It Can't Happen Here

von Sinclair Lewis 
3,4 Sterne bei20 Bewertungen
It Can't Happen Here
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Positiv (8):
Joachim_Tieles avatar

Es kann durchaus auch hierzulande passieren, wenn man die Tendenzen nicht rechtzeitig erkennt...

Kritisch (3):
KlaasHarbours avatar

Leider sehr langweilig und schlecht, wenn auch sehr erschreckend, was Sinclair Lewis vor 80 Jahren schon vorhersehen konnte.

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Inhaltsangabe zu "It Can't Happen Here"

It's 1935 and discontent is rife in America. From the political margins appears Buzz Windrip, charismatic presidential candidate and 'inspired guesser at what political doctrines the people would like'. Sweeping to power amid mass elation, he promises wealth for all and the dawn of a glorious new era. Small-town newspaper editor Doremus Jessop is worried, especially when the new regime becomes increasingly authoritarian. But what can one individual do to fight an all-powerful state? Sinclair Lewis's terrifying cautionary tale pits liberal complacency against popular fascism and shows: yes, it really can happen here.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780241310663
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Penguin Classics
Erscheinungsdatum:20.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Joachim_Tieles avatar
    Joachim_Tielevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Es kann durchaus auch hierzulande passieren, wenn man die Tendenzen nicht rechtzeitig erkennt...
    Faschismus für Fortgeschrittene

    Schon kurz nach Donald Trumps Wahl zum Präsidenten der USA erschienen Neuauflagen englischsprachiger Romane, die sich mit diktatorischen oder faschistischen Entwicklungen in Amerika beschäftigen und insbesondere in großstädtischen Buchhandlungen als Stapelware angeboten wurden. Hierzu gehörten George Orwells 1984, Margret Atwoods The Handmaid’s Tale, Philip Roths The Plot Against America und auch Sinclair Lewis’ It Can’t Happen Here. Letzterer stellt sicherlich die größten Anforderungen an die Lesefähigkeiten seiner aktuellen potenziellen Käufer (das englischsprachige Leseportal Goodreads ist voll von Klagen über die Zumutung, als die dieser Text empfunden wird) und die Frage ist zu stellen: Soll – oder gar: muss – man sich so etwas heute noch antun?

    Das Problem mit It Can’t Happen Here liegt für manche heutige Leser möglicherweise darin, dass es sich weniger um einen Roman im klassischen Sinne handelt, als um einen journalistischen Gebrauchstext, der als Roman verkleidet auftritt. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art Dokufiktion, ein Genre, mit dem die Meisten durchaus vertraut sind, wenn es in filmischer Form präsentiert wird. 1935, als der Roman erschien, gab es zwar schon Fernsehen, aber nicht in seiner heutigen Form als Massenmedium (vom Internet mit seinen Millionen Infosnippets zu allen Aspekten so gut wie jeden Themas ganz zu schweigen). Zur anschaulichen Darstellung komplexer Sachverhalte und Entwicklungen blieb seinerzeit nur der Roman (und viele Romane wurden unter genau diesem Aspekt gekauft und gelesen).

    Was It Can’t Happen Here seinerzeit zu einem guten Roman machte, kann bei heutigen Lesern zu Schwierigkeiten führen: zu detailliert, zu viele Personen, die auseinanderzuhalten und teilweise realen historischen Personen zuzuordnen sind, seinerzeit aktuelle und jedermann bekannte politische Ereignisse, Nebenhandlungen und Bewertungen sozialer Einstellungen und Sachverhalte, die dem damaligen Zeitgeist geschuldet sind. Wer sich dem Buch ausschließlich zuwendet, weil aktuell anscheinend jeder es liest und darüber spricht, wird möglicherweise enttäuscht sein, sollte die Gründe dafür aber weniger in dem Buch und bei seinem Autor suchen, sondern vielleicht eher bei sich selbst (und auch bei der etwas irreführenden Vermarktungsstrategie des Verlages).

    Da nicht jeder jedes Buch lesen kann, gibt es aus guten Gründen Literaturlexika, Opern- und Schauspielführer, von denen einige selbst den Status von Literatur erlangt haben. Inzwischen ist die englischsprachige Wikipedia im Literaturbereich hinzugetreten und, ja, der Artikel zu It Can’t Happen Here liefert alles, was man über das Buch wissen muss, einschließlich weiterführender Links zur Entstehungsgeschichte und dem seinerzeitigen politischen und historischen Hintergrund. Ist das Buch also hauptsächlich etwas für Amerikanist(ikstudent)en mit dem Schwerpunkt der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts? Ja, denn von fast jeder Zeile des Romans aus kann man Aspekte dieser Zeit rekonstruieren, von den Präsidentschaftswahlen 1936 über die besondere Staatlichkeit Vermonts (wo der Roman hauptsächlich spielt) bis zu den alten Sklavenbefreiungsrouten nach Kanada.

    Und nein, denn der Roman liefert eine Blaupause dafür, wie überall und jederzeit aus dem scheinbaren Nichts auch in vermeintlich sicheren demokratischen Ländern faschistische Tendenzen entstehen und ihre Protagonisten an die Macht kommen können. Zwei Tendenzen – neben den aktuellen Entwicklungen in der Türkei, Ungarn, Polen und den USA – sind derzeit auch hierzulande besonders gut zu beobachten: der zunehmende Anti-Intellektualismus (man schaue sich einmal Goebbels Rede bei der Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933 (*) an, die ersten zehn Sekunden genügen) und die Forderung nach Toleranz auch gegenüber Intoleranten, verkennend, dass die Toleranz das erste ist, was diese abschaffen werden, wenn sie einmal an die Macht gekommen sind (das sogenannte Toleranz-Paradoxon). Denn dann würde sich die Demokratie als untauglich erweisen, sich selbst vor der Verwandlung in ein faschistisches Regime schützen zu können.

    04.08.2017 – Joachim Tiele

    _____________

    (*) Etwa hier: https://www.youtube.com/watch?v=iiRGh22QIEU

    Kommentare: 4
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    anushkas avatar
    anushkavor einem Jahr
    Keine leichte Kost ... in mehrererlei Hinsicht

    USA, 1935: Die politische Lage in Europa verändert sich. Mit dem Blick über den Atlantik wird auch in den USA die Unzufriedenheit immer größer und bereitet den Boden für Populisten. Mit volksnahen Parolen geht Buzz Windrip in den Wahlkampf um die Präsidentschaft. Und gewinnt. Der Zeitungsherausgeber Doremus Jessup kann es nicht glauben, ist aber fest davon überzeugt, dass diese Präsidentschaft nicht von Dauer ist. Doch stetig rutscht das Land immer weiter in die Diktatur. Jessup will sich ihr nicht unterwerfen und bekommt schon bald die Konsequenzen zu spüren.

    Ich habe für dieses Buch in Originalsprache (englisch) ungewöhnlich lange gebraucht. Das lag zum einen am zeitgenössischen Erzählstil, der sprachlich gesehen aufgrund seiner Entstehungszeit sehr altmodisch ist. Zum anderen fehlte mir an vielen Stellen das Verständnis für Anspielungen und politische Details der Zeit. Beispielsweise fiel es mir schwer, die damalige politische Realität von Lewis' Erfindungen zu trennen.
    Gerade der Wahlkampf zu Beginn des Buches ist zäh und zieht sich. Nach der Wahl Windrips zieht das Tempo allerdings etwas an, wird aber auch immer wieder gedrosselt. Erschreckend auf allen Ebenen ist die Ähnlichkeit dieser Dystopie mit den Entwicklungen in den USA seit 2016. Außerdem sind  die Parallelen zu Hitler und Nazi-Deutschland natürlich frappierend und wirken fast schon kopiert. Man muss sich dabei aber vor Augen halten, dass "It Can't Happen Here" (deutscher Titel: "Das ist bei uns nicht möglich") bereits 1935 erschien. Dass das Buch nun neu erschienen ist, liegt an seiner unglaublichen Aktualität. Windrip ködert die einfachen Arbeiter mit Versprechen von Wohlstand und Umkehrung der Besitzverhältnisse. Alles fern des nationalistischen Spektrums wird als Feind betrachtet. Andersdenkende und Kritiker werden verhaftet. "It Can't Happen Here" findet nicht nur in den USA vergleichbare Zustände.

    Neben der sprachlichen Herausforderung war das Buch auch inhaltlich schwere Kost. Fast schon flappsig werden teilweise Hinrichtungen und Folter geschildert. Dabei trifft es auch immer wieder das Umfeld Doremus Jessups. Gleichzeitig formieren sich aber auch die Mitläufer unter Doremus' Bekannten. Immer wieder habe ich das Buch für längere Zeit beseite gelegt und mich überwinden müssen, weiterzulesen.

    Das Buch ist in jedem Fall eine Erfahrung und inhaltlich wertvoll. Es ist jedoch in mehrererlei Hinsicht nicht leicht zu lesen und hat mich ziemlich gefordert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: erschreckende Parallelen. keine leichte Kost. etwas zäh & sperrig, aber wenn man den Anfang geschafft hat, ist es sehr lesenswert
    aktuell damals wie heute!

    Ein Mann mit dem niemand gerechnet hat, kandidiert für das höchste politische Amt in den USA, die Präsidentschaft. Die politische und intellektuelle Elite des Landes glauben kein stückweit daran, dass dieser Mann Präsident werden kann und belächeln die Berichterstattung und die demagogischen Aussagen des Kandidaten. Er ist ein Hardliner in so vielen Bereichen und verspricht Amerika wieder zu einer reichen, starken und stolzen Nation zu machen. Auch wenn der eine oder andere Leser an etwas anderes denkt, hier geht es um den Roman von Sinclair Lewis „it can‘t happen here“ und um dessen Präsidentschaftskandidaten von 1936, Brezelius „Buzz“ Windrip, er verspricht der League of the forgotten Men das Blaue vom Himmel, er diskriminiert Juden, Schwarze, Frauen, er geht völlig in seinem 15 Punkte Plan auf und was passiert? Er gewinnt die Wahl, setzt den Kongress außer Kraft und beginnt mit der harten und schmerzhaften Neuformierung des Landes. Unterstütz wird er dabei von seinem Chefstrategen, den Politikern die auf seiner Welle mitschwimmen und den uniformierten Minute Men, auch gennannt MM (ja, die Prallele ist offensichtlich). Sein Gegenspieler ist der beliebte Intellektuelle Doremus Jessup, Journalist und Verleger einer Kleinstadtzeitung in Vermont. Er versucht anfänglich etwas zurückhaltend aber doch kontinuierlich und immer konkreter sein Möglichstes zu tun, den Widerstand zu unterstützen, um gegen die Schrecken des faschistischen Regimes vorzugehen und die Bevölkerung aufzuklären. Womit er nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr bringt, sondern auch seine Familie und seine Freunde, die ihn unterstützen.

    Ich muss vorweg sagen, ich habe für den Roman länger gebraucht, als für mich typisch, da er leider etwas zäh und sperrig ist. Ich weiß nicht ob es an der Sprache liegt, an der Erwartungshaltung an mich, vieles über die Amerikanische Geschichte dieser Zeit wissen zu wollen oder weil es thematisch natürlich harter Stoff ist, der schmerzlich an die Gräuel des Nationalsozialismus erinnert. Hier ein kurzer Einschub, man merkt im Laufe des Romans sehr häufig, dass der Autor einen sehr konkreten Bezug zu der Lage in Europa, allem voran natürlich Deutschland hatte. Dies liegt unter anderem daran, dass seine Frau Dorothy Thompson, damals als Auslandskorrespondenten in Deutschland war und nicht nur die Entwicklung miterlebt hat sondern Hitler auch persönlich kennengelernt und interviewt hat. Dennoch fragt man sich ständig, wieviel war Lewis bekannt und was hat er erahnt, bzw vorausgesehen.

    Aber nun zurück zu „It can’t happen here“ … ich bin sehr froh (wenn man das so sagen kann) das Buch gelesen zu haben… nicht nur erinnert es an eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte, sondern mutet, wenn man die Nachrichten aus aller Welt verfolgt, einer sehr hohen Aktualität an. Der Roman wird, als „semi-satirical“ bezeichnet, Lewis wollte die Wähler vor der Präsidentschaftswahl 1936 aufrütteln. Während der Great Depression herrschte eine große Unzufriedenheit und aufgrund seiner Kenntnisse um die Geschehnisse in Europa, hat Lewis hier ein Szenario kreiert, das aufzeigt wie schnell der Nährboden für ein faschistisches Regime gelegt werden kann. Die Charaktere wirken etwas plakativ, handeln das eine oder andere mal etwas überspitzt, das hat mich persönlich aber nicht gestört.  Als ich den Klappentext gelesen habe, hat es mich wirklich überrascht, dass dieses Buch bereits 1935 erschienen ist, zum Klassiker avanciert ist, um dann aber völlig in Vergessenheit zu geraten und das obwohl sein Autor, Sinclair Lewis Literaturnobelpreisträger ist. Ich bin froh, dass Lewis und sein Werk es wieder in die Buchläden geschafft haben, denn wie wir alle tagtäglich miterleben, auch wenn man es nicht für möglich hält, es kann einfach überall passieren. Ich fand das folgende Zitat zur deutschen Ausgabe, die jetzt auch erschienen ist sehr treffend… „Die deutliche Warnung der literarischen Sturmglocke: Es ist möglich, eine Gesellschaft zu verführen, zu verändern, zu zerstören, hier und jetzt, überall und jederzeit.“ (siehe NDR.de „Zeitlos und visionär“  von Benedikt Scheper, 24.3.2017)

    Sich der Geschichte, egal ob älter oder jüngster, erinnern, bewusst machen und daraus zu lernen, deshalb ist „It can’t happen here“ trotz seiner Sperrigkeit für mich ein mehr als lesenswertes Buch, das hoffentlich nicht wieder in Vergessenheit gerät.


    * Rezensionsexemplar über Lovelybooks / Verlag


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    Motte_s avatar
    Motte_vor 2 Jahren
    Sehr aktuell, leider eher schwergängig

    Wir schreiben das Jahr 1936, in den gebeutelten USA tobt der Wahlkampf. Alle sind sich einig, dass Berzelius „Buzz“ Windrip - ein fremden- und überhaupt minderheitenhassender, populistischer Senator- keine Chance haben wird, sich gegen seine Konkurrenten, darunter Roosevelt, durchzusetzen. Natürlich kommt es anders.  

    Dass Windrip ein totalitaristisches Regime errichtet, kann auch an der Presse nicht spurlos vorüberziehen, und so ist Doremus Jessup, Verleger des „Informer“ und Protagonist des Romans, gezwungen sich zu positionieren. 
     
    Der Verlauf des Buches hält für Leser, die dem Geschichtsunterricht nicht allzu oft ferngeblieben sind, keine überraschenden Wendungen bereit, die anschaulichen Beschreibungen entfalten dennoch ihren Sog und sind vor dem Hintergrund ihres Erscheinungsjahres umso beeindruckender. 
    An Relevanz hat „It can’t happen here“ über die Jahre jedenfalls leider nicht eingebüßt.

    Ich empfand die Lektüre als eher schwergängig, was ich nicht einmal auf sprachliche Verständnisschwierigkeiten zurückführen würde. Viele zur Entstehungszeit sicher nachvollziehbare Anspielungen waren mir leider nicht geläufig und auch der für heutige Verhältnisse etwas sperrige Schreibstil hat dazu beigetragen, dass sich der Roman für mich nicht unbedingt als erfrischender Zeitvertreib sondern streckenweise etwas anstrengend herausstellte. Von einem satirischen Roman hatte ich mir trotz der ernsten Thematik mehr Unterhaltung und weniger nüchterne Beschreibungen erhofft. 

    Mit vielen der Figuren konnte ich nicht richtig warm werden, wenige handelten mir nachvollziehbar; wenn sie nicht satirisch überzogen dargestellt wurden, blieben sie etwas farblos. 

    Alles in allem nicht ganz, was ich erwartet hatte, kein schlechtes Buch, aber nicht ganz mein Fall.

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    histerikers avatar
    histerikervor 2 Jahren
    Ein Klassiker

    Inhalt:
    Es ist 1936 und in den USA stehen schon wieder die Wahlen vor der Tür. Buzz Windrip ist einer der Kandidaten, keiner hält ihn für einen möglichen Präsident, denn er ist ungebildet, charismatisch und machtversessen. Was passiert, wenn so einer doch gewinnt.

    Bewertung:
    Das Buch ist ein Klassiker, von dem ersten amerikanischen Nobelpreisträger für Literatur 1935 geschrieben. Diese Informationen sagen schon ziemlich viel über das Buch. Das Buch wird als hochaktuell beworben und es erinnerte mich im ersten Teil auch stark an heutige Situation in den USA. Ich habe mir oft Sätze aufgeschrieben, welche immer wieder auch heute ihre Gültigkeit haben und man macht sich schon viele Gedanken. Andererseits wird ab ungefähr der Hälfte des Buches deutlich, dass der Autor sich von Nationalsozialismus inspirieren lies und ich sah da mehr Parallelen als zu heutigen USA (hoffe ich). Es wird aber sehr deutlich, dass der Autor sich sehr gut mit der Situation in NS-Deutschland auskannte, was für 1935 bemerkenswert ist.
    Das Buch ist sehr in seiner Zeit eingebunden, was bedeutet, dass man sich sehr gut mit der Situation in den USA auskennen muss und Kenntnisse der amerikanischen Geschichte sehr hilfreich sind. Sonst versteht man viele der Anspielungen nicht (oder man googelt sich tot). Ich habe mich für einen Mittelweg entschieden, einige Sachen kannte ich, einige Sachen habe ich gegoogelt, einige habe ich übersprungen. Ich denke, dass ich die Quintessenz des Buches verstanden habe, aber die Nuancen sind mir sicher entgangen. Dies lag teilweise sicherlich auch am Stil, die Probleme waren nicht unbedingt die Vokabeln, mehr der allegemeine Ausdruck.
    EIn Buch, was man lesen sollte, aber nicht unbedingt genießen wird.

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    Jashrins avatar
    Jashrinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Keine leichte Lektüre mit gewöhnungsbedürftigem Stil, aber immer noch hochaktuell.
    Schwierige Lektüre, erschreckend aktuell

    Was kaum jemand für möglich gehalten hat, ist wahr geworden: Buzz Windrip ist zum neuen, amerikanischen Präsidenten gewählt worden. Sein 15-Punkte-Plan, der zwar frauen-, ausländer- und judenfeindlich ist, aber Amerika wieder stolz machen und in ein blühendes Land verwandeln soll, wird offenbar begeistert aufgenommen.

    Doch schon bald nach der Wahl zeigt sich, dass das Leben nicht für alle besser wird. Wer anders denkt und nicht mit dem Strom schwimmt, der bekommt es nur allzu schnell mit Windrips Handlangern, den Minute Men, zu tun. Gleichschaltung - und wer stört wird einfach ausgeschaltet, gleich ob ehemaliger Freund oder Feind. Bücherverbrennung, politische Neustrukturierung, Einschnitte in der Bildung. Schnell wandelt sich das freie Amerika in einen autoritären Staat.

    Auch der Journalist Doremus Jessup sieht lange Zeit beinahe ohnmächtig zu. Kann das wirklch wahr sein? Kann nichts mehr unternommen werden?

    Sinclair Lewis, der bereits 1930 den Literaturnobelpreis"für seine starke und lebendige  Schilderungskunst, nebst dem Talent, mit Witz und Humor Typen zu schaffen“ (Begründung des Nobelkomitees) bekommen hat, schrieb "It can't happen here" 1935. Sein Ziel war wohl einerseits die Warnung vor ähnlichen Entwicklungen wie in Deutschland und Europa, über welche er vermutlich durch seine Frau Dorothy Thompson recht gut im Bilde war, sowie - damit einhergehend - in gewissen Maße auch der Versuch die 1936 anstehende Präsidentschaftswahl zu beeinflussen.

    In der Tat ist das von ihm entworfene Szenario zwar in Teilen überspitzt dargestellt und teilweise eine Politsatire, dennoch wissen wir aus der Geschichte, dass sich Ähnliches nur zu leicht ereignen kann. Gerade zu Beginn des Romans fühlte ich mich unweigerlich an die aktuelle Situation in den USA, aber auch an die in der Türkei, erinnert. Buzz‘ Forderungen waren schon ein wenig unheimlich zu lesen, besonders wenn man die Wahlversprechen der letzten US-Präsidentschaftswahl vor Augen hat. Sicher sind sie nicht identisch, aber eine gewisse Gemeinsamkeit ist nicht zu übersehen.

    Nachdem ich mich bei den ersten Seiten noch gefragt habe, ob ich es bis zum Ende durchhalte, habe ich mich mit jeder Seite mehr eingelesen und kam insgesamt mit dem Stil gut zurecht, auch wenn ich ihn bis zum Ende als sperrig und ungelenk empfunden habe und nur hin und wieder etwas von der Schilderungskunst, die das Nobelkomitee gewürdigt hat, finden konnte. Ein wenig habe ich sie in der Ironie bzw. dem Sarkasmus von Doremus gespürt.

    Dennoch war ich streckenweise richtig gefesselt von den Entwicklungen - oder war es eher ein fasziniertes Grauen? Die vielen Vergleiche, die sich aufdrängten, ließen mich gedanklich mehr als einmal den Kopf schütteln. Die Geschichte wiederholt sich doch immer wieder und offenbar ist es nicht so einfach etwas daraus zu lernen. Passend dazu, habe ich mir unter anderem folgenden Satz markiert: "... it's like reading about typhus in China and suddenly finding it in your own house!" (S.178) Manch einer ist vielleicht tatsächlich überrumpelt von den  Entwicklungen und realisiert erst dann was los ist, wenn es (fast) zu spät ist. Wie schon der Titel sagt, man geht einfach nicht davon aus, dass "es" bei einem selbst passieren kann.

    Doch trotz der spannenden Thematik, die immer noch hochaktuell ist, habe ich sehr lange für die Lektüre der knapp 400 Seiten gebraucht. Dies lag zum einen am bereits erwähnten Schreibstil, zum anderen daran, dass ich sehr viel zu amerikanischer Geschichte und Politik nachgelesen habe, um das Geschehen besser einordnen zu können und mir Klarheit über die Verhältnisse zu verschaffen. Ebenso habe ich nach zahlreiche Figuren gegoogelt, denn es entstammen bei Weitem nicht alle der Feder von Sinclair Lewis. Für mich war das stellenweise etwas mühselig, doch die historischen Persönlichkeiten und natürlich die politische Stimmung sowie die wirtschaftliche Lage waren den damaligen Lesern sicher bekannt und sie konnten ganz anders an das Buch herangehen.

    Mein Fazit: Sinclair Lewis' Werk ist trotz seines Alters erschreckend aktuell und erinnert an George Orwells "1984" oder auch an "Brave new World" von Aldous Huxley. Auch wenn die Bücher ganz unterschiedlich sind und eine völlig andere Herangehensweise bieten, so haben sie doch eines gemeinsam: sie gehen der Frage nach "was wäre wenn" und rütteln die Leser auf. "It can't happen here" ist keine einfache Lektüre für zwischendurch, aber ich bin froh, dass ich es gelesen habe und manche Szenen werden mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Auf Grund des etwas zähen Beginns und des Schreibstils "nur" 4 von 5 Sternen.

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    KlaasHarbours avatar
    KlaasHarbourvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Leider sehr langweilig und schlecht, wenn auch sehr erschreckend, was Sinclair Lewis vor 80 Jahren schon vorhersehen konnte.
    Sehr enttäuschend...

    Vorweg muss ich sagen: Leider musste ich das Buch abbrechen... Ich habe mich 2 Wochen lang durch die erste Hälfte des Buches gequält und in den 2 Wochen danach, versucht irgendwie weiterzukommen. Leider ist es mir nicht gelungen...

    Ich hatte eine Dystopie mit literarischem Anspruch, die aber trotzdem spannend ist, vorgestellt, wurde aber leider enttäuscht. Die Story an sich klingt ja sehr interessant, aber es werden einfach wichtige Ereignisse, wie die Wahl und ihr Ergebnis in zwei Sätzen abgehandelt. Etwas was meiner Meinung nach überhaupt nicht geht. Die Wahl war ja das Schlüsselereignis im Buch, wodurch Windrip erst an die Macht kommt. Da einfach nur ein paar Wörter, komplett emotions- und charakterlos hinzuwerfen, finde ich einfach nur schlecht. So ging es auch weiter und so war es auch davor: Der Schreibstil ist einfach grottig und nicht einmal als literarisch wertvoll anzusehen. Ich als Leser konnte in keinster Weise gepackt werden und frage mich, ob dies nur daran liegt, dass die Geschichte und der Schreibstil einfach schlecht gealtert sind oder ob er damals auch schon so schlecht im Vergleich war. (Sinclair Lewis hat den Literatur-Nobelpreis erhalten, weshalb ich denke, dass es damals nicht so schlecht auf die Welt gewirkt haben muss)

    Unsere Protagonisten finde ich auch nicht besonders. Niemand der sich extrem stark gegen das Regime wehrt und auch niemand, der im geheimen Anschläge oder Verschwörungen plant, von daher leider einfach nur langweilig.

    Zustimmen muss ich allen anderen Rezensenten aber trotzdem, dass es leider sehr erschreckend ist, zu sehen, wie Sinclair Lewis schon vor 80 Jahren Entwicklungen und besonders Reden und Argumentationen vorhersehen konnte, die in der Weltgeschichte noch tragende Elemente in einigen Schreckensherrschaften (und auch leider heute) finden werden.

    Für mich war dieses Buch leider eine große Enttäuschung und ich würde es nicht weiterempfehlen. Der Schreibstil war einfach nur schlecht, die Charaktere unausgearbeitet und langweilig und die Story war auch nicht der Kracher... Schade. Von daher leider nur 2 Sterne.

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    sarahalimuhsins avatar
    sarahalimuhsinvor 2 Jahren
    Anders!

    Es war echt schwer diesen faschistischen Roman zu lesen, doch ich habe mich durchgekämpft!;)


    Ehrlich gesagt kann man dieses Buch kaum lesen, ohne über die heutige Trump-Situation zu denken. 
    Nur im Roman ist es nicht Donald Trump, der die arme Arbeiterklasse auf seine Seite zieht, sondern Buzz Windrip:


    Er macht zweifelhafte Versprechungen und rassistische Bemerkungen, sodass eine Demokratie zu einer Diktatur wird. 


    Man merkt als Leser, dass der Autor das Hitler besetzte Deutschland und das faschistische Italien vor Augen hatte. 


    Als ich von "It can't happen here" gehört habe, habe ich sofort an "1984" und "Utopia" gedacht, doch dieser Roman hat mich nicht so wie diese begeistern können. Ich musste oft viel über amerikanische Geschichte herausfinden, um einiges verstehen zu können, was super genervt hat, aber was soll man sagen: Der Roman wurde 1935 verfasst. 
    Es ist halt nur ein Buch über die USA. Als US-Amerikaner würde dieser Roman vermutlich um einiges leichter zu verstehen sein..
     
    Ich würde sagen, dass dieser Roman für mich vom Cover sehr einladend gewirkt hat, aber beim ersten rein lesen hatte ich ehrlich gesagt keine Lust mehr.


    Die Figuren sind sehr schwach beschrieben worden, da der Autor nur die Entwicklung darstellen wollte.


    Dieser Roman war in seiner Zeit der totale top (Lewis hat ja auch dafür auch den Nobelpreis ergattert, und hat so Roosevelt zum Sieg verholfen) , heute jedoch nicht das Beste, was man finden kann...trotzdem eine tolle Erfahrung so etwas zu lesen.

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    Geliss avatar
    Gelisvor 2 Jahren
    Wichtiges Thema, aber der Schreibstil ist leider überhaupt nicht mein Fall

    In diesem Buch geht es darum wie durch Propaganda, Lügen und leeren Versprechungen aus einer Demokratie eine Diktatur wird und dass dies eben auch "hier" passieren kann. Das Buch ist 1935 entstanden und der Autor hatte dabei die Entwicklung in Deutschland im Blick, die er auf das Amerika dieser Zeit übertragen hat.

    Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel des Zeitungsredakteurs Doremus Jessup erzählt, der in einer typischen amerikanischen Kleinstadt lebt.
    Doremus ist mir zwar sympathisch, aber trotz seines Blickwinkels liest sich das Buch eher wie ein Sachbuch - oder passend zu Doremus und der Aufmachung wie ein Zeitungsartikel. Jedoch ist ein "knapp 400 Seiten Zeitungsartikel" ermüdend zu lesen und es holt mich emotional nicht ab. Selbst bei den wirklich schrecklichen Entwicklungen nehme ich als es eher als ein sachliches "ja, ist furchtbar" wahr, aber es packt mich nicht so richtig, Mir fehlt, bei dem Buch eine Stimmung zu spüren. Es müsste doch erschrecken, deprimieren, bedrohlich wirken oder irgendeine Stimmung transportieren, aber das macht es für mich nicht. Und jedes Mal, wenn ich wieder ein bisschen im Lesefluss bin, werde ich durch eine dieser Aufzählungen ausgebremst, die Lewis als sein Standardmittel verwendet, um etwas zu beschreiben.

    Vielleicht waren meine Erwartungen aufgrund der Buchbeschreibung zu hoch. Ich frage mich, ob das Buch ohne die Parallelen zur aktuellen Politik wieder 'ausgegraben' worden wäre, denn es hat sich ja offensichtlich nicht so durchgesetzt wie andere vergleichbare Klassiker. Vielleicht ist es ein Buch, das so wie es geschrieben ist nur in seine Zeit passt? Sorry, wenn das jetzt hart klingt, aber ich bin vom Buch echt enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass mir das Buch besser gefällt, aber ich habe es einfach nur als zäh empfunden.
    Von daher freue ich mich über jeden, der mit dem Buch etwas anfangen kann, denn das Thema ist ja leider wieder wichtig geworden. Die Parallelen zum heutigen Amerika und zur Türkei lassen sich nicht leugnen. In diesem Punkt erfüllt das Buch meine Erwartungen.
    Als Material für den Schulunterricht oder eher noch Studium gibt das Buch sicherlich viel her (für die Fächerkombination Anglistik/Geschichte vermutlich eine wahre Fundgrube).
    Nur mein Fall ist es leider nicht.

    Für das Thema, die eingestreuten satirischen Seitenhiebe und den Protagonisten Doremus vergebe ich immerhin 3 Sterne.

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    bansheevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wichtiges Thema von unverminderter Aktualität, aber leider schwer zu lesen.
    It Can't Happen Here?!

    Die Thematik des Roman "It Can't Happen Here" ist unfraglich immer noch aktuell und relevanter denn je, wenn man die politische Situation in Staaten wie den USA, der Türkei oder China betrachtet. Die angesprochenen Probleme rund um Populismus, Extremismus etc. sind in der Tat (leider) zeitlos, weshalb es sich eigentlich lohnt, dieses Buch aus den 1930er zu lesen. Schließlich ist es auch äußert interessant, zu beobachten, wie der Amerikaner Sinclair Lewis auf die Entwicklungen in Nazi-Deutschland reagiert hat und eine weitere Eskalation der Verhältnisse quasi vorausgesehen hat.
    Leider ist der Roman nur sehr schwer zu lesen, was gar nicht unbedingt an der englischen Sprache liegt. Doch Lewis' Schreibstil ist recht trocken und langatmig, was es anstrengend macht die Lektüre trotz des interessanten und wichtigen Themas fortzusetzen. Zudem ist aufgrund vieler Anspielungen ein gutes Hintergrundwissen bezüglich der amerikanischen Geschichte, Politik und Gesellschaft notwendig, da man sonst Teile des Roman kaum richtig nachvollziehen kann. Das ist schade, da das Buch sonst sicher auch gut für den Schulunterricht geeignet wäre, da es eben eine umfassende Diskussionsgrundlage für eine unvermindert relevantes Thema bietet. Aber weil "It Can't Happen Here" eben nur sehr anstrengend zu lesen ist, werden viele Leser nicht bis zum Ende durchhalten können und lieber zu einer leichter zugänglichen Lektüre greifen, wie etwa "1984".
    Meine drei Sterne für dieses Buch vergebe ich somit vor allem aufgrund des Themas, das ich sehr wichtig finde. Lewis bietet hier viele Aspekte, die zu einer politischen Diskussion und Reflexion einladen, doch wie gesagt leider in einer Sprache, die nicht allzu zugänglich ist und dem Roman so von seinem Reiz nimmt.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    PenguinRandomHouseUKs avatar
    Liebe Lovelybooks-Leser.

    Durch die aktuellen Ereignisse wird wieder 1984 von George Orwell gelesen. It Can’t Happen Here ist neu in unserem Penguin Classics Katalog, aber deshalb nicht weniger bedeutend. Sinclair Lewis hat den Titel in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, der nicht nur 1935 zum Bestseller in den Vereinigten Staaten wurde, sondern heute sogar noch mehr Resonanz erzeugt und Relevanz aufweist.
    Ein absolutes Must-Read dieses Frühjahr, falls ihr das Buch noch nicht gelesen habt und jede Menge zu diskutieren in der Leserunde. 


    'An eerily prescient foreshadowing of current affairs' Guardian


    'Not only Lewis's most important book but one of the most important books ever produced in the United States' New Yorker



    BOOK DESCRIPTION
    It's 1935 and discontent is rife in America. From the political margins appears Buzz Windrip, charismatic presidential candidate and 'inspired guesser at what political doctrines the people would like'. Sweeping to power amid mass elation, he promises wealth for all and the dawn of a glorious new era. Small-town newspaper editor Doremus Jessop is worried, especially when the new regime becomes increasingly authoritarian. But what can one individual do to fight an all-powerful state? Sinclair Lewis's terrifying cautionary tale pits liberal complacency against popular fascism and shows: yes, it really can happen here.

    AUTHOR
    Sinclair Lewis was born in 1885 in Minnesota. He attended Yale University and subsequently worked as a reporter and editor. In 1920, he had a major breakthrough with Main Street (1920), which was followed by Babbitt (1922) and many other successful novels. He won the Nobel Prize in 1930 and in 1935 wrote the bestselling It Can't Happen Here, a cautionary tale about the rise of a fascist president in America. He died in Rome in 1951.

    Bewerbt euch einfach und der Lostopf wird entscheiden. 


    Viele Grüße aus London,
    Ulrike @ PRH UK


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