Soazig Aaron

 4.1 Sterne bei 22 Bewertungen

Alle Bücher von Soazig Aaron

Soazig AaronKlaras Nein
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Klaras Nein
Klaras Nein
 (22)
Erschienen am 17.10.2005
Soazig AaronKlara's Denial
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Klara's Denial
Klara's Denial
 (0)
Erschienen am 19.07.2007
Soazig AaronLe non de Klara. Klaras Nein, französische Ausgabe
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Le non de Klara. Klaras Nein, französische Ausgabe
Soazig AaronRefusal
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Refusal
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Erschienen am 03.07.2008

Neue Rezensionen zu Soazig Aaron

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Alice Pieszeckis avatar

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron
Alice Pieszeckivor 8 Jahren

Klara hat 29 Monate im Konzentrationslager Auschwitz zugebracht. Ihre Schwägerin schildert im Tagebuchstil ihre Eindrücke nach Klaras (ungewollter) Rückkehr. Klara ist natürlich nicht mehr dieselbe. Sie ist bis auf die Knochen abgemagert, ernst geworden und hat ihr Lachen in Polen gelassen. Den Kontakt zu ihrer Tochter, die nach Klaras Weggang bei einer befreundeten Amme untergekommen ist, möchte sie zu deren Schutz unterbinden; zu schlechter Letzt verlässt sie den Haushalt ihrer Schwägerin, um unter neuem Namen ein neues Leben (???) zu beginnen.
Ich möchte mich bewusst nicht zum Inhalt dieses kleinen Buchs äußern; der Leser wird wissen, das man ohnehin nur eine Meinung dazu haben kann. Es steht für mich außer Frage, dass man Klaras Erfahrungen nicht bewerten kann. Man erfährt, wenn man schon einiges an Lektüre zum Nationalsozialismus kennt, nichts Neues. Daher möchte ich klar herausstellen, dass ich mich nur auf die Textform beziehen werde. ...und die hat mich leider überhaupt nicht überzeugt. Natürlich ist Klaras Botschaft erschütternd, das ist klar. Für mich gibt es aber "Abzüge in der B-Note". Anfangs hielt ich es für spannend, dass eine Unbeteiligte Klaras Rückkehr in Form von Tagebucheinträgen skizziert, grundsätzlich habe ich mit fingierten Tagebüchern jedoch Probleme, da diese Erzählform sich für mich persönlich immer etwas gestelzt und künstlich-steril anhört. Die Einträge versuchten, einen sehr großen Bereich (ein ganzes Leben VOR Auschwitz) in wenige Seiten zu pressen. Der Leser stolpert in eine Momentaufnahme aus Klaras Umfeld hinein, aus der sie allerdings 29 Monate zuvor herausgerissen wurde. Es werden viele Namen genannt, ohne dass man die Personen auch nur ansatzweise kennenlernt oder erfährt, in welcher Beziehung sie zu Klara oder ihrer Schwägerin stehen. Dies ist relativ verwirrend, wenn natürlich auch so gewollt. Das ganze Drumherum störte mich allerdings in höchstem Maße. In dem Zusammenhang hat mich persönlich nicht interessiert, was diese anderen Menschen ausmacht, was sie bewegt und was die Kinder treiben. Sie hätten in ihren Aktionen ebenso gut wegbleiben können. Eine genauere Beobachtung Klaras hätte mir mehr zugesagt. Natürlich erfährt man unheimlich viel von ihr und ihrem "neuen" Sein - der Rest ist meines Erachtens aber überflüssig, zumal die Schwägerin anfangs erklärte, vorher noch nie Tagebuch geschrieben zu haben und sich nun Klara wegen damit beschäftigen wolle. Auch gefällt mir der Erzählstil nicht. Ein Großteil der Einträge ist beinahe ausschließlich in wörtlicher Rede gehalten und gleicht so eher einem "Protokoll". Das Buch lässt sich trotzdem leicht lesen, allerdings sind häufiger Sätze und Satzteile aneinandergereiht, die nicht zueinander gehören. Ab und an ein Semikolon anstelle eines Kommas zu setzen wäre der Lesbarkeit zugute gekommen. Alles in allem kann ich mich sonst immer auf Elke Heidenreichs Empfehlungen verlassen, im Falle von "Klaras Nein" aber leider (aus Gründen der Form, wie ich noch einmal betonen möchte!) nicht.

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sarahkolumbuss avatar

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron
sarahkolumbusvor 9 Jahren

Im Juli 1945 kehrt Klara nach 29 Monaten Auschwitz mit den letzten Überlebenden zurück nach Frankreich. Fragmenthaft schildert "Lika", Klaras Schwägerin, Klaras Rückkehr in ihrem Tagebuch.
Klara ist nicht Dieselbe. Sie ist abgemagert, nur noch Haut und Knochen, ihre Haare hat sie kurzgeschoren und ihre Augen sind leer. Sie ist ungeniert und gleichgültig.
"Klara ist zurückgekehrt, aber nicht zu uns", schreibt Lika, die sich verloren fühlt, nicht weiß, wie sie sich Klara gegenüber verhalten soll. Was sagt man Jemanden nach drei Jahren Auschwitz? Wo soll man anfangen?
Klara verschanzt sich in Ablehnung. Klaras Nein ist ein Nein zur deutschen Sprache und zu Europa. " Die Deutschen, Opfer und Peiniger, müssen in dieser Mundart reden, die Wörter besänftigen, die gebellt haben, zulassen, das Wort 'schnell' zu sagen und zu hören, ohne um ihre Haut zu fürchten oder das Leben eines anderen zu bedrohen... Das ist der Grund, warum ich eine andere Sprache brauche, ein anders Land, andere Landschaften, Orte, eine lange Zeit, die mich in nichts an Europa erinnern könnte." Und so verweigert Klara die deutsche Sprache."Welcher Glaube an die Sprache, um so tief von ihr enttäuscht zu sein..."
Klara sagt außerdem Nein zu ihrer Tochter Victoire, die sie nicht wieder sehen will. Im Konzentrationslager hat Klara einen Jungen - Uli - kennengelernt, den sie vergeblich versucht hat, zu retten. Und nun hat sie für ihre eigene dreijährige Tochter Victoire nicht mehr genug Liebe zu geben.
" Sicher bedarf es einer außergewöhnlichen Liebeskraft. Ich war arm. Ich habe gegeben und gegeben, danach habe ich gekratzt, die restlichen Krümel zusammengekratzt, aber es muß wohl so sein, daß ich nicht viel hatte, jedenfalls nicht genug, um einen kleinen Jungen zu halten, und jetzt habe ich nichts mehr."
Nur langsam und nach Bitten von Lika erzählt Klara von Auschwitz. Nüchtern, fast schon emotionslos. Und zwischendurch immer wieder Schweigen. Klaras innere Stille. Ihre "seelenruhige Arroganz". Ihr Erstarren nach Auschwitz. Erschütternd sind die Unmenschlichkeiten, von denen Klara erzählt, schockierend, wie absurd.
So erzählt sie: " (... )am Tag zuvor hatten sie einen Transport in Empfang genommen...als sie die Türen öffneten, kam niemand heraus. Man stelle sich vor...siebenundzwanzig Tage und Nächte... zusammengepfercht ohne zu trinken, ohne zu essen. Man stelle sich vor... der Zugführer war ganz lebendig. Er war noch ein Mensch bei der Ankunft. Wie soll man verstehen.."
Soazig Aaron zeigt mit ihrem Debütroman, dass ein paar Worte manchmal mehr wert sein können, als tausend Bilder und dass Literatur mehr als Erfahrung wiederspiegeln kann.
Am Ende bringt Lika die Thematik treffend auf den Punkt:
"All diese Seiten waren schwer zu schreiben. Aber wie erst zu leben..."

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Buechereules avatar

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron

Rezension zu "Klaras Nein" von Soazig Aaron
Buechereulevor 9 Jahren

Klappentext:
Sie ist Mitte Zwanzig und hat unvorstellbares Leid erfahren. Klara war 29 Monate lang in Auschwitz. 29 Monate, die sie nie wird vergessen können. Das behutsame Porträt einer Frau, die gegen ihren Willen ins Leben zurückgeholt wird.

Inhalt:
Klara, ein französische Jüdin, hat 29 Monate im Konzentrationslager Auschwitz verbracht. Mit den letzten Überlebenen des Konzentrationslagers kehrt Klara Ende Juli 1945 nach Frankreich zurück. Sie ist nur noch Haut und Knochen. Ihre Freundin und Schwägerin Lika, die sie am Bahnhof abholt ist erschüttert und versucht sie zum Reden zu bringen. Aber Klara schweigt. Sie nimmt teilnahmslos alles hin, sie versucht gar nicht in Kontakt mit ihren Freunden, Familie und ihrer kleinen Tochter zu kommen. Sie will sie nicht wieder sehen. Sie kann keinerlei Bindung mehr ertragen. Sie kann gerade noch das Leben ertragen. Lika versucht behutsam Klaras Mauer zu durchbrechen.

Meinung:
„Klaras Nein“ ist Soazig Aarons erstes Buch. Ich bin vor drei Jahren durch die Sendung „Lesen“ auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist sehr beklemmend geschrieben, und ich hatte einige Male Tränen in den Augen, so sehr hat mich Klaras Geschichte erschüttert.
Dadurch das Aaron Klaras Geschichte von Lika, ihrer besten Freundin erzählen lässt, ist sie nicht weniger traurig und erschütternd. Dieser Weg war wohl für die Autorin die Möglichkeit überhaupt ein Buch zu diesem ernsten Thema zu schreiben.
Erschütternd fand ich die eine Stelle im Buch, wo eine Frau Klara fragt, weshalb sie in Auschwitz war und Klara geantwort hatte, wegen „Nichts“. Und die Frau dann meinte, wegen „Nichts“ kann nicht sein und Klara dann sagte, weil ich Jüdin bin. Und die Frau, dann sagte „…unschuldig sei da niemand hingekommen“. In diesem Moment war ich nur geschockt und traurig.
Es ist sicher kein leichtes Buch, aber es ist lesenswert.

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