Siri Hustvedt Die gleißende Welt

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Inhaltsangabe zu „Die gleißende Welt“ von Siri Hustvedt

Harriett Burden war als Gattin eines einflussreichen New Yorker Galeristen immer nur die Frau an der Seite eines berühmten Mannes. Als Witwe wagt sie nun ein raffiniertes Experiment: Sie versteckt sich und ihr Talent als Installationskünstlerin hinter dem angeblichen Werk dreier männlicher Künstler. Doch der Deal droht zu platzen, als einer der Männer ihr Rollenspiel durchkreuzt. Und schon ist man mittendrin in den Machenschaften des Kunstbetriebs, in einer Welt von Gier, Vorurteilen, Ruhm und Geld. Ein mutiges, schillerndes Meisterwerk, das alle großen Themen Siri Hustvedts aus Literatur, Kunst, Psychologie und Naturwissenschaften versammelt.

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    Die gleißende Welt
    rkuehne

    rkuehne

    25. September 2016 um 11:30

    Ich geb zu, ich habe vor allem zu dem Buch gegriffen, weil Siri Hustvedt die Frau von Paul Auster ist, den ich sehr schätze. Dass sie nun ausgerechnet ein Buch schreibt, in dem es darum geht, dass sich Frauen von Künstlern, oder hier eben eine Frau, von ihren Männern emanzipieren und als eigenständige Künstlerin wahrgenommen zu werden, mag Zufall sein, allerdings ein Zufall, der hier nicht gelingt. Nach 70 Seiten heftigsten Namedroppings musste ich aufgeben, zu viele Kunstbegriffe und vor allem Namen wurden mir um die Ohren geworfen, zu wenig konnte ich einer Handlung folgen.

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  • Vom Schicksal einer Künstlerin

    Die gleißende Welt
    Girl56

    Girl56

    Siri Hustvedt erzählt in ihrem neuen Roman vom Schicksal einer bildenden Künstlerin, die Zeit ihres Lebens um die Anerkennung ihrer Begabung und ihrer Person gekämpft hat. „Harriet Burden“ , so lautet der Name der Künstlerin  und dieser Name ist bereits eine Anspielung, denn Burden heißt auch Last, und Harriets ganzes Leben ist ihr immer wieder eine schwere Last.   Aufgewachsen in einem akademisch geprägten Haus, der Vater war Professor der Philosophie, spürt Harriet schon als Kind, dass da etwas ist, was ihr die Zuneigung und Anerkennung des Vaters vorenthält. Zug um Zug entwickelt sie sich zu einer Einzelgängerin, die nur in Rachel Briefman einen vertrauten Menschen findet. Diese Freundin bleibt ihr auch bis zu ihrem Lebensende und Rachel versucht ihr auch in ihrer tiefsten Krise zu helfen.   Als junge Künstlerin lernt Harriet im Rahmen eines Ausstellungsbesuchs den arrivierten Galeristen und Kunsthändler Felix Lord kennen. Diese beiden verlieben sich  und Harriet wird Ehefrau des wesentlich älteren Mannes und Mutter von zwei Kindern, Maisie und Ethan. Die Künstlerin Harriet verschwindet völlig in diesem Ehe- und Familienalltag, Harriets Seele leidet immer mehr unter dieser Schattenexistenz. Sie verkehrt mit den interessantesten  Künstler der Zeit und hat einen der wichtigsten Männer der New Yorker Kunstszene an ihrer Seite, aber sie wird nicht wahrgenommen. Zudem muss zu wahrhaben, dass ihr Ehemann immer Verhältnisse hat, mit anderen Frauen und auch Männern. Als Felix recht plötzlich verstirbt, gerät Harriet in eine tiefe Krise, aus der sie fast nicht mehr herausfindet. Sie fängt wieder an künstlerisch zu arbeiten,  konstruiert riesige Puppen, fast alle mit Felix‘ Aussehen, steigert sich in diese Arbeiten hinein und wird darüber richtig krank. Ihre Freundin Rachel, selbst Psychotherapeutin, vermittelt ihr einen Kollegen, zu dem Harriet dann mehrmals in der Woche geht, um so ihrem seelischen Abgrund und den vielen Verletzungen  in ihrer Biografie  näher zu kommen. Parallel dazu reift in ihr der Plan, sich am Kunstmarkt zu rächen, der Szene, die sie immer nur als Frau von Felix Lord gesehen hat und früherer Ausstellungen und künstlerische Produktionen  von ihr nicht würdigen wollte. Mit drei verschiedenen männlichen Protagonisten will Harriet ihre eigenen Arbeiten ausstellen, und damit zeigen, wie voreingenommen und subjektiv die Kunstszene an künstlerische Arbeiten bzw. an scheinbar neue männliche Protagonisten herangeht. Mit der Wahl der ersten beiden Alter Egos, Anton Tish und Phineas Q. Eldridge, gelingt ihr diese Intrige und Farce. Doch als sie sich für ihre dritte Aktion den schon etwas arrivierten Künstler Rune Larsen heranzieht, gerät das ganze aus dem Ruder und  wird zu Harriets großem Fiasko.   Siri Hustvedt baut ihren Roman als scheinbare wissenschaftliche Arbeit über die verstorbene Künstlerin Harriet Burden auf. Einer fiktiven Person mit dem Namen I.V. Hess wird ein Brief zugespielt, der auf Harriet und ihr ungewöhnliches Experiment auf dem Kunstmarkt hinweist. Hess hatte noch nie etwas davon gehört, wird neugierig und fängt an zu recherchieren. Diese  Person Hess erhält nun Material, Briefe, Tagebücher und persönliche Berichte von Freunden und der Familie von Harriet, die zu diesem Zeitpunkt schon verstorben ist. Um der besonderen Geschichte von Harriet Burden gerecht zu werden, nennt Hess (Siri Hustvedt!?) ihren/seinen Bericht, Abhandlung „Die gleissende Welt“, eine Anlehnung an ein Werk einer englischen Künstlerin aus dem 17.Jahrhundert, die mit ihrem ganzen Denken und Arbeiten ihrer Zeit weit voraus war und in ihrer männlich geprägten Umwelt keine Anerkennung finden konnte, und deren Werk und Existenz Harriet Burden sehr vertraut war. Nach dem Vorwort von I.V. Hess beginnt dann die durchaus tragische Geschichte von Harriet Burden. Wir lesen in ihrem hinterlassenen Notizbüchern, die voller Hinweise auf Kunstgeschichte, Philosophie (Husserl und Kierkegaard z. B.), Psychologie , Neurowissenschaft, Kunsttheorie etc. sind, und die eine sehr anspruchsvolle Lektüre darstellen. Leichter ist zu lesen , was Rachel, die Freundin oder auch Bruno Kleinfeld, Harriets Lebensgefährte und Zeuge ihres Kunstexperiments  über Harriet berichten. Auch die Erinnerungen von Maisie, Harriets Tochter, zeigen viel Gefühl und erhellen die Situation in der Familie Lord.   Alles in allem gesehen, ist Siri Hustvedts neuer Roman „Die gleissende Welt“ ein Parforceritt durch die Geistes- und Kunstgeschichte der vergangenen  hundert, hundertfünfzig Jahre, gespickt mit ganz viel Wissen und Kenntnis sowohl der akademischen Welt als auch der Kunstszene. Aber es ist auch ein sehr berührendes Portrait eine Frau, die verzweifelt versucht, für sich und ihre Kunst einen Platz in der Welt zu finden. Hustvedts Buch ist für den Leser eine Herausforderung, will phasenweise regelrecht erarbeitet und nicht nur gelesen sein, aber für mich hat sich die Lektüre in jeder Hinsicht gelohnt.    

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  • eBook Kommentar zu Die gleißende Welt von Siri Hustvedt

    Die gleißende Welt
    Sabine Weber

    Sabine Weber

    31. March 2016 um 13:18 via eBook 'Die gleißende Welt'

    Das war das erste Buch, welches ich von Siri Hustvedt gelesen habe. Es wird das Einzige sein! Total ueberfrachtet mit verwirrenden Texten.

  • Was kann Fiktionalität heute?

    Die gleißende Welt
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    20. December 2015 um 19:46

    Die äußere Handlung ist im Klappentext gut wiedergegeben; daher soll sie hier nicht wiederholt werden, und sie war auch nicht mein Hauptinteresse an diesem Buch. Eher ging es mir um Darstellungsprobleme der persönlichen Identität literarischer Figuren in der modernen Literatur. Dies ebenso abstrakt und allgemein gesehen (Was ist darstellbar? Welche schriftstellerische „Methoden“ gibt es dafür?), wie auch in der konkreten Ausgestaltung in einzelnen literarischen Werken. Siri Hustvedts neues Buch bot sich dafür aus dreierlei Hinsicht an. Ich hatte ihr Werk seit ihrem Erstling („Die unsichtbare Frau“, 1993) verfolgt, ich bin regelmäßiger Leser der Bücher ihres Ehemannes Paul Auster und habe gelegentlich so etwas wie ein intellektuelles Pingpong-Spiel der beiden geglaubt wahrgenommen zu haben (zum Beispiel wie Auster in „Unsichtbar“ (2010) die Themen Identität, Anonymität und Selbstsabotage seiner Protagonisten darstellt und analysiert) und drittens, schließlich, bietet der Verlag das komplette erste Kapitel als Leseprobe an, in dem explizit genau das angesprochen wird, was mich im Bereich der Grenzerweiterung der zeitgenössischen literarischen Darstellbarkeit interessiert: das „komplexe Funktionieren der menschlichen Wahrnehmung“ (S. 6), die Pseudonymisierung von handelnden Personen im Sinne „poetisierter Persönlichkeiten“ (ebd.) und was diese aus dem jeweiligen Handeln macht, die Verbindung von „Literatur, Philosophie, Linguistik, Geschichte, Psychologie und Neurowissenschaften (S. 10), diese ihrerseits verbunden mit dem ausführlichen Zitieren aus wissenschaftlichen wie literarischen Büchern (S. 11) wie dem „Dialogisieren“ („Sie wechselt ständig von der ersten Person in die zweite und dann in die dritte. Manche Abschnitte sind als Diskussionen zwischen zwei Versionen ihrer selbst geschrieben.“ – S. 12f ), dies alles auch unter dem Aspekt der „Selbstsabotage“ (S.17). Darin, wie das Genannte umgesetzt wird, bestand mein Interesse bei der Lektüre von „Die gleißende Welt“. Dass der (Post-)Feminismus und die Welt der New Yorker Kunstszene die thematischen Gegenstände des Buchs sind, sprachen für mich nicht gegen die Lektüre, aber sie waren mir ein Stück weit „egal“. Auch der „Realismus“ der Darstellung, beziehungsweise die Plausibilität der Handlung im Sinne von sie „als wahr anzusehen“, spielte für mich eher eine untergeordnete Rolle, denn, auch die „Enthüllung der Wahrheit“ (im Rahmen des fiktionalen Textes) hat die Überschrift „Botschaft aus dem Reich des fiktionalen Seins“ (S. 6). Alles sehr komplex und teilweise sogar verworren, und die Überschrift meines eigenen Leseinteresses wurde daher „Was kann Fiktionalität heute?“ „Die gleißende Welt“ beschreibt nichts weniger als ein ganzes Leben, von seinen nicht nur genealogischen Vorläufern (also den Eltern), sondern auch den intellektuellen Vorbedingungen eines modernen Frauenlebens seit dem 17. Jahrhundert, festgemacht an der historisch verbürgten Person Margret Cavendish, einer Universalgelehrten und Schriftstellerin, die einen utopischen Roman gleichen Titels verfasst hatte. Zwar gibt es sicherlich auch einige männliche Wissenschaftler und Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, die heute vergessen sind, aber Margaret Cavendish hatte gemutmaßt, dass es ihr Geschlecht als Frau sei, das verhindere, dass sie zu einer anerkannten Geistesgröße ihrer Zeit würde (ihr Roman „The Blazing World“ ist übrigens kostenlos im Internet zu finden – epub und mobi –, und er liest sich ausgesprochen modern). Wenn es auch oberflächlich darum geht, die Protagonistin von Siri Hustvedts „Gleißender Welt“ in einer ähnlichen Position zu beschreiben, sie als bildende Künstlerin mit allen Voraussetzungen zu einer anerkannten und erfolgreichen Künstlerin darzustellen, wenn, ja wenn sie nicht eine Frau wäre, die allenfalls, wie es bereits Margaret Cavendish für sich vorausgesehen hatte, posthum Anerkennung finden würde, so liegt der Roman doch völlig jenseits der klassischen feministischen Darstellung einer patriarchalischen Übermännerwelt, die Frauen keinen Platz lassen würde. Vielmehr wird eine Person dargestellt, die alle Mittel gehabt hätte – Intelligenz, Ausbildung, Szenezugang, sogar materielle Unabhängigkeit –, aus eigener Kraft groß zu werden, und den Samen des Misserfolgs in sich selbst trägt. Dass er an ihrem Beispiel in einer Frau aufgeht, ist nahezu unerheblich, denn begabte und dennoch erfolglose Männer gibt es, nicht nur in diesem Buch, zuhauf. Unter der Hypothese, dass es ihr Frausein sei, das ihren Erfolg verhindere, greift sie zu einer List, denn sie gibt vor, dass es Männer seien, die die von ihr selbst erstellten Werke erschaffen hätten. Der Fake gelingt, zumindest anfänglich. Nur in einem Fall, in dem ein bereits bekannter und erfolgreicher Künstler vermeintlich als ihr Alter Ego auftritt, misslingt der Coup auf eine Weise, die letztlich beider Tod zur Folge hat, beim Mann durch einen Unfall, bei ihr, der Frau, zwar auf natürliche Weise, aber die Psychologie der Selbstbestrafung scheint bei ihr zu wirken, wie es auch lebenslang ihre eigenen Psychologie war, die sie in ihrem persönlichen Fortkommen behindert hatte. Diese Psychologie, von der Intellektualisierung als Verdrängung, dem Wunsch nach „Erfüllung als Frau“ bis hin zu einer Psychoanalyse im Alter wird sehr genau nachgezeichnet. Eine Herausgeberin eines Buches über diese Protagonistin tritt auf, die ein fachliches Beurteilungswissen über alle Materialien verfügt und zusätzliche Informationen zusammenträgt, die sie in der Form einer (fiktiven) Anthologie präsentiert: Tagebücher, Leseprotokolle und Exzerpte, Gespräche mit Familienmitgliedern und Gefährten, um einen „gelehrten Apparat“ erweitert – teilweise in Form von Anmerkungen über tatsächliche wissenschaftliche und literarische Werke, teilweise als fiktionaler Text. Obwohl dies die Gefahr eines großen Durcheinanders hätte enthalten können, so erzeugt Siri Hustvedt doch lediglich für sich selbst ein großes schriftstellerisches Risiko, denn sie setzt letztlich Leser voraus, die sich selbst auf den Weg von Rationalität und Intellektualität gemacht haben, auch mit dem Ziel, sich dadurch von dem Leiden an sich selbst zu befreien, die im Rahmen einer Psychotherapie ein Selbsterforschungstagebuch geführt haben, eine Autobiografie zumindest begonnen und vielleicht auch schon einmal ein Interview geführt und bearbeitet haben. Dann machen alle Texte und die Art, wie sie aufeinander bezogen sind, Sinn. Dennoch war ich von dem Buch enttäuscht. Bei allem Risiko des Misserfolges eines darauf bauenden Lebensentwurfs bleibt Hustvedts Werk über weite Teile dem Rationalismus, dem Humanismus und der Aufklärung verbunden. Sie garantieren nicht „Größe“ im Sinne öffentlicher Anerkennung, aber sie gestatten es, ein Leben mit sich selbst im Reinen zu führen, auch wenn sie nicht das Leid an der eigenen Existenz mindern können, wenn man sie zu Ende gehen sieht ohne auch nur in die Nähe der Erfüllung eines früheren Lebensziels gekommen zu sein. Dies leidend zu ertragen; das ist es, wozu Rationalismus, Humanismus und Aufklärung das Rüstzeug geben können. Die Lebensgeschichte der Protagonistin endet mit ihrem Sterbetagebuch. „Ich bin aus den Toten gemacht. Nicht einmal meine Gedanken sind mehr meine eigenen“ (S. 467). Dies sind ihre letzten Worte, sozusagen, bewusst und schriftlich geäußert. Damit hätte der Roman enden können, und ich wäre mit ihm versöhnt gewesen. Aber es folgt noch ein weiteres Kapitel. Eine Nebenfigur tritt ein zweites Mal auf, eine Esoterikerin, die sich heilende Hände zuschreibt, Chakren und das Karma einer Person erkennen kann. Sie wird zur Protokollantin der Endphase des Sterbeprozesses, sieht das Zimmer von einem „bebenden Regenbogen erleuchtet (…) in Tönen von Rot und Orange und Gelb und Grün und Blau und Violett –, heiß und gleißend (S. 491)“. In diesem Moment war ich fassungslos. Ich habe das Buch zur Seite gelegt (anstatt es gleich ein weiteres Mal zu lesen, was ich vorgehabt hatte). Es hat einige Wochen gedauert, bis ich es wieder in die Hand nehmen konnte und war mir lange nicht sicher, ob ich es überhaupt rezensieren würde. Eine meiner Lieblingsautorinnen vollzieht eine Wendung zur Esoterik, wenn es um die letzten Dinge geht? Siri Hustvedt ist knapp zwei Jahre älter als ich, also hat sie die Schwelle zur sechzig schon überschritten, die mir noch bevorsteht. Aber ich habe sie immer als eine Repräsentantin meiner Generation angesehen und damit auch als eine unbedingte Vorkämpferin für die Rationalität und gegen den Nebel der Esoterik. Vielleicht war es die ein einzelnes Buch überfrachtende Erwartung, die mich dieses Buch hat mit Vergnügen beginnen und mit Enttäuschung beenden lassen. Daher nur vier Sterne für ein dennoch großes Werk. Joachim Tiele

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  • Wichtiges Thema, aber leider nicht spannend

    Die gleißende Welt
    FrieGro

    FrieGro

    04. September 2015 um 10:58

    In diesem buch wird ein Wichtiges thema behandelt, Sexismus in der Kunstszene. Mir persönlich war es zu kompliziert konstruiert.

  • Interessant, trudelt aber aus

    Die gleißende Welt
    surfguard

    surfguard

    02. September 2015 um 09:25

    Das Buch hat ein interessantes Thema und ein cleveres Konzept. Den Sexismus im Kunstbetrieb will die Protagonistin bloßlegen, indem sie ihre Werke von Männern veröffentlichen lässt, nur um dann aber von einer ihrer männlichen "Masken" über's Ohr gehauen zu werden - vermutlich jedenfalls. Denn genau weiß man es nicht: Das Buch ist eine vorgebliche Anthologie, eine Sammlung von Texten verschiedener Charaktere. Es gibt Tagebucheinträge, Interviews, Zeitschriftenartikel, schriftliche MItteilungen für die Anthologie. So stellt Siri Hustved auf intelligente und abwechslungsreiche Art sicher, dass der Leser nicht weiß, was die Wahrheit ist. Der "unzuverlässige Erzähler" entsteht hier durch einen ständigen Wechsel verschiedener, erklärtermaßen subjektiver Perspektiven. Das ist schlau gemacht! Leider gerät darüber die Handlung etwas aus dem Blick. Bis zur Mitte des Buches gelingt es Hustved noch gut, dass aus dem Kaleidoskop von Stimmen ein erkennbares Bild entsteht. Dann aber geht der Faden verloren und das Buch trudelt zum Ende hin irgendwie aus. Es gibt weder eine Auflösung noch eine Pointe, und was ein Schlusspunkt hätte sein können, lässt Hustved gleich zwei Mal in unterschiedlichen Texten erzählen und nimmt ihm so die Kraft. Ich war von der "Gleißenden Welt" anfangs begeistert, dann las ich es etwas pflichtschuldig zu Ende. Gemischte Gefühle.

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  • Neurosen und Sexismus in der New Yorker Kunstszene

    Die gleißende Welt
    anushka

    anushka

    Harriet Burden, auch Harry genannt, ist Witwe eines einflussreichen Kunsthändlers und Galeristen. Doch bereits die ganze Zeit arbeitet Harry an eigenen Kunstobjekten. Nach dem Tod ihres Mannes gilt sie zwar als reich, wird ansonsten aber belächelt und ihre Kunst findet keine Beachtung. Daher beschließt sie, ein Experiment zu starten: sie zeigt ihre Kunst unter dem Deckmantel männlicher Namen und Künstler. Die Ausstellungen sind erfolgreich und Harry möchte ihr Experiment, das sie als Teil des Kunstwerks sieht, öffentlich machen. Doch ihre dritte "Maske", wie sie die männlichen Künstler nennt, die als ihre Deckung auftreten, leugnet ihre Urheberschaft. Da dieser Künstler selbst berühmt und überaus erfolgreich ist, zweifelt die Kunstszene New Yorks Harrys Behauptungen an. Enttäuscht und verbittert zieht Harriet sich zurück. "Die gleissende Welt" ist ein sehr dichter, komplexer Roman, der nicht leicht zu durchdringen ist. Harry ist eine sehr intelligente Frau und gleichzeitig von Selbstzweifeln zerfressen. Sie befasst sich fast schon obszessiv mit der intellektuellen Unterdrückung der Frau. Ihr Vorbild ist Margaret Cavendish und deren Spuren finden sich überall in Harrys Geschichte, nicht zuletzt im Titel dieses Buchs. Aufgemacht ist dieses Buch im Stile einer Biographie und wirkt wie ein Sachbuch, mit Fußnoten und Quellenverweisen. Der fiktive Herausgeber präsentiert eine Sammlung verschiedener Materialien und Quellen, darunter Tagebucheinträge Harriet Burdens, Interviews mit ihren Kindern und anderen zentralen Personen sowie Texte aus Kunstfachzeitschriften. Dies ist so überzeugend aufgemacht, dass ich direkt nach dem "Vorwort des Herausgebers" erst einmal nach der Künstlerin googeln wollte. Unter dem Deckmantel der Tagebucheinträge Burdens werden auch zahlreiche wissenschaftliche Studien zur Kunstrezeption, Wahrnehmung und anderen relevanten Feldern zitiert. Man merkt deutlich, dass Hustvedt sich in Philosophie, Psychologie und weiteren verwandten Fächern bzw. Fächern mit Knotenpunkten zu den genannten sehr gut auskennt. In diesem Buch geht es um die Neurosen einer Künstlerin, einer Protagonistin, die zwar oft bemitleidenswert, aber selten sympathisch ist. Es befasst sich auch mit den Mechanismen der (künstlichen) Kunstwelt und der Beziehung zwischen (vermeintlichem) Urheber und Rezeption eines Kunstobjektes. Zentrales Thema ist aber vor allem - und das zieht sich wirklich durch das komplette Buch - der Sexismus der Kunstszene und die Oberflächlichkeit dieser Szene. Kunst verkauft sich beispielsweise besser, wenn auch der Künstler selbst ein bestimmtes Bild verkörpert. Kleine Abzüge gebe ich dafür, dass mir Harrys Ende etwas langgezogen wirkte und ich dabei ihr Leben als Künstlerin schon fast wieder aus den Augen verlor. Auch zwischenzeitlich hatte ich etwas mit Längen zu kämpfen, wenn die "Beiträge" zu abstrakt, obskur oder referenzlastig wurden. Viele der Referenzen kann man als normaler Leser gar nicht so gut durchdringen und wertschätzen, jedoch gibt der Roman einen guten Einblick in das Wesen der Künstler. Insgesamt hat mich dieser Roman überzeugt (es war mein erstes Buch der Autorin) und sehr viel Nahrung zum Nachdenken geliefert. Den Erzählstil fand ich spannend und das gesamte Buch sehr anspruchsvoll.

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