Sjón

 4 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von Schattenfuchs, Das Gleißen der Nacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sjón

Sjón wurde am 27. August 1962 als Sigurjón Birgir Sigurðsson in Reykjavík, Island geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Von 1980 bis 1986 war er Mitglied der surrealistischen Lyrikergruppe »Medúsa«. Ein Jahr später, 1987, veröffentlichte er seinen Debütroman » Stálnótt«. Um 1990 lebte er in den Niederlanden und Mitter der Neunziger in London, wo er insbesondere mit Björk zusammenarbeitete. Er wurde unter anderem mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. 2007 war Sjón Gastprofessor für Literatur am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sjón lebt mittlerweile wieder in Reykjavík.

Alle Bücher von Sjón

SjónSchattenfuchs
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Schattenfuchs
Schattenfuchs
 (31)
Erschienen am 09.09.2011
SjónDas Gleißen der Nacht
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Das Gleißen der Nacht
Das Gleißen der Nacht
 (7)
Erschienen am 10.03.2011
SjónDer Junge, den es nicht gab
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Der Junge, den es nicht gab
Der Junge, den es nicht gab
 (5)
Erschienen am 23.04.2015
SjónDas Gleißen der Nacht: Roman
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Das Gleißen der Nacht: Roman
Das Gleißen der Nacht: Roman
 (0)
Erschienen am 10.03.2011
Sjónbewegliche berge
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bewegliche berge
bewegliche berge
 (0)
Erschienen am 15.03.2018
SjónGesang des Steinesammlers
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Gesang des Steinesammlers
Gesang des Steinesammlers
 (0)
Erschienen am 01.10.2006

Neue Rezensionen zu Sjón

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Rezension zu "Der Junge, den es nicht gab" von Sjón

Der Junge, den es nicht gab
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Es ist das Jahr 1918. Island wird unabhängig, der Vulkan Katla ist wieder aktiv und zum Schrecker aller Bewohner Islands wütet die Spanische Grippe im Land. Mitten in diesen Wirren lebt Máni Steinn, ein Junge ohne Eltern. Seine große Liebe gilt dem Kino, wo er Rettung bei den Stummfilmen findet...

Der isländische Autor Sjón verknüpft in diesem Buch Historisches mit Phantastischem. Dabei bedient er sich einer lyrischen und bildgewaltigen Sprache.

Genau mit dieser detailgetreuen Schreibweise hatte ich so meine Probleme. Bei einigen intimen Szenen hätten Andeutungen auch genügt, um die Botschaft dieses Buches zu verstehen, finde ich.

Insgesamt war dieses preisgekrönte Buch gut zu lesen, obwohl ich mir aufgrund des Klappentextes etwas anderes vorgestellt hatte.

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ConstanzeBuddes avatar

Rezension zu "Der Junge, den es nicht gab" von Sjón

Die Liebe in Zeiten der spanischen Grippe
ConstanzeBuddevor 3 Jahren

Während 1918 in Island die spanische Grippe wütet und der Vulkan Katla Asche spuckt, die den ganzen Himmel verdunkelt, schlägt sich ein mittelloser 16-Jähriger durch die Straßen Reykjávik.
Es ist kein leichtes Leben, denn seit dem Tod seiner Mutter wohnt er bei einer entfernten Verwandten, die ihm gleich zu Beginn prophezeit, dass sie ihm nicht lange ein Zuhause wird bieten können.
Aufgrund fehlender Schulbildung hat er keine Arbeit und so hält er sich mit sexuellen Diensten an anderen Männern finanziell über Wasser. Sein einziges großes Vergnügen ist das Kino, in dem er täglich Stunden zubringt.

In seinem Roman lässt Sjón den Leser am Leben des Jungen Máni Steinn teilhaben, das sich in einer trostlosen und für Máni aussichtslosen Umgebung abspielt. Máni selbst jedoch reflektiert seine Situation nicht. Er lebt im Hier und Jetzt und lässt Phantasien höchstens zu, wenn sie die schöne Sóla betreffen, die Tochter aus höheren Kreisen, und damit für ihn vermeintlich unerreichbar.
Der Autor beschreibt ausführlich und poetisch, was dem Jungen, wie Máni in der Geschichte fast ausschließlich bezeichnet wird, widerfährt. Seine innersten Gefühle werden dem Leser jedoch nicht offenbart - vielleicht eine Anspielung auf den Titel oder eine Metapher auf die fehlenden Illusionen Mánis. Und doch fehlt es dem Buch durchaus nicht an Poesie.
Besonders die Schilderungen der Tage, in denen Máni selbst an der spanischen Grippe erkrankt ist, werden poetisch und metaphernreich beschrieben.
Diesen Stil zu lesen ist das eine - tatsächlich lässt sich Der Junge, den es nicht gab gut lesen. Alles zu verstehen, was Sjón mit seiner Erzählung sagen möchte, ist jedoch eine ganz andere Sache.
Man wird nach der Lektüre das Gefühl nicht los, mit der Interpretation längst noch nicht fertig zu sein.
Die Erkenntnis die bleibt, ist wohl: Nichts ist so, wie es scheint.
Oder vielleicht doch?
Vielleicht gibt es auch gar nichts zu interpretieren?

Eins ist sicher: Sjóns neuer Roman ist definitiv ein Kunstwerk, an dem jeder irgend-etwas finden wird. Dem einen wird das, was er liest, zusagen, ein anderer wird sich eher wundern. Das ist die Absicht der Kunst: Sie soll anregen und den Betrachter beschäftigen - das gelingt Sjón mit Der Junge, den es nicht gab in jedem Fall. 

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W

Rezension zu "Der Junge, den es nicht gab" von Sjón

Ein außergewöhnlicher, kunstvoller Roman
WinfriedStanzickvor 3 Jahren



Das gegenwärtige isländische Autoren nicht nur gute Krimis schreiben, dafür ist das kleine Buch des am 27. August 1962 geborenen Sjón, eigentlich Sigurjón Birgir Sigurðsson ein eindrücklicher Beweis.

In "Der Junge, den es nicht gab" spielen das Kino und die dort im Jahr 1918 gezeigten Stummfilme eine große Rolle. Hauptsächlich im Präsens geschrieben, reicht der Roman über den Zeitraum vom Oktober bis zum Dezember 1918, als in Island nicht nur der Vulkan Katla ausbrach, sondern auch die Spanische Grippe das Land im Griff hatte, bevor es gegen Ende des Jahres 1918 von Dänemark unabhängig wurde.

Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Sjón die Geschichte von Máni Steinn .Der Sohn einer infolge ihrer Lepraerkrankung früh verstorbenen Mutter, im Hauptteil des Romans sechzehn Jahre alt, wohnt seit seinem sechsten Lebensjahr mit seiner Urgroßtante, Karmilla Maríusdóttir, einer eher derben, dennoch fürsorglichen Person, die außer Máni vor allem ihre Zigaretten liebt, in einer Dachkammer.

Mani ist ein Einzelgänger, eher teilnahmslos, sehr wortkarg und homosexuell. Er hat die Schule im Alter von zwölf Jahren verlassen und treibt sich seither als Straßenjunge herum. Mit dem Geld, das er für sexuelle Dienstleistungen von Männern,  den "Kunden", erhält, bezahlt er in erster Linie seine häufigen Besuche in den beiden Lichtspielhäusern, die Reykjavík zu bieten hat. Die Filme  regen  seine Fantasie an und inspirieren auch seine Träume.

Als das Schiff Botia in Reykjavik einläuft, kommt auch die Spanische Grippe mit. Sjon beschriebt eindrucksvoll die Auswirkungen der Seuche auf die Menschen und ihren Alltag in einer wie gelähmt wirkenden und ungewöhnlich stillen Stadt, die einer Stummfilmkulisse gleicht. Auch Máni Steinn erkrankt. Doch er überlebt die Influenza und ist bei Kriegsende wieder gesund.

Als Mani am Tag der Unabhängigkeit mit einem dänischen Matrosen beim Geschlechtsverkehr ertappt wird,  wird er nach kurzer Gefangenschaft durch die Vermittlung eines ehemaligen Kunden nach London geschickt, wo sich an isländischer Theatermann seiner annehmen soll.

In einem kurzen Epilog, der im Jahr 1929 spielt, kommt Mani als Assistent eines Filmteams wieder in die Stadt und Sjon verrät auch, was das alles mit ihm selbst zu tun hat.

Ein außergewöhnlicher, kunstvoller Roman.






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Sjón wurde am 27. August 1962 in Reykjavík (Island) geboren.

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