Sofie Laguna Lichterloh

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Inhaltsangabe zu „Lichterloh“ von Sofie Laguna

Hester wird von ihren Eltern in einem Haus im Wald großgezogen. Sie hat noch nie einen Fuß vor die Tür setzen dürfen, sie hat noch nie mit einem anderen Kind geredet. Ihre einzige Habseligkeit ist eine illustrierte Kinderbibel, die reichen muss, um ihre kleine Welt mit Sinn zu füllen. Ihre Freunde sind Katze, Löffel, Axt und Baum, und sie alle geben ihr manchmal Ratschläge, was sie tun soll. Der Tag, an dem sie das Verbot der Eltern ignoriert und die Tür zum Hof öffnet, verändert ihr Leben. Denn die Ahnung, dass es im Leben mehr geben muss, das instinktive Wissen um Glück und Freundschaft, die sie noch nie erfahren hat, deren Existenz sie aber spürt, geben ihr die Kraft, das Leid zu ertragen. Bis der Tag gekommen ist, an dem Hester zum ersten Mal eine Entscheidung trifft...

Ein sehr anspruchsvoller, sehr gut, wenn auch nicht leicht, geschriebener Roman zum darüber Nachdenken.

— Kitty_Catina
Kitty_Catina

Erwartungen nicht erfüllt, teilw. war es schwer, Gedankengängen zu folgen, das Ende war vorhersehbar. Trotzdem interessante Story

— Avalee
Avalee

Sehr toller, lyrischer Schreibstil!

— winkybooks
winkybooks

Sprachgewaltig, schockierend, ehrlich! Eine geniales Buch, definitiv NICHT zum zwischendurch lesen...

— Buchliebhaberin1
Buchliebhaberin1

ich lese gebannt und vollkommen erschütternd diesen roman, dennoch genieße ich jedes wort einzeln. diese gabe dem kind eine stimme zu verleihen und gleichzeitig die poesie tanzen zu lassen! phänomenal!

— radieschen
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    Lichterloh
    Kitty_Catina

    Kitty_Catina

    13. June 2017 um 15:35

    Die kleine Hester wird von ihren fanatischen Eltern im Haus eingesperrt. Die Außenwelt sieht sie nur durch die staubigen Fenster, wenn die Vorhänge gewaschen werden. Bis sie sich traut, den Türknauf der Hintertür zu drehen und ins Freie zu treten. Als sie dann auch noch, wider dem Willen ihrer Eltern, in die Schule gehen muss, betritt sie eine völlig neue Welt, die in ihr etwas wach ruft, was niemand mehr stoppen kann.Sofie Laguna erzählt hier eindringlich und sehr bildlich die Geschichte eines völlig isolierten Kindes. Dabei begibt sie sich auf Hesters Ebene, spiegelt ihre kindliche Sicht auf die Dinge, die rings um dieses Mädchen geschehen, in poetischen Worten und allerhand Metaphern und Vergleichen wider. Gegenstände werden lebendig, reden mit Hester und sie schafft sich eine Art Traumwelt. Gleichzeitig landet der Leser in einer erschreckenden Welt von Einsamkeit, psychischer und körperlicher Gewalt. Und trotz dieser sensiblen Thematik schafft es die Autorin, durchweg unverblümt und direkt zu bleiben. So ist das Buch, trotz seiner wenigen Seiten, nicht sehr schnell weg gelesen, zieht den Leser aber dennoch vollkommen in seinen Bann.So ist die Geschichte sehr spannend, obwohl sich gerade die ersten Seiten nur im Haus abspielen. Man erlebt Hesters Alltag mit ihren Eltern, die sie nur als Belastung ansehen, sie zum arbeiten anstellen und bei den kleinsten Verfehlungen, die noch nicht einmal welche sind, züchtigen. Als sie dann zur Schule geht, wird es immer interessanter. Man merkt, wie sich in Hester etwas regt, dass sie sich verändert und auch ihre Welt langsam anders wahrnimmt. Das alles hat mir sehr gut gefallen und ich konnte nicht anders, als weiter zu lesen, auch wenn es mir ab etwa der Hälfte des Romans ein bisschen zu undurchsichtig wurde. Irgendwann fiel es mir an manchen Stellen wirklich schwer, den Gedanken Hesters und ihren Wahnvorstellungen (ich würde es als solche bezeichnen) zu folgen. Was dann beinahe am Ende des Buches geschieht, ist unglaublich und schrecklich, jedoch irgendwie absehbar. Trotzdem blieb mir förmlich der Mund offen stehen und ich war sehr erschrocken, wenn ich es auch verstehen konnte. Umso glücklicher war ich dann über das endgültige Ende der Geschichte.Was die Charaktere angeht, so hat es die Autorin hier geschafft, diese sehr realistisch und nachvollziehbar zu gestalten. Hester ist so unschuldig, entwickelt sich aber zu jemandem, den man zwar nicht greifen kann, aber dennoch verstehen. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und auch als Erwachsene wirkt sie durch alles, was ihr geschehen ist, noch immer sehr kindlich, allerdings auf eine Art und Weise, die genau zu ihrem Charakter passt. Was ihre Mutter angeht, so fand ich diese von Anfang an verabscheuungswürdig. Sie bringt den Beweis dafür, dass Glaube ohne Liebe nichts wert ist und alle Rationalität verloren geht. Hesters Vater tat mir anfangs noch eher leid, da ich dachte, er würde sie doch auf irgend eine Weise lieben, könnte sich aber nicht gegenüber der Mutter durchsetzen. Das änderte sich aber schnell, denn von Liebe kann hier keine Rede sein. Im Gegenteil versteckte sich hinter seinem Handeln nur noch mehr Schrecken. Richtig toll fand ich Mary, Hesters erste Freundin aus der Schule und Norma, ihre zweite, richtige Freundin, die sie später kennenlernt. Beide sind einzigartige Charaktere und einfach toll. Sie akzeptieren Hester so, wie sie ist und genau das braucht sie.Ich hätte nie gedacht, dass mich "Lichterloh" so packen könnte und mir so unter die Haut geht. Es hat zwar für mich ein paar wirklich kleine Schwächen, aber das sollte niemanden davon abschrecken, es zur Hand zu nehmen. Denn es besticht mit einer solchen Intensität, dass man es nicht mehr weglegen mag.

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  • Anders als erwartet

    Lichterloh
    Avalee

    Avalee

    10. December 2015 um 11:58

    Der Klappentext hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Ich nahm an, es ginge um ein Mädchen, das Zuhause eingesperrt wird und gegen Ende der Geschichte flieht oder ähnliches. Daher war es für mich sehr überraschend, dass Hester schon zu Beginn der Story das erste mal einen Fuß vor die Tür setzt. Für mich nahm die Story also einen anderen Verlauf, als erwartet, dennoch wurde ich von dem Inhalt nicht enttäuscht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es teilweise schwierig ist, den Gedankengängen von Hester zu folgen. Vor allem auch wegen ihren sehr bildlichen Halluzinationen. Um ehrlich zu sein habe ich, dank des Buchtitels, die ganze Story über auf das gewartet, was dann am Ende auch geschieht. Daher war „Lichterloh“ als Überschrift vielleicht nicht ganz so gut gewählt, es sei denn natürlich, das war von der Autorin so beabsichtigt. Wie schon gesagt, ist die Geschichte aber trotzdem sehr lesenswert.

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  • Rezension zu "Lichterloh" von Sofie Laguna

    Lichterloh
    Wrathchild

    Wrathchild

    11. November 2011 um 01:26

    erzählt die Geschichte der kleinen Hester. Hester lebt mit ihren Eltern in einem abgelegenen Haus in der Cotton Road Eins. Die religionsfanatischen Eltern isolieren ihre Tochter von der Außenwelt. Bisher durfte sie nie einen Schritt vor die Tür setzen. Dabei lockt das Draußen doch so sehr. Und ihr Freund Baum vermisst sie. Wenigstens hat sie im Haus Katze, Löffel und Axt zum Freund, welche ihr Ratschläge geben und Geschichten erzählen. Doch irgendwann setzt sich Hester über die hausinternen Verbote hinweg und geht nach draußen. Denn Knauf hat nach ihr gerufen. Auch findet sie Gefallen am malen. Sie macht anhand dessen ihre Welt greifbar. Irgendwann bricht das Mädchen aus dem familiären Gefüge aus und darf die Schule besuchen. Hier findet sie, trotz ihrer sprachlichen Defizite, eine sehr gute Freundin. Mary. Die Eltern, welche von Anfang an gegen den Schulbesuch waren, setzen alles daran die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Und so bleibt Hester wieder nur das Klammern an ihre alten Freunde, das Malen und die Kinderbibel. Das Mädchen erfährt weder Liebe, noch Geborgenheit. Was für andere das warme Nest ist, ist für Hester einfach nur ein Gefängnis. Die Eltern schlagen sie, schreien sie an und titulieren sie als Missgeburt. Der Vater vergeht sich an dem Mädchen. Egal was sie angeht, sie scheint es falsch zu machen. Allein die Großmutter scheint so etwas wie Zuneigung zu verspüren, doch ist diese mit den Leiden des Alters beschäftigt, als wirklich wahrzunehmen, was in dem Elternhaus ihrer Enkelin vor sich geht. Hester braucht mehrere Anläufe, um endlich ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Hierbei durchläuft sie auch die Station in einer Anstalt, wo sie die junge Frau Norma K. kennenlernt. Norma ist vom Teufel besessen und allein in Hesters Nähe hat sie keine Angst mehr. Denn auch wenn sie kein Segen war, so scheint sie die Gabe besitzen das Böse zu sehen. Die Frauen werden Freundinnen. Eine Schnur verbindet sie. Gemeinsam lösen sie die Fesseln ihrer Peiniger. Hesters Freiheitsschlag wird kommen... Meiner Meinung nach hat der 'Fahrenheit Verlag' ein Gespür für gute Literatur. Wie mit von Sofie Laguna einmal mehr bewiesen ist. Die Geschichte von Hester erschüttert und berührt zugleich. Man ist nicht nur Gast in ihrer Welt, sondern wird ein Teil dessen. Die wunderbare Sprache der Autorin macht dies möglich. Denn empfindet man schnell Abscheu gegenüber der Mutter, kristallisiert sich hintergründig heraus, dass auch sie einst nur ein Opfer war. Und wenn jemandem nicht geholfen wird, wie soll man es besser machen? Und obwohl man als Leser hilflos mit ansehen muss, wie Hester gequält wird, lächelt man mit ihr, wenn sie in ihre eigene Welt abdriftet und sich alles in Wohlgefallen auflöst. Weiter die Intensität und Sprachgewalt dieses Buches zu beschreiben würde nur in einem dilletantischen - wenn auch gut gemeinten - Versuch enden. Daher mein Rat: unbedingt selbst lesen.

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  • Rezension zu "Lichterloh" von Sofie Laguna

    Lichterloh
    gina_mayer

    gina_mayer

    18. February 2011 um 19:53

    Die geistig behinderte Hester wird von ihren Eltern von der Außenwelt versteckt gehalten, die Mutter schämt sich für die Tochter, der Vater missbraucht sie, Hester wird gequält, vernachlässigt und ausgebeutet. Ihre Freunde sind Löffel, Axt, Messer und Klinke, leblose Gegenstände, die sie in ihrer Einsamkeit zum Leben erweckt. Was immer sie anfängt, ist zum Scheitern verurteilt. Und jeder Luftzug, der von außen in ihr Leben weht, wird von den lieblosen Eltern konsequent erstickt. Die Handlung ist sicherlich sehr konstruiert und das Leid, das Hester erdulden muss, ein bisschen zu dick aufgetragen. Aber auf äußere Zusammenhänge und Ereignisse kommt es in "Lichterloh" auch nicht an. Was zählt, sind Hesters Gefühle, ihre Gedanken, ihr verzweifelter Versuch, einen Sinn in ihr Leben zu bringen. Zu verstehen, was nicht zu verstehen ist. Und diese Innenwelt malt Sofie Laguna geradezu meisterhaft aus. Ihre Wortbilder sind so treffend und eigenartig, dass man sich bald ebenfalls als hilfloses Teil eines feindlichen Ganzen fühlt. "Cold came off the window to sit on my nose, knees and hair, but inside me, where Jesus beat the drum, I was hot." Am Schluss stehen ein entsetzlicher Befreiungsschlag und dann ein wunderbares Happy end - oder war es alles nur ein Traum?

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  • Rezension zu "Lichterloh" von Sofie Laguna

    Lichterloh
    alvareth

    alvareth

    01. June 2009 um 15:52

    Hester wächst in einem Haus auf, welches sie durch Verbote ihrer Eltern nicht verlassen darf.Sie kennt keine anderen Menschen außer Stiefel und Sack (ihre Eltern),welche sie spüren lassen, das sie kein normales Kind ist.Ihre Freunde sind Löffel, Türknauf und Axt, welche mit ihr sprechen.Irgendwann ignoriert sie das Verbot ihrer Eltern und geht nach draußen und merkt das es da noch mehr geben muß. Es ist alles in einer Sprache geschrieben, wie Kinder die Welt sehen und ich habe die ganze Zeit nur gedacht, rette doch einer dieses Kind.Das geschieht auch zeitweise durch die Behörde, welche der Familie klarmacht, das Hester zur Schule gehen muß, obwohl nach einer Zeit klar wird, das Hester eben doch nicht so ist, wie die anderen Kinder. Es geht um ein Kind, welches anders ist.Welches die Welt, obwohl sie erwachsen wird, noch immer durch Kinderaugen sieht und den Mißbrauch vielleicht in dem Moment gar nicht erkennt, der aber so weit führt, das das Ganze eine bizarres Ende nimmt.

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