Das rote Adressbuch

von Sofia Lundberg 
4,4 Sterne bei29 Bewertungen
Das rote Adressbuch
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In ihrem Adressbuch hat Doris viele Namen vermerkt und zu jeder Person gibt es eine besondere Geschichte.

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Unbedingt lesen.Ein sehr berührendes Buch.

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Inhaltsangabe zu "Das rote Adressbuch"

Das Leben eines Menschen enthält so viel Liebe, Leid und Glück. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen zuzuhören
Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der 1920er Jahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.
Gelesen von Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder.
(6 CD, Laufzeit: 7h 22)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783844530209
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Der Hörverlag
Erscheinungsdatum:20.08.2018
Das aktuelle Buch ist am 20.08.2018 bei Goldmann erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Waschbaerinvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: In ihrem Adressbuch hat Doris viele Namen vermerkt und zu jeder Person gibt es eine besondere Geschichte.
    Anfang und Ende


    Das Cover des Hörbuchs "Das rote Adressbuch" deutet schon darauf hin, dass es sich hierbei um einen Frauenroman handelt. 

    Es beginnt damit, dass Doris auf ihre Pflegerin wartet, eine nicht sehr einfühlsame Dame. Aber solche Personen soll es ja auch in Pflegeberufen geben. Wir erleben Doris in ihrer körperlichen Eingeschränktheit und wie sie trotzdem ihr Leben in den eigenen vier Wänden meistert. Dieser Anfang berührte mich sehr. Wie viele ältere Menschen leben einsam in ihrer Wohnung, die sie krankheits- oder altersbedingt kaum mehr verlassen können. Doch Doris ist, obwohl schon über 90 Jahre alt, anders. Sie hat keine Angst vor der neuen Technik und hält, obwohl sie meist zu Hause ist, über das Internet Kontakt bis über den großen Ozean.  

    Doch wenn sie alleine ist, blickt sie gerne auf ihr Leben zurück und lässt den Leser - im Falle des Hörbuchs den Hörer - daran teilnehmen. Von ihrem Vater bekam sie als Kind ein rotes Adressbuch geschenkt, im dem sie alle ihre Lieben, die sie im Laufe ihres Lebens kennen lernt, vermerken soll. Interessante, aber auch boshafte Menschen kreuzen ihren Weg, in unterschiedlichen Lebenslagen. 

    Doris erzählt auch von ihrer Kindheit, die so liebevoll begann. Doch nach dem Tode ihres Vaters kann die Mutter ihre beiden Töchter nicht ernähren und Doris muss in Dienst gehen. Es beginnt ein hartes und später auch ein sehr schönes Leben. 

    Sie steigt auf:  Vom Dienstmädchen zum Model. 

    In Paris kommt ihr Typ gut an und sie macht Karriere. Doch die Modewelt lässt sie oberflächlich werden. Schöne Kleider und Schuhe fordern nun ihr ganzes Denken. Doch der schöne Schein bekommt auch schnell seine Risse.

    In Paris lernt sie Allan ihre große Liebe kennen und verliert ihn nach einigen glücklichen Monaten wieder. Der 2. Weltkrieg steht vor der Tür und die Ereignisse überschlagen sich. Mit ihrer jüngeren Schwester reist sie Allan in die USA nach und hofft dort auf ein glückliches, gemeinsames Leben. Doch der Krieg wirft alle ihre Pläne über den Haufen und das Leben nimmt unerwartete Wendungen. Am Ende landet sie wieder in Stockholm wo ihre Reise begann. Doch was sich in der Zwischenzeit ereignet, hat es in sich. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. 

    Bis etwa zur Mitte der 4. CD bekäme dieses Hörbuch  von mir auf jeden Fall 5 Sterne als Bewertung. Doch dann wird es für meinen Geschmack doch etwas zu überfrachtet und wirkt auf mich trivial.

    Was mir wiederum gegen Ende des Hörbuches sehr gut gefiel ist, dass ihre Nichte sie nicht nur als kranke alte Frau sieht, sondern als Frau, die Wert auf ihr Äußeres legt. Die Haare von Doris werden schön frisiert, Lippenstift und Lidschatten aufgetragen. Auch eine alte Dame hat das Recht sich als Frau und schön zu empfinden. In der Realität wird dieser Aspekt oftmals leider vergessen.

    Die beiden Sprecherinnen tragen viel dazu bei, dass man diesem Hörbuch gerne lauscht.


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    Nele75s avatar
    Nele75vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Von Beginn an eine ruhige, dennoch hörenswert erzählte Geschichte, die mir nur zum Ende hin nicht mehr ganz so gut gefallen hat.
    Das rote Adressbuch (Hörbuch) - von Sofia Lundberg

    Am Beginn dieses Hörbuches wird aus dem Leben von Doris Alm erzählt, die bereits ein äußerst bewegtes Leben hinter sich hat. Man lernt ihren heutigen Alltag kennen mit all seinen kleinen und großen Schwierigkeiten...bis zu dem Zeitpunkt, als sie auf ihrem Küchentisch ihr geliebtes Adressbuch entdeckt, welches sie von ihrem Vater zum 10. Geburtstag geschenkt bekommen hat....und hinter jedem Namen verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte, welche aber dennoch am Ende zu Doris' ganz großer Lebensgeschichte zusammengefügt wird.

    Von der ersten Minute an hat mir dieses Hörbuch schöne Hörminuten geschenkt, denn man wird mit jedem Kapitel gespannter auf das, was Doris früher erlebt hat und wie dieses mit ihrem jetzigen Leben zusammenhängt. Sofia Lundberg hat mit ihrem Debütroman "Das rote Adressbuch" eine Geschichte erzählt, welche trotz ihrer ruhigen Erzählweise eine gewisse, leichte Spannung aufbauen kann.

    Erzählt wird das Leben, welches Doris über viele Jahrzehnte an die unterschiedlichsten Orte der Welt geführt hat, abwechselnd von Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder, welche beide mit ihren unverwechselbaren Stimmen dazu beitragen, das Geschehen noch bildlicher werden zu lassen. Auch gibt es beim Zuhören keine Verwechslungen, aus welcher Zeit gerade erzählt wird, da Beate Himmelstoß aus dem aktuellen Leben von Doris erzählt und Susanne Schroeder den Part der Geschehnisse in der Vergangenheit übernommen hat.

    Die Gesamtlaufzeit dieses Hörbuches mit dem wunderbaren, in rot gehaltenen Cover beträgt ca. 7 Stunden 22 Minuten, verteilt auf 6 CDs. Für mich war es eine emotional und äußerst hörenswert erzählte Geschichte, welche mir nur zum Ende hin nicht mehr ganz so gut gefallen hat.

    Erschienen bei DerHörverlag.

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    DaniB83s avatar
    DaniB83vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Das Leben von Doris Alm, rückwärts erzählt. Mit allen Höhen und Tiefen, Schicksalsschlägen und Liebe. Einen Hauch zu kitschig gegen Ende.
    Eine besondere Biographie

    Das Leben von Doris Alm könnte aufregender und abwechslungsreicher nicht sein. Wir erfahren von ihrer Kindheit, ihren Arbeitseinsätzen (zuerst bei einer noblen Dame in ihrer Heimat Stockholm, dann als Model in Paris) und auch von ihrer großen Liebe Allan. Diesen verliert die junge Doris aber auch gleich wieder. Erst als ihre Schwester auch nach Paris kommt, erreicht Doris ein alter Brief von Allan. Sofort beschließen die beiden Mädchen, nach Amerika zu reisen. Leider erleben sie dort nicht unbedingt die besten Erfahrungen. Schlussendlich landet Doris im Altersheim in Stockholm, nachdem sie lange Zeit alleine mit Unterstützung von Pflegerinnen in ihrer Wohnung gelebt hatte.


    Das Hörbuch ist in viele Kapitel unterteilt und gibt das Leben der "alten" Doris wieder, die im Hier und Jetzt lebt. Der zweite Erzählstrang widmet sich der Kindheit, Jugend und des jungen Erwachsenenlebens von Doris. Die Erzählstimmen sind zwar unterschiedlich in der Tonlage, doch beide wirken gleichsam beruhigend auf die Hörorgane. Oft sind warme, tiefe Stimmen, die langsam sprechen, wahre Einschlafhilfen für mich, doch in diesem Fall traf das kein einziges Mal zu. Die Geschichte zog mich in ihren Bann und die Erzählerinnen sprachen mit einer Spannung in der Stimme, dass man unbedingt weiterhören musste. Nur gegen Ende des Hörbuches (v.a. die letzten beiden der sechs CDs) wurde es mir ein wenig zu kitschig. Anfangs dachte ich echt, dass es eine coole Biographie werden würde, aber dann kam einfach zu viel Schmalz ins aufregende Leben von Doris. Vielleicht brauchte sie das aber auch, um ihren Frieden zu finden.

    Alles in allem ein gut gelungenes Hörbuch, das ich gerne und aufmerksam hörte. 

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    Zwillingsmama2015s avatar
    Zwillingsmama2015vor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Emotionale Geschichte quer durch ein sehr bewegtes Leben, viele Kontinente und mit vielen Menschen und Erinnerungen.
    Wie viele Menschen lässt du in dein Leben?

    In der letzten Zeit wurde kein Buch so sehr beworben wie "Das rote Adressbuch" - auf vielen Internetseiten, durch Agenturen - auf "das rote Adressbuch" wurde fast überall hingewiesen. Ich finde das ganze hypen ja manchmal nicht mehr feierlich, aber hinter diesem Buch versteckt sich eine wirklich schöne, ruhige und dennoch bewegende und emotionale Geschichte. 


    Schon das Cover zieht einen bei Buch und auch beim Hörbuch in den Bann, es soll dem roten Adressbuch angeglichen sein, dass Doris von ihrem Vater geschenkt bekommt. Und dann fangen wir mit der Geschichte an...

    Eine alte Dame sitzt in ihrer Wohnung an ihrem Tisch und wartet auf den Pflegedienst, einige Dinge liegen vor ihr unter anderem das Buch. Das Buch das alle wichtigen Menschen enthält, die in ihrem Leben vorgekommen sind. Ein Leben, das viel zu früh beginnt ernst zu werden - in dem Moment, als ihr Vater nach seinem Unfall nicht mehr nach Hause kommt und sie ihre erste Stelle antreten muss, weil ihre Mutter alle nicht versorgen kann.

    Und so werden wir von den Sprecherinnen Beate Himmelstoß und Susanne Schröder durch ein bewegtes Leben mitgenommen - durch viele Länder und Kontinente - Paris, New York, Stockholm. Die Sprecherinnen machen ihre Arbeit sehr gut. Es ist meistens eine sehr ruhige Atmosphäre, weiche Stimmen lassen uns Doris Leben mitverfolgen. Ihre Bekanntschaften, ihre Lieben, ihre Verluste - ein bewegendes Buch mit vielen emotionalen Momenten.

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    Durga108vor 12 Tagen
    Kurzmeinung: ein außergwöhnliches Debüt
    Ein Hörbuch für drei Generationen

    Sofia Lundgren ist ein hervorragendes Debüt gelungen, mit dem sie nicht nur ihrer Tante Doris ein außergewöhnliches Denkmal setzt, sondern der älteren Generationen von Frauen im Allgemeinen. 

    "Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte."

    Ist es nicht ein raffinierter Zug der Autorin, eine Geschichte anhand von Adresseinträgen zu erzählen? Auch wenn dadurch immer wieder zwischen verschiedenen Ebenen der Vergangenheit sowie der Gegenwart hin- und hergesprungen wird, vervollständigt sich Doris Biografie nach und nach zu einem erstaunlichen Gesamtbild. Was für eine Frau! Doris hatte ein schweres Leben, wusste sich aber immer zu helfen und hat sich nie unterkriegen lassen. Sie hat mehr ertragen als manch andere ertragen hätte können und kann auf ein erlebnisreiches Leben zurückblicken. Mich erinnert sie an meine Großmutter väterlicherseits, die ebenfalls vor dem 1. Weltkrieg geboren wurde, viel persönliches Leid erfahren hat und trotzdem eine so starke und liebenswerte Person war, die ich immer bewunderte. 

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    FrauVonUndZuvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Einer der spannendsten Lebensberichte denen ich je zugehört habe
    Ein ganzes Leben in einem roten Buch

    Doris steht am Ende Ihres Lebens und beginnt mit dem Anfang. Ein Bericht orientiert am roten Adressbuch, ein Geschenk ihres Vaters. Die alte Frau hat viel erlebt und viel verloren. Sie wird Ihrer gewohnten Umgebungen entrissen. Kommt auf neue Kontinente und in neue Länder. Lernt zahlreiche Menschen kennen. Verübt verschiedenste Jobs. Steigt auf und fällt. Lernt zu lieben und zu leiden. Erfährt Hilfe und wird enttäuscht. Das klingt im ersten Moment nach keinem Leben, dass sich sehr von anderen unterscheidet. Doch ich denke Sofia Lundberg gelingt es, selbst den erfahrensten Überlebenskünstler zu überraschen. Denn Doris Leben war einzigartig. 


    Beneidenswert spannend könnte ein Außenstehender sagen. Allerdings schaffen es die Stimmen von Silke von Walkhoff und Tanja Kirschbaum den Hörer in die Geschichte zu holen. Als ein Teil von Doris Leben hört der Neid auf. Ich fühlte die Machtlosigkeit und war schockiert über die Ungerechtigkeit. Einer der spannendsten Lebensberichte denen ich je zugehört habe. Wer allerdings zu viel Gefühl in Romanen oder Hörbüchern nicht schätzt, dem würde ich von diesem Hörbuch abraten. Unabhängig davon, dass mich der Schluss sehr bewegt hat, war ich etwas von dem abrupten Ende der Ereigniskette enttäuscht.

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    Crazybookworm1984s avatar
    Crazybookworm1984vor 13 Tagen
    Die Geschichte eines Lebens...

    Viele Geschichten höre ich lieber anstatt sie zu lesen, diese Buch ist auch so ein ganz besonderer Kandidat für mich, in Printform hätte es mich überhaupt nicht angezogen. Beim lesen fällt es mir schwer die Geschichte zu verstehen, wenn sie auf mehreren Ebenen spielt.

    Bei dem Hörbuch war dass jetzt nun ganz anders, ich wollte unbedingt erfahren, was es mit dem roten Adressbuch auf sich hat.

    Das rote Adressbuch gehört der Hilfebedürftigen Doris. Wenn sie darin blättert ist es für sie ein schwelgen in Erinnerungen, gute und schlechte. Das Hörbuch ist eine Reise durch, den Alltag und das Leben der Protagonistin... mit einem romantischen und emotionalen Ende... 


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    evafls avatar
    evaflvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Mich konnte das Hörbuch nicht gänzlich überzeugen.
    Ein bewegtes Leben.

    Doris wächst in Stockholm auf, in einfachen Verhältnissen, aber zufrieden. Vom Vater erhält sie als kleines Mädchen ein rotes Adressbuch, das sie ihr Leben lang begleiten wird. In dieses Adressbuch trägt sie all die Adressen der Menschen ein, die ihr etwas bedeuten. Im Alter nun beschließt sie, ihre Geschichte anhand dieser Einträge niederzuschreiben – und so darf man teilhaben an einer bewegenden Geschichte von Europa bis nach Amerika.

    Die Geschichte rund um Doris und ihr rotes Adressbuch wird von zwei Sprecherinnen gesprochen, so dass man durch dieses abwechselnde Spiel selbst auch hört, in welcher Zeit man sich befindet. Ob es sich um die junge Doris handelt, oder die Doris in der Jetzt-Zeit, in der sie im Alter durchaus die Hilfe eines Pflegedienstes beansprucht. Eingeteilt ist das Hörbuch in verschiedene Kapitel, die auch teilweise immer wieder mit einem Eintrag ins rote Adressbuch benannt werden.

    Hier muss ich jedoch sagen, dass ich mir teilweise schwer getan habe. Denn man erkennt den Wechsel nach einem Kapitel des Adressbuchs (aus der früheren Zeit) nicht immer genau bzw. weiß eben nicht, wann dies genau geendet hat – und wann man wieder in der Jetzt-Zeit ist. Hier hätte ich mir irgendwie mehr klare Unterscheidung gewünscht. Wenngleich dann auch die Sprecherin eine andere ist, aber man merkt dies nicht sofort am ersten Ton.

    Sprachlich ist das Buch durchaus anspruchsvoll und gewollt „schwer“, eine nicht ganz einfache Sprache ist Bestandteil, außerdem wird alles doch auch relativ ausführlich erläutert. Man merkt einfach, dass das Buch auch in einer teilweise schweren Zeit spielt, damals im zweiten Weltkrieg.

    Inhaltlich war es für mich so, dass die Geschichte durchaus in ihren Bann zieht, es für mich aber auch so war, dass ich es so empfunden habe, dass man immer noch eine Stufe draufsetzen muss. Als wäre alles nicht schon heftig genug, kommt noch immer wieder etwas obendrauf. Das fand ich mit der Zeit einfach zu arg, irgendwann ist ja auch mal gut. Und wird es dann auch unglaubwürdig. Natürlich mag es solche Lebensgeschichten geben, aber hier wirkte für mich manches ein wenig arg konstruiert. (Vor allem die Familiensituation dann im Speziellen.)

    Generell war das Hörbuch spannend und unterhaltsam, eher nachdenklich stimmend, zum Schluß hin wurde es dann arg emotional. Wenig lustiges gab es zu hören, denn in diesem Leben hatte gefühlt niemand etwas zu Lachen.

    Alles in allem eine hörenswerte Geschichte, von der ich mir aber noch ein wenig mehr versprochen hatte, gerade hinsichtlich des roten Adressbuches. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen.

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    ninchenpinchens avatar
    ninchenpinchenvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Anschaffen, Kekse & Tee bereitstellen, knapp acht Stunden Zeit freischaufeln und los.
    Spannendes und bewegtes Frauenleben über Kontinente und Ozeane hinweg

    Spannendes und bewegtes Frauenleben über Kontinente und Ozeane hinweg

    Sofia Lundberg: Das rote Adressbuch – Erstellungsdatum 11.09.2018

     Das rote Adressbuch durfte ich im Rahmen eines Hörbuchwochenendes hören und war total begeistert, trotz gekürzter Lesung. Doris heißt sie, die sympathische und humorvolle Protagonistin und sie hat so viel erlebt, dass frau staunt, wie viel in so ein Frauenleben hinein passt. Etwa 1910 in Stockholm geboren, stirbt sie 96-jährig im Krankenhaus, zurück in ihrem Heimatland. Trotz ihres hohen Alters ist sie technisch versiert und kennt sich mit Laptop samt Kommunikationstool Skype aus. Jenny, ihre Großnichte aus Amerika, ist bei ihr und begleitet sie mit liebevoller Empathie in ihren letzten Tagen.

     Erzählt wird dieser Roman in zwei Zeitebenen im Wechsel. In der ersten Zeitebene erfahren wir, was die junge Doris erlebt, diese Rolle spricht Susanne Schroeder. Die aktuellen Ereignisse der betagten Doris werden von Beate Himmelstoss erzählt. Beide Sprecherinnen sind wunderbar und füllen ihre jeweiligen Rollen perfekt aus. So ist die Komposition der beiden Zeitebenen wunderbar abgestimmt und nie verwirrend.

     Das rote Adressbuch bekommt Doris als Geschenk von ihrem Vater zum zehnten Geburtstag und sie trägt dort alle Menschen ein, die ihr etwas bedeuten oder denen sie im Laufe ihres langen Lebens begegnet. An diesem Buchstabenregister der Familiennamen entlang hangeln sich die Personen und Ereignisse, bilden den roten Faden in Doris‘ Leben und gleichzeitig erhält damit diese Geschichte ihre feine Struktur. Besonders angenehm empfand ich dabei, dass ich immer wusste, wie die Namen geschrieben wurden und vom wem grad die Rede war. Normalerweise tappt der Hörbuchhörer ja in dieser Hinsicht stets im Dunklen.

     "Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest."

     Diese kraftvollen Worte gibt die Mutter ihrer Tochter Doris mit auf den harten Weg als künftiges Dienstmädchen. Zu diesem Zeitpunkt ist Doris erst dreizehn Jahre alt, aber da die Familie sehr arm ist, sieht die Mutter keine andere Möglichkeit. Agnes, die jüngere Schwester, darf bleiben und so trennen sich zunächst die Wege der Schwestern. Bei ihrer neuen „Herrschaft“, der „S“, wie Serafin, Dominique, lernt Doris schon früh ihren langjährigen platonischen Freund „N“, wie Nilsson Gösta kennen. Als Dominique nach Paris geht, nimmt sie von ihren zahlreichen Dienstmädchen nur Doris mit. Und in der Stadt der Liebe – wie könnte es anders sein(?) – lernt Doris dann ihre große Liebe kennen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Es wird nie rührselig oder trivial, auch wenn sich möglicherweise manches beim ersten Eindruck zunächst so anfühlt. Die Autorin schafft das Kunststück, häufig haarscharf vor der Grenze zum Kitsch, uns die Liebe, den Schmerz, die Sonne, den Regen und die zahlreichen Abschiede in einem prall gefüllten Frauenleben nahezubringen.

     Und das bei einem Debüt. Alle Achtung.

     
     Mein Fazit: Ein Hörgenuss sondergleichen, eins meiner drei Highlights dies Jahr. Oft traurig, manchmal lustig, immer spannend. Anschaffen, Kekse & Tee bereitstellen, knapp acht Stunden Zeit freischaufeln und los.

     

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    AnneMayaJannikas avatar
    AnneMayaJannikavor 14 Tagen
    Das lange Leben der Doris Alm

    Aufmachung:
    Schlichter roter Pappeinband mit Ästen und Vögeln - das rote Adressbuch.
    6 CDs in gleicher Aufmachung.

    Die Geschichte:
    Sofia Lundberg erzählt die Geschichte von Doris Alm, die in Stockholm, Schweden geboren ist. als sie zwölf, dreizehn wird, stirbt ihr Vater. Sie muss die Schule verlassen und ihre Mutter schickt sie arbeiten, damit sie etwas zu Essen hat und überleben kann.
    Ihr Leben führt sie weiter nach Paris, Frankreich, nach New York, nach England und wieder zurück nach Stockholm.
    Ihr Leben ist geprägt von Liebe, Faszination, Leid, Armut, Schmerz und Verlust.

    Meine Meinung:
    Eine faszinierende Geschichte. Ein langes, aufregendes und trauriges Leben.
    Man leidet mit, man muss weiter hören, um zu wissen, was als nächstes passierst.
    Sofia Lundberg hat eine emotionale Geschichte erzählt über das lange Leben einer kleinen Schwedin, die in ihrem Leben eigentlich nur ihre einzige Liebe wieder finden wollte.
     
    Die Sprecherinnen:
    Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder leisten hervorragende Arbeit. Es ist ein Genuss ihnen zuzuhören, wie sie als Doris ihr Leben erzählen. Jeder Abschnitt passt, jede Stimmung wird gefühlvoll wieder gegeben.

    Fazit:
    Hervorragend zu Hören.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar

    Bewegende Erinnerungen beim Sound der Bücher


    Eine fesselnde Hommage an das Leben und die Liebe erwartet euch im Hörbuch "Das rote Adressbuch" von Sofia Lundberg beim Sound der Bücher im August.

    Gemeinsam wollen wir uns im Rahmen eines Hörwochenendes vom 31. August bis zum 2. September auf eine bewegende Hörreise durch ein Meer von Erinnerungen begeben. Wer ist mit dabei? Der Hörverlag und LovelyBooks vergeben 30 Hörbuchexemplare!

    Mehr zum Inhalt:
    Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der 1920er Jahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.

    Gelesen von Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder.

    >> Jetzt reinhören!

    Wir freuen uns sehr auf das Hörwochenende, denn dieses Hörbuch ist mindestens genauso spannend, wie das Leben selbst - mit allem, was dazu gehört! Wenn ihr am Wochenende vom 31.8.-2.9. Zeit für dieses großartige Hörbuch habt und euch mit anderen Hörern dazu austauschen möchtet, habt ihr jetzt die Chance! Bewerbt euch einfach bis 19. August 2018 zum mit Klick auf “Jetzt bewerben” für eins der 30 Hörbücher und beantwortet folgende Frage:

    Was ist euch beim Hören einer Lebensgeschichte besonders wichtig? Welche Arten von Geschichten berühren euch und bringen euch zum Nachdenken?

    Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke euch die Daumen.

    Spielregeln:
    Für eure Bewerbung erhaltet ihr 10 Hörminuten gutgeschrieben. Für eure Rezension gibt es 20 Hörminuten (bitte beachtet, dass es im Vergleich zum letzten Jahr keine Sonderhörminuten für die Rezension eines Aktions-Hörbuches gibt). Für eure aktive Teilnahme an allen Aufgaben zu eurem Buch, erhaltet ihr noch einmal 20 Hörminuten oben drauf!
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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    CharlyMs avatar
    CharlyMvor einem Monat
    Ich freue mich auf dieses Hörbuch, da es ganz was anderes ist, als das, was ich sonst so höre. Auerdem interessieren mich die 20er Jahre sehr
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    Sandra8811s avatar
    Sandra8811vor einem Monat
    Allein vom Klappentext würde ich eher sagen, dass es "Das rote Tagebuch" heißen müsste, mal sehen wie es so ist :-)
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