Sofi Oksanen

 4 Sterne bei 159 Bewertungen
Autor von Fegefeuer, Stalins Kühe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sofi Oksanen

Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, Fegefeuer, war monatelang Nummer eins der Finnischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Finlandia-Preis und dem Literaturpreis des Nordischen Rates. Sofi Oksanen lebt in Helsinki.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sofi Oksanen

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783442742127)

Fegefeuer

 (98)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Stalins Kühe (ISBN: 9783442743643)

Stalins Kühe

 (24)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Als die Tauben verschwanden (ISBN: 9783442749126)

Als die Tauben verschwanden

 (21)
Erschienen am 08.03.2016
Cover des Buches Die Sache mit Norma (ISBN: 9783442715039)

Die Sache mit Norma

 (4)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783899031683)

Fegefeuer

 (4)
Erschienen am 13.08.2010
Cover des Buches Als die Tauben verschwanden (ISBN: 9783899038965)

Als die Tauben verschwanden

 (3)
Erschienen am 08.08.2014
Cover des Buches Fegefeuer (ISBN: 9783844910858)

Fegefeuer

 (2)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Stalins Kühe (ISBN: 9783899033915)

Stalins Kühe

 (2)
Erschienen am 23.08.2012

Neue Rezensionen zu Sofi Oksanen

Neu

Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

Gefangen im Fegefeuer
Bibliomaniavor 6 Monaten

Mein erstes Buch von Sofi Oksanen, meine erste Finnin. Eine heftige Geschichte, die ich leider auch ein wenig genau so erwartet habe: Stalinismus, Missbrauch, Propaganda, Parteizugehörigkeit, Verrat. Der Familie Pekk bleibt nichts erspart.

Aliide Truu lebt in einem alten Bauernhaus mitten in der Provinz von Estland. Sie hat ein schweres Leben hinter sich, von dem sie stark gezeichnet ist. Eines Tages taucht ein Mädchen vor ihrer Tür auf. Obwohl Aliide skeptisch ist und stets das Schlimmste befürchtet, nimmt sie das Bündel von Mensch mit in ihr Haus.

Das Bündel Mensch entpuppt sich als eine junge, russische Frau namens Zara, die auf Grund scheinheiliger Versprechungen in den Westen geflohen ist und dort ein leider sehr übliches Schicksal erleiden musste: Sie gerät in die Prostitution. Die beiden Frauen haben Schwierigkeiten miteinander zu kommunizieren, dabei verbindet sie eine recht ähnliche Leidensgeschichte. Während Zara sich also bei Aliide versteckt, versucht sie gleichzeitig herauszufinden, ob es sich bei Aliide tatsächlich um die Schwester ihrer Großmutter handelt.

Ein Buch, bei dem mich das Gefühl beschleicht bestimmte Nationalitäten schreiben stets über bestimmte Themen. Gab es tatsächlich nichts anderes als politisch auf der richtigen Seite zu stehen? Macht? Unterdrückung? Folter und Missbrauch? Es scheint wohl so.

Die Geschichte beider Frauen erscheint mir so typisch. Warum trifft es immer die Gleichen? Warum setzen sich diese Leiden in der gesamten Familie fort? Ist es wie ein Teufelskreis, dem man einfach nicht entfliehen kann?

Eindringlich beschrieben bleibt man doch betroffen zurück und ich kann wirklich nicht sagen, ob es am Ende ein gutes Buch war.

Kommentare: 1
6
Teilen

Rezension zu "Stalins Kühe" von Sofi Oksanen

Ein langer Weg durch die Bulimie, der nur bis zur Hälfte spannend ist
awogflivor einem Jahr

Wenn ich so lange mit einem Buch brauche, obwohl ich sogar Urlaub habe, dann habe ich ordentliche Probleme damit. Wie auch hier bei Stalins Kühe.

Die Geschichte beginnt durchaus sehr spannend mit Anna, einer Aneorexie- und Bulimiekranken die sich und ihr Leben völlig ihrem sogenannten Herrn (respektive der Krankheit) unterordnet. Dabei scheut sich Sofi Oksanen auch nicht, sehr anschaulich und plastisch also auch richtig grauslich die detaillerte Beschreibung des Fress- und Kotzvorgangs einer Bulimiekranken zu schildern. Das ist harter Tobak und nichts für zarte Gemüter, gibt aber einen grandiosen Einblick in die Auswirkung der Krankheit und wie die Essensbeschaffung inklusive Vertuschung das gesamte tägliche Leben dominiert. Das ist sehr realistisch beschrieben und sehr gut.

Weiters wird durch den typischen Oksanen Schreibstil - dekonstruierte Handlung durch Szenen- & Zeitenwechsel im Stakkato - die Rezeptionsfähigkeit des Lesers arg strapaziert und der Plot kommt äußerst langsam in Schwung. Die Haupthandlung der kranken Anna plätschert so dahin und stroboskopartig poppen zirka alle 20 Seiten für 2-4 Seiten Flashlights aus der Vergangenheit insbesondere die Geschichte der Eltern und der Großeltern von Anna auf. Diese Art der Romankonzeption durfte ich schon in Fegefeuer über mich ergehen lassen.

Nach einer Weile hatte ich mich zumindest teilweise an die schnellen Szenenwechsel gewöhnt, konnte die Geschichte der Mutter und des Vaters mosaikartig zusammenstellen und die Handlung ging voran. Kein Wunder dass Anna an Anorexie bzw. Bulimie leidet. Schon seit frühester Kindheit muss sie die Traumata ihrer Mutter übernehmen, ständig vertuschen und verheimlichen: Jeder ist Feind, kommunistischer Spitzel, niemand darf erfahren, dass die typische finnische Anna eine estische Mutter hat, sie muss ihre Herkunft, ihre Muttersprache und ihre Identität verheimlichen, alle Frauen, die sich ein bisschen weiblich kleiden - also Röcke tragen  - sind Huren, in der Schule wird sie gemobbt, weil sie früh Busen hat.. . Sehr anschaulich wird dem Leser sehr genau und scheibchenweise der Grund für Annas Essstörung offenbart.

Von der Idee her war es ja gut gemeint, denn durch den Oksanen Stil sollten auch gleich die Ursachen der Traumata von Annas Mutter durch diese Flashbacks aus der Vergangenheit beleuchtet werden. Leider funktionierte dies aber bei mir überhaupt nicht. Erstens weil nur alle ca 50-70 Seiten ein 2 seitiger Schnipsel der Geschichte der Großeltern aufpoppt und zweitens weil diese verzwickte Verwandschaftsstory von Verrat und Kommunismus der großelterlichen Familie einfach für mich zu wirr und zu kopmplex war, um sie so homoöpathisch in ihrer Gesamtheit zu rezipieren. Wer ist mit wem wie verwandt? Wer hat wen verraten? Wer hat wessen Hab und Gut akquiriert? Sorry ich kriegte es einfach nicht zusammen. Wenn also ein mühsamer Stilgriff nicht funktioniert und letztendlich nicht zu einem AHA-Erlebnis führt, dann ist wird die gesamte Geschichte als mühsam empfunden.

Auch die Gegenwartsstory um die Bulimie kreist am Ende nur um sich selbst und entwickelt sich nicht weiter, wenn man vom Wechsel der Partner mal absieht, hat sich im Vergleich zum Beginn des Romans gar nichts geändert. Das ist auch langweilig. Außerdem ist der Roman viel zu lang  -echt jetzt 500 Seiten! - wobei ja die letzten 200 Seiten einfach gar nichts mehr passiert.

Fazit: Diesmal gibt es mit Bedauern nur 2,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 3, weil mir Fegefeuer gut gefallen hat und ich an diesem Roman genau demonstriert bekam, wie das Oksanen Konzept auch aufgehen kann.

Kommentieren0
51
Teilen

Rezension zu "Die Sache mit Norma" von Sofi Oksanen

Kunst oder eine Unverschämtheit?
sursulapitschivor einem Jahr

Sofi Oksanen ist eine tolle Autorin. „Fegefeuer“ hat mich sehr begeistert. Mit Norma ist das so eine Sache, Norma ist anders und wahrhaft eigen.
Der erfreulich kurz gehaltene Klappentext bereitet einen nicht im Entferntesten darauf vor, mit was man es zu tun bekommt. Deshalb werde ich auch versuchen, darum herum zu reden, was wahrlich nicht einfach ist.


Eigentlich liest man hier einen Thriller. Normas Mutter ist vor eine U-Bahn gesprungen. Dass sie Selbstmord begangen haben könnte, kann sich Norma nicht vorstellen und beginnt, Recherchen anzustellen.
Das ist das Thema…eigentlich, auch wenn das ziemlich schnell in den Hintergrund tritt. Zunächst mal muss man Personal sortieren und eigentlich sind es gar nicht so viele Protagonisten, trotzdem ist die Sache verzwickt. Irgendwas scheint immer nicht zu passen. Oder spricht Norma gerade mit ihrer toten Urgroßmutter? Eva war doch die Urgroßmutter? Selten war ich so dankbar über ein Personenverzeichnis.

Dieses Buch steckt voller Ungereimtheiten, die den Leser an seine Grenzen führen. Bin ich zu dumm oder ist dieses Buch total verdreht? Das fragt man sich ständig. Und hat man gerade etwas verstanden, kommt ein neues Thema hinzu, das die Geschichte auf eine ganz andere Ebene versetzt. Es ist interessant, schräg, spannend und natürlich wunderbar erzählt, kann einen aber zum Verzweifeln bringen. Am Ende würde ich behaupten, ich habe ganz sicher das halbe Buch nicht verstanden, wobei ich unsicher bin, wie viel man davon wohl verstehen kann.

Man muss an Wunder glauben können, einen Sinn für das Absurde haben, flexibel sein und ein Faible für originelle Sprache haben, dann liebt man dieses Buch. Das trifft auf mich bedingt zu, ich hätte mir aber schon ein wenig mehr Erkenntnisgewinn gewünscht. 

Dieses Buch ist wohl mit Abstand das Verrückteste, was ich je gelesen habe. Es spielt mit dem Leser und lässt ihn ständig schwanken zwischen Bewunderung und Verzweiflung. Ein Lesespaß ist es nicht, aber durch und durch ein Erlebnis. Letztendlich frage ich mich, ist das Kunst oder eine Unverschämtheit? 

Kommentare: 2
28
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks