Sir Walter Scott Rob Roy - Volume 01

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Inhaltsangabe zu „Rob Roy - Volume 01“ von Sir Walter Scott

This book was converted from its physical edition to the digital format by a community of volunteers. You may find it for free on the web. Purchase of the Kindle edition includes wireless delivery. (Quelle:'E-Buch Text/17.05.2012')
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  • Rezension zu "Rob Roy - Volume 01" von Sir Walter Scott

    Rob Roy - Volume 01

    sabisteb

    03. June 2012 um 19:47

    London 1715. Der zweiundzwanzigjährige Frank Osbaldistone soll in die Fußstapfen seines Vaters treten und das Handelshaus Osbaldistone und Tresham übernehmen. Nach seinem Lehraufenthalt in Paris jedoch hat Frank Zweifel, ob er diesem Beruf wirklich ergreifen will. Seine Liebe gehört der Literatur, er übersetzt gerne Gedichte und der dröge Alltag eines Kaufmanns widert ihn an. Sein Vater ist davon alles andere als angetan und setzt ihm ein Ultimatum von einem Monat. Bis dahin muss Frank sich entscheiden, ob er in die Firma eintreten will oder nicht. Auch wenn Frank nicht das kaufmännische Geschick seines Vaters geerbt hat, so hat er doch dessen Stolz und Sturheit ererbt und weigert sich, den Beruf eines Kaufmanns zu ergreifen. Sein Vater schickt Frank daher zu seinem Onkel Sir Hildebrand Osbaldistone nach Northumberland, damit einer der Söhne seines Bruders die Nachfolge im Hause Osbaldistone und Tresham statt Frank antritt. Die Wahl fällt auch Franks Cousin Rashleigh, der sehr intelligent und gebildet ist, aber ein geborener Intrigant, der alle in der Familie auf die eine oder andere Art in der Hand zu haben scheint und dunkle Ziele verfolgt. Frank und Rashleigh sind sich sofort unsympathisch. Auch mit den restlichen Cousins hat Frank wenig gemeinsam. Keiner von ihnen ist mit Intelligenz gesegnet, dafür sind alle umso trinkfester und ungehobelter, während Frank so gut wie keinen Alkohol anrührt. Das Einzige was Frank auf dem Gut seines Onkels hält ist die achtzehnjährige Diana Vernon, Sir Hildebrand's Nichte, die jedoch von einem dunklen Geheimnis umgeben ist. Regelmäßig konferiert sie mit einem mysteriösen Priester und es scheint einen geheimen Vertrag zu geben, der Dianas Schicksal schon in der Wiege besiegelte. Zu spät erkennt Frank, welches Spiel sein Cousin Rashleigh spielt und welche Rolle Franks Vater darin spielt. Der Titel Rob Roy ist ein wenig irreführend, zumindest im ersten Band. Nachdem man sich zunächst durch ca. 60 Seiten historische Belege zu Rob Roy gelesen hat, die der Autor minutiös zusammengetragen hat, begegnet einem der Schottische Robin Hood gerade mal in zwei kurzen Szenen, in denen man ihn nicht einmal als Rob Roy erkennt, wenn man das Vorwort nicht gelesen haben sollte, denn er tritt unter seinem bürgerlichen Namen Robert (Roy) MacGregor Campbell, meist Robert Campbell auf. Zu Scotts Ehrenrettung muss man sagen, er war gegen den Titel Rob Roy: „and Scott was at first wisely reluctant to "write up to a title." Names like Rob Roy, Queen Mary, Queen Elizabeth, Cleopatra, and so forth, tell the reader too much, and, Scott imagined, often excite hopes which cannot be fulfilled.” Und genau das passiert in diesem ersten Band. Kein Rob Roy. Wer also glaubt, dass dieses Buch die Vorlage zum gleichnamigen Film ist, der irrt und wird enttäuscht sein. Das Einzige, was für den Film verwendet wurde ist wohl der historische sechzigseitige Abriss über die historischen Hintergründe und tatsächlichen Belege über die Taten von Robert (Roy) MacGregor Campbell und seiner Söhne. Die Hauptperson dieses Romans sind Frank Osbaldistone und Diana Vernon. Scott hat mit Diana Vernon eine für die damalige Zeit außergewöhnliche weibliche Figur geschaffen. Wäre das Buch nicht bereits so alt, würde man einem heutigen Autor, der über jene Zeit schreibt wohl vorwerfen, Diana verhalte sich anachronistisch, die Frauen damals hätten sich ganz anders benommen. Diana Vernon ist hoch gebildet, intelligent, sehr direkt und verhält sich eher wie ein Mann. Sie sagt was sie denkt ohne die üblichen typisch weiblichen Relativierungen. Sie spricht Probleme sehr direkt an und lässt ihren Gesprächspartner nicht ausweichen, sie nagelt ihn regelrecht fest und das mit einer Menge psychologischem Gespür. Sie verhält sich wie eine heutige Frau und Scott spricht sogar das Problem der Rechte der Frau in der Figur der Diana Vernon an: "Well, it is very seducing to be pitied, after all; so here are my three grievances: In the first place, I am a girl, and not a young fellow, and would be shut up in a mad-house if I did half the things that I have a mind to;—and that, if I had your happy prerogative of acting as you list, would make all the world mad with imitating and applauding me." Frank kann darauf nur antworten "the misfortune is so general, that it belongs to one half of the species; and the other half"— Das Buch war damals sofort ein Bestseller und die Leser waren so ungeduldig, dass die Bücher vor dem Verschiffen im Zollhaus gesichert werden mussten: "It is an event unprecedented in the annals either of literature or of the custom-house that the entire cargo of a packet, or smack, bound from Leith to London, should be the impression of a novel, for which the public curiosity was so much upon the alert as to require this immense importation to satisfy." Fazit: Der erste Teil hat nur wenig Rob Roy, dafür viele Geheimnisse und unerfüllte Liebe zu bieten. Zur Kindle Ausgabe: Die Ausgabe basiert zwar auf dem Datensatz vom Gutenberg Projekt, leider fehlen jedoch die Illustrationen. Ich empfehle daher, das Buch direkt beim Gutenbergprojekt herunterzuladen.

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