Siri Hustvedt Die zitternde Frau

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Inhaltsangabe zu „Die zitternde Frau“ von Siri Hustvedt

«Siri Hustvedt gehört seit langem zu den brillantesten Erforschern von Gehirn und Geist. Kürzlich jedoch wandte sie ihr Forschungsinteresse sich selbst zu: Knapp drei Jahre nach dem Tod ihres Vaters fand sie sich plötzlich von Konvulsionen geschüttelt. War das Hysterie, eine Übertragung, ein zufälliger epileptischer Anfall? ‹Die zitternde Frau› – provokant und amüsant, umfassend und niemals abgehoben – erzählt von ihren Bemühungen um eine Antwort darauf. So entsteht eine außer-gewöhnliche Doppelgeschichte: zum einen die ihrer verschlungenen Erkenntnissuche, zum anderen die der großen Fragen, die sich der Neuropsychiatrie heute stellen. Siri Hustvedts kluges Buch verstärkt unser Erstaunen über das Zusammenspiel von Körper und Geist.» Oliver Sacks

Sehr interessant, aber leider mit so starkem Schwerpunkt auf Medizin, dass man kaum hinterherkommt...

— JessSoul
JessSoul

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  • Rezension zu "Die zitternde Frau" von Siri Hustvedt

    Die zitternde Frau
    Sokrates

    Sokrates

    07. September 2011 um 16:39

    Als ich das erste Mal dieses Buch in der Hand hatte, war ich neugierig; jetzt, Wochen später, habe ich es 'verschlungen'. Siri Hustvedt beschreibt ein Phänomen, dass ich selbst kenne, allerdings noch nie ernsthaft hinterfragt habe. Es gehört ein Stück weit zu Reaktionen, die ich an mir - v.a. unter Stress - bereits beobachten konnte. Hustvedt's Schreibstil ist angenehm und herrlich flüssig; zwar arbeitet sie mit Fachterminologie, aber auf eine Art und Weise, die auch dem medizinischen/psychologischen Laien den Zugang zum Geschriebenen nicht verwehrt. Darüber hinaus ist der Text von großer menschlicher Wärme charakterisiert, v.a. von einem Interesse geprägt, sich selbst verstehen zu wollen. Dies - in aller Ernsthaftigkeit - wollen heute nur noch wenige, wo die Welt doch in vielen Teilen intellektuell immer flacher wird. . Wer das Buch noch vor sich hat oder Interesse gefunden hat, sollte berücksichtigen, dass es sich NICHT um einen autobiographischen Roman handelt, sondern um einen Essay, der sich mit psychologischen bzw. medizinischen Themen beschäftigt. Bei Siri Hustvedt denkt man in der Regel immer nur an eine Belletristik-Autorin der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Hier hat die Autorin allerdings ein Buch vorgelegt, was thematisch in eine völlig andere Richtung geht. Es wäre schade, dies zu verkennen und dem Buch dann eine schlechte Bewertung zu geben.

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  • Rezension zu "Die zitternde Frau" von Siri Hustvedt

    Die zitternde Frau
    bücherelfe

    bücherelfe

    Ein Buch muss mich in gewisser Weise auch unterhalten können. Dieses tat genau das definitiv nicht. Darum habe ich es in der Hälfte abgebrochen.

    • 2
  • Rezension zu "Die zitternde Frau" von Siri Hustvedt

    Die zitternde Frau
    Vane

    Vane

    09. September 2010 um 12:07

    Siri Hustvedt ist eine intelligente und gefühlvolle Frau. Sie ist es gewohnt, vor großem Publikum zu sprechen und souverän in der Öffentlichkeit aufzutreten. Was passiert mit dieser Souveränität, wenn plötzlich ein unbeherrschbares Ereignis eintritt? Nicht nur einmal, sondern, jeder vordergründigen Ratio entzogen, immer wieder? Siri Hustvedt beginnt bei öffentlichen Vorträgen zu zittern. Erstmals bei einer Gedenkfeier für ihren verstorbenen Vater, dann immer mal wieder sobald sie vor Publikum zu sprechen beginnt. Warum zittert sie? Sie beginnt eine Reise durch die Fachliteratur. Führt Gespräche mit Psychiatern und Neurologen, lässt sich untersuchen. Es ist ein Rätselspiel. Was ist psychisch, was somatisch bedingt? Sie möchte einen Namen für dieses Ereignis, sich in eine wissenschaftliche Kategorie einordnen können. Lange Jahre bereits hat sie Erfahrungen mit eigenen Migräneanfällen. Sie hat gelernt, sich nicht dagegen zu wehren, sondern sie mit Entspannungstechniken abzumildern und als Bestandteil ihres Ichs in ihr Leben zu integrieren. Gilt dies nun auch für das Zittern? Ist sie "Die zitternde Frau"? Dieses Buch lesen bedeutet Siri Hustvedt begleiten in einer ganz persönlichen Fragestellung, sich bereichern lassen durch ihre Zusammenstellung an Fachwissen und schließlich zustimmend nickend noch einmal eine Eingangspassage zu lesen:"Intellektuelle Wissbegier über die eigene Krankheit entsteht mit Sicherheit aus dem Wunsch nach deren Beherrschen. Wenn ich mich nicht heilen konnte, konnte ich wenigstens anfangen, mich selbst zu verstehen."

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  • Rezension zu "Die zitternde Frau" von Siri Hustvedt

    Die zitternde Frau
    Clari

    Clari

    21. March 2010 um 11:01

    Beginn einer rätselhaften Krankheit; Ursachenforschung. Während die schöne Siri Hustvedt an einem blauen Maientag im Jahr 2006 in Minnesota anlässlich der Einweihung einer Fichte zu Ehren ihres vor zwei Jahren verstorbenen Vaters eine Gedenkrede hält, befällt sie ein unerträgliches Zittern und Schlottern der unteren Gliedmaßen. Ihr Vater war Professor am St. Olaf College. Das krampfartige Zittern vom Hals abwärts ist nicht zu beherrschen. Die Mutter erlebte als Zuhörerin ihren Zustand, als wohne sie einer Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl bei. Für das Glamourpaar der New Yorker Intellektuellenszene, den Schriftsteller Paul Auster und seine Frau Siri Hustvedt, bedeutet ihre Erkrankung eine massive Herausforderung. Gelegentlich erlebt sie bei späteren Vorträgen und Lesungen erneute Zitteranfälle. Auf der Suche nach Erklärungen für ihren unwürdigen und desolaten Zustand bemüht Siri Hustvedt alle ihre bisherigen Studien zur Psychopathologie von Geist , Körper und Seele. Einer Archäologin der Seele gleich begibt sie sich auf die Suche nach den Ursachen ihrer Krankheit. Ihr vorliegendes Buch über ihre eigene Erkrankung gleicht einem Sachbuch zum Thema Psychopathologie von körperlich nicht diagnostizierbaren Störungen. Sie befasst sich mit der Diagnose „ Hysterie“ und mit den Merkmalen von Konversionssymptomen und liest einschlägige Fachliteratur. Dabei kommt sie zu dem Ergebnis,“... dass Hysterie eine systemische Spaltung sei, die es einem abtrünnigen Selbst erlaubt, sich ohne Führung davonzumachen.“ Unter dem Gesichtspunkt, dass Umwelteinflüsse Störungen herbeiführen können, fragt sie sich gleichzeitig, warum „...der, der von einem Elternteil schlecht behandelt wurde, ein Psychopath wird, und ein anderer, dem es ähnlich erging, an schweren Depressionen leidet, und ein Dritter mit einer unerklärlichen Lähmung reagiert...“ Zuletzt fragt sie sich, ob sie womöglich die Trauer um ihren verstorbenen und sehr geliebten Vater verdrängt habe. Auf ihrer Suche nach den wahren Gründen für ihr Leiden lässt Siri Hustvedt kein Fachbuch aus und bezeugt Erfolge, die auf dem Gebiet der Neurologie inzwischen zu verzeichnen sind. Gebannt folgt man ihren differenzierten Recherchen, sich mit ihrem Leiden auseinanderzusetzen. Dabei öffnet sie ihr Herz und berichtet über sehr persönliche Erinnerungen aus ihrer Kindheit, die feinsinnige Seelenzustände berühren. Sensibel und wach beobachtet sie sich und andere und umkreist die philosophische Frage, woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen. Psychiatrie, Neurologie und Psychoanalyse werden in ihren Denkrichtungen und Forschungsergebnissen hier zusammen geführt, denn es besteht offensichtlich eine Wechselwirkung zwischen Umwelt, psychischem Leiden und Veränderungen in den Hirnstrukturen. Das Zusammenwirken der verschiedenen Disziplinen macht die Zusammenarbeit unter den Fachrichtungen unabdingbar. Detailversessen und genau zitiert die Autorin zahlreiche bekannte Wissenschaftler aus Geschichte und Gegenwart von Freud über Charcot bis zu heutigen Forschern und gibt präzise und vielseitig Auskunft über die verschiedenen Ansätze zur Erforschung unseres Seins. Sie berichtet in ihrem Buch über Subjektivität im Denken und in der Wahrnehmung, über Irrationalität und Traumata; sie schreibt über Dissoziation und Spaltungen im Bewusstsein, und man erfährt eine Menge Wissenswertes über die Psyche, die uns Streiche spielt und uns in die Irre zu führen versteht. Das Sachbuch, gekoppelt mit biographischen Abhandlungen, ist mit Verstand geschrieben und mit Belegen für die unterschiedlichsten Thesen versehen. Zahlreich Fallbeispiele und Geschichten aus dem Leben ergänzen den fachlichen Teil; sie lassen die Lektüre zu einem spannenden Abenteuer werden!

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