Sok-Yong Hwang Die Geschichte des Herrn Han

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte des Herrn Han“ von Sok-Yong Hwang

Die ergreifende Chronik eines nordkoreanischen Arztes, der am Krieg und an den Folgen der Teilung von Land und Volk zerbricht. In einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus in Seoul stirbt im Jahr 1968 ein alter Mann, einsam und verarmt. Die Nachbarn, die ihn kaum kannten, weil er, der Nordkoreaner, ihnen suspekt war, streiten sich um das frei gewordene Zimmer. Wer aber war dieser Herr Han? Han Yongdok ist Professor für Gynäkologie am Universitätskrankenhaus in Pjöngjang, als 1950 der Koreakrieg ausbricht. Er entgeht der Mobilisierung, was ihn allerdings beunruhigt, ahnt er doch bereits, dass dies bedeutet, offenbar nicht auf Parteilinie zu sein. Er wird stattdessen der für die politischen Kader reservierten Sonderstation des Krankenhauses zugeteilt, hält sich aber nicht an die damit verbundenen Vorschriften und behandelt trotz Verbot auch Patienten aus dem Volk. Als er dabei erwischt wird, wie er ein schwer verletztes Mädchen operiert, wird er zum Tode verurteilt. Wie durch ein Wunder überlebt Han die Erschießung und flieht über den Fluss Daedong nach Südkorea und in die vermeintliche Freiheit. Frau und Kinder hofft er nachholen zu können, doch schnell stellt sich heraus, dass die poltischen Verhältnisse das nicht mehr zulassen. In Seoul findet er zwar seine Schwester wieder, die aber hat selbst kaum etwas zum Leben. Vergeblich auf Arbeitssuche, lässt er sich schließlich von zwei selbsternannten Kollegen überreden, auf illegalem Wege eine gynäkologische Praxis zu eröffnen. Doch als der ehrliche Han ihnen lästig wird, denunzieren sie ihn als nordkoreanischen Spitzel. Er landet in den Folterkellern des Geheimdienstes, und einzig seine Schwester und ein alter Freund aus Pjöngjang setzen sich für seine Unschuld ein. Nach Jahren wird er endlich freigelassen, sein Leben aber ist für immer runiniert.

Knapp, aber eindringlich.

— Zen-Cola

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    Die Geschichte des Herrn Han

    Zen-Cola

    05. October 2014 um 02:57

    In einem Gebäudekomplex in Seoul stirbt der kauzige, in der Nachbarschaft als wirr und unangenehm verschriene Han Yongdok im Jahre 1968. Seine Totenfeier verläuft beschaulich, steril und ohne nennenswerte Teilnehmer. Doch wer war der Herr Han, was hat ihn gebrochen? Und so setzt der knappe Roman zur Zeit des Koreakrieges (1950-1953) ein, erzählt die Geschichte eines nordkoreanischen Militärarztes, der durch die Trennung des Landes nicht nur grundsätzlich entwurzelt wird, sondern dem darüber hinaus auch im Süden des Landes kein Glück widerfährt. Denunziation sowie der tägliche Überlebenskampf machen ihm zu schaffen ... Im Nachwort erfährt man, was den Roman für die koreanische Literatur so gewichtig macht - der nichts sagende Titel »Die Geschichte des Herrn Han« deutet es bereits an: Es könnte nahezu die Geschichte eines ganzen Volkes sein, es ist das Symbolische, das der Geschichte zugrunde liegt und das sie so wichtig macht; die tiefen Wunden, die durch die Trennung von Familien und eines ganzen Volkes entstanden sind, die Freunde und Familien zu Bestandteilen rivalisierender Teilstaaten macht. Der Roman kommt mit kaum mehr als hundertzwanzig Seiten aus; dazu gibt es ein etwa achtseitiges Nachwort. Hwangs Sprache ist sehr knapp, schnörkellos, klar und nicht verschachtelt. Was hier geschrieben steht, ist auch so gemeint; man muss nicht groß zwischen den Zeilen suchen, um das Traurige, Abgründige zu spüren. Und so folgt man dem Protagonisten durch seinen skizzierten Lebenslauf, der stets nachvollziehbar und psychologisch glaubhaft bleibt und einen teilweise unangenehm berührt.

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  • Rezension zu "Die Geschichte des Herrn Han" von Sok-Yong Hwang

    Die Geschichte des Herrn Han

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. March 2011 um 09:44

    Als 1950 der Koreakrieg ausbricht, arbeitet Han Yongdok als Gynäkologe in einem Krankenhaus in Pjöngjang. Fast alle Kollegen werden zum Militär einberufen, Han wird allerdings an ein anderes Krankenhaus versetzt. Dort werden mit den wenigen vorhandenen Medikamenten und Arbeitskräften nur Parteimitglieder behandelt. Han widersetzt sich und operiert ein junges Mädchen, wird aber erwischt und landet im Gefängnis. Eine Erschießung überlebt er leicht verletzt. Er flieht ohne Familie in den Süden des Landes und fängt dort, so gut es geht, ein neues Leben an. Jahre später stirbt er einsam und verarmt in Seoul. Ganz nüchtern, fast wie ein Bericht wird die Geschichte von Herrn Han erzählt. Manchmal war mir das fast ein bisschen zu distanziert, an anderen Stellen war ich aber froh, dass nicht genauer auf die Gefühle und Gedanken eingegangen, sondern alles nur "von außen" beschrieben wird. Auf Folter und grausame Verhörmethoden, die detailliert ausgeführt werden, kann ich nämlich sehr gut verzichten. Die Geschichte von Herrn Han ist nicht sehr spezifisch koreanisch. Einerseits fand ich das gut, da der Machtmissbrauch des Regimes und die Versuche, Kritik oder Andersdenken sofort im Keim zu ersticken, sicher auch in vielen anderen Ländern und zu anderen Zeiten so vorkommen oder vorgekommen sind. Andererseits hätte ich mir doch gewünscht, etwas mehr über die Konflikte zwischen Nord- und Südkorea zu erfahren. Insgesamt aber ein sehr interessantes und lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Die Geschichte des Herrn Han" von Sok-Yong Hwang

    Die Geschichte des Herrn Han

    Pitak

    28. December 2008 um 18:27

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich war sehr geschockt darüber, wie mit den Flüchtlingen umgegangen worden ist. Das Buch war sehr gut und fesselnd geschrieben. Bis jetzt habe ich kaum etwas über Korea gelesen. Allerdings werde ich das ändern :)

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