Sonja Vukovic

 4.4 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Gegessen, Außer Kontrolle und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sonja Vukovic

Gegessen

Gegessen

 (26)
Erschienen am 09.09.2016
Außer Kontrolle

Außer Kontrolle

 (11)
Erschienen am 21.12.2017
Gegessen

Gegessen

 (0)
Erschienen am 28.09.2018

Neue Rezensionen zu Sonja Vukovic

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Rezension zu "Außer Kontrolle" von Sonja Vukovic

Ein hilfreiches Buch zum Thema Sucht
BlueVelvetvor 10 Monaten

Die Autorin Sonja Vukovic war mir durch Bücher wie "Christiane F. - Mein zweites Leben" oder "gegessen" ein Begriff. Ich habe mich für diese Leserunde beworben, da ich selbst mit Suchtkranken zu tun habe - leider auch im familiären Umfeld. Das Buch umfasst 304 Seiten und ist in 7 Abschnitte gegliedert. Diese Abschnitte bzw. Kapitel erzählen von diversen Suchtkrankheiten wie z.B. Spielsucht oder Magersucht. Frau Vukovic stellt jede Geschichte aus einer anderen Sicht dar, mal vom Opfer selbst, mal von den Müttern oder Vätern selbst geschildert. Zwischendurch sind Meinungen von Experten eingefügt, wodurch man auch Wissenswertes in Erfahrung bringen kann.

Es ist unvorstellbar für Eltern ihrem Kind zusehen zu müssen, wie es immer mehr in die Abwärtsspirale fällt. Schonungslos wird von den einzelnen Schicksalen berichtet.

Ein Buch das aufrüttelt, schockiert, aber auch Kraft und Hoffnung gibt. Ich finde es sehr mutig von allen Betroffenen ihre Geschichte und ihren Leidensweg öffentlich zu machen. Besonders gut finde ich die Beratungsstellen etc. im Anhang.


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Rezension zu "Außer Kontrolle" von Sonja Vukovic

Sucht und ihre Folgen
Arwen10vor einem Jahr

Außer Kontrolle ist ein außergewöhnliches Buch. in sieben dramatischen und wahren Geschichten lässt die Autorin Süchtige und ihre Familienangehörigen zu Wort kommen. Dazu gibt es Experteninfos zum Thema Sucht und am Ende des Buches im Anhang finden sich hilfreiche Adressen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich gleichzeitig auch etwas schockiert. Sehr einfühlsam sind hier Portraits von Süchtigen entstanden, die ein teilweise erschreckendes Bild der Sucht zeigen. Egal um welche Sucht es geht, Sucht zerstört, Sucht macht abhängig, traurig, depressiv und führt manchmal zum Tod. Sucht zerstört Beziehungen und ist manchmal für andere, aber auch für den Süchtigen kaum zu ertragen. Sucht hat viele Gesichter und führt doch immer abwärts. Sucht macht vieles kaputt beim Menschen.

Einen tollen Einblick in verschiedene Süchte bietet dieses Buch. Die einzelnen Fälle sind wahr und wirken dadurch besonders erschreckend. Für betroffene Familienangehörige ist dieses Buch sicher hilfreich. Ob Süchtige von diesem Buch angesprochen werden, ist die Frage. Ich finde das Buch für Eltern sehr wichtig. Auch als Lektüre für Jugendliche wäre es bestimmt sehr interessant. Es bietet viel Stoff für Diskussionen und als Gesprächsgrundlage ist es toll. Gleichzeitig kann das Buch Verständnis für Betroffene wecken. Ich wünsche dem Buch weite Verbreitung, weil das Thema zunehmend in unserer Gesellschaft wichtig wird.

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Rezension zu "Außer Kontrolle" von Sonja Vukovic

Wenn Kinder süchtig werden
seschatvor einem Jahr

Die erfolgreiche Autorin und Journalistin Sonja Vukovic beschäftigt sich seit Jahren, bedingt durch ihre eigene (Sucht-)Geschichte und Recherchearbeiten zu ihrem Bestseller "Christiane F. - Mein zweites Leben", mit dem Thema Sucht. In "Außer Kontrolle" geht es dieses Mal um die Süchte von Jugendlichen und deren Auswirkungen auf deren Familie. Anhand von 7 Fallbeispielen, die allesamt wahre Geschichten darstellen, nähert sie sich diesen innerhalb der Gesellschaft oft tabuisierten und stigmatisierten Thema. Dabei setzt Vukovic wieder auf eine schonungslos offene, also direkte Erzählform, bei der Opfer wie Angehörige gleichermaßen von ihrem Leben mit der Sucht sprechen; was häufig an des Lesers Nieren geht. Hilflosigkeit und Schuld sind dabei die anhaltenden Grundgefühle, vor allem bei den nächsten Personen im Umfeld der Süchtigen, deren Leben einzig und allein von der Sucht fremdbestimmt wird. Die einzelnen Fälle handeln von Jugendlichen bis jungen Erwachsenen, die versuchen Probleme, besonders aus der Kindheit und Pubertät, mit Drogen, Selbstverletzung, gestörtem Essverhalten oder Computerspielen zu kompensieren. Allesamt keine probaten Mittel zur Konfliktlösung, aber ehe diese Erkenntnis in den Süchtigen reift, vergehen meist Jahre und es braucht leider oftmals auch frappierende Schlüsselerlebnisse. Dementsprechend ist die Lektüre dieses durchweg ehrlichen Buches nichts für zartbesaitete Gemüter. Doch es lohnt sich, es zu lesen, weil man als nicht betroffene Person einen unverstellten Einblick in die Thematik erhält und zudem allerhand Experteninterviews Auskunft über statistische Erhebungen und Erkenntnisse aus der Praxis von behandelnden Ärzten und Hilfeeinrichtungen etc. liefern. Zudem wird das Thema Co-Abhängigkeit und Belastung bzw. Einflussnahme der Familie eingehend beleuchtet. 

FAZIT
Eine lesenswerte Sammlung autorisierter Gespräche, die unter die Haut gehen und zeigen, dass man heutzutage nicht mehr allein mit der Sucht seines Kindes, Partners etc. ist. Mehr noch, dieses Buch gehört m. E. in den heutigen Schulunterricht, weil es die Wirkmacht von Süchten unvoreingenommen darstellt.

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Gespräche aus der Community

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Was, wenn Dein Kind sich systematisch selbst zerstört?
Diese Frage stellte sich Bestsellerautorin Sonja Vukovic (32), als sie vor zwei Jahren ihr erstes Kind zur Welt brachte. Erst nach der Geburt ihrer Tochter verstand sie, was ihre eigene Mutter wohl mit ihr hatte durchmachen, welch tiefen Schmerz sie erleben, und mit wie viel Scham und Schuldgefühl sie wohl hatte kämpfen müssen – denn Sonja Vukovic litt selbst 13 Jahre an Bulimie und Anorexie. Ihre Kranken- wurde zur Heilungsgeschichte, die die Berlinerin 2016 mit ihrer Autobiografie „Gegessen – wer schön sein will muss leiden, sagt der Schmerz“ veröffentlichte. „Man kann es schaffen“, war die mutmachende Botschaft dieses Buchs. Doch was, wenn man es gar nicht in der Hand hat? Was, wenn nicht man selbst, sondern das eigene Kind an einer totbringenden Abhängigkeit leidet? Mit „Außer Kontrolle“ liefert Vukovic sieben aufrüttelnde Porträts von Eltern, die ein Kind an eine Sucht verloren haben – einige Geschichten fanden ein glückliches Ende. Andere endeten in der Katastrophe.




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Viele Eltern fühlen sich gefordert und ratlos: Das Internet nimmt immer mehr Raum im Leben ihres Kindes ein, Kiffen und sogar Essstörungen scheinen heutzutage ganz normal zu sein, Alkohol ab 13 kein Grund mehr, sich aufzuregen. Aber was ist noch liberal, was fahrlässig? Wie viel Autorität muss sein? Welche Verbote machen es schlimmer? In ihren Fallgeschichten lässt Vukovic Menschen zu Wort kommen, die keine Lobby haben und fast nirgendwo Gehör finden: Väter und Mütter suchtkranker Kinder. Sie zeigt das Leid der Familien - und wie sie heilen.

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ZITATE der Eltern aus „Außer Kontrolle“:

Ich habe sie dann ein paar Tage später vormittags aus der Klasse geholt, sie ins Auto verfrachtet, die Türen verriegelt und sie am Flughafen in einen Flieger nach Zypern gesetzt.
Direkt aus dem Unterricht in ein neues Leben.
Dann bin ich nach Hause und habe tagelang geweint. 
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Ich fühlte mich schrecklich hilflos, weil einfach niemand an ihn rankam. Am aller wenigsten ich. Ich sah, wie es mit ihm immer mehr bergab ging – und konnte scheinbar so wenig machen.
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Laslo wurde immer dünner und blasser. Und er stank. Aus seinem Zimmer stank es. All mein Reden, mein Schimpfen, meine Sorgen verhallten. Laslo sperrte mich aus seinem Leben aus.
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Eines Tages, als ich sein Zimmer betrat, um doch noch mal ein Gespräch zu suchen, bekam ich einen regelrechten Schock: Die Teller und Tassen türmten sich, er verließ den PC nicht einmal mehr, um Geschirr wegzuräumen. Es gab sogar Essensreste mit Schimmel, auf dem Tisch, auf dem Boden, im Abfalleimer. Aber am schlimmsten war sein Anblick.
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Ich wusste, was sie macht, bringt sie um.
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Die absolute Hilflosigkeit hat mich immer härter werden lassen. So, wie ein Schutzpanzer, der immer härter werden muss, weil er die vielen Einschläge einfach nicht mehr erträgt.
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Ich habe ständig darüber gesprochen, dass Lea sich mit den Drogen umbringt, denn nichts Anderes bedeutet es ja. Aber selbst, als ich in dieser Nacht neben ihrem Krankenbett auf der Intensivstation stand und sie an Geräte angeschlossen daliegen sah, habe ich nicht daran gedacht, dass sie wirklich sterben könnte. Selbst nicht als die Ärzte sagten: „Die Chancen stehen nicht gut!“
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Wie sehr wünsche ich mir, dass ich als Mutter noch einmal eine Chance bekommen hätte, alles besser zu machen. Ich, mit meinem Verhalten ihr gegenüber. Und die Lehren, die ich draus gezogen habe.
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Wir sind alle Opfer und Täter - Das hat mir unheimlich geholfen, als mein Sohn das zum ersten Mal zu mir sagte. Denn ich gebe mir an allem die Schuld. Dabei auch zu bedenken, dass auch ich ein Opfer bin, dass wir Vieles einfach selbst nie gelernt und manches dann ungewollt weitergeben haben, das hat mir sehr geholfen.
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Ich wollte ihn einweisen. Ich dachte, der dreht komplett durch. Er ist eine Gefahr für sich und für andere.
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Oft verdächtigte ich sie, dass sie wieder was genommen hat, manchmal sicher auch zu unrecht. Und wenn sie dann doch wieder beichtete, dann hat mir diese Gewissheit das letzte bisschen Hoffnung geraubt, dass mein Kind noch zu retten war.
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Es stimmt schon, ich habe oft gedacht: Nur einer von uns beiden überlebt das alles. Und dann: Ich will nicht diese Überlebende sein.
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Ich glaube ganz fest daran, dass man auch Menschen, die man liebt, nicht zu ihrem Glück zwingen kann. Dass man an einem bestimmten Punkt loslassen muss.
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Sicher, als Eltern meint man, man sitze am längeren Hebel. Wenn es zu viel wird, nimmt man einfach die Batterien aus dem Gameboy oder zieht den PC-Stecker raus und droht: „Wenn du nicht aufhörst, bekommst du dein Taschengeld gestrichen.“ 
Aber das ist leicht gesagt.
  
Letzter Beitrag von  Lobpreisfreakvor einem Jahr
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Durch die Recherchen zu und meine Arbeit rund um “Mein zweites Leben” wurde die Begegnung mit Christiane F. eine Begegnung mit mir selbst. Auch ich war süchtig. Dreizehn Jahre lang litt ich an Bulimie und Anorexie. Und die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Themen Drogen, Rausch und Sucht, sowie die Begegnung mit anderen Süchtigen und deren Angehörigen im Rahmen der “F. Foundation” war letztlich wie ein Puzzle, wie eine Vielzahl verschiedenster Teile der Wahrheit über eine Krankheit, von der viele immer noch meinen, sie sei eine Entscheidung.

Nach und nach setzte ich mich zusammen zu einem stabileren, mutigeren Ich.

Durch den Zuspruch anderer, ich möge auch meine eigene Suchtgeschichte möglichst oft erzählen, konnte ich mich letztlich dazu durchringen. Und nun erscheint sie, meine Autobiografie “Gegessen”. Seit dem 9. September 2016 im Handel (Bastei Lübbe, 15 Euro).

Meine wichtigsten Botschaften dabei sind: 

Sucht ist ein Schutzschild, eine Möglichkeit, tieferliegenden Problemen zu entkommen, die darunter verborgen sind. 

Akzeptanz hilft.

Und

Liebe heilt.

Außerdem beschreibe ich, wieso eine Essstörung eigentlich ziemlich wenig mit dem Wunsch nach Schönheit oder bloßer Nahrungsverweigerung zu tun hat. Ursachen sind meist ganz andere - und denen einer Drogensucht zum Beispiel gar nicht so unähnlich.

Meine Geschichte ist eine zwischen Scheitern und Sehnen. Verzweiflung und Erwartung. Werden und Sein. Die einer Essstörung, unter der viel mehr verborgen lag. Und die nach vielen Jahren Vor- und Rückfälle, ambulanter und stationäre Therapie und immer begleitet von Menschen, die mich liebten und stützen, wenn ich es selbst nicht konnte, schließlich ein glückliches Ende fand. 

Mit "Gegessen" trete ich aus meinem eigenen Schatten. Denn rückblickend war das Schlimmste und Folgenschwerste, permanent so tun zu müssen, als sei all das nicht ich. 

Darum erzähle ich meine Kranken- und Heilungsgeschichte und hoffe, auch anderen Mut machen zu können, sich zu öffnen, sich selbst dabei näher zu kommen und so womöglich einen ersten Schritt in ein Leben zu machen, in dem man sich und andere nicht vor allem dafür liebt, wie man ist. Sondern weil man ist. 


*In jeder deutschen Schulklasse, sagen aktuelle Studien, sitzen sechs Jungen und Mädchen, die an einer Form der Essstörung leiden. 50 Prozent aller Zehnjährigen (!) hat schon eine Diät gemacht.  

Und auch die Zahl derjenigen, die nach ewiger Jugend hungern, oder auskotzen, was das Leben ihnen zu viel mitgegeben hat, steigt.

Der Trailer zum Buch unter: https://www.youtube.com/watch?v=g_m5jWO0kZg&feature=share

Letzter Beitrag von  Lobpreisfreakvor einem Jahr
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