Siobhan Dowd Auf der anderen Seite des Meeres

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Inhaltsangabe zu „Auf der anderen Seite des Meeres“ von Siobhan Dowd

Eine neue Schule, ein neues Zuhause. Eine neue Pflegefamilie, die es nur gut mit Holly meint und doch nichts versteht. Aber jetzt hat Holly genug davon. Sie packt ihre Tasche, tuscht sich die Wimpern, setzt die blonde Perücke auf und geht los. Einfach die Straße entlang, Richtung Meer. Denn auf der anderen Seite, in Irland, wo das Gras grün ist, wartet ihre Mutter auf sie. Und wenn sie die gefunden hat - das weiß Holly einfach -, dann wird endlich alles gut.

Ein aufwühlender Roadtrip nach Irland und in Hollys Vergangenheit. Lesenswert!

— LeseMama82

Seitdem ich das Buch gelesen habe, kann ich mein Glück noch mehr wertschätzen, in einer lieben Familie aufgewachsen zu sein!

— Milonie

Keine leichte Kost, aber berührend und realitätsnah! Jedoch mit einigen Längen...

— Hazel93

Schönes Buch mit überraschenden Ende.

— Sassi99

Ganz gut für zwischendurch.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Alle anderen Bücher der Autorin waren so toll, warum ist dieses so schlecht? Habe gar keine Lust, es fertigzulesen...

— WeitWeg

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  • Manchmal ist der weg das Ziel

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Schlehenfee

    26. October 2013 um 11:07

    Holly Hogan möchte unbedingt nach Irland, denn dort lebt ihre Mutter. Die vierzehnjährige haut aus London und von ihren Pflegeeltern ab. Geschminkt und mit einer blonden Perücke auf dem Kopf stellt sie sich vor, sie wäre „Solace“. Diese ist älter, draufgängerischer und unerschrockener. Als „Solace“ schlägt sich Holly bis ins Städtchen Fishguard in Wales durch, wo sie sich auf die Fähre nach Irland schmuggelt. Sie träumt von einem besseren Leben bei ihrer liebevollen Mutter.  Holly ist auf ihrem Weg bis ans Meer vielen Menschen begegnet, die ihr oft unerwarteter Weise geholfen haben. Sie erkennt, dass nicht alle Erwachsenen „duaps“ sind (=dumme alte Penner), wie ihre Freunde aus dem Heim sie immer bezeichnet haben. Doch während Holly noch von Irland träumt, muss sie sich auch erinnern. An damals, als sie mit ihrer Mutter und deren Freund Denny im „Himmelshaus“ wohnte. Warum ist ihre Mutter alleine nach Irland zurückgekehrt? Holly muss sich der Wahrheit stellen….. „Auf der anderen Seite des Meeres“ war mein erster Roman von Siobhan Dowd und er hat mich begeistert. Die Autorin hat mit Holly einen sehr authentischen Teenager geschaffen, der als Pflegekind eine schwierige Vergangenheit hat und daher doppelt problematisch ist. Holly ist in ihrem Leben schon in einige Schwierigkeiten geraten und als Leser habe ich mir für sie eine bessere Zukunft gewünscht. Sie ist nicht der perfekte, heldenhafte Protagonist, den man zu oft in Büchern antrifft. Holly hat ihre Ecken und Kanten, doch darunter ein gutes Herz. Nachdem sie auf ihrem Trip vielen gutherzigen und interessanten Menschen begegnet ist, merkt man wie dieses langsam mit der Wahrheit zum Vorschein kommt. Charaktere wie Phil, der vegane LKW-Fahrer oder Sian, die Krankenschwester haben dazu beigetragen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Ich werde auch die anderen Bücher von Siobhan Dowd lesen, die leider schon an Krebs verstorben ist. Doch ihre Bücher mit den tollen Charakteren leben weiter.

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  • Trost der Straße - Der Weg ist das Ziel

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2013 um 11:32

    Als Holly Hogan, kurz vor ihrem fünfzehnten Geburtstag, aus ihrer neuen Pflegefamilie in London ausbricht, um sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter in Irland zu machen, ahnt sie noch nicht, welche Erfahrungen und Entscheidungen ihr die Straße abverlangen wird. Durch eine Verkleidung schützt Holly ihre verletzbare Kinderseele und verwandelt sich während ihrer Reise nach Bedarf in die älter wirkende Solace, die all das verkörpert, was Holly gerne täte und wäre. Der Weg führt sie geografisch über Oxford und durch das ländliche Wales bis zur Küstenhafenstadt Fishguard und von dort mit der Fähre bis zur Küste der Grünen Insel. Doch Hollys wahre Reise führt sie über verschüttete, verdrängte Erinnerungen in sich selbst und diese Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag! Das Springen zwischen den beiden Persönlichkeiten birgt sowohl emotionalen Stoff zum Lachen, denn Holly hat einen ausgeprägten Sinn für Situationskomik und vermag auch sich selbst humorvoll und kritisch zu betrachten und natürlich auch zum Mit-Leiden, denn die Kindheit und Jugend des Mädchens lassen niemanden unberührt. Aber "Solace of the Road", so der Originaltitel, lernt viel über sich und über ihre Beziehung zu den Menschen, die sie auf dem Weg zu einer selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Persönlichkeit begleiten. "Solace of the Road" bedeutet auch "Trost der Straße/des Weges" und "unterwegs (zu sich) sein" - ein Paradeexempel für "Der Weg ist das Ziel"! Von vielen Jugendbüchern wird lobend behauptet, sie handelten vom Erwachsenwerden - diese Geschichte hier definitiv! Und dass auf eine äußerst feinsinnige, intelligente, sehr glaubwürdige Weise, aber auch mit einer guten Portion Witz und nie oberlehrerhaft. Selbst ich, die die Zeit der Pubertät in Jahren mehrfach hinter sich gelassen hat, fand mich in vielen Gedanken Hollys wieder. Eine emotionale Punktlandung also! Der frische, "unverbogene" Schreibstil nähert sich dem Inhalt formal wundervoll an, ohne aufgesetzt oder anbiedernd zu wirken. In Hollys Gedankenwelt gibt es überdies durchaus nachspürenswerte und nachklingende Poesie. Ein kleines, großes Buch!

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2012 um 19:21

    Ein trauriger, dennoch warmer Jugendroman * Holly lebt seit Jahren in Pflegeheimen und wird hin und her gereicht. In dem Pflegeheim wo sie momentan untergebracht ist, fühlt sie sich sehr wohl. Sie versteht sich mit den anderen Jugendlichen und mit dem Sozialarbeiter Miko. Doch dann soll sie in eine Pflegefamilie und Miko wechselt seine Stelle. Holly kommt in die Pflegefamilie, die sich wirklich redlich um sie bemüht, doch Holly versucht ihnen das Leben schwer zu machen und haut dann nach Irland ab.... * Siobhahn Dowds Schreibstil ist wirklich wunderbar zu lesen. Sie nimmt den Leser direkt mit auf Hollys/ Solace ganz besondere Reise. Auf der Reise zu ihrerr Vergangenehit und sich selbst. Eine Reise, die alles andere als einfach ist und sehr berührend und emotional. Eine Geschichte, die den Leser ganz tief im innersten berührt und einem manchmal eine Gänsehaut auf dem Rücken hinterlässt. * Man kann nciht anders als im Laufe des Buches mit Holly zu fühlen, zu leben und zu leiden. Doch sie muss den richtigen Weg für sich finden, ein Weg, der unweigerlich mit ihrer vergangenheit und dem Bild von ihrer Mutter zusammenhängt * Ein Buch, dass sich mit einem der wichtigsten Themen für einen jungen Menschen befasst: seiner Herkunft und seiner Vergangenheit. Es ist schön, dass Siobhan Dowd sich getraut hat auch mit unagenehmen Themen zu arbeiten.

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. August 2011 um 10:12

    Zum Inhalt: Die 14-jährige Holly wohnt schon seit mehreren Jahren im Templeton House, einem Heim für Kinder und Jugendliche. Da beschließt ein Ehepaar, das selbst keine Kinder bekommen kann, das Mädchen bei sich aufnehmen zu wollen. Für Holly bedeutet das: Neue Familie, neues Zimmer, neue Schule, neues Leben. Und obwohl sie es gut bei ihren Pflegeeltern hat, sehnt sie sich nach Irland, ihrer wahren Heimat. Einen Tag vor ihrem 15.Geburtstag packt sie dann ihre Sachen und macht sich, als Solace mit blonder Perücke, auf den Weg. Denn in Irland, das weiß sie, wartet ihre Mutter auf sie und dann wird alles gut. . Meine Meinung: Ich finde es ziemlich schwierig, etwas über dieses Buch zu schreiben. Vor allem deswegen, da ich es mit sehr unterschiedlichen Gefühlen beendet habe. Ich kann nicht sagen, dass die Geschichte schlecht ist, denn das ist sie nicht, ich kann aber auch nicht behaupten, dass sie mich vom Hocker gerissen hat, dazu hat mich einfach zu viel gestört . Da wäre als erstes einmal natürlich Holly, die Hauptperson in diesem Buch. Die komplette Handlung dreht sich nur um sie und ihre Vergangenheit, wodurch man einen ziemlich tiefen Einblick bekommt. Ich habe oft Mitleid für sie empfunden, was auch absolut angebracht ist, aber ehrlich gesagt hat sie mich sonst einfach nur genervt. Für ihr Alter ist sie wirklich sehr naiv. Oder wie nennt man das, wenn man nach einem Disco-Besuch mit einem wildfremden Jungen in dessen Wohnung geht? Und ihre Unwissenheit, war noch so ein Punkt, der mich fast an die Decke hätte gehen lassen können. Ich meine, mit 14/15 Jahren sollte man doch wissen, was ein „Campus“ ist, dass man in Oxford studieren kann und auch das Wort „Chemotherapie“ sollte einem mal untergekommen sein, oder irre ich mich da? Jedenfalls wirkte sie dadurch auf mich nicht sehr überzeugend, obwohl ich sie ansonsten sympathisch fand. . Die Themenwahl des Buches: Jugendliche wird schon in jungen Jahren ins Heim gesteckt, kommt zu einer neuen Pflegefamilie, haut ab, um zu den Eltern zurück zu gehen, ist im Genre Jugendbuch ja nicht unbedingt eine Rarität und wenn man schon ein paar Bücher dieser Art gelesen hat, wird einen diese Geschichte auch nicht mehr besonders überraschen. Die Handlung ist relativ voraussehbar und an Spannung fehlt es sowieso. Auch habe ich selten in einem Buch so oft Textpassagen, die vor allem ellenlange Beschreibungen enthielten, einfach übersprungen. Teilweise zog sich die Geschichte wirklich wie lästiger Kaugummi unter der Schuhsohle. Sie kürzer zu fassen, hätte es wohl auch gebracht. Jedoch schreibt die Autorin eine einem angenehm zu lesenden, jugendlichen Schreibstil, der wohl auch Erwachsene ansprechen dürfte. . Und auch wenn ich jetzt vorwiegend Negatives geschrieben habe, hat die Geschichte trotzdem etwas an sich, das sie lesenswert macht. Nur ist das schwer zu beschreiben. Wahrscheinlich liegt es am Ende, dass zwar auch nicht wirklich eine Überraschung war, mich aber dennoch berührte und in dem alles irgendwie alles einen ordentlichen Abschluss findet. Vielleicht liegt es aber auch an der Art und Weise, wie Holly von ihrem Leben erzählt, sodass man schon wissen möchte, wie es passieren konnte, dass sie trotz einer Mutter, die sie vergöttert, im Heim und in Pflegefamilien aufgewachsen ist, was in ihrem Leben eigentlich schief gelaufen ist. Die Geschichte und Handlung in diesem Buch ist an sich uninteressant. Interessant ist das, was davor war. Mein letzter Gedanke war übrigens: „Das ist eine typische Klassenlektüre, die die Schüler hassen werden.“ Und ich denke, so ist es tatsächlich, ich hätte das Buch auf jeden Fall aufs Übelste verflucht. Dennoch kann man es in der Freizeit sehr wohl, ganz gut lesen.

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  • Rezension zu "Solace of the Road" von Siobhan Dowd

    Solace of the Road

    Milagro

    26. August 2011 um 20:51

    Was für ein seltsamer Name, dachte ich, als ich das Buch in die Hand nahm. Der Name ist wirklich seltsam, ist es doch der selbstgewählte Name der Protagonistin, die sich nach einem Rennpferd benannt hat, der Erinnerung an eine gute Zeit mit der Mutter entsprechend. Dass diese Erinnerung nicht der Realität entspricht merkt der Leser schnell, das Mädchen lebt zu Beginn der Geschichte in einem Heim und ab und an blitzen unschöne Erinnerungen auf. Sie macht sich auf die Reise nach Irland zur Mutter, ein wenig wagemutig, lässt ihre Pflegeeltern zurück, verwandelt sich in Solace und bringt den Leser zum Nachdenken mit ihrer schnoddrigen Art, die gleichwohl liebenswert ist. Man möchte das Mädchen beim Lesen manchmal mit nach Hause nehmen oder ihr wenigstens zurufen "Sei vorsichtig". Sie trifft unterschiedlichste Typen unterwegs, immer ist man als Leser mittendrin im Geschehen, man hofft auf ein gutes Ende ihrer Suche. Man wünscht es ihr so sehr. Eine wirklich sehr lesenswerte Geschichte, die alle, die etwa in der Mittelstufe der Schule den Englischunterricht besuchen, auf jeden Fall im Original lesen sollten - wobei das Buch leider auf Deutsch wohl (noch) nicht erhältlich ist.

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    LittleLady

    02. August 2011 um 10:49

    Rücksichtslos, ohne zu brutal zu werden, humorvoll, ohne ein ernstes Thema ins lächerliche zu ziehen. Wer ein Buch zum 'miterleben' sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Voller Gegensätze und voller Gefühl entführt es den Leser in eine andere Welt. Dieses Buch ist für mich eine absolute Empfehlung!

  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    leselurch

    11. July 2011 um 11:02

    Worum geht's? Holly Hogan und ihre Mam wollten immer nach Irland und dort ein neues Leben beginnen. Das junge Mädchen war glücklich bei ihrer Mutter, bis das Jugendamt die beiden vor langer Zeit trennte. Seither lebt Holly in Templeton House, einem Pflegeheim, und nur ihr Betreuer Miko schenkt ihr Kraft. Ist er nicht bei ihr, ist sie ein wahres Problemkind: Sie zerstört Dinge, hat sich nicht unter Kontrolle, raucht, schreit, beleidigt und vergrault somit jede ihrer bisherigen Pflegefamilien. Als Miko Holly eines Tages eröffnet, er würde Templeton House verlassen, bricht für Holly eine Welt zusammen. Auf Mikos Wunsch hin gibt sie einem letzten Ehepaar, Fiona und Ray, eine Chance und zieht bei ihnen ein. Dort findet sie eine blonde Perücke - und plötzlich ist Solace, das wilde Glamourgirl, in Holly erwacht! Voller Selbstbewusstsein nimmt Solace Reißaus und hat nur noch ein Ziel vor Augen: Ab nach Irland, denn dort wartet ihre Mutter auf sie! Davon ist Holly fest überzeugt... . Kaufgrund: Nachdem ich "Sieben Minuten nach Mitternacht" gelesen hatte, das letzte Werk, das Siobhan Dowd leider selbst nicht mehr fertigstellen konnte, wollte ich unbedingt eine Geschichte von der Autorin selbst lesen und griff zu "Auf der anderen Seite des Meeres". . Meine Meinung: Bei "Auf der anderen Seite des Meeres" handelt es sich tragischerweise um das letzte eigeneWerk von der wunderbaren Autorin Siobhan Dowd. Ich möchte bereits zu Beginn der Rezension betonen, dass ihr hiermit ein wahres Meisterwerk voller Gefühle gelungen ist. Von Glück und Liebe über Verzweiflung und Selbstüberschätzung - alles ist vertreten. . Zu Beginn des Romans befindet sich Holly bereits am Fährhafen und hat sich in ein Auto geschmuggelt, um bei der Überfahrt nach Irland nicht entdeckt zu werden. Soweit ist sie also schon gekommen! Ob sie es tatsächlich nach Irland und damit zu ihrer Mutter schafft oder nicht, erfahren wir allerdings nicht in den nächsten Seiten, sondern erst am Ende des Romans. Dowd geht nicht chronologisch vor, sondern macht einen großen Sprung in die Vergangenheit und erzählt uns Stück für Stück, wie Holly Leben bisher verlaufen ist, wie sie zu ihren neuen Pflegeeltern Fiona und Ray kam und natürlich auch, wie ihre Reise zum Fährhafen vonstatten ging. Es ist die pure Neugier, die den Leser dazu anstachelt, immer weiter zu lesen. Bereits nach dem ersten Kapitel hat Dowd eine so enge Bindung zwischen ihren Lesern und ihrer Protagonistin geschaffen, dass man das Buch nicht mehr beiseite legen möchte. . Holly, die vierzehnjährige Protagonistin des Romans, ist eine Vorzeigefigur, an der sich viele andere Autoren ein Beispiel nehmen sollten. Sie ist nicht perfekt, nicht die beliebteste und begabteste Schülerin, nicht das nette Mädchen von Nebenan. Ihre Persönlichkeit hat quasi keine runden Stellen, sondern besteht nur aus Ecken und Kanten! Geprägt durch ihre turbulente Vergangenheit, den Verlust ihrer Mutter und die ständig wechselnden Pflegeeltern ist sie zu einem Problemkind geworden, das lernen musste, für sich selbst stark zu sein. Sie schreit, zerstört Dinge, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist dickköpfig. Sie spielt sich gerne etwas auf, um anderen gegenüber niemals Schwäche zu zeigen. Doch tief in ihrer Seele ist sie das liebenswürdige, verletzte kleine Mädchen, das nicht verstehen kann, warum das Jugendamt sie von ihrer Mutter getrennt hat. Sie sehnt sich nach Liebe und Zärtlichkeit, nach einer echten Familie, nach einem geregelten Leben und einer Person, die ihr Halt geben kann. Diese Gegensätze verarbeitet sie auf ganz eigene Art und Weise: Wenn sie bereit ist, Gefühle zuzulassen, ist sie Holly. Brauch sie Mumm und Selbstvertrauen, zieht sie ihre Perücke auf und lässt Solace für sich sprechen. Egal, welche Seite sie an den Tag legt, ihre kindliche Naivität hat sie noch nicht verloren. All diese facettenreichen Charakterzüge zeigen sich ebenfalls in ihrem Benehmen und ihrem Verhalten! Holly ist eine Figur, die aus dem realen Leben entsprungen sein könnte, und diese Authentizität macht sie zu etwas ganz besonderem! . Dowd hat den Fokus auf Holly gerichtet. Es gibt zwar einige Nebencharaktere, die durchaus wichtige Rollen spielen, doch insgesamt haben sie alle immer bloß recht kurze Auftritte. Oberflächlich sind sie dadurch jedoch keinesfalls! Auch sie haben ihre Stärken und ihre Schwächen, ihre Probleme und ihre Sorgen. Diese werden nur knapp und nebensächlich erwähnt, aber mehr hätte ich gar nicht hören wollen. Es sind einzigartige Schicksale, die nichts mit Holly zu tun haben. Und "Auf der anderen Seite des Meeres" ist schließlich Hollys Geschichte! . Siobhan Dowd hat es wahrhaftig geschafft, sich durch und durch in Holly hineinzuversetzen. Da die Geschichte aus Hollys Sicht geschrieben ist, erlebt man all ihre Gefühle und Gedanken hautnah - und ich war verblüfft, welch realistische Sprache die Autorin genutzt hat! Holly denkt, fühlt und redet, wie es pubertäre und eigensinnige Teenager in ihrem Alter eben tun. Oftmals verfehlen Autoren ihr Ziel, wenn sie ihre Figuren jugendlich gestalten wollen, und es schleichen sich Ausdrucksweisen ein, die völlig unangebracht wirken. Nicht so hier, denn Dowd hat ihren Charakteren stets die richtigen Worte in die Münder gelegt, ohne dabei jemals an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Sie war ein wahres Schreibgenie! . Cover: Das Cover finde ich großartig. Darauf ist eine Straße zu sehen, die die A40 darstellen könnte, auf der Holly reist. Dem eingefügten Mädchen wehen ihre aschblonden Haare über das Gesicht. Eine tolle Lösung der Grafiker, um Protagonistin Holly auf dem Cover abzubilden und dem Leser trotzdem die Möglichkeit zu geben, sich von Holly ein ganz persönliches Bild zu machen. . Fazit: Ein bewegendes, berührendes und emotionales Buch über die junge Holly, ihr schwieriges Leben und die Sehnsucht nach einer geregelten Familie. Nur Dowd konnte diese Geschichte so authentisch schreiben. Das Schicksal der Autorin tut mir noch immer in der Seele weh, denn sie hat aus ihren Romanen kleine Wunderwerke gezaubert. Ich vergebe 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Claire Cullen

    09. May 2011 um 16:35

    Sweet dreams are made of this / Who am I to disagree? / Travel the world and the seven seas / Everybody's looking for something . Holly ist Heimkind, seit sie klein ist. Als ihr Betreuer Miko eine Familie für sie findet, ist sie zunächst ablehnend, doch stimmt letztendlich doch zu. Sie zieht zu den Aldridges nach London in eine recht wohlhabende Gegend und versucht sich dort einzufügen. Doch innerlich träumt sie von Irland, wo ihre Mutter auf sie wartet. Als sie eine blonde Perücke findet, legt sie sich eine zweite Identität mit Namen Solace zu. Solace ist 18, mutig und selbstbewusst. Solace will nach Irland und haut ab, mit nichts als ein paar Pfund, einem Handy und einer Straßenkarte. Die 15-jährige Holly kommt nur wenig zum Vorschein und lässt die dominante Solace ihr Leben bestimmen, und so begleiten wir Solace/Holly auf einer Reise, auf der sie verschiedenste Menschen trifft und ihrem Ziel immer näher kommt. Doch wartet ihre Mutter wirklich auf sie? Ihr Traum von Irland scheint sich zu verwirklichen, doch ist wirklich alles so, wie Holly es sich vorstellt? Was wird passieren auf der anderen Seite des Meeres? . Oft wenn ich ein Buch beendet habe, denke ich darüber nach und überlege mir, ob ich ein paar Monaten wohl noch irgendetwas darüber weiß. Meistens ist es eher so, dass die Inhalte verschiedener Bücher sich in meinem Gedächtnis vermischen und keines „besonders“ ist. Dieses Buch gehört aber auf jeden Fall nicht in diese Sparte. Es hat mich sehr beeindruckt, angefangen vom realistischen Schreibstil, über die Charaktere bis zu dem Song „Sweet dreams are made of this“ von Eurythmics, der über das ganze Buch hinweg präsent ist. Immer wieder werden Zeilen aus dem Lied wiederholt, und die letzten 50 Seiten habe ich mit dem Lied im Hintergrund gehört. Eine echt wundervolle Erfahrung! Die Geschichte war überhaupt nicht überzogen, man hat Holly ihre Handlungen abgenommen. Seit Jahren sitzt sie im Kinderheim, und hat nur verschwommene Erinnerungen an die Zeit mit ihrer Mutter, unter anderem eben diesen Song und vor allem, dass sie gemeinsam von Irland geträumt haben. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Holly sich schließlich auf den Weg macht. Die Idee mit der Perücke ist grandios, und bietet Holly eine perfekte Möglichkeit, ihre Identität so sehr zu verändern, dass sie sich traut, sich auf den Weg zu machen, auf den Weg zur anderen Seite des Meeres. Und wer von uns würde nicht gerne einmal ganz anders aussehen und Sachen machen, die man sich mit seinem normalen Ich nicht traut? Auf ihrem Weg trifft Holly alle möglichen Menschen, die sie prägen und an die sie sich immer wieder erinnert. Es kommen alte Erinnerungsfetzen hoch, die sich erst am Ende zu etwas Ganzem zusammenfügen. So wird der Leser immer mehr hineingezogen in Hollys Welt und will wissen, wie und vor allem wo ihr Weg endet. Der Prolog hat einem schon viele Infos gegeben, die man erst im Nachhinein versteht und mit denen die Geschichte jedoch keinesfalls voraussehbar wurde. Er hat einem vielmehr neugierig gemacht auf das Mädchen, auf ihre Beweggründe und ihre Reise. Abgesehen von Hollys Handlungen wurde auch oft ihre Umgebung beschrieben, die sich ja oft geändert hat. Man konnte sich gut vorstellen, wie unpassend sie sich in der wohlhabenden Gegend in London gefühlt hat, man ist mit ihr zusammen getrampt, U-Bahn und Zug gefahren. Die Vorstellungskraft wurde nicht sehr groß herausgefordert, die Bilder nahmen einfach Gestalt an im Kopf und man ist mit Holly zusammen durch England nach Westen gereist. . Nach den ersten paar Seiten, die ich quälend langsam gelesen habe und die mich fast gar nicht gepackt haben, hat sich für mich das Blatt gewendet und ich war auf einmal gefesselt von Hollys Geschichte. Ein unglaublich bewegendes und realistisches Werk, was meiner Meinung nach sehr lesenswert ist, vor allem eher für Ältere. . Von mir gibt es 4 von 5 Sternen! . Rezension für bücherkinder.de

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    sonjastevens

    06. February 2011 um 18:04

    Suche nach der Mutter Holly lebte seit Jahren in einem Pflegeheim in England in der Gewissheit, dass sich ihre Mutter nach ihr sehnt und in Irland lebt. Im Heim hat sie sich ganz gut eingelebt, sie kommt mit ihrem Erzieher Miko gut klar, schint sogar ein bisschen verknallt in ihn zusein, außerdem hat sie zwei Freunde, die sie aber auch mit runterziehen, so kann man eigentlich von Glück reden, dass eine nette kinderlose Familie sie aufnehmen will. Hier jedoch fühlt sie sich gar nicht wohl, kann sich nicht einleben und auch kann sie mit ihren Pflegeeltern nichts anfangen. Eines Tages findet sie eine Perrücke, die sie älter aussehen lässt, sie entwickelt einen neuen Charakter - Solace, diese Solace will nun ausbrechen und nach Irland ihre Mutter suchen. Die Handlung dieser Geschichte hat mich ziemlich genervt, ich denke, dass 14 / 15 jährige Mädchen etwas vorrausplanender agieren können und auch einen Ausbruch besser planen können und nicht einfach Hals über Kopf weggehen, vor allem wenn sie ein Ziel vor Augen haben. Eigentlich hat mich der ganze Charakter von Holly / Solace ziemlich genervt, sie war viel zu dumm und zu unreif für ihr Alter und damit kam ich gar nicht klar. Interessant fand ich die Entwicklung des Buches, dass der Leser immer Stückchen für Stückchen mehr über den Mutter-Tochter Konflikt erfahren hat, welcher dann zum Schluss auch die Lösung des Buches herbeigerufen hat. Leider war aber der Schreibstil ziemlich schwach auf Dauer und konnte mich nciht gut fesseln, erst zum Ende des Buches hin konnte ich gut in die Geschichte rein, sie hat mich dann richtig teif berührt. Daher hat es sehr lange gedauert um diese Rezension zuverfassen, denn ich konnte mich nicht entscheiden, wie ich das Buch bewerten soll - letztendlich werden es aber 3 Sterne.

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  • Rezension zu "Auf der anderen Seite des Meeres" von Siobhan Dowd

    Auf der anderen Seite des Meeres

    Charlousie

    Inhalt: Holly Hogan ist ein wirklicher Problemfall. Seitdem sie ein Kleinkind ist lebt sie im Heim und kommt mit ihrer Situation nicht gut zurecht. Ihre einzige Bezugsperson ist Mirko geworden, ihr Betreuer. Doch dann erzählt er ihr, dass er sich woanders hinversetzen lässt, doch auch Holly eine große Chance hat, denn ein älteres Ehepaar würde sie gerne bei sich aufnehmen. Eigentlich will Holly das nicht, denn sie hat sich in Templeten House, dem Kinderheim gut eingewöhnt, aber ohne Mirko will sie nicht bleiben. Also versucht sie es mit Fiona und Ray, dem Ehepaar. Eines Tages findet Holly bei Fiona eine blonde Perücke, die sie irgendwie cool findet. Als Holly es irgendwann nicht mehr aushält, läuft sie weg. Sie setzt sich die Perücke auf, erfindet einen neuen Namen für sich und ist fortan unterwegs als Solace auf dem Weg nach Irland, zu ihrer Mutter. Denn das glaubt Holly wirklich, dass ihre Mutter in Irland auf sie wartet und sie sie nur finden muss. Mit wenig Geld, einem noch kleineren Plan und nur mit ihrer neuen, fragwürdigen Identität bewaffnet startet Holly voll durch. Doch was wird sie am Ende ihrer Reise erwarten? Oder noch schlimmer, wird sie das Ende überhaupt noch erleben? Meine Meinung: Siobhan Dowd ist eine große Meisterin ihres Werkes. Mit „Auf der anderen Seite des Meeres“ hat sie einen gestochen scharfen Roman kreiert, an den so schnell kein anderer Roman heranreichen kann. Sie verfasst eine Geschichte so mühelos, wie andere einen Schal stricken und das mit solcher Intensität, der ich mich nicht zu entziehen vermochte. Ich weiß kaum, wie ich das in Worte kleiden kann, was ich beim Lesen empfunden habe, denn das war eine Menge. Siobhan Dowd schreibt so, wie das Leben wirklich ist. Sie hat in den Kopf von Holly reingeguckt und so durcheinander und aggressiv wie Holly ist, ist es auch die Geschichte, denn schließlich geschieht die aus ihrer Sichtweise. Als Solace tat Holly wahrlich verrückte Sachen und hat ein Selbstbewusstsein wie für zehn normale Menschen. Manchmal kann das sehr nützlich sein, doch meistens ist das eher gefährlich und leichtsinnig, wenn sie den Leuten mit ihren „tschaka-tschaka“ Hüften vor der Nase herumwedelt. Insgesamt habe ich diese psychisch labile Person jedoch beneidet. Denn sie schafft es, sich aus ihren Fesseln zu befreien, ohne groß über die Konsequenzen nachzudenken. Sie tut es einfach, weil sie spürt, dass sie in ihrer derzeitigen Situation nicht glücklich sein kann. Dabei wählt sie nicht den Weg, den viele andere gehen würden. Andere würden lieber über die Ursachen ihres Unglücklichseins nachdenken, um diese dann zu lösen. Doch während andere noch nachdenken, handelt Holly schon und kommt gar nicht erst in die Versuchung vor der Situation zu fliehen. Siobhan Dowd hat in einem lockeren, unbeschwerten und kontinuierlichen Schreibstil einmal mehr bewiesen, dass sie die Menschen versteht und genau weiß, wie sie das alles in eine Geschichte packen kann, um damit anderen Menschen Mut zu machen und ihnen zu helfen. Hollys Geschichte ist rührend, traurig, aber auch glücklich. Sie mag zwar teilweise sehr naiv sein, aber Siobhan Dowd wusste dies zu nutzen und geschickt auszubauen. Ich verheddere mich bei dieser Rezension gerade mit den Wörtern und will so viel sagen, weiß nur nicht wie, denn in mir schreit es unaufhörlich, dass ich nie Etwas schöneres, tragischeres besseres gelesen habe, wie „Auf der anderen Seite des Meeres“. Ich wünschte wirklich ich könnte mehr von Siobhan Dowd lesen, doch leider ist dies nicht mehr möglich und das macht mich sehr traurig, weil immer die Menschen sterben müssen, die es nicht verdient haben und noch so großartiges hätten vollbringen können. Aber ich bin der Autorin dennoch so unglaublich dankbar, dass sie immerhin vier wunderbare Romane kreiert hat, bei denen ich gar nicht zu benennen weiß, welcher mir am Besten gefiel. Mein Fazit: „Auf der anderen Seite des Meeres“ ist vieles. Es ist brutal, es ist ehrlich, es ist traurig, es ist sehr verrückt, es ist quietschlebendig und es ist vor allen Dingen eines: Ein Roman aus dessen Geschichte der Stoff für unsere Träume gemacht ist, also tut es euch an und versäumt dieses Leseabenteuer nicht, denn wenn ihr etwas beim Lesen spüren wollt, findet ihr hier jede Menge Gefühl!

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