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TheLastUnicorn_

vor 8 Monaten

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Meinung:
Feminismus ist derzeit wieder allgegenwertig, von vielen Prominenten die sich zum Feminismus bekennen bis hin zu den Gegnern, die jeden Schritt mit Argwohn betrachten und der Meinung sind so langsam reicht es. In Zeiten in denen gerade auch aus politischer Hinsicht, gewisse Frauenrechte für Diskussionen sorgen (Abtreibung z.B.) und die Entlohnung für Arbeit immer noch eine große Lücke zwischen den Geschlechtern aufweist, ist das Thema für mich wichtiger denn je.

Der Feminismus hat für mich schon in meiner frühen Jugend angefangen ein wichtiges Thema zu werden, das war zu einer Zeit in dem mir immer bewusster geworden wird wie Mädchen vom Sexismus betroffen sind. Und wie alles was als "weiblich" gilt, aus männlicher Sicht - teils auch aus weiblicher - immer mit Schwäche verbunden ist. Wieso sonst ist "Du bist ein Mädchen" oder "Heul nicht wie ein Mädchen" ein beliebtes Mittel um Jungen einzubläuen, dass das was sie machen nichts für sie ist, weil sie doch "besser" sind als das. Dass das auch sexistisch ist gegen die Jungen selbst, die in ihrer Freiheit beschränkt werden ist mir heute klar, damals hab ich nur im Blick gehabt wie unfair das ganze für uns Mädchen ist.
Das ist nur ein Beispiel von vielen warum ich zur Feministin wurde. Damals war ich 14 und das ist auch genau das ungefähre Alter an das sich dieses Buch richtet.

Es ist ein Buch, dass sich an junge Leser*Innen widmet, aufklärt informiert ohne dabei ein belehrenden Ton anzuschlagen und ohne das Gefühl zu vermittel die Autorin würde einem sagen wollen wie man zu denken hat.
Ganz im Gegenteil, sie zeigt sogar auf, dass Feminismus nicht gleich Feminismus ist. Es gibt verschiedene Gruppierungen zu denen man eine Einleitung bekommt, wie sie entstanden sind und wofür sie stehen. Was ich dabei schön fand ist, dass auch - für mein empfinden - negative Gruppierungen ihren Platz im Buch gefunden haben, diese radikalen Gruppierungen bei dem das eigentliche schwachsinnige Klischee "Feminismus = Männerhass" durchaus einen wahren Kern hat.

Generell besticht dieses Buch für mich aus informativen Inhalten, was ich auch für mich selbst unheimlich interessant fand und vor allem der geschlichtliche Aspekt und der Werdegang der Frauenbewegung fand ich gut ausgearbeitet. Natürlich hat das Buch nicht genügend Raum um alle geschichtlichen Aspekte miteinzubeziehen, aber man erfährt sehr viel um sich ein gutes Bild über die damalige Situation machen zu können und ich empfand die gesamten Schilderungen immer sehr einladend um mich selbst weiter mit einer gewissen Zeitepoche auseinandersetzen zu wollen. Es weckte bei mir wirklich große Neugier, auch wenn ich schon vieles wusste und ich denke das wird vielen Einsteiger*Innen - aber nicht nur ihnen - ebenso ergehen wird.
Aber nicht nur der Werdegang der Frauenbewegung ist sehr informativ hinterlegt, auch die Entstehung von feministischen Hashtags werden gleich mit ihrem Ursprung erläutert und auch wie Namensgebungen für gewisse Probleme entstanden sind (z.B. Mansplaining) werden erklärt, so dass man zu allem was man in diesem Buch erfährt auch die Geschichte bekommt, da war für mich dann auch noch mal so manches zu entdecken.

Natürlich gibt es auch die Schilderungen von Problemen, den Umgang fand ich dabei ziemlich geschickt. Die Autorin gab mir stets die Möglichkeit mich in die verschiedenen Situationen hineinzuversetzen und ließ mich ganz bewusst darüber nachdenken ob ich dieses Problem nicht schon am eigenen Leib erfahren habe oder jemanden kenne der es hat oder gar nur beobachtet habe. Für mich persönlich war das nicht so notwendig, weil ich in dieser Hinsicht schon mit relativ offenen Augen durch die Welt laufe, aber gerade für diejenigen die sich damit bisher kaum auseinandergesetzt haben, ist das eine wirklich tolle Methode sich nicht nur oberflächlich damit auseinanderzusetzen und ich denke so erkennen viele, viel eher, dass an der Problemschilderung was dran ist.
Zumindes eher als wenn man allen einfach nur eintrichtern möchte, dass Das und Das alles Probleme sind, die jedem von uns betreffen, meiner eigenen Erfahrung nach schalten da viele schnell auf Durchzug.
An den aufgeführten Szenarien, in denen man eventuell schon mal mit einem der genannten Probleme in Berührung kam, merkt man dann häufig, dass dieses Buch für jüngere Leser*Innen ist, aber das war für mich auch der einzige Punkt in dem ich es spürte. Von daher würde ich dieses Buch trotzallem allen empfehlen die sich über den Feminismus informieren wollen, ganz unabhängig vom Alter. Was ich ziemlich gut finde.
Schön war daneben auch, dass es gleichzeitig auch Tipps gab wie man sich verhalten könnte wenn man in eine solche oder ähnliche Situation gerät oder man sieht wie jemand anderes davon betroffen ist.

Aber was hat das ganze nun mit den Superkräften auf sich? Dieses Buch zeigt auf wie einfallsreich manch eine Feministin für ihre Überzeugung gekämpft hat und erfolgreich war oder wie durch kleine Taten manchmal große Bewegungen entstanden sind, die dann auch etwas bewegt haben. Das alles und noch viel mehr sind die Superkräfte des Feminismus und dieses Buch gibt einen wirklich guten (wenn eigentlich auch nur einen kleinen) Einblick darüber, wie wirkunsgvoll diese Kräfte sind und waren.


Fazit:
Ich habe schon einige Bücher gelesen die sich ganz allgemein mit dem Feminismus auseinander setzen und finde ganz ehrlich, dass dieses hier bisher das beste ist. Für mich ist es einfach ein guter Ton im Buch. Man merkt, dass die Autorin einen Einblick vermitteln möchte, aber eigentlich darauf abzielt, dass jeder sich seine eigene Meinung bildet und ganz nebenbei Tipps gibt wie man sich vielleicht selbst für den Feminismus einsetzen kann ohne, dass sich dahinter ein "du musst" verbirgt.
Gerade für "Neueinsteiger*Innen" aber auch für jeden anderen hält dieses Buch viele interessante Dinge bereit, ich hab noch einiges lernen können und stürze mich direkt in die tiefen des Internet um noch mehr über das ein oder andere zu erfahren. Denn das ist das Buch auch, der Anstupser um noch mehr entdecken und erfahren zu wollen. ♥ :)

Autor: Sonja Eismann
Buch: Ene, mene, Missy!
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