Sofi Oksanen Als die Tauben verschwanden

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Inhaltsangabe zu „Als die Tauben verschwanden“ von Sofi Oksanen

Der Roman folgt dem Schicksal dreier Esten während des Zweiten Weltkriegs und danach: Roland, einem prinzipientreuen estnischen Freiheitskämpfer, seinem machthungrigen Cousin Edgar und dessen Frau Juudit. Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Während sich Roland versteckt hält, weil er immer noch an die estnische Befreiung glaubt, versucht Edgar ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier, nicht ahnend, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Nach dem Krieg werden die Karten neu gemischt, Estland steht unter der Besatzung der Sowjets, und wieder ist es Edgar, der hofft, auch bei den Kommunisten eine wichtige Rolle zu spielen.

Wanja Mues spricht Roland, Julia Nachtmann leiht Juudit ihre Stimme, Jörg Pohl übernimmt den Part von Edgar, und Birte Schnöink spricht Evelin.

Völlig zu recht im Rahmen der Buchmesse 2014 als eine der größten finnischen Entdeckungen gefeiert.

— miss_mesmerized

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    Als die Tauben verschwanden

    Daphne1962

    22. November 2016 um 19:15

    Als die Tauben verschwanden gelesen von Julia Nachtmann, Wanja Mues, Birte Schnöink und Jörg Pohl Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Roland hält sich versteckt, da er immer noch an die estnische Befreiung glaubt. Edgar versucht ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier. Sie ahnt allerdings nicht, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Als der Krieg beendet ist, werden die Karten neu gemischt, Estland steht nun unter der Besatzung der Russen. Wieder ist es Edgar, der hofft, auch bei den Kommunisten eine herausragende Rolle zu spielen. Er dreht seine Fahne quasi nach dem Wind. Wie auch im Band Fegefeuer werden die Personen von verschiedenen Darstellern gesprochen. Auch springt die Autorin stark in den Zeiten hin und her. Dabei verliert man aber nicht den Faden. Dennoch muss man das Hörbuch konzentriert verfolgen. Es ist ein kluger Roman, der doch recht anspruchsvoll geschrieben ist. Interessant, wie die Esten als Volk drangsaliert wurden. Allerdings ist es den meisten Lesern doch recht fremd. Es wird Zeit, seine geschichtlichen Lücken zu füllen.

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  • Sofi Oksanen - Als die Tauben verschwanden

    Als die Tauben verschwanden

    miss_mesmerized

    08. November 2014 um 17:31

    Estland, Zeit des zweiten Weltkrieges. Gefangen zwischen zwei Großmächten versucht sich die Bevölkerung ein Stückchen Normalität zu bewahren. Juudit und ihr Mann Edgar, dessen Cousin Roland und seine Frau Rosalie stehen im Zentrum der Erzählung. Nach dem Tod Rosalies, dessen Umstände rätselhaft bleiben, entfernen sich die drei zunehmend voneinander. Edgar merkt schnell, wie er sein Fähnchen nach dem Wind hängen kann und dient sich dem deutschen Besatzer an. Seine Frau Juudit verliebt sich derweil ungeplant in einen deutschen Offizier, was sie jedoch nicht davon abhält, Roland in seinem Untergrundkampf für ein befreites Estland zu unterstützen. Nach der Machtübernahme durch die Russen, muss Edgar sich taktisch neu ausrichten und wird nun zum eisernen Kommunisten, der dem KGB wichtige Informationen beschafft. Mehr und mehr nähert er sich auch dem, was seine Frau und sein ehemals bester Freund in dieser Zeit tun. Der Zweite Weltkrieg wird hier aus einer für mich neuen Perspektive, der des besetzten Baltikums, geschildert. Gefangen zwischen zwei Großmächten, die beide eine Unabhängigkeit Estlands ablehnen und nur Profit aus dem Land ziehen wollen, muss die Gesellschaft sich mit den Gegebenheiten arrangieren. In welcher Weise dies geschehen kann, hat Sofi Oksanen überzeugend eingefangen. Auch wenn die Zeit- und Ortssprünge im Hörbuch nicht ganz einfach sind - hinzu kommen die Perspektivenwechsel jeweils hin zu den drei Protagonisten, auch wenn diese durch unterschiedliche Sprecher unterstützt werden – so entsteht doch ein interessantes Bild der damaligen Zeit. Die Figuren sind mit Brüchen komplex gezeichnet, werden vor schwierige Entscheidungen gestellt, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Auch die Entwicklungen, die sie durchmachen, sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Bisweilen spannend, manchmal auch mit einem Quäntchen Humor, wird hier eine facettenreiche, interessante Geschichte erzählt. Einziger Wermutstropfen: für mich ist die Episode am Ende über die nächste Generation zu viel. Zwar werden hierdurch auch Edgars und Rolands weiterer Lebensweg dargestellt, doch eigentlich war für mich ihre Geschichte mit dem Ende des Krieges erzählt. Fazit: Sofi Oksanen konnte mich als unglaubliche Erzählerin aus fremder Perspektive vollends überzeugen.

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