Sofja Tolstaja Eine Frage der Schuld

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Inhaltsangabe zu „Eine Frage der Schuld“ von Sofja Tolstaja

Eine kleine Sensation: Sofia Tolstajas Antwort auf die skandalöse „Kreutzersonate“ ihres welberühmten Ehemannes Tödliche Eifersucht, Wollust, Wahnsinn – alles bloß die Schuld der Frauen, dessen ist sich der chauvinistische Held in Tolstois Erzählung „Die Kreutzersonate“ sicher. Wer ist aber wirklich dafür verantwortlich, wenn Männer an Frauen verzweifeln und Frauen an Männern? Ist es eine Frage der Schuld oder nicht vielleicht eine von hohlen Konventionen? Die Antwort gab Sofja Tolstaja, Tolstois Frau: mit einem kleinen Roman, der psychologisch ebenso überzeugt wie literarisch.

Tolstoys Frau zeigt hier ihr eigenes Potential und gibt einen Einblick in die damalige Zeit

— Esse74

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  • Ein fesselndes Porträt der Zeit

    Eine Frage der Schuld

    Esse74

    15. October 2016 um 18:15

    Tolstoys Gattin stand eher in seinem Schatten, dabei war sie seine Erstlektorin, gebar ihm eine große Kinderschar, führte ein Gut und schrieb nebenbei selbst. Ihr Roman, der eher kurz gehalten ist, mag kein Meilenstein sein, wie "Anna Karenina", aber zeigt Züge desselben und porträtiert die Rolle der Frau in der russischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Wie sagte die Gräfin Paley:"Man wird verheiratet und hat glücklich zu sein." Und das trifft es. Die Frau als Heiratsobjekt, schön vielleicht, folgsam, guterzogen und demütig dem Manne gegenüber, der sie wie seinen Besitz behandelt. Tolstaja übernimmt Motive ihres Mannes und auch in ihrem Roman offenbart sich die Tragweite der russichen Seele- wenn man traurig ist, dann leidet man richtig.

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  • Rezension zu "Eine Frage der Schuld" von Sofja A. Tolstaja

    Eine Frage der Schuld

    Sokrates

    04. January 2012 um 21:52

    Dass Sofja Tolstaja, die Frau Lew Tolstois, gegen dessen „Kreuzersonate“ anschreibt, ist m.E. unverkennbar. Tolstaja arbeitet recht plakativ mit Idealen, mit Vorsätzen, mit dem „Glauben an die ‚erste reine Liebe‘“, die die Protagonistin Anna leiten, jedenfalls noch so lange wie sie an die ihrer Ehe zugrunde liegenden emotionalen Voraussetzungen glaubt. Doch schon kurz nach der Hochzeit sieht sie, dass körperliche Nähe ihres Mannes einzig sexuellen Bedürfnissen folgt. Mehr Gemeinsamkeiten wünscht er gar nicht. Die Autorin braucht nur knapp 80 Seiten, um in Anna einen traurigen Sinneswandel bemerkbar zu machen: die Tatsache, dass sie mit ihrem Ehemann keine glückliche Ehe wird führen können, da sich dieser allein auf körperliche, nicht jedoch (auch) auf intellektuelle Interessen mit seiner Frau wird einigen können. Die Ehe ist bereits hier gescheitert, die einstig aufgeschlossene und optimistische Anna beginnt – aus Sicht ihrer eigenen Mutter – zu „verwelken“. Trotzdem versucht sie immer wieder ihrer Ehe neues Leben einzuhauchen, indem sie Gemeinsamkeiten pflegt, sich redlich Mühe gibt. – Sofja Tolstaja konnte mich als Schriftstellerin überzeugen, doch das Talent zu schreiben konnte man bereits bei ihren seit Jahrzehnten veröffentlichten Tagebüchern bewundern. Dass ihre „Widerrede“ gegen die „Kreuzersonate“ erst jetzt publiziert wird, ist schade, aber ein Gewinn für alle Tolstoi-Liebhaber.

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  • Rezension zu "Eine Frage der Schuld" von Sofja A. Tolstaja

    Eine Frage der Schuld

    Heike110566

    07. February 2011 um 16:38

    Sofja Tolstaja (1844-1919) war schockiert, als sie für ihren Mann, Leo Tolstoi (1828-1910), seine Erzählung "Kreutzersonate" (1891) als Reinschrift abschrieb. Was ihr Mann dem Protagonisten da über die Frauen in den Mund legte, war für ihr völlig unannehmbar. Tolstois Protagonist Posdnydschew sah in der Frau die Wurzel allen Übels des Mannes, insbesondere in einer Ehe. Sofja Tolstaja empfand dies als Angriff gegen sich persönlich auch gerichtet, hatte ihr Mann sich doch in den davor liegenden Jahren zunehmend aus der Ehe verabschiedet, weil er Familie und Kinder als Last wahrnahm, die seiner geistlichen Neigung im Wege standen. Die Ehefrau des berühmten russischen Dichters ("Krieg und Frieden", "Anna Karenina") wollte das, was ihr Mann da in der "Kreutzersonate" postulierte, so nicht stehen lassen. Sie, die schon vor der Ehe geschrieben, das Schreiben aber dann zugunsten ihres Mannes aufgegeben hatte, stellte ihre Position als Gegenentwurf in einem Roman der "Kreutzersonate" gegenüber. Dieser Roman ist "Eine Frage der Schuld", den sie 1893 vollendete, aber leider wieder zugunsten ihres Mannes nicht veröffentlichte. Erst 1994, also über 100 Jahre danach, erschien der Roman in der russischen Originalfassung und 2008 zum ersten Mal in deutscher Sprache. "Eine Frage der Schuld" ist aber keine Umkehrung der "Kreutzersonate", sondern eine differenzierte Betrachtung über das, was eine Beziehung zum Scheitern bringen kann, selbst wenn beide davon überzeugt sind, den anderen zu lieben. Was ist Liebe? - Für die fast 18-jährige Anna hat Liebe vor allem mit Reinheit und einer geistigen Verbindung zu tun. Nur wenn diese vorhanden sind, dann kann Liebe auf Dauer Bestand haben. Für den siebzehn Jahre älteren Fürsten Prosorski ist es vor allem die körperliche Beziehung der beiden Partner. Anna hat einen schönen, reizvollen Körper und Prosorski, der in seinem Leben schon Hunderte Frauen hatte, wie es im Roman heißt, verliebt sich entsprechend auch in Anna. Immer wieder, wenn er zu Besuch bei der Familie ist, sucht er ihre Nähe. Auch Anna verliebt sich in den Fürsten, der, als langjähriger Freund der Familie, ihr vertraut ist und immer auch an ihrer Entwicklung, auch der geistigen, Anteil nahm. Als er ihr einen Antrag macht, willigt sie ein. Ihr Irrtum besteht darin, dass sie davon ausgeht, dass er ihre Auffassung von Liebe teilt. Das er eine andere Ansicht vertreten könnte, kommt ihr gar nicht in den Sinn. Er ist sich bewusst, dass er betrügt, aber Annas Körper reizt ihn so sehr, dass er sie unbedingt zur Frau haben will, obwohl er weiß, dass sie daran zerbrechen wird. Nach der Hochzeit wird Anna ihr Irrtum schnell klar. Sie liebt aber ihren Mann und will ihr Liebesversprechen auch halten. Sie ordnet sich ihm unter. Die hochgebildete Frau, die sich mit Philosophie und Religion sowie Kunst und anderen schöngeistigen Interessen befasst, stellt ihr Leben hinter den Wünschen des Fürsten zurück. Vier Kinder werden geboren. Dennoch wird sie immer einsamer und unglücklicher, denn obwohl sie alles versucht, es ihrem Mann recht zu machen, zieht er sich immer mehr aus der Familie zurück. Der Fürst ist kühl den Kindern und seiner Frau gegenüber. Die Familie empfindet er als eine Belastung. Da erscheint auf dem Anwesen der Prosorskis Dmitri Bechmetew, ein alter Freund des Fürsten, der aufgrund seiner labilen Gesundheit sich viel im Ausland aufhielt. Zwischen Anna und Bechmetew, der Maler ist, entwickelt sich eine Freundschaft. Eine besoondere Freundschaft. Eine Liebe. - Aber keine, die auf körperlich-sexueller Basis sich konstituiert, sondern eine platonische, eine, die ihrem Ideal der reinen Liebe gleichkommt. Sie fühlt sich verstanden, geborgen. Obwohl absolut nichts körperliches zwischen den beiden Liebenden stattfindet, steigt in dem Fürsten eine immense Eifersucht auf. Für Anna ist nicht nachvollziehbar, was ihren Mann erzürnt. Immer mehr wendet er sich von ihr ab, macht sie verantwortlich für alles Übel um sich herum und gibt ihr auch die Schuld an seinem eigenen Fehlverhalten. Sie habe ihn dazu getrieben, so seine rechtfertigende Argumentation. Das Leben wird für Anna immer mehr zur Qual. Wie soll das alles enden? Das Grundproblem für das Scheitern der Ehe sieht die Autorin in der nicht vorhandenen Kompatibilität der Auffassungen von Liebe. Man benutzt dasselbe Wort, redet aber aneinander vorbei, weil jeder einen anderen Inhalt in diese Worthülse legt. Während in der "Kreutzersonate" rein aus der Sicht des Protagonisten Posdnydschew dargestellt wird, die Frau im Grunde nicht vorhanden ist, nicht mal mit Namen benannt wird, geht Sofja Tolstaja in ihrem Roman differenzierter vor. Beide Partner kommen zu Wort mit ihren unterschiedlichen Ansichten. Es ist keine einseitige Anklage, keine Schuldzuweisung an einen Partner. Tolstaja zeigt Fehler sowohl bei ihm als auch bei ihr auf. Auch Sofja Tolstajas eigene Ehe nahm einen unglücklichen Verlauf. Nach anfänglichen sehr glücklichen Jahren, wendete sich Leo Tolstoi immer mehr vom Leben ab. Er suchte seine Erfüllung im geistlichen, lehnte das weltliche Leben ab. Er verneinte eigenen Besitz, übertrug seiner Frau dann auch die Verfügungsgewalt über alles Vermögen und Besitz, darunter auch die Herausgaberechte an seinen Werken. Zurückgezogenheit, Askese und Weltentfremdung bestimmten sein Dasein bis zu seinem Tod 1910. Kurz vor seinen Tod verließ er Frau und Kinder. Sofja Tolstaja litt immer mehr, was sich auch in ihrer gesundheitlichen Konstitution niederschlug. Die Lasten, die ihr Mann ihr aufbürdete und denen sie versuchte gerecht zu werden, forderten ihren Tribut. Dennoch liebte sie ihren Mann, wie man in der "Kurzen Autobiographie der Gräfin Sofja Andrejewna Tolstaja", die sie 1913 verfasste und Teil dieses Buches ist, nachlesen kann. Der Roman liest sich flüssig. Dennoch ist die Sprache edel. Sofja Tolstaja schreibt mit großer Poesie, malt mit Worten bezaubernde Bilder. Ihr gelingt es innere Vorgänge so in Worte zu fassen, dass man sich das, was in der Person vorgeht, auch vorstellen kann. Sofja Tolstaja ist nicht nur lesenswert, weil sie die Frau des großen Leo Tolstoi gewesen ist und "Eine Frage der Schuld" ihre Gegendarstellung zu der "Kreutzersonate" ihres Gatten ist, sondern sie ist lesenswert, weil sie mit dem Roman etwas Herausragendes vorgelegt hat, was einen eigenständigen Platz in der Literatur verdient.

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  • Rezension zu "Eine Frage der Schuld" von Sofja A. Tolstaja

    Eine Frage der Schuld

    Clari

    28. January 2011 um 12:43

    Der vergebliche Kampf um eine gute Ehe. Die junge Anna, Tochter von Landadligen im zaristischen Russland, erfreut sich unbeschwerter Lebenslust. Sie liebt die Natur, ist wachen Geistes, liest Büchner und Feuerbach und malt gerne, als sie den Fürsten Prosorski im Hause ihrer Mutter trifft. Er ist sofort entflammt von der grazilen, natürlichen und heiteren Schönheit der jungen Frau. Schon bald hält er um ihre Hand an. Zunächst erschrocken von dem Drängen des um 17 Jahre älteren Fürsten gibt Anna doch bald nach und willigt in die Heirat ein. Untrügliche Zeichen seiner vulgären Sinnlichkeit, mit der er sie begehrt, übersieht sie, und erlebt die Zeit nach der Hochzeit als Alptraum. Das ist die Geschichte der Sofja Tolstaja, der Frau von Leo Tolstoi. In der Kreuzersonate hat Tolstoi eine Ehetragödie abgehandelt, die unschwer als seine eigene zu erkennen ist. Als Antwort auf diese beschreibt Sofja Tolstaja ihre Sicht der Ehe, und da entsteht ein ganz anderes Bild. Im Gegensatz zu ihm erscheint sie in der Figur der Anna als eine Frau, die sich nach seelisch- geistiger Gemeinschaft sehnt, die ihr der Mann verweigert. Seine Sinnenlust trieb ihn immer wieder zu anderen Weibern, und sie litt unter Eifersucht und Einsamkeit. Der Fürst wird als ansehnlicher Mann beschrieben, dem sie gerne eine gute Frau war. Er aber ließ sie im Stich. In stillem Kampf um seine Liebe versucht sie ihn bei Laune zu halten, indem sie ihm jede Art von Abwechslung bietet. Sie verbringt den Winter über mit ihm und den Kindern in Moskau, wo sie gesellschaftliche Erfolge feiert, weil sie schön, unterhaltsam und zudem eine anregende Gesellschafterin ist. Zu Bechmetew, einem Freund ihres Mannes, entbrennt Anna in heimlicher Liebe, denn er ist sensibel und wie sie den schönen Künsten zugetan. Sie bleibt jedoch treu und bemüht sich immer weiter um die wahre Liebe in ihrer Ehe, wenn ihr diese Mühe auch erhebliche Kraftanstrengungen abverlangt. Ihr Mann ist ein untreuer, launischer Liebaber, dem es nur um die körperliche Schönheit und sein unstillbares Begehren geht. In zynischen Ausbrüchen verdächtigt er sie der Untreue, deren Auswüchse sie mit Entsetzen von sich weist. Sofja Tolstaja ist eine begabte Schriftstellerin, die ihren inneren Stimmungen, der äußeren Schönheit der Natur und ihren tiefen Gedanken beredt Ausdruck zu geben vermag. Die Kinder sind das größte Lebensglück der Fürstin. Ihrer Erziehung und ihrer Bildung widmet sie sich mit Überlegenheit und kluger Einsicht und findet in dieser Aufgabe ihre seelische und geistige Zufriedenheit. Das Buch ist von klugen, in poetische Worte gefassten Lebensweisheiten erfüllt, angereichert mit eigenen Überlebensstrategien in einer fast unerträglichen Lebensgemeinschaft mit Leo Tolstoi. Die Erzählung gerät auf diese Weise zu einer Abrechnung von Frau Tolstaja mit ihrem ungetreuen, rabiaten und zynischen Ehemann. Wie es in einem Nachwort von Ursula Keller heißt, ist Sofja Tolstaja durchaus als eigenständige Schriftstellerin aus dem Schatten ihres Mannes herausgetreten. Man liest die Lektüre mit Freuden. Die bibliophile Aufmachung aus der Manesse Bibliothek ist handlich und ansprechend, die Übersetzung von Alfred Frank und Ursula Keller gelungen.

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  • Rezension zu "Eine Frage der Schuld" von Sofja A. Tolstaja

    Eine Frage der Schuld

    Gospelsinger

    28. February 2009 um 13:18

    Die "Erwiderung" ist um Längen besser als die "Kreutzersonate" ihres Mannes. Unbedingt empfehlenswert.

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