Sonja Schiff

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Sonja Schiff

Sonja Schiff ist nach einer Pflegeausbildung eher per Zufall in der Altenpflege gelandet. Das war 1990. „Ich war 26 Jahre alt, als ich das erste Mal in meinem Leben einer Hundertjährigen begegnete. Diese alte Frau, verletzlich, runzelig und angekommen am Ende ihres Lebens hat mich, jung, oberflächlich und am Sprung ins pralle Leben, für immer verändert. Vier Jahre lang habe ich sie, bis zu ihrem Tod, zu Hause gepflegt. Danach war ich ein anderer Mensch.“ 2014 hat sie darüber ihr erstes Buch geschrieben: "10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte". Sie arbeitet außerdem als selbständige Alternswissenschaftlerin, immerwährende Pionierin, überzeugte Netzwerkerin und leidenschaftliche Schreiberin.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte" von Sonja Schiff

Ein authentisches, mutmachendes Buch ohne Verschmückung über das Leben.
Nora_Fielingvor 3 Monaten

Alte Menschen und Altersheime verbinden wohl die meisten Menschen mit Arschputzen, Verwirrung und Langeweile. Sonja Schiff hingegen meint, Altenpflege ist der coolste Job der Welt. Dass und vor allem was alte Menschen an Leben noch in sich tragen, dass erfährst Du in ihrem Buch  "10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte". 

Als LeserIn erhältst Du einen Einblick in das Leben von Sonja Schiff. Sie nimmt Dich mit in ihre eigene Vergangenheit, erzählt von den Wirrungen als Teenager und der Herausforderung, einen Beruf für sich und ihr Leben zu finden. Hauptsächlich geht es in ihrem Buch "10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte" jedoch um ihre Begegnungen mit alten Menschen und deren Angehörigen, die sie im Rahmen ihres Jobs als Altenpflegerin kennen und schätzen lernte. Dabei lässt sie Dich nicht nur deren Lebenserfahrungen und -erkenntnisse teilhaben, sondern zieht beeindruckend eine Brücke zu ihrem eigenen Leben. 

Bevor ich das Buch anfing zu lesen, dachte ich, es sei ein Buch über die Lebensgeschichten alter Menschen. Dem ist zwar auch so, doch nicht nur. Sonja Schiff steigt einfühlsam nicht nur in die Vergangenheit der alten Menschen ein, sondern auch in ihre eigene.

Anhand der Erfahrung und Erkenntnisse der alten Menschen reflektiert sie ihr eigenes Leben, Handeln und ihre eigene Sichtweise und lässt Dich als Leser einen tiefen Einblick in ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle gewähren. In diesen fand ich mich teilweise wieder, wenn auch auf einer anderen Ebene.

Es ist ein Buch über das Alter, die Liebe, über das Leben, Träume, Hoffnung und Sinn. Es greift existenzielle Fragen auf: Was bedeutet es, weise zu sein? Was ist Selbstreflexion? Wie und wo finde ich Glück, Erfüllung? Was habe ich für ein Selbstbild bzw. wie und durch was ändert sich dieses? Was macht Familie aus? Was ist Liebe, was verbinden Menschen damit? Was ist der Sinn in unserem Leben?

Das sind Fragen, die nicht nur alte oder 50-jährige (Frauen) betreffen, sondern einen jeden Menschen, unabhängig von seinem Alter. Das Buch hat mehr mit mir zu tun, als es ich vorher dachte (nämlich gar nicht!). Doch beim Lesen dachte ich oft, ich hätte es gerne vor 15 Jahren gelesen, als ich ein Teenager war und nicht wusste, was ich mit mir und meinem Leben anfangen sollte.

Ich habe zwar nicht alle Antworten auf meine Fragen in diesem Buch gefunden, doch es ermutigte mich. Das Buch zeigte mir und ermutigte mich an vielen Stellen, wie wichtig es ist, dass ich aus meinem Leben das mache, was ich möchte und nicht dass, was andere erwarten. Zudem ließ es mich an meine Zeiten mit meiner Lieblingsoma erinnern, deren Handeln ich im Nachhinein besser verstehe oder zumindest besser nachvollziehen kann! Und so glaube ich, dass jeder Mensch, der auf der Suche nach dem gewissenen, unbekannten Etwas in seinem Leben ist, ein Stückchen Antwort in diesem Buch findet!

Besonders beeindruckend fand ich den Schreibstil von Sonja Schiff. Sie schreibt ohne Umschweife, direkt und dennoch sehr einfühlsam - ich spürte förmlich die Liebe zu ihrem Beruf als auch den Respekt gegenüber ihren alten Mitmenschen gegenüber. Ohne viel drum herum zu reden, schafften es ihre Zeilen, in mir ein Bild entstehen zu lassen, wie die Umgebung oder der Mensch aussah von der bzw. dem sie gerade erzählte.

Es gab Momente, in denen mir vor Freude, manchmal auch vor Traurigkeit Tränen die Wangen runterkullerten. Eine Szene, es ging um die Vertreibung einer ihrer ehemals Betreuten, macht mich im Nachhinein immer noch wütend und fassungslos.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen schafft es Sonja Schiff, Gefühle zwischen den Zeilen hervorzurufen - jedoch ohne kitschig, schnulzig oder rührselig zu werden.

"10 Dinge, dich ich von alten Menschen über das Leben lernte" ist nicht nur ein must have für Menschen, die beruflich mit alten Menschen zu tun haben! Es ist ein Buch für uns alle, für jung und alt.

Einfach, weil es ein authentisches, mutmachendes Buch ohne Verschmückung über das Leben ist!

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Rezension zu "Corona - Nichts wird mehr sein wie es war. 17 Geschichten, die jetzt Mut machen. Life is a story - story.one" von Sonja Schiff

"Weil eine Welt mit Geschichten eine bessere Welt ist."
Tanzmausvor 6 Monaten

Es ist nur ein kleines, schmales Büchlein und doch stecken in den 17 Geschichten eine Menge drin. Die Geschichten sind kaum mehr als 3-5 Seiten lang. Unterbrochen von einigen sehr stimmigen Fotografien, die den Text auflockern und Mut geben. Das Schöne in den Fokus zu rücken.

 

Die Texte umfassen:

Mama, die Corona-Fighterin!
Korrektur ohne Angabe von Gründen
Pasta mit Kaviar - in Zeiten von Corona
Der Grund für unsere Hoffnung
Verkehrt herum
Er hat Eier
#CorCooning - und du so!
Corona - nichts wird mehr sein wie es war
Nachbarschaftshilfe
Wahrnehmung
Geht’s ham!
Kaffeehaus im Kopf
Wenn der Wienfluss wieder leuchtet
Frau Mann
Die Rückkehr des Topfschnittes
Die Linse scharf stellen
 Keine Schule

 

Die Geschichten sind so unterschiedlich wie ihre Autoren/-innen und das Leben in dieser besonderen Situation. Da sorgt sich der Mann um die Frau und beobachtet, wie seine kleine Tochter mit der Sache und dem geänderten Alltag umgeht. Die Frau, die ihre Routine ins Kaffeehaus zu entfliehen, vermisst und wie sie sich ein klein wenig Abhilfe schafft. Oder wie das ganze Hamstern, was man vor allem zu Beginn der Krise verstärkt erleben konnte, manchen doch aufs Gemüt geschlagen hat.

17 Geschichten, 17 Autoren/-innen und 17 unterschiedliche Sichtweisen, die alle aber von einem geprägt sind, der Umgang mit dem Virus COVID-19.

 

Fazit:

Es ist definitiv ein Buch zum stöbern und schmökern. Zum wiederfinden und Mut bzw. Kraft schöpfen. Zum Erkennen, man ist nicht alleine. Und gerade diese Botschaften haben mir an dem Büchlein sehr gut gefallen. Wir sind nicht alleine. Jeder hat seine Geschichte und seinen Alltag in dieser ganz speziellen Situation zu bewältigen, mit oder ohne Kinder, als Risikopatient oder einfach nur als liebender Angehöriger in Sorge.

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Rezension zu "Corona - Nichts wird mehr sein wie es war. 17 Geschichten, die jetzt Mut machen. Life is a story - story.one" von Sonja Schiff

Weil eine Welt mit Geschichten eine bessere Welt ist.
Bellis-Perennisvor 7 Monaten

In diesem kleinen „Mut-mach-Buch“ haben 17 Personen ihre Gedanken zum „Corona-Virus“ aufgeschrieben. Darunter bekannte Namen wie Matthias Strolz oder Uwe Böschemeyer. 


Es sind Gedanken die ebenso unterschiedlich wie ihre Autoren sind. Manche muten philosophisch an, andere beschreiben einfach den geänderten Alltag.  


Die 17 Gedankensplitter sind: 



  • Mama, die Corona-Fighterin!

  • Korrektur ohne Angabe von Gründen

  • Pasta mit Kaviar - in Zeiten von Corona

  • Der Grund für unsere Hoffnung

  • Verkehrt herum

  • Er hat Eier

  • #CorCooning - und du so!

  • Corona - nichts wird mehr sein wie es war

  • Nachbarschaftshilfe

  • Wahrnehmung

  • Geht’s ham!

  • Kaffeehaus im Kopf

  • Wenn der Wienfluss wieder leuchtet

  • Frau Mann

  • Die Rückkehr des Topfschnittes

  • Die Linse scharf stellen

  • Keine Schule


Es ist schwer, hier einen Favoriten zu wählen. Ich probier’s dennoch: 


Sehr gut gefällt mir „Kaffeehaus im Kopf“: die plötzliche Einschränkung, nicht mehr in das Lieblingskaffeehaus gehen zu dürfen, weckt Sehnsüchte, die durch Betrachten der Website nur unzureichend gestillt werden können. Allerdings entwickelt sich eine Vorfreude dort, wenn alles Beschränkungen aufgehoben sind, einen Kaffee zu trinken.  


Berührend finde ich „Frau Mann“ und „Keine Schule“. Wir machen uns vermutlich viel zu wenig Gedanken, wie es den Kindern mit den geänderten Rahmenbedingungen geht. Die erste Freude über „keine Schule“ ist einer Bangigkeit gewichen, FreundInnen, Lehrkräfte oder auch nur die gewohnte Routine wiederzusehen. Es scheint, als hätten viele Erwachsene nicht geahnt, wie gerne ihre Kinder in die Schule gehen.  


Über „Er hat Eier“ muss ich herzlich schmunzeln, da der erste Impuls, den jungen Mann anzukeifen übermächtig gewesen sein muss. Allerdings hat die Autorin der Zeilen die Situation völlig verkannt. 


Fazit: 


17 Gedankensplitter, die so unterschiedlich wie die Menschen sind. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.


 


 

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