Slavoj Žižek

 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Der neue Klassenkampf, Lenin heute und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Wie ein Dieb bei Tageslicht

Erscheint am 13.03.2019 als Taschenbuch bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Slavoj Žižek

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Der neue Klassenkampf

Der neue Klassenkampf

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Erschienen am 21.12.2015
Disparitäten

Disparitäten

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Erschienen am 01.02.2018
Lenin heute

Lenin heute

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Erschienen am 01.10.2018
Wie ein Dieb bei Tageslicht

Wie ein Dieb bei Tageslicht

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Erschienen am 13.03.2019
Der Mut der Hoffnungslosigkeit

Der Mut der Hoffnungslosigkeit

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Erschienen am 21.03.2018
Was ist ein Ereignis?

Was ist ein Ereignis?

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Erschienen am 28.07.2016
Die drei Leben der Antigone

Die drei Leben der Antigone

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Erschienen am 23.07.2015

Neue Rezensionen zu Slavoj Žižek

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Rezension zu "Lenin heute" von Slavoj Žižek

Lenin Heute
Sikalvor 2 Monaten


Der Autor Zizek ist nicht ganz ohne Grund einer der bekanntesten Philosophen und Kulturkritiker der Gegenwart. Mit „Lenin Heute“ gibt er auch sein Wissen über die Sowjetunion der Zwanzigerjahre an seine Leser weiter.

 

Das Buch besteht aus zwei Teilen wobei der erste Teil – Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten – für den Leser eine Einführung in das revolutionäre Denken unterschiedlicher politischer Umwälzungen und deren Anführer darstellt.

 

Dieser erste Teil zeigt aber auch gleichzeitig, dass wir auch heute eine Revolution erfahren könnten, wenn die Parameter stimmen und das Volk sich mit den Gegebenheiten nicht länger abfinden möchte. Ob eine solche Revolution von rechts oder von links, bleibt allerdings (bewusst) unbeantwortet.

 

Sehr wohl aber finden sich im ersten Teil von „Lenin Heute“ einige Beispiele, warum es der heutigen Sozialdemokratie an Anhängern und begeisterten Mitstreitern fehlt. So ist zum Beispiel auf Seite 34 zu lesen, dass sich die Sozialdemokratie mit dem Wohlfahrtsstaat in einer Sackgasse befindet und sehr genau erläutert der Autor auch die – sehr plausiblen – Gründe dafür.

 

Auch der Brexit, Terrorismus  oder illegale Immigration werden im Kontext der Sozialdemokratie und deren Bedeutung in diesen Zusammenhängen genannt. „Lenin Heute“ ist in diesem Teil des Buches nicht nur ein Schlagwort, sondern sehr treffend auf die Punkte der heutigen Problemfelder hingeschrieben.

 

Im zweiten Teil kommt Lenin selbst zu Wort. Hier werden wichtige Schriften seiner letzten Jahre wiedergegeben und für den eher unbedarften Leser in Fußnoten erläutert. Dieser Teil des Buches stimmt oftmals sehr nachdenklich, wenn man die Inhalte der Schriften und Briefe mit der heutigen Politik vergleicht. Bei so mancher Zeile hat man das Gefühl, als würde man noch in der Zeit leben, in der Lenin seine Werke verfasst hat.

 

Hier gilt es ebenfalls dem Autor zu danken, ist es doch eine sehr sensible Auswahl, die er vorgenommen hat, um uns die Parallelen der heutigen Zeit zu damals aufzuzeigen.

Leider ist der Philosoph Zizek nicht immer leicht zu lesen. Viele Aussagen müssen sehr genau gelesen werden, um sie richtig verstehen zu können und ohne philosophisches Hintergrundwissen hat man mit den Aussagen des Autors zu kämpfen.

Dennoch kommt – wer sich mit der Sowjetunion der Zwanzigerjahre beschäftigt - nicht um dieses Buch umhin. Aber auch für die aktuelle Situation in so manch westeuropäischem Staat könnte man die eine oder andere Lehre ableiten.

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Rezension zu "Disparitäten" von Slavoj Žižek

Spannend, anspruchsvoll, aufschlussreich. Lesenswert!
Wedmavor 6 Monaten

Disparitäten von Slavoj Zizek ist ein solides, anspruchsvolles, spannendes philosophisches Werk, das auf viele aktuellen Themen der Gegenwart eingeht unter anderem: KI (Künstliche Intelligenz) und der Umgang damit, in diesem Zusammenhang die Frage, was es eigentlich bedeutet, ein Mensch zu sein, was ist sein Platz, seine Rolle, die Auswirkungen seines Einflusses auf die Natur und damit einhergehend die Frage der zukünftigen Rolle des Menschen und noch vieles, vieles mehr.


Zum Autor laut Umschlagtext: „Slavoj Zizek (geb. 1949) gehört zu den bekanntesten Philosophen und Kulturkritikern der Gegenwart. Er ist International Director am Birkbeck Institute for Humanities der University of London und Professor für Philosophie an der Universität seiner slowenischen Heimatstadt Ljubljana.“


Das Buch, rund 450 Seiten in eher kleiner Schrift, ist gut und leserfreundlich gegliedert. Es gibt drei Teile: „Disparität der Wahrheit“, „Disparität der Schönheit“, „Disparität des Guten“, die je aus drei größeren Kapitel bestehen. Diese sind weiter in kleinere Unterkapitel gesplittet, sodass man, je nach zur Verfügung stehenden Lesezeit, auch bei nur paar Seiten bleiben kann und trotzdem ein in sich abgeschlossenes Segment gelesen haben, oder, was viel öfter passiert, man liest einfach weiter, denn wenn man sich erst eingelesen hat, ist es schwer, sich da loszureißen.


Es ist spannend, den Gedanken des Autors zu folgen. Eine Überraschung hier und da ist gewiss. Auch eine Reihe von Zitaten kann man aus der Lektüre mitnehmen wie: „Die größte Macht unseres Geistes liegt nicht darin, mehr zu sehen, sondern auf richtige Weise weniger.“ S. 60. Ein Schlusswort mit dem Ausblick und dem vorletzten Satz: „Wir müssen der Vorstellung, dass sich mit extremen Erfahrungen etwas Emanzipatorisches verbindet, dass sie uns die Augen für die letzte Wahrheit einer Situation öffnen, eine Absage erteilen.“ S. 459, rundet das Ganze ab.


Es ist auch nicht (immer) einfach, Zizek zu lesen, u.a. dank der Sprunghaftigkeit seiner Gedankenführung. Scheinbar rein assoziativ, bloß der eigenen, nur ihm verständlichen Logik folgend, springt er von einem Punkt zum anderen, kommt dann aber doch zum eigentlichen Thema zurück und entwickelt seine Argumentation weiter. Im Endeffekt aber sind seine Ausführungen in sich stimmig und aufschlussreich. Man erfährt nicht nur allerhand Neues. Das bereits Bekannte erscheint in einem neuen Licht, von einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet.


Das Buch ist hochwertig, passend zum Inhalt gestaltet: Festeinband in Schwarz, das Umschlagblatt fest und glatt. Die Seiten sind aus gutem weißen Papier. Das Buch liegt gut in der Hand. Obwohl es knapp achthundert Gramm wiegt, ist es auch für stundenlanges Lesen kein Hindernis. Wichtig, wenn man gewohnt ist, das Buch während der Lektüre vor Augen zu halten.


Fazit: Wenn man eine anspruchsvolle, fordernde, aufschlussreiche Lektüre sucht, die trotzdem unterhaltsam bleibt, ist man hier richtig. Für Philosophiestudenten sowie für die Fans des Autors ist dieses Buch ein Muss. Man kann sich mit seinen Ausführungen, seinem Standpunkt insg. einverstanden erklären oder auch nicht, aber kennenlernens-/ lesenswert, da eine wahre Bereicherung, sind sie auf jeden Fall.

 

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