Joa, der Ruhrpott - man sollte ihn kennen und mögen dann kommt man bei diesem Regionalkrimi voll auf seine Kosten. Oft etwas schnodderig, gerne derb und direkt so treten die Charaktere dieses Krimis auf. Allen voran Esther Roloff die gerne Polizistin geworden wäre aber nach jahrelangem Arbeiten bei einer Versicherung sich jetzt als Detektivin versucht auszuleben. Diese Detektiv-Klitsche inklusive Chef, Kollege und Azubine sind eine einzige Karikatur aber insgesamt ist dieses Überzogene herrlich unterhaltsam. Mein heimlicher Favorit ist der wandlungsfähige Twingo.
Sonja Ullrich
Lebenslauf
Alle Bücher von Sonja Ullrich
Teppichporsche
Fummelbunker
Trallafitti
Ruhrgebiet
Interview mit Sonja Ullrich
Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?
Mein erstes Dossier schrieb ich mit 20. Thema war der Buddhismus im Westen und war etwa 100 Normseiten lang. Mein erster Roman war eine Liebesgeschichte, mein zweiter Roman wurde im Sommer 2010 veröffentlicht.
Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?
Ich habe einige Lieblingsautoren, die sich in ihrem Stil und ihrer Figurenzeichnung unterscheiden. Ich mag Autoren, die ihren Charakteren Tiefe geben und die es verstehen, ihre Leser „am Laufen“ zu halten, sodass man nach 20 Seiten nicht die Lust am Text verliert. Abgedroschene Dialoge sind für mich Anlass, das Buch zuzuschlagen. Ebenso habe ich es mit geschriebenen Dialekten und Lautschriften, die sich in Vokalketten bemerkbar machen („Hallooooooo!“) nicht so.
Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?
Ich pendele viel, bin oft unter Menschen. Während es im realen Leben bei Lappalien bleibt, spinne ich im Kopf weiter: „was wäre wenn?“ Da kommen teilweise ziemlich interessante Geschichten heraus.
Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?
Ich mache Lesungen, logge mich bei LOVELYBOOKS ein und lade auf meiner Website dazu ein, Kontakt mit mir aufzunehmen.
Wann und was liest Du selbst?
Ich lese im Zug oder vor dem Schlafengehen, wenn ich nicht gerade schreibe. Meistens Frauenliteratur, aber auch Krimis, Analysen echter Katastrophen sowie gesellschaftskritische Romane.
Neue Rezensionen zu Sonja Ullrich
Titel: Fummelbunker
Autor*in: Sonja Ullrich
Erschienen in Deutschland: 2011 (Diese Version 2020)
Originaltitel: -
Erschienen in -: -
Übersetzer*in: -
Weitere Informationen:
Genre: Krimi, Action, Hetero
Preis: € 11,90 [Taschenbuch] | € 9,99 [E-Book]
Seiten: 368 (Diese Version)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8392-1119-9
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH (normal), Bassermann Verlag (Diese Version)
Rezensionsexemplar: Nein
Inhalt:
Esther Roloff, Versicherungsdetektivin auf Probe aus Wattenscheid, wird von ihrem Bruder Olaf um Hilfe gebeten. Sein Arbeitskollege Boris Bäcker ist nach einem Besuch im neuen Lütgen-Spielcasino spurlos verschwunden. Olaf glaubt, dass die Spielbank damit zu tun hat, und auch der Schuldenberg, den der Lokalreporter hinterlässt, spricht eine deutliche Sprache. Doch bald wird Esther misstrauisch: Nicht nur, dass Bäckers Spielschulden vor seinem Verschwinden getilgt wurden. Er arbeitet außerdem an einem Dossier über einen Mann, der seiner Einschätzung nach einen Mord begangen hat ...
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Tja, wo fange ich hier denn nur an?
Das hier ist meines Wissens nach das letzte der vielen Krimibücher, die ich mir damals 2020 im Aldi gekauft hatte. Zumindest sehe ich keins mehr auf dem SuB. Aber das macht auch nichts, irgendwann hat ja immerhin alles mal ein Ende. Und nachdem mich die meisten der Bücher kaum bis gar nicht überzeugt haben, ist es auch nicht so schlimm. Das Buch hier hat mich am wenigsten überzeugt.
Das fängt schon mal damit an, dass irgendwie nicht ganz klar ist, als was sie nun genau arbeitet. Es wird zwar behauptet, dass Esther in einer Versicherungsdetektei arbeitet, aber irgendwie bekommt man davon nichts mit, keine Beispiele, keinen Arbeitsalltag. Überhaupt ist sie nur selten in der Arbeit unterwegs und wenn doch, dann redet sie meistens nur mit ihrem Chef. Für eine kurze Zeit dachte ich, die arbeitet in nem normalen Büro oder in einer Autoverleihung, weil ich ihren Beruf einfach komplett beim Lesen vergessen hatte. Glaub, es hätte auch keinen Unterschied für die Story gemacht. Und ihr Chef macht wohl irgendwelche illegalen Dinge, die aber keinen jucken?
Sie selbst habe ich auch nicht verstanden, sie trifft im Laufe ihrer Ermittlung viele sehr seltsame Entscheidungen, da kommen mir die Ermittlungsmethoden von Franz Eberhofer ja ganz normal und logisch dagegen vor. Auch sollte sie mal dringend überlegen, wem sie ihr Herz schenken möchte. Da hat sie auf der einen Seite eine Art Stiernacken-Schlägertypen, der mal liebevoll zu ihr ist, mal grob. Sie liebt ihn, aber hat auch Angst vor ihm? Keine Ahnung, das hätten auch zwei verschiedene Personen mit dem gleichen Namen sein können, und es hätte mehr Sinn gemacht. Was will die von dem?
Auf der anderen Seite ist da noch ein Polizist, bei dem ich nicht weiß, ob sie nun Freunde sind, Bekannte oder doch mehr? Lustig, die Frage hatte ich mich ja schon bei einem anderen Buch vor kurzem gefragt, und ich bin mir sicher, dass ich auch dieses Mal keine Antwort darauf bekommen werde.
Der Fall ... naja, weiß nicht, da hat man meiner Meinung nach viel verschenkt. Esther denkt recht schnell, dass dieses Casino mit dem Fall zu tun hat, und geht dorthin um zu ermitteln. Aber sie stellt sich dabei so dumm an, mehrere Male fällt sie negativ auf, fragt einfach herum und das nicht sonderlich subtil. Irgendwann verschuldet sie sich sogar, nur, um dann mit dem Mitarbeiter zu sprechen, der dafür zuständig ist. Wer das dann für sie bezahlt hat, weiß ich gar nicht mehr.
Als dann rauskommt, dass jemand den offenen Betrag für die verschwundene Person bezahlt hat, schläft der Fall ziemlich ein und es passiert viel seltsamer Kram, der irgendwie mit dem Fall zu tun hat, gefühlt irgendwie aber auch nicht. Die Auflösung, was mit dem Opfer passiert, wird in wenigen Sätzen abgefrühstückt und die Reaktion der Charaktere ist auch nicht mehr als ein Schulternzucken. Weil dann auf einmal andere Dinge im Vordergrund stehen. Das meiste davon habe ich ehrlich gesagt wieder vergessen, eben weil es einfach nicht relevant war.
Fazit:
Warum ich das Buch gelesen habe? Keine Ahnung, vielleicht war es wieder die naive Hoffnung, dass es doch noch besser werden würde. Ich wollte schon wissen, was mit dem Kollegen von Boris passiert ist, und ich habe mich schon geärgert, dass das nicht so stark im Vordergrund stand, wie es hätte sein sollen. Naja, dafür weiß ich, es gibt andere Krimis, mit denen ich viel mehr Spaß hatte oder haben werde. Von mir bekommt das Buch einen Stern, sorry, but not sorry.
Buchmeinung zu Sonja Ullrich – Teppichporsche
„Teppichporsche“ ist ein Kriminalroman von Sonja Ullrich, der 2010 im Gmeiner-Verlag erschienen ist.
Zum Autor:
Sonja Ullrich, geboren 1977 in Lünen, lebt heute mit Mann und Tochter in Bochum. Seit 2002 arbeitet sie in der Rechts- und Versicherungsabteilung eines Global Player für Spezialchemie. Freiberuflich ist sie als Texterin tätig. „Teppichporsche“ ist ihr erster Kriminalroman.
Klappentext:
Esther Roloff ist der jüngste Spross einer traditionellen Bergarbeiterfamilie sowie Versicherungsdetektivin auf Probe bei Tozduman Securities, einer dubiosen Detektivklitsche in Wattenscheid. Als sie einer Haftpflichtsache nachgehen soll - ein Terrier mit nur einem Zahn soll ein Wasserbett zerbissen und einen Wasserschaden verursacht haben –, stößt sie auf Blutreste in den Parkettfugen des „Tatorts“ und wittert den ganz großen Mordfall. Als Esther auch noch erfährt, dass der Ehemann der Geschädigten vor wenigen Tagen das Weite gesucht hat, ist ihr Ehrgeiz endgültig geweckt …
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in weiten Teilen enttäuscht, weil die Hauptfigur Esther Roloff eher wie eine Karikatur wirkte, ebenso wie ihr Chef Tozduman. Mobbing beschreibt ihr Verhältnis noch sehr dezent. Als Esther eigene Ermittlungen in einem kuriosen Fall anstellt, muss ihr Körper diverse Torturen erleiden, aber die chaotische Ermittlerin bleibt trotzdem am Ball. Dann taucht Gregor auf. Sieht aus wie ein rechter Übeltäter, benimmt sich wie einer und ist dazu noch irgendwie mit der Polizei verbandelt. Diese Figur fand ich wunderbar, aber es war das einzige Highlight im Buch. Diverse Zufälle bringen die Ermittlungen voran und am Ende ist es eine nachvollziehbare Lösung. Trotzdem blieb die Spannung gering und diverse „Humoreinlagen“ fand ich eher peinlich.
Fazit:
Auch die vielversprechende Figur Gregor konnte dieses Buch nicht retten, deshalb zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) und keine Empfehlung.
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Zusätzliche Informationen
Sonja Ullrich wurde am 18. Oktober 1977 in Lünen (Deutschland) geboren.
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