Sofi Oksanen Fegefeuer

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Inhaltsangabe zu „Fegefeuer“ von Sofi Oksanen

Wer Äußerstes erlebt hat, ist auch zum Äußersten bereit...
Wer Äußerstes erlebt hat, ist auch zum Äußersten bereit – das zeigt dieser vielfach ausgezeichnete und hoch spannende Roman über zwei Frauen, die sich wie zufällig begegnen und die doch eine gemeinsame Geschichte und vergleichbare Erfahrungen verbinden: Egal welches politische System auch herrscht, Opfer sind immer die Frauen. »Sollten Sie nur ein Buch in diesem Jahr lesen, lesen Sie Sofi Oksanens Roman ›Fegefeuer‹. Oksanen schreibt herausragend. Sprache, Komposition, Sujet und Aussage – das alles ergibt eine sensationelle Mixtur. Der Nobelpreis in ein paar Jahren – falls eine Vorhersage erlaubt ist.« DAGENS NYHETER

Grausam, erschreckend, wahr. Dieses Buch lässt tief in die Seele verwundeter estnischer Frauen blicken.

— papaverorosso

Ein grandioses Buch. Das Lesen macht Freude, selbst wenn das Geschehen grauenhaft ist, gleichzeitig erschüttert es zutiefst.

— sursulapitschi

Zu langatmig und detailliert in Belanglosigkeiten...

— Mimabano

unheimlich spannend geschrieben - grausames Erleben und unvorstellbare Entscheidungen. Alides Fegefeuer

— wiebeke

Zwei Frauen in Extremsituationen - harter Stoff. Aliide Truu bleibt sich selbst treu ("truu" - "treu")

— ira_ebner

Ich fands sehr langweilig

— QueenDebby

Eine metaphorische Fliege kann man nicht so leicht erschlagen...

— Nemo

Ein Roman mit vielen Literatur-Preisen

— Alira

Ein Mussbuch, das noch lange im Kopf verbleibt

— dicketilla

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  • Große Kunst

    Fegefeuer

    sursulapitschi

    24. July 2017 um 22:23

    Dieses Buch fesselt direkt, dabei geht es zunächst nur darum, wie Aliide Fliegen fängt. Sofi Oksanen schafft es, auch banalste Begebenheiten spannend zu schildern. Dabei liegt eine tiefe Melancholie in den Zeilen gewürzt mit einer gelegentlichen Prise schwarzem Humor. Aliide ist alt, verbittert und lebt alleine auf dem Bauernhof der Familie am Rande eines Dorfes im tiefsten Estland. Es ist 1992, Estland ist frei von der russischen Vorherrschaft, aber das Leben ist nicht wirklich besser. Aliide kocht ihr Gemüse ein und kommt zurecht, hat aber eigentlich schon mit ihrem Leben abgeschlossen. Als sie eine junge Frau in ihrem Garten findet ist sie gezwungen, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Zara ist auf der Flucht und verletzt. Etwas verbindet diese beiden Frauen und der Schlüssel dazu liegt in der Vergangenheit.Nach und nach wird hier eine Familiengeschichte präsentiert, die gleichzeitig die Geschichte Estlands zeigt. Und langsam versteht man dann, warum die beiden sind wie sie sind, auch wenn sie zunächst eher befremdlich wirkten.1936, als junges Mädchen, verliebte sich Aliide in Hans, der aber nur Augen für ihre Schwester hatte. In ihr Dorf marschierten erst die Deutschen und dann die Russen ein und jedes Mal musste sich die Bevölkerung damit arrangieren, erst brave Patrioten und dann treue Sozialisten sein, bis sie fast vergessen hatten, was Estländer ausmacht. Zwischendurch erfährt man, was Zara zugestoßen ist. Die Handlung springt hin und her bis man ein erschütterndes Bild erhält. Beide Frauen mussten Schreckliches erleiden und versuchten sich nach Kräften zu wehren.Der Schreibstil ist erlesen einfach und zaubert durch höchst originelle Vergleiche Atmosphäre. Aliide hat viel durchgemacht und auch Zara ist verzweifelt. Dieses Buch spricht von Leid in jeder Zeile und zu allen Zeiten. Ich musste beim Lesen öfter Pausen einlegen, manchmal kann man es kaum aushalten.Ich bin höchst beeindruckt von diesem Buch. Das Lesen macht Freude, selbst wenn das Geschehen grauenhaft ist, gleichzeitig erschüttert es zutiefst. Es zeigt das Schicksal von Frauen in einem Willkürregime auf ganz eigene Art, voll tiefer Gefühle und Verzweiflung, aber ohne den leisesten Anflug von Rührseligkeit. Das ist große Kunst und ein großartiges Buch.

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    • 4
  • Und immer wieder die FLIEGEN...

    Fegefeuer

    Mimabano

    21. November 2016 um 10:32

    ACHTUNG! Da ich Zitate aus dem Buch nennen werde ist diese Rezension NICHT JUGENDFREI und wahrscheinlich auch nicht für zarte Gemüter geeignet. Ich habe "nur" einen Stern vergeben weil : Ganz zu Beginn wurde bis ins kleinste Detail über Aliide geschrieben wie sie die Fliege jagte.Doch schon da ahnte ich das es wohl nicht dabei bleiben würde,denn es wurde schon von marodem Fleisch und sonstigem vergammeltem Essen berichtet.Da hatte ich schon den ersten Langweil-Dämpfer.Ich merkte aufgrund von folgendem Satz schon das die Autorin einen speziellen Schreibstil hat.Zitat:Die Maden bewegten sich in der Schüssel mit dem Himbeerabfall und erweckten die Emailleblumen zum Leben.Zitatende.Doch das genügte mir nicht!Es gab einfach nichts was mich an das Buch fesselte.Im Gegenteil ich musste es gefühlte dreissigmal weglegen.Dann kamen ein paar Szenenwechsel und dann Zitat :Zara nahm den roten Lederrock und die roten Stöckelschuhe aus dem Schrank.Das T-Shirt hatte Kindergrösse.Es war rot.Pascha fand ,nur die T-Shirts für Kinder sassen so stramm , dass sie im Mann das Verlangen weckten.Zara rauchte eine Prince.Ihre Hände zitterten nur wenig.Sie liess Baldrian in ein Glas tropfen .Ihre Haare waren steif von Haarlack und Sperma.Zitatende. Da war ich erstmal baff!Ein paar Sätze weiter dann der Schock ( für mich jedenfalls ) Zitat: Gleich würde die Gürtelschnalle geöffnet werden , der Reissverschluss der Hose ratschen ,farbiges Licht ,Pascha würde hinter der Tür krakeelen ,Lawrenti über Paschas Dummheit lachen und Pascha beleidigt sein , und in Zara's Zimmer würde der Kunde stöhnen , und Zara's Pobacken würden auseinandergezogen werden und der Kunde würde ihr befehlen, den Finger in sich hineinzustecken.Zwei Finger,drei Finger,drei Finger von jeder Hand ,weiter auf!Grösser!Man würde ihr befehlen zu sagen ,Natascha will es besorgt kriegen!Sag, Natascha muss ihre Fotze aufreissen,weil sie es besorgt kriegen will!Sag es!Sag schon!Und Zara würde sagen ,Natascha will es.Zitatende.Das war Seite 80 und ich war ernsthaft angewidert!Hätte es die Autorin dabei belassen und den Rest des Buches nicht mehr ganz so detailliert solche Situationen geschildert,wäre es nicht so schlimm gewesen.Aber es gab noch eine Steigerung davon und das durch das ganze Buch hindurch!Und immer wieder gab es Fliegen,Essen das zubereitet werden musste auf welche Art auch immer,eingelegte Früchte und und und.Wenn das dann auch noch ganz detailgetreu erzählt wird langweilt mich das halt schon.Interessant fand ich die politische Seite des Buches.Meinen Lesefluss gestört hat neben den genannte Gründen auch die ewigen Zeitsprünge die gegen Ende des Buches wohl spannungshalber oder wieso auch immer,im Abstand immer kürzer wurden.So wichtig die wohl auch waren, habe ich dann die am Schluss genannten Dokumente im Telegrammstil einfach nur noch als eine Tortur empfunden,da das ganze Buch nicht gerade mit Hochspannung punktet (meiner Meinung nach ).Zum Schluss möchte ich noch ein wenig auf Aliide eingehen weil sie mich meistens eher genervt hat! Sie kam mir verbittert vor weil sie zum Beispiel der Schwester ihr Glück nicht gönnte.Ich verstand zwar das sie auch in Hans verliebt war aber er hatte sich halt anders entschieden.Ihre Eifersucht nervte mich und war schon krankhaft.Wie sie das Kind ihrer Schwester heimlich kniff und sogar manchmal mit einer Nadel piekte fand ich einfach nur ekelhaft und es gab keinen Grund dafür.Lustig fand ich wie Ingel und ihr Mann versuchten Aliide mit irgendetwas männlichem zu verkuppeln.Hauptsache wahrscheinlich sie mussten ihre verbitterte Miene nicht mehr anschauen.Gesamthaft fand ich das Buch meistens langatmig und viel zu detailliert in Belanglosigkeiten.Zuviele Szenen mit Zara wie oben beschrieben haben bei mir Würgereiz ausgelöst .Und die Autorin spart damit überhaupt nicht.Ich finde das Buch weder spannend noch ein Meisterwerk wie der Klappentext suggeriert.Das wird mein erstes und letztes Buch der Autorin sein. 📖 Klappentext: Wer Äusserstes erlebt hat,ist auch zum Äussersten bereit- das zeigt dieser vielfach ausgezeichnete und hochspannende Roman über zwei Frauen,die sich wie zufällig begegnen und die doch eine gemeinsame Geschichte und vergleichbare Erfahrungen verbinden.

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    Kuelwalda

    Es gibt ein Zitat auf dem Buchrücken, das dieses Buch auf's Beste beschreibt, nämlich:"Wer Äußerstes erlebt hat, ist auch zum Äußersten bereit". Aliide ist eine junge Frau in Estland, die mit Eltern und ihrer Schwester einen bäuerlichen Hof bewohnt und ihre Jugend vorm zweiten Weltkrieg erlebt. Sie verliebt sich sehr jung in Hans, der sich wiederum ihrer Schwester zuwendet und diese auch heiratet. Aliide kann von diesem Mann nicht lassen und als der Krieg ausbricht, die Russen Estland besetzten und Hans sich verstecken muss, überschlagen sich die Ereignisse. Aliide wird verhört und dabei vergewaltigt, verrät später ihre Schwester, die daraufhin in ein Straflager nach Sibirien deportiert wird und heiratet zu ihrem eigenen Schutz einen Kommunisten, nur um Hans weiterhin sicher in ihrem Haus auf dem Heuboden verstecken zu können und nicht mehr überprüft zu werden, und dies alles in der Hoffnung, Hans werde sich ihr irgendwann zuwenden..... Das Buch ist mit vielen Rückblicken aufgebaut und beginnt damit, dass ein junges misshandeltes Mädchen namens Zara im Garten von Aliide liegt, als diese morgens das Haus verlässt. Erst misstrauisch, dann umsorgend, erfährt Aliide, dass dieses Mädchen die Enkelin ihrer Schwester und deren Mann Hans ist und so erfährt der Leser in Rückblicken alle Zusammenhänge bis zur Zeit kurz nach der Unabhängigkeit Estlands 1992. Dieses Buch hat mich sehr lange beschäftigt. Kann man unter besonderen Umständen so handeln wie Aliide oder grenzt ihr Tun an Besessenheit? Mussten Frauen, um ihre Ehre (und Menschen) zu schützen, tatsächlich den Mund halten trotz Vergewaltigung und Not? Wer hätte ihnen geholfen, wenn schon die Verhöre der offiziellen Stellen in Misshandlung ausarteten? Ein Buch, das nachwirkt und das ich gerne weiterempfehle!

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    • 2
  • "Wer Äußerstes erlebt hat, ist auch zum Äußersten bereit"

    Fegefeuer

    AnnaChi

    Was hat eine estnische Bäuerin zu Beginn der 90er Jahre mit einer jungen, zerlumpten, gehetzten Frau zu tun, die sie auf ihrem Hof findet? Diese Frage wird im Laufe dieses Buches beantwortet, in dem immer wieder auf das Leben der beiden Frauen zurückgeblendet wird. Dabei wird die Geschichte Estlands (die mir bislang unbekannt war) von den 30er Jahren bis zu den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lebendig. Dies Buch ist auch ein Lehrstück darüber, was Gewalt Frauen antut und wozu sie Gewalt macht. Sofi Oksanen hat die Geschichte virtuos komponiert und mitreißend und spannend erzählt. Obwohl das Buch kein Krimi ist, lässt den Leser die Frage, wie die Geschichte der estnischen Bäuerin und der jungen Frau miteinander verknüpft sind, nicht los. Die bildreiche, starke Sprache trägt dazu bei, dass man es am Ende mit dem wohligen Gefühl aus der Hand legt, wieder einmal ein Meisterwerk entdeckt zu haben.

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    • 2
  • “Nichts ist stärker als die Freundschaft der Ganoven”

    Fegefeuer

    Alira

    Die Autorin dieses Familienromans, Sofi Oksanen, fiel mir zum ersten Mal durch ein Interview im Fernsehen auf und ist - je nach Standpunkt - eine interessante bzw. schräge Person: aufgetürmte Dreadlocks, stark geschminkt, bunte Kleidung. Ich habe ein bisschen gegoogelt und bin dabei auf dieses Buch gestoßen. In “Fegefeuer” geht es um zwei traumatisierte Frauen - eine alte Frau und ein junges Mädchen - die Schreckliches erleben mussten. Und um die Geschiche zweier rivalisierender Schwestern. Eine Familientragödie in der Zeit, als Estland von den Russen besetzt wurde, bis zum Ende des Kommunismus in Osteuroopa. Das letzte Kapitel besteht aus “streng geheimen Dokumenten” und dokumentiert ein weiteres Mal das menschenverachtende System des Kommunismus.

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    • 2

    Floh

    26. December 2014 um 03:26
  • Kein Highlight für mich

    Fegefeuer

    Yamashita

    17. September 2014 um 14:39

    Scheinbar hatte ich Erwartungen an dieses Buch, denn ich wurde etwas enttäuscht. Aliide wohnt mittlerweile alleine in dem Haus am Waldrand. Einsam, wie es oft im Norden ist. Sie wirkt verbittert gleichzeitig abgeklärt. Das bringt wohl ihre Vergangenheit mit sich, die im Laufe des Buches langsam aufgeschlüsselt wird. Zara ist in die falschen Hände geraten. Als junge Frau wurde sie zur Prostituierten und wurde von ihrem Zuhälter misshandelt. Zara hat es geschafft auszubrechen, ist auf der Flucht und kennt nur einen einzigen Zufluchtsort - Aliide. Die beiden Frauen treffen aufeinander. Für einander sind sie sich unbekannt. Aliide weiß nichts von Zaras Dasein und Zara wiederum hat von Erzählungen ihrer Großmutter von Aliide gehört. Beide stehen sich misstrauisch gegenüber und sind in allen Handlungen bedacht. Gleichzeitig entwickelt sich etwas Vertrautes zwischen ihnen, denn zwei wesentliche Punkte verbindet sie, ohne, dass sie sich je darüber austauschen - die Familie und das Erlebnis von Missbrauch. Das Leben der Zara wird nur zart angerissen. Aliide lernte ich ganz gut im Buch kennen und doch empfand ich den Verbund aller Handlungszweige zu abrupt. Einige Dinge blieben mir bis zum Schluss unklar, was nicht unbedingt negativ ist. Ich empfinde diesen Roman als nicht rund. Mir fehlt etwas obgleich der Schreibstil gelungen ist.

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  • Zwei Frauen - zwei Schiksale

    Fegefeuer

    dicketilla

    02. March 2014 um 19:24

    Sie ist allein zurück geblieben, der Mann , zwar ungeliebt , vor Jahren verstorben. Die Tochter schon lange nach Finnland ausgereist. So verbringt Aliide Tru ihre Tage mit Hausarbeit , dem Bauerhof auf dem estnischen Land, und dem verjagen der Fliegen. Plötzlich sieht sie im Garten ein menschliches Bündel. Erst denkt sie an einen Trick der Banditen, die ihr Haus nur plündern wollen, den Hund hatten sie ihr schon umgebracht. Doch dann geht sie doch in den Garten, und findet eine junge Frau, in westlicher Kleidung, mit zerschundenem Körper. Sie nimmt Zara misstrauisch in ihr Haus auf. Nicht ahnend, dass diese ihr Haus bewusst aufgesucht hat. Zara ist auf der Flucht vor ihrem Zuhälter. Einst aus Wladiwostók , mit Versprechungen nach Deutschland gelockt, und dann brutal in der Prostitution erpresst. Es ist das Jahr 1992 in West - Estland, ein Land, dass gerade seine Selbstständigkeit nach dem Zerfall der Sowjetunion erlangt hat. Nach dem Auftauchen der jungen Frau, wird Aliide an eine frühere Zeit erinnert Als sie sich in Hans verliebte, der aber nur Augen für ihre Schwester Ingel hatte, wie die Stalinisten das Dorf säuberten, und sie seitdem vor dem Gemeindehaus zitterte, immer in Gedanken an jene schrecklichen Tage. Und wie diese Stiefel auch jetzt durch das Dorf wandern, und ihre Macht weiterhin in kriminellen Banden ausüben. Die Geschichte wird in fünf Teilen erzählt, wobei immer wieder Erinnerungen in vergangene und gegenwärtige Zeiten eine Rolle spielen. Eine leicht verständliche Sprache, macht uns dennoch sprachlos, angesichts der ungeheuerlichen Qualen, die beide Frauen erleben mussten. Ich konnte teilweise nicht weiter lesen, entsetzt , angewidert, unfassbar , waren die Schilderungen. Aber doch ist man in dem Sog gefangen, dem Leben der beiden Frauen zu folgen. Es ist eine Familiengeschichte, es ist aber auch die Geschichte eines Landes, dass von Enteignung, Deportation der Familien , Denunziantentum und ständiger Entmündigung und Kontrolle geprägt war. Eine außergewöhnliches Buch, dass sich fast wie ein Krimi liest, mit einem hohen literarischem Anspruch. Selbst das Cover, im ersten Moment sicher einen falschen Eindruck erweckt, zieht sich die Fliege durch das gesamte Buch , was ich so noch nie gelesen habe. Rundherum ein tolles Buch, dass lange nachwirkt, sprachlos macht, aber Bewunderung für die noch junge Autorin schafft. Das Buch stand in Finnland monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste, wurde in 32 Sprachen übersetzt und gewann zahlreiche Buchpreise . “ Sollten sie nur ein Buch in diesem Jahr lesen, lesen sie Sofi Oksanens Roman > Fegefeuer < “ Dagens Nyheter, Schweden  

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  • bedrückte Atmosphäre

    Fegefeuer

    Olana

    26. September 2013 um 11:49

    Ein ernstes Thema, die Atmosphäre beim Lesen ist sehr bedrückt und unangenehm. Der Schreibstil hat mir aber nicht sehr zugesagt, stellenweise war das Buch langweilig. Im Grossen und Ganzen aber sehr lesenswert.

  • Estnische Geschichte, verpackt in spannender Handlung & poetischer Sprache

    Fegefeuer

    TinaLiest

    27. August 2013 um 14:47

    Mir wurde dieses Buch während meinem Auslandssemester in Tallinn von einer Finnin empfohlen, die mir erzählte, dass Sofi Oksanen in Finnland DIE Autorin wäre & zur Pflichtlektüre gehört. Ich persönlich hatte vorher noch nie von der finnisch-estnischen Autorin gehört, war aber sehr neugierig & wurde auch nicht enttäuscht. Die Handlung ist sehr spannend und (vor allem für mich, die ich zu der Zeit, als ich es las, in Estland lebte) ebenso interessant und lehrreich. Der Roman handelt von Aliide, einer älteren estnischen Dame, und Zara, die eines Abends in erbärmlichem Zustand und scheinbar zufällig vor Aliides Haus auftaucht. In Rückblenden wird von Aliides und Zaras Schicksal erzählt und wie ihre beiden Geschichten miteinander verwoben sind - nicht zuletzt aufgrund der estnischen Unabhängigkeitsbewegung zu Sowjet-Zeiten und der estnischen Revolution. Sofi Oksanen schreibt wunderbar! Ihr Stil ist elegant und poetisch und ich könnte gerne finnisch, um den Text im Original zu lesen. Laut Internet heißt der Originaltitel "Puhdistus" übersetzt nämlich "Reinigung, Säuberung" & das wirft nochmal ein ganz anderes Licht auf den Roman. Aber das ist ein ganz anderes Thema. ;) Einen Stern ziehe ich ab, da mir das Buch an manchen Stellen zu duster war. Selbst in positiven Momenten war die Stimmung, die der Roman vermittelt hat, nicht unbedingt positiv & auch Passagen, in denen über fast eine Seite die Aktivität von Fliegen in Aliides Küche beschrieben wird (sehr detailgetreu inkl. Fliegeneier!), sind nicht unbedingt meins. Ich vermute, das gehört zu Frau Oksanens Stil, kann dies aber erst mit Sicherheit sagen, wenn ich ein weiteres ihrer Bücher gelesen habe. Was ich mit ziemlicher Sicherheit tun werde. ;)

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    FrauWoelkchen

    11. July 2013 um 13:31

    Handlung Fegefeuer spielt in Estland im Jahr 1992. Die alte Bäuerin Aliide Truu findet in ihrem Garten ein Bündel, welches sich als eine junge Frau herausstellt. Bei der jungen Frau handelt es sich um Zara, welche vor ihren Zuhältern geflüchtet ist, doch sie ist nicht durch Zufall bei Aliide gelandet, sie vermutet das es sich bei Aliide um ihre Tante handeln könnte. Aliide, die nicht ahnt das Zara ihre Nichte ist, ist nicht begeistert von der benommenen Frau in ihrem Garten, zu letzt hatten sich viele Ganoven bei ihr rumgetrieben. Letztendlich nimmt sie jedoch Zara mit in ihr Bauernhaus. Beide Frauen lernen sich etwas kennen und nach und nach wird die düstere und tragische Vergangenheit, so wie ihre Familiengeschichte aufgedeckt. Cover Zunächst konnte ich nicht all zu viel mit dem Cover anfangen, da es nicht besonders spektakulär ist und eher schlicht. Auch war für mich erst nicht nach vollziehbar warum eine Fliege auf dem Cover abgebildet ist, wenn man das Buch gelesen hat kann man das aber durchaus dann doch nachvollziehen. Trotzdem ist das Cover für mich nicht weiter erwähnenswert da es eben wirklich sehr schlicht für mich ist. Meine Meinung Das Buch habe ich mir besorgt weil ich die Familientragödie ansprechend fand und mich wirklich interessiert hat worum es letztendlich geht und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Die Geschichte wird aus Sicht eines personalen Erzählers dargestellt, erstmal fand ich es etwas gewöhnungsbedürftig, das lag aber sicherlich daran das ich zuletzt nur Ich-Erzählungen gelesen hatte und mich somit erstmal wieder umstellen musste. Der Schreibstil von Frau Oksanen gefällt mir insgesamt gut, allerdings gab es des öfteren sehr lange verschachtelte Sätze bei denen ich wirklich dachte: "Hat der Satz auch noch ein Ende?" Außerdem war mir manchmal einiges etwas zu detailliert beschrieben, wodurch ich mir zwar alles ganz genau vorstellen konnte, allerdings kam mir dadurch manchmal etwas sehr in die Länge gezogen vor und es gab auch einige Geschehnisse die wollte ich mir einfach so genau gar nicht vorstellen. Da Zara zur Prostitution gezwungen wurde und auch Aliide schlimme Gewalttaten über sich ergehen lassen musste in der Vergangenheit, kann sich sicherlich jeder vorstellen von was für Geschehnissen ich spreche. Mir haben die Rückblenden in die Vergangenheit von Aliide und Zara wirklich sehr gut gefallen, so wurde nach und nach die ganze Familientragödie aufgedeckt und man konnte auch nachvollziehen warum in der Gegenwart Aliide und Zara so handeln wie sie eben handeln. Aliide und Zara sind in diesem Buch die Hauptprotagonisten, es treten auch viele Nebenfiguren auf, von denen die meisten wirklich wichtig für die Entwicklung der Geschichte sind,z.B Ingel und Hans. Allide lernen wir zu Anfang als eine alte, starke und sehr misstrauische Frau kennen, bei der man ohne Zweifel am Verhalten merkt das sie vom Land kommt und in der Vergangenheit scheinbar viel mit machen musste. In den Rückblenden dann lernen wir ihr jüngeres Ich von damals kennen und erleben die Entwicklung der Familiengeschichte und all die schlimmen Dinge die der Familie wiederfahren sind mit. Bei ihrem jüngeren Ich lernen wir eine ganz andere Aliide kennen, eine mit wirklich bösen Seiten , mit all den schmutzigen Details und Taten aus ihrer Vergangenheit und glaubt mir, das sind so einige. Aliide hat zwar viele wirklich schlimme Dinge in der Vergangenheit erlebt, aber selbst auch genug schlimmes getan, mehr möchte ich gar nicht sagen, lest am besten selbst und entscheidet ob ihr ihre Taten nachvollziehen könnt oder nicht, ich sage nur das sich wirklich große Abgründe auftun, die Liide zu dem gemacht haben was sie heute ist. Zara, Aliides Nichte, musste auch viele schlimme Dinge erleben, so wurde sie verschleppt und zur Prostitution gezwungen sowie misshandelt, auch hier musste man all die schlimmen Erlebnisse mit ihr teilen, die teilweise wirklich für mich etwas zu detailliert beschrieben wurden. Zara erleben wir als sehr verschrecktes und ängstliches Mädchen, was bei dem Erlebten natürlich kein Wunder ist. Ihr sehnlichster Wunsch ist wieder frei zukommen und herauszufinden ob Aliide wirklich die Schwester ihrer Oma Ingel ist und was eigentlich in der Familie vorgefallen ist. Ich fand das Buch wirklich interessant, man lernt auch viel geschichtliches, allerdings kann ich mir vorstellen wenn man sich mit der Zeit von 1945-1956 nie auseinandergesetzt hat kann es etwas schwer sein sich rein zu finden. Es war leider nie so das ich voller Spannung verfolgt habe wie es weiter geht, trotzdem wollte ich gerne wissen wie es weiter geht, da ich als Leser wirklich gerne nachvollziehen wollte warum in dem Buch manche Dinge so gekommen sind wie sie eben gekommen sind. Vorallem von dem Charakter Aliide war ich sehr überrascht, ich habe am Anfang wirklich nicht damit gerechnet was sie in der Vergangenheit so getan und erlebt hat und auch das Ende habe ich so nicht erwartet. Ich würde sagen das das Buch nichts für zart besaitete ist, da eben nichts geschönt wird. Dennoch kann ich das Buch allen anderen empfehlen.

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    thenight

    19. November 2012 um 09:00

    Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen, Aliide und Zara. Aliide ist eine Estin ungenannten Alters, die vordergründig um ihre Liebe kämpft, einer Liebe die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist für die sie über buchstäblich über Leichen geht und auch vor dem Verrat an ihrer Schwester und der kleinen Nichte an die russischen Besatzer nicht zurückschreckt. Und es geht um Zara, einem jungen Mädchen das den Versprechungen einer Freundin folgt und in Deutschland ihr Glück sucht, aber als Zwangsprostituierte arbeiten muss, als ihr die Flucht gelingt kreuzen sich die Wege der beiden Frauen. Zufällig? Meine Meinung: Ein Roman der mich sprachlos zurücklässt, die teilweise schockierenden Begebenheiten im Leben der Frauen werden schonungslos erzählt, die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund während sie die Vergewaltigungen der beiden Frauen zu unterschiedlichen Zeiten schildert sie, schafft es, dass dem Leser auch die eher skrupellose Aliide sympathisch wird, das man Verständnis aufbringt für ihre Taten sie schafft es ihr schwieriges Leben zu meistern auch als sie allein lebt und unterschwellig von den Esten verachtet wird, denen natürlich nicht verborgen blieb das sie mit den Russen sympathisierte. Als Jahre später, Zara aus Wladiwostok nach Deutschland gelockt wird und später fliehen kann führt ilhr Weg sie nach Estland zu Aliides Haus, sie erhofft sich Hilfe von den jetzigen Bewohnern ohne zu wissen das es sich um Aliide handelt und sie findet nicht den Mut der alten Frau die Wahrheit zu sagen. Einen Stern muss ich leider abziehen, denn an so mancher Stelle war der Schreibstil der Autorin für meine Begriffe doch zu ausschweifend ist.

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    tedesca

    29. October 2012 um 15:43

    "Fegefeuer" ist ein sehr ungewöhnliches Buch. Sprachlich hat es mich ja nicht so beeindruckt, wie ich es nach den vielen begeisterten Rezensionen erwartet hätte. Es ist schlicht, ohne dabei besonders originell oder irgendwie großartig zu sein. Die Sprache schafft für mich die Distanz zu der Geschichte, die man mit mehr Pomp auch nicht erzählen könnte, ohne in etwas Wertendes abzurutschen, und genau das gefällt mir an dem Buch. Eine der Hauptfiguren ist ja wirklich alles andere als sympathisch, trotzdem wird ihr Teil der Geschichte ebenso neutral erzählt, wie der der jungen Frau, die als Prostituierte verkauft und unglaublich brutal missbraucht wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu, sie passiert auf der ganzen Welt immer wieder. Sowohl die Unterwerfung eines ganzen Volkes mit all den dazugehörigen Repressalien, als auch der Missbrauch von jungen Frauen. Letzteren finden wir höchstwahrscheinlich ganz in unserer Nähe, Frauenhandel ist immer noch ein florierendes Geschäft. Alles in allem erzählt Sofi Oksanen eine schockierende Geschichte mit einer feinen Schlusspointe, die aber nicht lustig ist, sondern einen noch einmal mehr darüber staunen lässt, wozu Menschen imstande sind, und welche Motivationen sie antreiben. Ein wirklich lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    sabatayn76

    31. May 2012 um 21:19

    '[...] der Stolz war das Ende jeder Kunst und die Demut aller Dinge Anfang [...]' Inhalt: West-Estland im Jahre 1992: Aliide Truu lebt allein in einem Bauernhaus und findet eines Tages ein Bündel in ihrem Garten, das sich als junge Frau herausstellt, die auf der Flucht vor ihren Zuhältern ist. Das Mädchen - Zara - ist völlig verängstigt und befürchtet das baldige Auftauchen der beiden Männer, die sie zur Prostitution gezwungen und sie mehrfach missbraucht und misshandelt haben. In Rückblenden wird vom Leben der beiden - auf den ersten Blick vollkommen verschiedenen - Frauen erzählt, von ihren Niederlagen, von ihrem Mut und ihren Entscheidungen, von Schuld und von Sühne, von Liebe und Hass berichtet. Mein Eindruck: 'Fegefeuer' hat mich wirklich beeindruckt. In anspruchsvoller Sprache erzählt Sofi Oksanen ihre Geschichte um Aliide, ihre Schwester Ingel, deren Mann Hans und die Prostituierte Zara und bietet dabei einen Einblick in politische Hintergründe und historische Entwicklungen Estlands und Russlands von den 1930er Jahren bis 1992. Als sehr gelungen empfand ich auch den Spannungsaufbau, die Struktur des Buches und die Komplexität der Geschichte. Oksanens Stil ist schnörkellos und nüchtern, sie wertet nicht und überlässt es dem Leser, sich seine eigene Meinung bilden und seine eigenen Bilder im Kopf zu haben. Und gerade diese Sachlichkeit hat oft dazu geführt, dass mich das Buch besonders berührt und erschüttert hat. Mein Resümee: Unbedingt lesen! Ich bin von 'Fegefeuer' so angetan, dass ich mir nun noch das Hörbuch besorgen werde und bereits sehnsüchtig auf Oksanens neuen Roman 'Stalins Kühe' warte, der im August 2012 erscheinen wird. Großartig!

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    Gruenente

    18. March 2012 um 18:47

    Anfang der 90iger Jahre: Aliide Truu, eine alte Frau lebt allein in einem kleinen Bauernhaus in Estland. Zara, eine junge Frau aus Russland wird als Zwangsprostituerte in Deutschland "gehalten". Ihre Chefs machen mit ihr eine Reise nach Tallin. Sie kann dort entkommen und landet entkräftet auf dem Hof von Aliide. In vielen Rückblenden wird das Leben der beiden Frauen und auch der Zusammenhang zwischen beiden dargestellt. Der Inhalt ist hart und schonungslos. Das Buch ist spannend und erzählt eine Geschichte über 50 Jahre hinweg. Viele kleine Episoden werden anrinandergereiht und ergeben nach und nach immer mehr Sinn. Die beiden Frauen umkreisen und belügen sich. Und doch fühlen Sie sich eng verbunden. Der Stil ist: ich weiss nicht. Er ist nicht sachlich, aber schon mal gar nicht lyrisch. Manche Sätze sind kurz, nur auf den Informationsgehalt beschränkt. Andere wieder lang und erklärend. Die Gefühle, Beklemmungen, Ausweglosigkeiten der Protagonisten kommen gut heraus. Trotzdem kann ich mich nicht so ganz für das Buch erwärmen. Vielleicht ist mir der Inhalt zu hart, weil er wahrscheinlich sehr realistisch ist. Vom Inhalt her aber unbedingt lesenswert.

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  • Rezension zu "Fegefeuer" von Sofi Oksanen

    Fegefeuer

    angeleyed

    12. December 2011 um 15:30

    Ein Buch in zwei Welten, der Gegenwart und der Vergangenheit, die in das Jetzt hineinstrahlt und alles bedingt, was ist. Eine Geschichte von bedingungsloser Liebe und abgrundtiefem Hass und Gewalt, von Tätern und Opfer, die zu Tätern werden, um mit ihrem Schicksal fertig zu werden oder es zu forcieren. Eine Sprache klar und bildlich, atemlos und gehetzt, so dass Satzstrukturen zum Teil keine Rolle spielen. Ein Buch, das einen in 'irritierender Dissonanz' zurücklässt, hin- und hergerissen vom Mitleid mit den Opfern und dem Schockiertsein über deren Reaktion, am Überlegen, ob es die Liebe wert ist, sein eigenes Glück, seine Familie, seine Ehre zu opfern und am Ende doch nur einem Wahn, einem sommerlichen Schicksalstraum nachgehangen zu haben. Mein Buch des Jahres.

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