ein erschreckend geringer Bruchteil dieser Menge bis zur Veröffentlichung schafft – ich hätte mir eine andere Beschäftigung gesucht. Ahnungslos machte ich mich auf einen anstrengenden und steinigen Weg. Es ist nicht nur schwer, einen Verlag zu finden, auch die Literaturagenturen sind mittlerweile überlaufen. Trotzdem nahm mich ein Agent unter seine Fittiche und am Ende ging plötzlich alles ganz schnell. Der Heyne-Verlag griff 2007 zu, als ich die Hälfte meines Manuskripts geschrieben hatte. Ein unglaublich schönes Gefühl. Seither sind vier historische Romane entstanden.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Mit Herrn Goethe hätte ich gerne einmal persönlich gesprochen. Erstens, weil er eine sehr interessante Persönlichkeit ist, aber ich hätte auch gerne gewusst, warum er mich mit Faust II so quälen musste.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Manchmal genügt eine Fußnote in einem Buch, eine Nebenbemerkung, und schon ist der Funke entzündet. Ein kleiner, versteckter Satz in einem dicken Katalogband über Augsburger Goldschmiedekunst war es, der mich nicht mehr losließ, bis ich das Buch „Die Goldschmiedin“ geschrieben hatte: „Ferner fiel dem überragenden Goldschmied Philipp Jakob VI. Drentwett die Aufgabe zu, zur Krönung Kaiser Karls VII. 1742 innerhalb kürzester Frist eine interpretierende Krone der ottonischen Reichskrone anzufertigen.“ Nicht nur das Goldschmiedehandwerk faszinierte mich, zudem kristallisierten sich bei meinen Recherchen zahlreiche Ungereimtheiten und historisch ungeklärte Fragen heraus. Diese Lücken sind es, die geradezu danach schreien, mit Phantasie und Leben gefüllt zu werden. Meinem Faible für eine Handwerkskunst im 18. Jahrhundert bin ich treu geblieben, so auch bei meinem vierten Roman: „Das Mädchen und der Leibarzt.“ Schließlich konnte man die Medizin im 18. Jahrhundert getrost noch zu den Handwerksberufen zählen.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich mache sehr gerne Lesungen, über meine Homepage erreichen mich viele Leserbriefe, die ich auch gerne beantworte und ich bin nun auch bei Facebook vertreten und verknote mich in der Netzwerk-Welt

Wann und was liest Du selbst?

Da ich bis spät in die Nacht arbeite, gehe ich meist recht müde ins Bett. Wenn es dann noch ein Buch schafft, mich zu fesseln, bin ich glücklich. Tagsüber besteht meine Lektüre aus Sachbüchern für die Recherche. Trockene Kost, aber hochspannend, wenn ich plötzlich DEN gesuchten Satz entdecke.