Sjón Der Junge, den es nicht gab

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Inhaltsangabe zu „Der Junge, den es nicht gab“ von Sjón

BJÖRK: "Niemand verbindet Herz und Verstand poetischer als SJÓN." - Island 1918: Die Spanische Grippe versehrt das Land, Vulkan Katla verdunkelt den Himmel und Island erhält endlich seine Unabhängigkeit. Zeiten des Aufruhrs und Aufbruchs. Mittendrin Máni Steinn: ohne Eltern, ohne Arbeit und zu allem Übel kann er weder lesen noch schreiben. Schlechte Voraussetzungen für einen jungen Mann in dieser Zeit. Aber Máni liebt das Kino und findet Rettung bei den Stummfilmen und bei der schönen Sóla. Auf ihrem Motorrad entführt sie ihn aus der Dunkelheit und zeigt ihm, dass sich der Kampf lohnt, wenn man sich treu bleibt. In einer lyrischen, bildgewaltigen Sprache verwebt Sjón Historisches mit Phantastischem. Auch sein neuer Roman ist Weltliteratur.

Leider lange nicht so gut wie der "Schattenfuchs", aber immer noch lesenswert

— Schelmuffsky
Schelmuffsky

Poetisch ausgestalteter historischer Roman, der viel Interpretationsraum bietet - typisch Sjón!

— ConstanzeBudde
ConstanzeBudde

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  • Der Junge, den es nicht gab

    Der Junge, den es nicht gab
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. July 2015 um 11:17

    Es ist das Jahr 1918. Island wird unabhängig, der Vulkan Katla ist wieder aktiv und zum Schrecker aller Bewohner Islands wütet die Spanische Grippe im Land. Mitten in diesen Wirren lebt Máni Steinn, ein Junge ohne Eltern. Seine große Liebe gilt dem Kino, wo er Rettung bei den Stummfilmen findet... Der isländische Autor Sjón verknüpft in diesem Buch Historisches mit Phantastischem. Dabei bedient er sich einer lyrischen und bildgewaltigen Sprache. Genau mit dieser detailgetreuen Schreibweise hatte ich so meine Probleme. Bei einigen intimen Szenen hätten Andeutungen auch genügt, um die Botschaft dieses Buches zu verstehen, finde ich. Insgesamt war dieses preisgekrönte Buch gut zu lesen, obwohl ich mir aufgrund des Klappentextes etwas anderes vorgestellt hatte.

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  • Die Liebe in Zeiten der spanischen Grippe

    Der Junge, den es nicht gab
    ConstanzeBudde

    ConstanzeBudde

    26. May 2015 um 12:59

    Während 1918 in Island die spanische Grippe wütet und der Vulkan Katla Asche spuckt, die den ganzen Himmel verdunkelt, schlägt sich ein mittelloser 16-Jähriger durch die Straßen Reykjávik. Es ist kein leichtes Leben, denn seit dem Tod seiner Mutter wohnt er bei einer entfernten Verwandten, die ihm gleich zu Beginn prophezeit, dass sie ihm nicht lange ein Zuhause wird bieten können. Aufgrund fehlender Schulbildung hat er keine Arbeit und so hält er sich mit sexuellen Diensten an anderen Männern finanziell über Wasser. Sein einziges großes Vergnügen ist das Kino, in dem er täglich Stunden zubringt. In seinem Roman lässt Sjón den Leser am Leben des Jungen Máni Steinn teilhaben, das sich in einer trostlosen und für Máni aussichtslosen Umgebung abspielt. Máni selbst jedoch reflektiert seine Situation nicht. Er lebt im Hier und Jetzt und lässt Phantasien höchstens zu, wenn sie die schöne Sóla betreffen, die Tochter aus höheren Kreisen, und damit für ihn vermeintlich unerreichbar. Der Autor beschreibt ausführlich und poetisch, was dem Jungen, wie Máni in der Geschichte fast ausschließlich bezeichnet wird, widerfährt. Seine innersten Gefühle werden dem Leser jedoch nicht offenbart - vielleicht eine Anspielung auf den Titel oder eine Metapher auf die fehlenden Illusionen Mánis. Und doch fehlt es dem Buch durchaus nicht an Poesie. Besonders die Schilderungen der Tage, in denen Máni selbst an der spanischen Grippe erkrankt ist, werden poetisch und metaphernreich beschrieben. Diesen Stil zu lesen ist das eine - tatsächlich lässt sich Der Junge, den es nicht gab gut lesen. Alles zu verstehen, was Sjón mit seiner Erzählung sagen möchte, ist jedoch eine ganz andere Sache. Man wird nach der Lektüre das Gefühl nicht los, mit der Interpretation längst noch nicht fertig zu sein. Die Erkenntnis die bleibt, ist wohl: Nichts ist so, wie es scheint. Oder vielleicht doch? Vielleicht gibt es auch gar nichts zu interpretieren? Eins ist sicher: Sjóns neuer Roman ist definitiv ein Kunstwerk, an dem jeder irgend-etwas finden wird. Dem einen wird das, was er liest, zusagen, ein anderer wird sich eher wundern. Das ist die Absicht der Kunst: Sie soll anregen und den Betrachter beschäftigen - das gelingt Sjón mit Der Junge, den es nicht gab in jedem Fall. 

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  • Ein außergewöhnlicher, kunstvoller Roman

    Der Junge, den es nicht gab
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    05. May 2015 um 13:21

    Das gegenwärtige isländische Autoren nicht nur gute Krimis schreiben, dafür ist das kleine Buch des am 27. August 1962 geborenen Sjón, eigentlich Sigurjón Birgir Sigurðsson ein eindrücklicher Beweis. In "Der Junge, den es nicht gab" spielen das Kino und die dort im Jahr 1918 gezeigten Stummfilme eine große Rolle. Hauptsächlich im Präsens geschrieben, reicht der Roman über den Zeitraum vom Oktober bis zum Dezember 1918, als in Island nicht nur der Vulkan Katla ausbrach, sondern auch die Spanische Grippe das Land im Griff hatte, bevor es gegen Ende des Jahres 1918 von Dänemark unabhängig wurde. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Sjón die Geschichte von Máni Steinn .Der Sohn einer infolge ihrer Lepraerkrankung früh verstorbenen Mutter, im Hauptteil des Romans sechzehn Jahre alt, wohnt seit seinem sechsten Lebensjahr mit seiner Urgroßtante, Karmilla Maríusdóttir, einer eher derben, dennoch fürsorglichen Person, die außer Máni vor allem ihre Zigaretten liebt, in einer Dachkammer. Mani ist ein Einzelgänger, eher teilnahmslos, sehr wortkarg und homosexuell. Er hat die Schule im Alter von zwölf Jahren verlassen und treibt sich seither als Straßenjunge herum. Mit dem Geld, das er für sexuelle Dienstleistungen von Männern,  den "Kunden", erhält, bezahlt er in erster Linie seine häufigen Besuche in den beiden Lichtspielhäusern, die Reykjavík zu bieten hat. Die Filme  regen  seine Fantasie an und inspirieren auch seine Träume. Als das Schiff Botia in Reykjavik einläuft, kommt auch die Spanische Grippe mit. Sjon beschriebt eindrucksvoll die Auswirkungen der Seuche auf die Menschen und ihren Alltag in einer wie gelähmt wirkenden und ungewöhnlich stillen Stadt, die einer Stummfilmkulisse gleicht. Auch Máni Steinn erkrankt. Doch er überlebt die Influenza und ist bei Kriegsende wieder gesund. Als Mani am Tag der Unabhängigkeit mit einem dänischen Matrosen beim Geschlechtsverkehr ertappt wird,  wird er nach kurzer Gefangenschaft durch die Vermittlung eines ehemaligen Kunden nach London geschickt, wo sich an isländischer Theatermann seiner annehmen soll. In einem kurzen Epilog, der im Jahr 1929 spielt, kommt Mani als Assistent eines Filmteams wieder in die Stadt und Sjon verrät auch, was das alles mit ihm selbst zu tun hat. Ein außergewöhnlicher, kunstvoller Roman.

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