Siobhan Dowd Ein reiner Schrei

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Inhaltsangabe zu „Ein reiner Schrei“ von Siobhan Dowd

Südirland, 1984. Als Shells Mutter stirbt, wird ihr Vater zum religiösen Fanatiker und Trinker. Shell muss sich von nun an um ihre Geschwister kümmern. Doch sie lässt sich ihren Lebensmut nicht nehmen. Erst entwickelt sie eine zarte, aber zum Scheitern verurteilte Freundschaft zu Pater Rose, dann vertreibt sie sich die Zeit mit ihrem Schulkameraden Declan. Als der nach Amerika verschwindet, bleibt Shell schwanger zurück. Doch dieses Geheimnis ist nicht das einzige in der Gemeinde - plötzlich steht Shell im Mittelpunkt eines ungeheueren Skandals.

Hat mich leider nicht fesseln können. Schade!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Schade! Weder Schreibstil noch Handlung konnten mich fesseln. Knapp vor Seite 100 abgebrochen...

— Abendstern
Abendstern

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    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ein unverklärter Blick auf Irland

    Ein reiner Schrei
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    19. February 2016 um 09:54

    Die vierzehnjährige Shell lebt im Irland der frühen 80er Jahre. Seit dem Tod ihrer Mutter muss sie sich alleine um ihre beiden jüngeren Geschwister kümmern, was nicht leicht ist, wenn man arm ist. Shells Vater hat seinen Job aufgegeben und ist kaum anwesend. In seinem neu erweckten religiösen Eifer sammelt er täglich Spendengelder für die Kirche in der umliegenden Gegend. Einen großen Teil des Geldes gibt er allerdings im Pub aus. Von den Bewohnern des Dorfes erhält Shell keine Unterstützung. Erst die Bekanntschaft mit dem jungen Pater Rose bringt etwas Licht in Shells Alltag. Und dann ist da noch Declan, der Herzensbrecher des Dorfes, dessen Werben Shell schließlich nachgibt, bis sie letztlich im Mittelpunkt eines Skandals steht, der nicht nur ihr Dorf sondern das ganze Land erschüttert. Ich habe schon einige Bücher der leider zu früh verstorbenen Siobhan Dowd gelesen, ich mag einfach ihre Erzählweise und Charaktere sehr. Dennoch hat mich „Ein reiner Schrei“ erst ab ungefähr der Hälfte richtig gepackt und war zum Ende hin sogar richtig spannend. Am Anfang hatte ich ein paar Schwierigkeiten, Shells religiösen Denkweisen und „Visionen“ zu folgen. Weil ich selbst katholisch bin, fiel es mir zwar leichter, die Gebete und Rituale des Gottesdienstes zu verfolgen, ich kann mir aber vorstellen, dass das anderen zu viel ist. Doch wenn man sich vom holprigen Beginn nicht abschrecken lässt, merkt man bald, wie realistisch und erwachsen Shell ist und wie sie das Kindhafte immer mehr abschüttelt. Mit zunehmendem Verlauf fesselte mich die Geschichte immer mehr. Shells Bekanntschaft mit Pater Rose hat mir gefallen, vor allem wie gesellschaftliche Konventionen und der Dorftratsch Shell davon abhalten, ihm ihre Lage anzuvertrauen, war sehr tragisch. Dann hätte der Skandal vielleicht abgemildert werden können. Aber in den 80ern hatte die Kirche Irland noch fest im Griff. Ich hoffe, dass sich das mittlerweile geändert hat. Dennoch gelten in Irland heute noch strenge Regeln für Abtreibungen. Siobhan Dowd entwirft in ihrem Debütroman also ein sehr unromantisches Bild der irischen Gesellschaft, das unserem Idealbild der grünen Insel und ihrer Menschen nicht entspricht, dafür aber umso realer sein dürfte. Die religiöse Doppelmoral der Menschen hat für Shell, Pater Rose und Bridie schwerwiegende Konsequenzen. Alles in allem hat mir „Ein reiner Schrei“ gut gefallen, es regt zum Nachdenken an und ist wohl der sozialkritischste Roman von Siobhan Dowd.

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  • Schrei nach Leben!

    Ein reiner Schrei
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. October 2013 um 12:59

    Auf den ersten, flüchtigen Blick glaubt man eine urirische Problem-Erzählung vor sich zu haben. Schwerpunkte Tod, katholischer Glaube, Armut, Suff, Schwangerschaft, Auswanderung, all das mit sämtlichen Facetten, die das Leben so schleift. Meiner Hibernophilie verdanke ich viele Romane ähnlicher Sujets, aber dieser ist schon deshalb ein Kleinod, weil er aus der Sicht der erst fünfzehn Jahre alten Shell Talent geschrieben wurde und die Autorin Siobhan Dowd eine durch und durch authentische, zuweilen sehr humorvolle Sprache und Perspektive fand, uns Lesern drei Jahreszeiten hindurch einen intimen, liebevollen Einblick in diese fiktive, komplizierte Familienstruktur zu verschaffen. 1984 nahe dem südirischen Dorf Coolbar. Während nach dem frühen Tod der Mutter, das Mädchen im Glauben zweifelt, wächst seine Bedeutung für ihren Dad fast wahnhaft. Auf sich allein gestellt, kümmert sich Shell aufopferungsvoll um Jimmy und Trix, ihre kleinen Geschwister, um den gesamten Haushalt und die Schule. Der arbeitslose Vater sammelt in seiner Freizeit Spendengelder, von denen er das meiste für sich behält und damit seine Mittwochs-Sauftouren finanziert. "Wenn Zorn und Liebe zusammengehörten, dann muss es bedeuten, dass sie ihren Vater liebte." (Zitat S.20). Geistlichen Trost findet Shell bei dem jungen Pater Rose, seelische Unterstützung bei ihrer Freundin Bridie Quinn und körperliche Zuwendung bei Declan Ronan, der aber auch Bridie gerne "tröstet". Diese Konstellation lässt nun allen Spekulationen Raum, und man ahnt das spannungsgeladene Konfliktpotential, als Shells "Fluch" (Menstruation) ausbleibt. Kaum aufgeklärt, zwingt die Not sie zur einer Verantwortung, die zuweilen selbst Erwachsene kaum übernehmen können. Trotz der thematischen Melancholie spürt der Leser die naive Kraft und Stärke Shells, die sich aus dem reinen Erdulden und Leiden erhebt und bewusst und lebensbejahend kleine glückselige Momente sammelt. "Sonnenschein in Irland, Shell, gibt es irgendwo auf der Welt etwas Schöneres?" (Zitat S.63) Die Autorin führt mit diesem Debütroman historisch rund zwanzig Jahre (nach Erscheinen) zurück, aber der Stoff ist auch heute noch aktuell wie damals und das menschliche Mitgefühl hat sich im Hinblick auf Tragödien auch nicht geändert. Ungeachtet jeglichen Fortschritts, ohne Blick auf die Zeit, wiederholen sich manche Ereignisse immer wieder. Für mich eine klare Leseempfehlung für die angegebene Zielgruppe ab fünfzehn Jahren! Älter darf man übrigens immer sein ;o). (T)

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  • Rezension zu "Ein reiner Schrei" von Siobhan Dowd

    Ein reiner Schrei
    parden

    parden

    12. December 2012 um 01:05

    SCHATTENLEBEN... Seit ihre Mum gestorben ist, muss die 15jährige Shell sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Und eigentlich auch um sich selbst. Die zarte Freundschaft mit dem jungen und idealistischen Pater Rose bringt Licht in ihren Alltag. Aber der Klatsch der Gemeinde erstickt diese Beziehung bald und Shell vertreibt sich nun die Zeit mit ihrem Schulkameraden Declan. Als der nach Amerika verschwindet, bleibt Shell allein zurück - und schwanger. Niemand scheint dies zu bemerken, noch nicht einmal ihr Vater. Doch Shell ist nicht die Einzige, die ein Geheimnis hütet. Und plötzlich steht sie im Mittelpunkt eines Skandals, der nicht nur die kleine Gemeinde, sondern ganz Irland erschüttert. In dem kleinen Dorf Südirlands im Jahr 1984 steht Shell auf der Schattenseite des Lebens. Eines Lebens in Armut, mit einem Vater, der seit dem Tod seiner Frau nur noch den goldgelben Trost aus dem Whiskyglas kennt. Viel zu früh übernimmt sie die Verantwortung einer Erwachsenen für ihre jüngeren Geschwister und ist dabei in vielem selbst noch naiv wie ein Kind. Halt sucht Shell im katholischen Glauben, der das Dorfleben dominiert. Rosenkranz und Gebete beherrschen den Alltag, bewahren das Mädchen aber nicht vor ihrer Außenseiterrolle im Dorf und in der Schule. Als die Probleme eskalieren, droht Shell den letzten Halt zu verlieren - und so manch wohlgehütetes Geheimnis kommt zutage... Schnell ist der Leser in der Welt des kleinen Dorfes Südirlands angekommen. Zwar in meist einfachen, kurzen Sätzen aber in einer sehr eindringlichen Sprache vermag die Autorin, dichte Bilder zu entwerfen, denen man sich kaum entziehen kann: Die Enge des Dorfes, die Bigotterie des Glaubens, der an der Realität scheitert - Nächstenliebe und Toleranz scheinen unvereinbar mit der Tratschsucht und den Voruteilen der Dorfbewohner. Die ärmlichen Verhältnisse, unter denen Shells Familie leben muss, die Trostlosigkeit des Daseins, die Mühsal des Alltags. Und die kleinen, kostbaren gestohlenen Momente des Glücks, die später teuer bezahlt werden müssen. Aber deutlich wird auch, dass allen Widrigkeiten zum Trotz Rückgrat bewahrt werden kann und welch unschätzbaren Wert Freundschaft und Loyalität besitzen. Letztlich also ein berührender, melancholischer aber auch zutiefst lebensbejahender Blick auf das Leben und seine Untiefen. "Welche Lust zu leben, welche Lust!" sind die Schlussworte des Jugendromans, die den Leser das Buch leise und mit einem Lächeln schließen lassen... Ein beeindruckendes Debüt der Autorin Siobhan Dowd, das zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

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  • Rezension zu "Ein reiner Schrei" von Siobhan Dowd

    Ein reiner Schrei
    wollsoeckchen88

    wollsoeckchen88

    20. January 2012 um 07:29

    In 'Ein reiner Schrei' lernen wir das 16-jährige, irische Mädchen Shell kennen, das ein recht einsames Leben führt. Die Mutter tot, der Vater ein Säufer, die Geschwister ungezogen, der Haushalt ihre Aufgabe, die Schule ein Mysterium, die Mitschüler unfreundlich, die beste Freundin auf einem anderen Stern und der "beste Freund' nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Dann kommt Pater Rose in das kleine Dörfchen und Shell weiß endlich, was es bedeutet zu glauben und findet jemanden, der ihr zuhört und sie verstehen will. Doch der Dorfklatsch bereitet dem sehr schnell ein Ende und setzt eine Reihe von Ereignissen frei, denen Shell nicht gewachsen zu sein scheint. Ich muss sagen, am Ende beweist Shell sehr viel mehr Stärke und Reife als ich ihr am Anfang des Buches zugetraut hatte. Leider ist das Ende auch in großem Maße vorhersehbar und damit nicht wirklich überraschend. Manche Handlungselemente (z. B. Molloy, die Nacht in dem rosa Kleid ihrer Mutter) wirkten auf mich recht konstruiert; das Leben im Irland von 1984 schien recht authentisch zu wirken und auch die Art und Weise, wie die Figuren miteinander redeten. 'Ein reiner Schrei' von Siobhan Dowd ist ein kurzweiliges, schnell gelesenes Buch über die Fehlentscheidungen eines jungen Mädchens, das allein gelassen wurde. Die Handlung ist spannend, aber durchsichtig und weist einige Schwächen auf. Trotzdem nette und interessante Lektüre.

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  • Rezension zu "Ein reiner Schrei" von Siobhan Dowd

    Ein reiner Schrei
    Heldin-mit-Happy-End

    Heldin-mit-Happy-End

    24. May 2011 um 19:37

    Südirland, 1984. Shells Leben besteht aus einer toten Mutter, einem alkoholkranken, religiös-fanatischen Vater und zwei jungen Geschwistern, die versorgt werden wollen. In ihrem tristen Leben wirkt die zarte Freundschaft, die Shell mit dem neuen Hilfspfarrer Rose knüpft, wie ein Lichtblick. Doch gegen die Klatschmäuler des kleinen Dorfes Coolbar hat diese ungewöhnliche Verbindung keine Chance. Einsam und verletzt wendet sich Shell ihrem Klassenkameraden Declan zu und wird schwanger. Das führt zu einer Kette erschütternder Ereignisse... ___________ Ein absolut beeindruckendes Werk - mein persönliches Highlight des Monats. Dieses Buch überzeugt von der ersten Seite an. So viel Atmosphäre habe ich schon lange nicht mehr beim Lesen gespürt. Ohne große Worte sieht man Shells deprimierend-graues, einsames Leben geradezu vor sich, spürt die Beengtheit des armseligen, kleinen Dorfes, das so gar nichts für ein junges heranwachsendes Mädchen zu bieten hat. Die Schilderungen wirken sehr authentisch - es war, als würde ich Fotos anstelle von Buchstaben betrachten. Dieser Schreibstil ist wirklich bewundernswert. Auch der Inhalt überzeugt vollkommen: Es ist wirklich ergreifend mitzuerleben, wie Shell bei all ihren erdrückenden Pflichten (sie muss dem Haus eine Verwalterin, den Geschwistern eine Mutter und dem Vater eine Magd sein) ein wenig Fröhlichkeit für sich selbst aufzusparen versucht. Obwohl sie die Arbeit eines Erwachsenen erledigt, ist sie im Herzen ein Kind, das man beschützen und umsorgen möchte. Dieser Kontrast zwischen kindlich und erwachsen wirkt sehr eindringlich und trägt neben der gut geschilderten Atmosphäre zum "Mitfühlen" bei. Beeindruckend ist auch, wie sie sich mit ihrer Schwangerschaft auseinandersetzt. Im konservativem Irland gibt es niemanden, mit dem sie sprechen kann. Hilfe bekommt sie keine - schon gar nicht von der Kirche. Mit einem "Da mischt man sich nicht ein" wird der junge Pfarrer Rose zurechtgestutzt. Ihre spärlichen Informationen bezieht sie deshalb aus Lexika und den Geburten von Kühen. Das wirkt besonders erschütternd, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Verhältnisse vor 20 Jahren in Irland, wo Abreibungen noch heute verboten sind, durchaus der Realität entsprachen. Schreien möchte man angesichts dieser Tragödie, die keine wäre, wenn die Menschen nur ein wenig mehr auf ihr Herz statt ihre konservativen Regeln hören würden. Bezeichnend, dass ihr bei der Geburt nur ihre kleinen Geschwister beistehen, mit einem gepolsterten Schuhkarton als Krippe. Das Ende - so viel sei vorab verraten - passt sich stimmig dem Rest des Buches an. Weder zu düster noch zu kitschig, findet es die perfekt Mitte zwischen Traurigkeit und Fröhlichkeit. _____________ Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, absolut lesenswert. Erschütternd, authentisch, atmosphärisch und lehrreich.

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  • Rezension zu "Ein reiner Schrei" von Siobhan Dowd

    Ein reiner Schrei
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. April 2011 um 14:55

    "Er drehte seine Hand so, dass ihre Handflächen sich berührten. Dann verschränkte er seine Finger mit ihren. ....... Shells Herz setzte für einen kurzen Moment aus." "Am Himmel stand der erste Stern, da ging sie fort und tat mir weh, wie der Schwan im Abendlicht, gleitend über den See." Südirland, 1984. Die junge Shell hat es nicht einfach, seit ihre Mutter gestorben ist. Immerhin muss sie sich nun ganz alleine um zwei jüngere Geschwister kümmern, den Haushalt erledigen. Der Vater wird zum religiösen Fanatiker und verändert sich auch sonst, ist kaum zu Hause, Geld bekommt die kleine Familie nur durch soziale Hilfe. Shells Alltag ist grau und sie teilt auch nicht den überzeugten Glauben mit ihrem Vater. Erst als Pater Rose auf der Insel auftaucht wird einiges anders. Es baut sich eine zarte Freundschaft zwischen den beiden auf, die allerdings schnell wieder vom Klatsch der Gemeinde erstickt wird. Und dann geschieht etwas, das Shell endgültig den Boden unter den Füßen wegzureißen droht... . Das Buch ist so wunderschön und gefällt mir ehrlich gesagt auch um einiges besser als das zweite Buch von Siobhan Dowd (Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort), was nichts über die Schönheit des zweiten Romans aussagt. An diesem Buch allerdings hat mich die Geschichte überzeugt, die Erzählweise. Die Autorin schreibt wundervoll bildhaft und auf eine Art, die den Leser fesselt und in das Geschehen eintauchen lässt. Es geht um Selbstfindung, darum, wie ein Mädchen in jungem Alter ohne Mutter zurecht kommt, wenn sie noch dazu Geschwister hat und einen schwierigen Vater, dem alles egal ist. Es geht um Freundschaft, um zwischenmenschliche Beziehungen, um Liebe in vielerlei Art und um Verlust, Trost, Hoffnung, Mut, Angst und Krisen, die überwunden werden müssen. Auch Leid und Kummer und viele Tränen kommen vor. Aber dem gegenüber stehen Licht, Glaube, Liebe und die Kraft, weiterzugehen, auch wenn der Weg noch so lang und steinig erscheint. Und Aufgaben, die einem auferlegt werden, noch so unlöslich scheinen. Und es wird von Erinnerung erzählt. Ich empfehle das Buch herzlich weiter. Es lohnt sich wirklich, es zu lesen. Ich selbst konnte es kaum aus der Hand legen und über das komplette Werk, das die leider früh verstorbene Autorin hier geschaffen hat, wird man sich erst bewusst, wenn man es selbst kennt. Von mir gibt es 5 Sterne und nicht einen weniger!

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  • Rezension zu "Ein reiner Schrei" von Siobhan Dowd

    Ein reiner Schrei
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. July 2008 um 19:08

    Es kann niemals mein Lieblingsbuch werden, das steht fest. Doch es ist ein wundervolles Buch! Jedoch auch ziemlich traurig und schockierend. Ich finde das Buch ist sehr "echt". Wirklich empfehlenswert!