Sophia Khan Das Leuchten meiner Welt

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Inhaltsangabe zu „Das Leuchten meiner Welt“ von Sophia Khan

Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen. Anrührend und klug erzählt Sophia Khan in ihrem beeindruckenden Debüt von einer geheimen Liebe und deren Folgen für eine ganze Familie.

3,5 Sterne, da es nach einem holprigen Start doch noch richtig schön geworden ist.

— MsChili
MsChili

Ein anspruchsvoller Roman mit einer sehr poetischen Sprache

— Bookpoint
Bookpoint

Das Buch konnte mich nicht wirklich vom Hocker reißen und war in meinen Augen emotionslos

— Annabeth_Book
Annabeth_Book

Zäh wie Kaugummi... Schade...

— Na_Nox
Na_Nox

Die Suche eines Mädchens nach der Wahrheit über das Verschwinden ihrer Mutter...hat für mich leider erst relativ spät an Fahrt aufgenommen..

— Sireadh
Sireadh

Ein emotionales Buch, tiefsinniger als eine leichte Strandlektüre. Dennoch ist die Geschichte an vielen Stellen zu schnulzig und langatmig.

— stadtschreiber
stadtschreiber

Eine Reise in die Vergangenheit, die das Hier und Jetzt leichter erscheinen lässt!

— Ninasan86
Ninasan86

Der Klappentext des Buches klang sehr spannend und ließ deshalb auf eine interessante Geschichte schließen.

— annies_bookworld
annies_bookworld

Es gibt sie noch. Die Bücher, die nach Freiheit, Abenteuer und Selbstfindung klingen& aussehen. Perfekte Herbstlektüre mit Gänsehautmomenten

— Benni_Cullen
Benni_Cullen

Reden ist Silber, Lesen ist Gold, Manchmal muss über die Wahrheit gesprochen werden... Ein Buch mit sehr viel Tiefe. 4 Sterne +.

— Floh
Floh

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  • 3,5 Sterne für ein doch schönes Buch

    Das Leuchten meiner Welt
    MsChili

    MsChili

    03. July 2017 um 16:09

    „Das Leuchten meiner Welt“ von Sophia Khan handelt von Irenie, die bereits mit 10 Jahren ihre Mutter verliert. Ihr Vater meint nur, dass Yasmeen nicht mehr da ist und erst als sie 5 Jahre später eine Kiste mit Briefen findet, kommt sie dem Geheimnis ihrer Mutter näher.   Dieses Buch lag länger auf dem SuB, da ich mal reingespitzt habe, mir der Schreibstil aber nicht sofort zugesagt hat. Das blieb auch leider ein bisschen so, da ich doch Probleme mit dem teils langen Schachtelsätzen über mehrere Zeilen hatte. Doch nach und nach habe ich mich daran gewöhnt und konnte es flüssig lesen. Die Geschichte startet direkt ohne wirkliche Einführung, was ungewohnt aber doch gut war. Erzählt wird alles in der Ich-Perspektive, die zwischen James, dem Vater, und Irenie, der Tochter wechselt. Eingeleitet werden die Kapitel immer mit kurzen Auszügen aus den Briefen zwischen Yasmeen und Ahmed, was es zu etwas ganz Besonderem macht. Jedoch hatte ich lange Probleme mit Irenie warm zu werden und auch James war mir mit seinen Entscheidungen nicht immer sympathisch. Irenie vergöttert ihre Mutter, ohne das ich nachvollziehen kann, warum sie das tut.  Sie ist auch anders als andere Kinder und wirkt doch manches Mal ein wenig „komisch“.   Alles in allem ist das Buch und die Geschichte anders als erwartet, jedoch hat es mich nach einem schwierigen Anfang doch noch packen können.

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  • Ein sehr ruhiger, aber bewegender Roman über eine außergewöhnliche Familie

    Das Leuchten meiner Welt
    Bookpoint

    Bookpoint

    07. June 2017 um 12:42

    “Das Leuchten meiner Welt” von Sophia Khan ist ein sehr ruhiger, aber bewegender Roman über eine außergewöhnliche Familie. Oftmals habe ich gelesen, dass dieses Buch “langatmig” sei. Ich kann diese Aussage nicht unterstreichen. Ich würde eher behaupten, dass es sich um einen anspruchsvollen Roman mit einer sehr poetischen Sprache handelt. Dieses Buch ist nichts für zwischendurch und ich glaube, dass genau dieser Umstand die vielen negativen Kritiken ausgelöst hat. Wenn man dieses Buch sieht und die Inhaltsangabe liest, erwartet man als Leser nicht, dass man einen solchen eindrucksvollen Roman in Händen hält. Der Leser erhält durch die wechselnde Erzählperspektive immer wieder neue Eindrücke von Irenie und ihrem Vater James. Ebenso ist das Buch in zwei Teile gegliedert: Amerika & Pakistan. Besonders schön fand ich, dass jedes Kapitel mit einem Briefausschnitt beginnt, wobei ich manchmal gerne noch etwas mehr daraus gelesen hätte. Nach und nach begibt Irenie sich auf eine Reise in die Vergangenheit und rekonstruiert das Leben ihrer Mutter Yasmeen. Diese Rekonstruktion zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Erinnerungen an die Mutter vermischen sich mit Erlebnissen aus der Gegenwart. Das Verschwinden der Mutter hat das weitere Leben der Familie sehr stark geprägt und dieses Gefühl bringt die Autorin optimal rüber. Irenie und ihr Vater leben zwar zusammen, aber jeder lebt doch in seiner eigenen Welt. Nicht mal das Verschwinden der Mutter verbindet die beiden miteinander. Am Ende fügt sich dieser Roman zu einem großen Ganzen.

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  • Das Leuchten meiner Welt

    Das Leuchten meiner Welt
    Annabeth_Book

    Annabeth_Book

    13. May 2017 um 09:23

    Klappentext:Die zwei Leben meiner Mutter und die Wahrheit über ihre Welt.Irenies Kindheit endet an dem Tag, den dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist se von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.Autorin:Sophia Khan wurde 1985 geboren. Sie studierte in den USA und lebt jetzt mit ihrem Mann in Islambad.Inhalt:Als ihre Mutter von heute auf morgen verschwindet, ist Irenie wie vor den Kopf gestoßen und gibt ihrem Vater die Schuld daran. Doch dann findet sie eine Kiste mit alten Briefen von ihrer Mutter und alles ändert sich.Erster Satz:Ich frage mich, ob Du diese Briefe erhälst, und wenn ja ob ich Dir noch was bedeute.Meine Meinung:Dieses Buch hat mich mit seinem Cover und mit seinem Klappentext in seinen Bann gezogen und ich habe mich sehr gefreut, als ich von Diana Verlag die Zusage zum Rezensionsexemplar bekommen habe.Am meisten gefällt mir an dem Cover das der Titel mit abgerissenen Briefumschlägen unterlegt ist und man hier und da immer mal wieder einen Poststempel sieht, ich finde es sehr ansprechen und passt auch gut zu den Briefen die Irenie auf dem Dachboden findet.Leider war es das auch schon mit dem positiven :/Ich kam sehr schwer in das Buch hinein erst auf Seite 100 konnte ich es endlich einigermaßen flüssig lesen.Leider fand ich auch das sich die Seiten total gezogen haben und ich sehr langsam voran kam, als ich den zweiten Teil des Buch erreicht habe, habe ich fast zwei Wochen dafür gebraucht und das ist aus meiner Sicht sehr lange.Auch wurde ich mit den Protagonisten nicht wirklich warm.Irenie, war ein sehr verschlossener Protagonist, der sehr wenig hinter seine Fassade blicken ließ, was ich sehr schade fand, sie hatte sehr wenig Emotionen.Auch Irenies Vater fand ich sehr unscheinbar und kalt. obwohl seine Frau verschwunden war und er mit seiner Tochter alleine war, haben die beiden eigentlich so gut wie gar kein Verhältnis, was ich sehr schade fand.Im Allgemeinen hat mich das Buch nicht so berührt wie ich es mir gewünscht habe. Durch den Klappentext habe ich eine gefühlsvolle Story erwartet, aber hier kam einfach gar nichts bei mir an.Auch ob die Mutter jetzt verschwunden ist oder gestorben ist, kam für mich nicht wirklich raus was ich sehr schade fand.Zum Schluss kann ich sagen, das die Autorin einen wirklich sehr guten Grundgedanken für die Story hatte, aber in meinen Augen total falsch umgesetzt hat.

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  • nicht gänzlich überzeugendes Liebesdrama

    Das Leuchten meiner Welt
    Rosenmadl

    Rosenmadl

    20. January 2017 um 21:21

    Inhalt: Irenie ist gerade mal 9 Jahre alt, als Yasmeen, ihre Mutter sie einfach verlässt. Ihr Vater hält sich bedeckt und weicht all ihren Fragen aus. So entschließt sich Irenie, die 5 Jahre später eine Kiste mit Briefen ihrer Mutter findet, von Amerika bis nach Pakistan zu reisen. Kommt sie dort dem Geheimnis und dem Verschwinden ihrer Mutter näher?  Meine Meinung: Meine Probleme beginnen immer damit, wenn zu viele Personen in einem Buch genannt werden, wenn zu viele Namen ein Wirrwarr der Buchstaben ergeben. Und wenn es dann auch noch exotische Wörter, Namen oder Bedeutungen sind, dann bin ich oft schon gänzlich verloren. Ich befinde mich dann in einer Art Labyrinth und kann den Taten oder dem Geschehen nicht mehr so akkurat folgen, wie ich es gerne hätte.  Auch konnte mich die gesamte Geschichte um Irenie und die Suche nach ihrer Mutter nicht überzeugen. Meist erfährt man nur Bruchstücke vom Leben mit ihrem Vater. Und auch dass Yasmeen eigentlich einen anderen Mann liebte und dennoch James zum Manne nahm, sind für mich schleierhafte Verwicklungen. Ich konnte mich weder in die Gefühle der Mutter noch in die Gefühle des Vaters versetzen.  Auch die Protagonistin Irenie schaffte es nur teilweise, dass ich Mitgefühl empfand. Trotz des recht weichen Schreibstils und der schönen Zitate (Ausschnitte von Liebesbriefen) vor jedem einzelnen Kapitel kam ich mir nicht vor als lese ich eine berührende Geschichte. Vielleicht ein Tagebuch, ein Stück davon, welches einfach ohne große Emotionen geschrieben wurde, ja, so empfand ich die ganzen Seiten des Buches. Schade, da ich mir sehr viel mehr erhofft hatte.  Und das Ende, das Ende habe ich nur halb verstanden. Schön, dass Irenie wieder mit ihrem Vater reden konnte und zu ihm zurückkehren wollte, aber was genau hat die Reise nach Pakistan ihr genutzt? Was genau waren ihre Gefühle? Wieso wollte sie erst dort bleiben und danach wieder nicht. Ich hätte mir einfach ein wenig mehr Erklärungen gewünscht, ein wenig mehr Harmonie und ein wenig mehr zusammenhängende Szenarien. Oft war es für mich ein Durcheinander, mal in der Vergangenheit, dann wieder schnell in die Gegenwart zurück zu kehren. Ich bin damit leicht überfordert gewesen.  Fazit: Die gesamte Geschichte um Irenie, ihren Weg nach Pakistan, ihren Weg nach der Wahrheit zu suchen, konnten mich nicht ganz überzeugen. Obwohl der Schreibstil sicher, warm und weich erschien habe ich meine Gefühle, meine Emotionen nicht spüren können. Sicher gibt es aber Leser und Kenner des Genres, die sich über das Buch mächtig freuen dürften. Für mich war es ein netter Zeitvertreib, nicht mehr und nicht weniger. Und deswegen vergebe ich  3 Sterne ! 

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  • Das Leuchten meiner Welt

    Das Leuchten meiner Welt
    Sireadh

    Sireadh

    14. January 2017 um 12:48

    https://sireadhblog.wordpress.com/2017/01/14/das-leuchten-meiner-welt/ Im letzten Jahr war dieses Buch ebenfalls eines, das von mehreren Freunden total angepriesen wurde, deshalb hab ich es mir bestellt ohne zu wissen, worum es überhaupt geht (Dumm, ich weiß XD). Der Titel hat mir relativ wenig über das Buch verraten und ich muss zugeben, dass ich bis jetzt nicht verstanden habe, wieso das Buch so heißt. Aber damit wenigstens ihr wisst worum es geht, bevor ihr es euch vielleicht besorgt, habe ich hier einen kleinen Überblick über das Buch geschaffen... Der Roman handelt von der jungen Irenie, die seit ihre Mutter als sie zehn Jahre alt war verschwunden ist, alleine mit ihrem Vater lebt, dem sie die Schuld für das Verschwinden gibt. Sie weiß nicht, ob ihre Mutter Yasmeen tot ist oder, ob sie jemals zurück kommen wird, bis sie eines Tages eine Kiste entdeckt. Darin befinden sich Briefe, genauer gesagt Liebesbriefe von einem Fremden, namens Ahmed, an ihre Mutter. Durch dieses Ereignis aufgerüttelt, wird ihr klar, dass ihre Mutter schon lange tot ist, aber die Umstände sind ihr noch unklar. Auf der Suche nach der Wahrheit versucht sie ihren Vater auszufragen und bittet ihn ihr mehr über das geheimnisvolle Verschwinden ihrer Mutter zu erzählen, doch er blockt alle fragen ab und antwortet nur ausweichend. Deshalb fasst Irenie den Entschluss alleine nach Antworten zu suchen. Sie beginnt bei der alten Mitbewohnerin ihrer Mutter, bevor diese ihren Vater geheiratet hatte und endet bei der Familie ihrer Mutter in Pakistan. Nach und nach füllt sich das Puzzle über die große Liebe zwischen Yasmeen und Ahmed und Irenie erkennt immer mehr, wie ihre Mutter eigentlich war und fängt an ihrem Vater zu verzeihen... Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben: Aus der von Irenie und aus der von James, ihrem Vater. Es ist sehr interessant zu sehen, was die beiden für unterschiedliche Persönlichkeiten haben. Während James die ganze Zeit davor Angst hat, dass Irenie ihn auch noch verlässt oder, dass sie die Wahrheit über das Verschwinden von Yasmeen herausbekommen könnte, ist Irenie in ihrer Wut und ihrem Hass gegenüber ihrem Vater und ihrem aktuellen Leben gefangen. Leider dauert es aber seine Zeit, bis Irenie auf die Suche nach Antworten geht, fast das halbe Buch und dieser Part dehnt sich ziemlich. Es hat mich immer wieder sehr große Überwindung gekostet das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Dafür hat mir aber die zweite Hälfte umso mehr gefallen, weil der Leser sehr viel über Pakistan erfährt und die ganze Geschichte zwischen Yasmeen und Ahmed aufgedeckt wird. Außerdem hat lernt man ganz neue Charaktere kennen, die sehr viel vielfältiger sind als im ersten Teil, indem es nur drei bis vier Charaktere gibt. Hat man also erstmal den anstrengenden Part geschafft, kann man sich auf ein tolles Leseerlebnis freuen. In meiner Fassung des Buches gab es in den Innenseiten des Buchumschlags ein Interview mit der Autorin, Sophia Khan. Das fand ich eine mega gute Idee, weil ich so mehr über den Hintergrund des Buches und die Autorin selbst erfahren habe und somit das Buch besser verstanden habe (Sollte man bei jedem Buch einführen :D ). Das Cover fand ich echt schön, weil es einem schon zeigt, dass es vielleicht etwas mit einem anderen/unbekannten Land zu tun haben könnte und der Titel klingt auch ganz interessant, auch wenn ich nicht verstehe, was er mit dem Buch zu tun hat. Aber wenn es allein um das Äußere gehen würde, dann würde ich mir das Buch definitiv nochmal holen! Abschließend bekommt das Buch von mir drei Sterne, weil es wie gesagt einige Mängel hat, wie einen lahmen Anfang und die Sache mit dem Titel, aber trotzdem noch eine sehr gute Story beinhaltet.

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    • 2
  • Amerikanische Familiengeschichte - emotional, ein Touch zuviel Kitsch

    Das Leuchten meiner Welt
    stadtschreiber

    stadtschreiber

    23. December 2016 um 17:32

    Debutautorin Sophia Khan ist die Tochter eines pakistanischen Vaters und einer amerikanischen Mutter. Die 31-Jährige lebte in beiden Ländern, reist viel und wohnt seit einigen Jahren in Islamabad.Wie fühlt es sich an, zu erfahren, dass die eigene Mutter ein geheimes Parallelleben geführt hat? Irenies Mutter verschwand vor fünf Jahren. Seitdem lebt die 15jährige mit ihrem Vater allein. Sie übernimmt den Haushalt, die beiden reden wenig miteinander. Auch nicht über das Verschwinden der Mutter. Bis Irenie auf dem Dachboden eine Kiste mit Briefen findet. Für sie eröffnet sich ein großes Geheimnis ihrer Mutter, dem sie von da an nachgeht und deren Spuren sie bis nach Pakistan führen. Die Autorin gibt sich viel Mühe, die Charaktere sehr genau zu zeichnen. Die Perspektiven zwischen den Protagonisten wechseln sich ständig ab, was herausfordernd und gleichzeitig interessant ist. Auch das Aufzeigen der Verbindungen zwischen dem Nahen Osten und Amerika gelingt der Autorin gut. Als Leserin bekomme ich ein lebhaftes Bild von Irenies amerikanisch-pakistanischer Familie und auch die Schauplätze und Nebenfiguren werden sehr anschaulich und detailliert beschrieben. Das lässt die Geschichte leider an vielen Stellen auch etwas zäh wirken. Großes Minus sind für mich die jedem Kapitel vorangestellten Briefausschnitte, die an Kitschigkeit kaum zu überbieten sind. Ansonsten ist das Buch zwar gefühlvoll, aber erträglich. Als Leserin habe ich ein vorhersehbares Ende erwartet, wurde aber eines Besseren belehrt. Fazit: Ein emotionales Buch, das tiefsinniger als eine leichte Strandlektüre ist. Dennoch ist die Geschichte an vielen Stellen zu schnulzig und langatmig erzählt. Ich bin dennoch gespannt, wie sich die nächsten Bücher der jungen Autorin entwickeln, da die amerikanisch-pakistanische Sichtweise sehr viel Potential für interessante Geschichten birgt. Autorin der Rezension ist Franziska Schmidt. Sie ist Autorin im Pool von [Der Mann für den Text] Detlef Plaisier.

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  • Hat meine Lesezeit nicht wirklich erleuchtet...

    Das Leuchten meiner Welt
    Kikis_Bücherkiste

    Kikis_Bücherkiste

    06. December 2016 um 09:23

    Zuerst einmal möchte ich dem Diana Verlag danken, dass ich Buch als Rezi-Exemplar gewinnen durfte. Kurzbeschreibung (Amazon):Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.Meine Meinung:Ich habe mich sehr über das Buch gefreut und war begeistert, als es endlich hier ankam und ich beginnen konnte. Aber leider nach etlichen Seiten, war ich etwas enttäuscht über das Buch. Es langweilte mich. Am Anfang fand ich es noch einigermaßen ok. Ab und an brauch man ja einige Seiten, bis man in das Buch hinein findet, so dass ich dem Buch weiter eine Chance geben wollte. Aber es blieb nicht nur bei den paar Seiten. Es zog sich über das ganze Buch hindurch. Mit den Protagonisten kam ich auch nicht sonderlich klar und bekam auch keinen Bezug zu ihnen. Ich fand Irenie und ihren Vater total komisch, als ob es zwei Fremde wären, die unter einem Dach wohnen würden. Es gab sehr wenige Stellen, die ich wirklich spannend fand (zum Beispiel als Irenie die Briefe ihrer Mutter gefunden hatte). Es plätscherte so dahin, war langwierig und für mich leider nicht wirklich toll zu lesen. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen, was anderes lesen, um dann hier weiter zu kommen. Der Schreibstil ist hier leider nicht so ganz meins. Die Grundidee finde ich nicht schlecht, aber in meinen Augen nicht gut umgesetzt.Was ich dennoch gut fand, war, dass die Autorin uns einen Einblick in die pakistanische Kultur gegeben hat. Dies hat mir gut gefallen. Das Cover trifft meinen Geschmack und ist schön gestaltet. Das Buch hat zwar einen tollen Titel, aber leider verspricht er nicht das, was man sich wünscht. Ich hätte mir in der Geschichte mehr „Begeisterung“ von Irenie gewünscht, geäußert durch einen spannenden und bildlichen Schreibstil. Ich hatte beim Lesen leider teilweise das Gefühl, das Buch hätte schnell fertiggestellt werden müssen und es wurde einfach lieblos drauf los geschrieben.

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  • Das Leuchten deiner Welt!

    Das Leuchten meiner Welt
    Ninasan86

    Ninasan86

    20. November 2016 um 17:46

    Zum Inhalt: Die zwei Leben meiner Mutter und die Wahrheit ihrer WeltIrenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen. Über die Autorin:Sophia Khan wurde 1985 als Tochter einer amerikanischen Mutter und eines pakistanischen Vaters geboren. Sie wuchs in beiden Ländern auf, reiste viel, studierte in den USA und lebt heute mit ihrem Mann in Islamabad. Das Leuchten meiner Welt ist ihr erster Roman. Mein Fazit und meine Rezension: Irenie und ihre Mutter Yasmeen sind ein Herz und eine Seele. Mutter und Tochter verbindet ein tiefes Band und eine sehr enge Beziehung. Noch nicht einmal ihrem Vater gelingt es, in diese besondere Mutter-Tochter-Beziehung einzudringen und ebenfalls ein Teil des großen Ganzen zu werden. Doch von jetzt auf gleich endet Irenies Kindheit, denn ihre Mutter verschwindet und niemand weiß, wo sie abgeblieben ist und ob sie wiederkommen wird. Irenie hofft täglich darauf, dass ihre Mutter zur Haustür hereintritt und wieder alles so ist, wie es einmal war. Aber tief in ihrem Inneren ist sie davon überzeugt, dass dieser Tag nie kommen wird und das Verhalten ihres Vaters tut sein übriges. Doch warum ist ihre Mutter verschwunden? Was weiß ihr Vater darüber? Hat er sie gehen lassen oder gar fort geschickt? Und was hat es mit dieser seltsamen Kiste auf sich, die ihre Mutter wie einen Schatz behütet hat? Findet sich darin die Antwort auf all ihre Fragen? Und wer ist der unbekannte Anrufer, der sie und ihren Vater fast täglich aus ihrer Lethargie reißt, um dann doch wortlos wieder aufzulegen? Viele Geheimnisse ranken um die Geschichte ihrer Mutter, insbesondere um ihre Vergangenheit, die es nun zu ergründen gilt. Doch will man alles wissen, was in dem Leben seiner Eltern geschehen ist? Vor allen Dingen dann, wenn es die eigene Welt aus den Fugen heben kann? Irenie ist für den Leser im ersten Moment ein sonderbares Kind, denn sie ist mehr eine kleine Erwachsene als ein naives und lebhaftes Kind. Schon vom ersten Tag an war sie stark mit ihrer Mutter verbunden und fühlte sich zu ihr hingezogen. Kein Wunder also, dass es auch sie schmerzlich trifft, als ihre Mutter eines Tages einfach so verschwindet, ohne Lebewohl zu sagen. Irenie ist sich sicher: ihr Vater steckt hinter all dem und er weiß ganz genau, wo ihre Mutter ist und weswegen sie gegangen ist! Immerhin hat sie ihn bereits bei seiner Untreue ertappt und wenn ein Kind das aufdecken kann, ist es für ihre Mutter sicherlich ein Leichtes gewesen. Mit jedem Tag gleicht Irenie ihrer Mutter mehr und mit jedem Tag, der ins Land geht, ohne dass sie Neuigkeiten von ihr erfährt, wird ihr Groll gegen ihren Vater tiefer und tiefer. Um die Erinnerung an ihre Mutter aufrecht zu erhalten, erschafft sie sich als ihr Ebenbild, indem sie sich genauso kleidet wie sie, die Gerichte des Heimatlandes ihrer Mutter kocht und ebenfalls akkurat für den Haushalt sorgt. Doch all dies kann ihr die Liebe ihrer Mutter nicht ersetzen. Und auch ihr Vater merkt, dass Irenie sich immer weiter von ihm entfernt. Aber er kann nicht noch einen geliebten Menschen verlieren. Eines Tages findet Irenie auf dem Dachboden die geheimnisvolle Kiste ihrer Mutter und öffnet sie. In ihr befinden sich unzählige Briefe, die ihre Mutter an einen Mann namens Ahmed geschrieben hat, die Antwortbriefe sind ebenfalls säuberlich in der Kiste enthalten. Für mich als Leserin war es spannend, dass Irenie die Briefe vor ihrem Vater verborgen hat und im Geheimen in ihnen gelesen hat. So war Yasmeen kein Geist mehr (denn im Buch lernt man sie immer nur aus Erinnerungen kennen), sondern eine richtige Ehefrau und Mutter und vor allen Dingen eine Frau mit eigenen Bedürfnissen. Ich konnte ab einer gewissen Zeit gar nicht mehr aufhören zu lesen und musste einfach wissen, wie es mit Yasmeen weitergeht, was Ahmed damit zu tun hat und wo sie geblieben ist. Das Ende dieser wunderbaren Geschichte möchte ich euch jetzt nicht verraten, nur so viel: mit Hilfe der Briefe finden Vater und Tochter wieder zueinander, Irenie lernt ihre Wurzeln in Islamabad kennen und trifft dort auf eine Familie, mit der sie mehr verbindet, als sie zunächst gedacht hatte. Ich kann dieses Buch einfach nur weiterempfehlen. Man merkt, dass die Autorin darin auch eigene Geschehnisse verarbeitet hat und dass sie ihren Charakteren Tiefe gegeben hat. Yasmeen ist für mich ein Charakter aus Fleisch und Blut und Irenie ist in meinen Augen Sophia selbst, die mit diesem Buch ein Stück ihrer eigenen Vergangenheit zu verarbeiten und ggfs. zu verabschieden versucht. Ich hoffe sehr bald ein weiteres Buch von dieser talentierten und jungen Autorin lesen zu dürfen!

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  • Naja...

  • Perfekte Herbstlektüre mit Freiheit, Abenteuer und viel Gefühl

    Das Leuchten meiner Welt
    Benni_Cullen

    Benni_Cullen

    06. November 2016 um 12:45

    Klappentext laut Amazon:Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen.Anrührend und klug erzählt Sophia Khan in ihrem beeindruckenden Debüt von einer geheimen Liebe und deren Folgen für eine ganze FamilieMeine Meinung:Das Buch wurde mir in der eBook-Version vom Verlag zu Verfügung gestellt - dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken.Es gibt sie noch. Diese Bücher, die sich nach Freiheit, Abenteuer und Selbstfindung anhören. Und manchmal auch genau danach aussehen. Weshalb mir der Roman überhaupt aufgefallen ist. Denn das Cover ist so wunderhübsch, dass man einfach daran hängen bleiben muss. Als ich dann den Klappentext las, wusste ich, dass ich mir dieses Buch unbedingt besorgen muss.Irenie verlor mit zehn Jahren ihre Mutter und seit diesem Tag hofft sie, dass diese irgendwann zurückkommen wird. Bis dahin übernimmt Irenie aber ihre Rolle, führt also den Haushalt, kocht und zieht sogar ihre alten Kleider an. Ihr Vater James scheint all das nicht mitzubekommen, er vertieft sich lieber in die Unwichtigkeiten des Lebens und lässt niemanden wirklich an sich ran. Unreflektiert und hoffnungslos streift er durchs Leben. Bis zu jenem Tag als Irenie alte Briefe und sich ihr Leben von Grund auf verändert.Die Geschichte bietet eigentlich mehrere Facetten, die man alle gar nicht erklären kann, sondern sie erleben muss. Zum einen geht es um die Vergangenheit von Yasmeen, Irenie's geliebter Mutter. Hier begibt man sich auf die Suche nach Erklärungen für ihr exzentrisches Verhalten, ihre plötzlichen Weinanfälle und die ständige Tristesse, die sie zu umgeben scheint. Dabei geht es um die oben angesprochene verbotene Liebe und ihre Vergangenheit in Pakistan. Eine weitere Facette bietet allerdings auch Irenie's Vater, James. Dieser wird von den Dämonen seiner Vergangenheit heimgesucht und lebt oft noch in dieser. Als Leser erkennt man recht schnell, was James ändern muss, um glücklich zu werden und würde ihn am liebsten mal wach schütteln. Doch so muss man seine Entwicklung nur still verfolgen und hofft, dass sich alles zum Guten wendet. Und neben all dem geht es natürlich auch um die Beziehung zwischen Irenie und James, denn diese könnte komplizierter, verworrener und trauriger nicht sein.Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil und findet genau die richtige Balance zwischen erklärenden und informierenden Parts und Beschreibung von Gefühlszuständen. Hier und da hätte ich mir gewünscht, man würde einige Begriffe etwas mehr erklären, beispielsweise die Namen für die Kleidung in Pakistan. Dies kommt eigentlich gar nicht vor, also bleibt einem nur übrig sich es gut es geht diese vorzustellen oder wirklich zu recherchieren, was man ja aber als Leser auch nicht unbedingt machen will.Mein Fazit:Insgesamt hat mich die Geschichte wirklich total in ihren Bann gezogen. Ich fand es spannend Irenie und ihr Leben kennenzulernen, der Geschichte ihrer Mutter auf den Grund zu gehen und James dabei zu begleiten, wie er sich von der Vergangenheit löst und langsam zu der Person (und dem Vater) wird, der er eigentlich sein sollte. Hier und da dauerte mir die Entwicklung zu lange, aber alles in allem war ich fasziniert von der Welt, die die Autorin schafft und der Stimmung, die sie dabei vermittelt.Der perfekte Roman also für lange Herbst-Wochenenden oder einem gemütlich Adventsabend. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Punkten.

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  • Eine Spurensuche zwischen Amerika und Pakistan

    Das Leuchten meiner Welt
    Calantha

    Calantha

    21. October 2016 um 18:10

    „Das Leuchten meiner Welt“, ist das Debüt von Sophia Khan, einer pakistanischen Autorin mit amerikanischen Wurzeln. Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt und ist im Diana-Verlag erschienen. Aufgrund der Einordnung als Liebesgeschichte, einer jugendlichen Protagonistin und dem schönen verspielten Cover, habe ich viele Rezensionen auf Blogs von sehr jungen Mädchen gesehen. Ich möchte jedoch gleich anmerken, dass das Buch über eine einfache Liebesgeschichte hinausgeht. Sowohl vom Schreibstil, als auch vom Inhalt, ist es durchaus für Erwachsene geeignet und bietet einen gewissen Anspruch. Tatsächlich wird dieser Aspekt, von vielen jüngeren Rezensentinnen, sogar stark kritisiert. Für mich ist das natürlich positiv zu bewerten.Es geht um die junge Irenie, Tochter eines Amerikaners und einer Pakistanerin, welche in Amerika aufwächst. Als sie 10 Jahre alt ist, verschwindet ihre Mutter Yasmeen spurlos. Die Story setzt einige Jahre später ein, als Irenie auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Briefen ihrer Mutter findet. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dieser verbotenen Liebe? Irenie begibt sich auf eine Spurensuche, die sie bis nach Pakistan führt. Warum verschwand ihre Mutter und welche Rolle spielten die einzelnen Personen ihrer Familie dabei?Die Geschichte wechselt in der Erzählperspektive zwischen Irenie und ihrem Vater James. Abwechselnd erfahren wir einige Kapitel der Handlung von Tochter und Vater. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Während sich Irenie im ersten Teil in Amerika befindet und versucht mehr über die geheimnisvollen Briefe herauszufinden, begibt sie sich im zweiten Teil nach Pakistan.Der Schreibstil ist etwas anspruchsvoller als in den meisten Liebesgeschichten. Zusätzlich zu den zwei Perspektiven kommen noch unzählige Rückblenden und Zeitsprünge. Da erzählt der Vater von seiner Beziehung zu Yasmeen, von seiner Schwester und seiner Kindheit. Und auch Irenie, erzählt Episoden aus ihrer Kindheit, erinnert sich an die Mutter und an Erlebnisse mit ihrer Freundin. Das macht die Geschichte sehr vielseitig und lebendig, man muss jedoch aufmerksam lesen. Die Sprache bewegt sich zwischen poetisch und kitschig. Der Schreibstil passt aber sehr gut zum Genre und zur Handlung. Man merkt, dass sich die Autorin Gedanken gemacht hat und ihre Worte mit Bedacht auswählt. Jedes Kapitel wird mit einem Abschnitt aus den gefundenen Briefen an die Mutter eingeleitet.Zwischen anderen Liebesgeschichten sticht das Buch heraus, weil es mehr ist, als nur eine klassische Liebes-Story. Vielmehr rekonstruiert die Autorin die Geschichte der verschwundenen Mutter anhand Erinnerungen, Briefen und gegenwärtigen Geschehnissen. Außerdem ist das Thema von binationalen Beziehungen, selten mit so guter Sprache und Hintergrundwissen verbunden, wie hier. Nebenbei bekommt man besonders im zweiten Teil, tiefe Einblicke in die pakistanische Kultur, was das Buch ungeheuerlich bereichert.Erinnerungen vermischen sich in dieser Geschichte mit der Gegenwart. Nach und nach erfahren wir immer mehr von Yasmeen und spüren auch, wie das Verschwinden der Mutter, die Tochter Irenie geprägt hat. Diese jagt jedem erdenklichen Fetzen, den sie über ihre Mutter findet, hinterher. Die Tochter quält das Verschwinden so sehr, dass sie jede Erinnerung für sich vereinnahmt. Sie kocht ihrem Vater pakistanisches Essen und kauft immer noch die selbe Kleidung, die ihre Mutter ihr kaufte. Umso mehr sie über ihre Mutter erfährt, umso mehr erfahren wir auch über Irenie, die sich mit dem Vater und ihrem Umfeld nicht so ganz identifizieren kann. Sie ist eher eine verträumte Einzelgängerin, entwickelt sich jedoch im Laufe des Buches weiter, wächst zusammen mit ihren Entdeckungen über die Mutter. Sie gewinnt immer mehr an Klarheit über sich, ihre Mutter und ihre Herkunft.Im Original heißt das Buch übrigens „Yasmeen“ und ich finde den Titel viel besser, als „Das Leuchten meiner Welt“, da es wirklich vorwiegend um die verzwickte Lebensgeschichte von Yasmeen geht. Das Cover ist in Englisch auch ganz minimalistisch gehalten. Das bunte deutsche Cover täuscht ein bisschen über den Inhalt und den Anspruch. Das erklärt auch die vielen eher enttäuschten Rezensionen von besonders sehr jungen Leserinnen, die mit dieser Geschichte überfordert waren oder etwas anderes erwartet hatten. Das Buch lebt besonders von seiner Vielseitigkeit an zwischenmenschlichen Beziehungen und wundervoll ausgearbeiteten Charakteren, die sich langsam entfalten, wie ein guter Wein.

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  • Reden ist Silber, Lesen ist Gold, Manchmal muss über die Wahrheit gesprochen werden...

    Das Leuchten meiner Welt
    Floh

    Floh

    06. October 2016 um 05:09

    „Das Leuchten meiner Welt“. Dass ist ein Titel, der nach dem Lesen des Buches einen ganz anderen Klang erhält, als vor dem Lesen des Buches. Die junge Autorin Sophia Khan hat einen sehr bewegenden und tiefgründigen Roman geschrieben, der den Leser zum Nachdenken und Einkehren bringt. Ganz nah und intensiv erzählt sie in ihrem Debütroman von einer ehrlichen Liebe, von einer verlorenen Hoffnung, von einem Drama und den Hinterlassenschaften eines familiären Scherbenhaufens. Vom Verstehen, Nachfühlen, Verzeihen, Verurteilen und Erkennen. Ein Familiendrama, welches es so nicht hätte geben müssen, wenn nur einmal ein offenes Wort gesprochen worden wäre… Traurig, schwermütig, tiefgründig und auf seiner ganz leisen Weise auch sehr berührend und schön. Erschienen im Diana Verlag (https://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd) Inhalt: "Irenies Kindheit endet an dem Tag, an dem sie nach Hause kommt und ihre Mutter Yasmeen nicht mehr da ist. Der Vater erklärt nichts, weicht allen Fragen aus. Fünf Jahre vergehen, bis Irenie eine Kiste mit Briefen findet und dem Geheimnis ihrer Mutter näher kommt. Auf der Spur einer verbotenen Liebe reist sie von Amerika bis nach Pakistan, voller Hoffnung, in diesem Sommer Yasmeens Verschwinden endlich zu verstehen. Anrührend und klug erzählt Sophia Khan in ihrem beeindruckenden Debüt von einer geheimen Liebe und deren Folgen für eine ganze Familie." Darum wollte ich dieses Buch lesen: Eigentlich war es die begeisterte Lesestimme einer Mitarbeiterin/Lektorin des Diana Verlags, die in dem Verlags Flyer „Herzenszeilen“ einen Kommentar zu diesem Roman hinterlassen hat, der mich sofort gefangen genommen hat: „Mein Lieblingsbuch… Sophia Khan hat mein persönliches Lieblingsbuch geschrieben – so klug und fesselnd erzählt sie von der Liebe, so sehr berührt mich die Geschichte von Irenie, die sich aufmacht, das Geheimnis um ihre verschwundene Mutter zu enthüllen. … Ein großartiges Debüt von einer spannenden neuen Autorin.“ (Zitat: Cardin Klemenz; Lektorin Diana Verlag). Die Mitarbeiterin / Leserin und Lektorin klingt hier so verliebt in dieses Buch, dass ich mich angesteckt fühlte und es ebenfalls lesen wollte. So kam ich auf den Geschmack zu „Das Leuchten meiner Welt“… „Seit ich diese Kiste auf meinem Schoß geborgen halte, frage ich mich, ob ich für Jahre ein Echo bewohnt habe.“ (Seite 11) Zum Schreibstil: Die Autorin Sophia Khan hat es mir anfangs mit ihrem Roman nicht allzu leicht gemacht. Die junge Autorin versucht sich erst gar nicht zu verstecken und schreibt ihren Roman selbstbewusst, voller Überzeugung und ist sich sicher, wo sie ihre Leserschaft hinbewegen möchte. Dazu nutzt sie einen intelligenten Stil, der von Anspruch, Herzensangelegenheit, Hintergrund und Tiefe zeugt. Gerne zeigt sie sich und ihr schriftstellerisches Maß in langen und verschachtelten Sätzen, die den Leser dazu einladen, diesen Roman nicht einfach nur wegzulesen, sondern zu verdauen und zu verarbeiten. Sehr klug und lenkend. Das hat mich überrascht und fasziniert. Sophia Khan hat in ihrem Interview, welches man in den Klappen der Klappbroschur-Ausgabe des Taschenbuchs findet schon erklärt, dass ihr der Part aus Sicht von Irenie geschildert leichter zu verfassen und zu Papier zu bringen gelang, als die Passagen, in denen James den Leser in sein zerrüttetes Leben blicken lässt. Ich finde jedoch, dass der Autorin beide Sichtweisen unheimlich gut gelungen sind. Sophia Khan wechselt nicht nur die Erzählperspektiven der jeweiligen Ich-Form und die des stillen Beobachters aus dritter Sicht erzählt, sondern auch die zeitliche Ebene. Dieser Wechsel lässt sich in den Absätzen leider manchmal nur schwer differenzieren und verfließt mit den vorherigen Zeilen, sodass man sich als Leser darauf konzentrieren muss, wo und bei wem wir uns gerade befinden. Da hätten bei der Umsetzung einige Absätze oder Kapitelüberschriften sehr gut getan. Leider fehlt das hier, was aber mit dem Schreibstil der Autorin an sich gar nichts zu tun hat. Die pakistanische Herkunft der Autorin verleitet sie auch dazu, den Lesern ihre Heimat nahe zu bringen. Dieses Kunststück gelingt ihr dadurch, dass sie Speisen, Gerüche, Farben, Sitten, Kleidung und Festakte in ihrem Roman verwebt und den Leser ganz nah teilhaben lässt an einem zweierlei Familienleben. Das schweigsame Nebeneinanderleben in den USA, wo Irenie mit ihrem Vater James und ihrer schwermütigen Mutter Yasmeen lebt und das offene und redliche Großfamilienleben in Islamabad in Pakistan, wo Irenie den Spuren ihrer verschwundenen Mutter folgt… Sophia Khan überrascht hier mit sehr vielen Einflüssen, gibt Psychogramme auf, betreibt Charakter- und Familienstudien und schreibt einen Roman, der sehr intensiv und tiefgründig ein Drama zeigt, was durch offene Worte niemals so tragisch und hoffnungslos geendet hätte, wie es hier der Fall ist. Sophia Khan lädt ihre Leser dazu ein, noch lange über diesen Roman nachzudenken und ihn wirken zu lassen. Längst, nachdem man die letzten Zeilen bereits gelesen hat… Denn das Ende wird nur angeregt und der eingeladene Leser darf sich nach den letzten Zeilen: „Dieser Koffer gehört mir nicht!“ selbst ein Ende für diese Geschichte ausmalen. Sehr schön! „Sie sieht mich durchdringend an, und mir ist, als kenne sie jede Hoffnung und jeden Gedanken, die ich jemals hatte. Du hast die Augen deines Vaters, Irenie! Sagt sie und marschiert hinaus in den Sturm“ (Seite 98)“ Schauplätze: Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze haben mich wirklich absolut überzeugt und begeistert. Hier gibt es nicht nur Orte des Wohlgefallens, der Herzlichkeit, Harmonie und Familiengeschichte, nein hier gibt es ausladende Charaktere, die ihre eigene Geschichte mit ihrem eigenen bisherigen Leben und daraus resultierenden Kulissen und Schauplätze bieten. Irenie Khalil lebt in den USA mit einer pakistanisch stämmigen Mutter und einem westlichen Vater. Ihr Haus ist alt und an vielen Stellen baufällig, vor allem der Hängeboden des Hauses erweist sich als löchrig und brüchig. Doch genau da sitzt die stille und schweigsame Irenie so gern und beobachtet ihren Vater, der ebenso schweigsam und in sich gekehrt in seinem Arbeitszimmer sitzt und schreibt. Bis Irenie auf eine silberne Schatulle stößt und sich ihre ein Geheimnis zu offenbaren scheint. Antworten auf all die unausgesprochenen Fragen… Die Autorin schafft es bereits nach wenigen Zeilen den Leser abzuholen und in ihre Geschichte der Familie Khalil zu platzieren. Wir durchstreifen viele verschiedene Kulissen, die je nach Zeitebene und Handlungsort von unterschiedlichen Facetten und Einflüssen geprägt sind. Das Familienhaus von James, Irenie und zuvor auch Yasmeen, ehe sie spurlos verschwand. Die alte Universität an der sich James und Yasi in ihren jungen Jahren begegneten und an der James noch immer unterrichtet. Der bereits genannte Hängeboden des Hauses, der eine Schlüsselrolle spielen wird, der Rosengarten der Familie, Irenies Verwandtschaft in Islamabad (Pakistan), wo sie versucht das Leben und die Liebe ihrer Mutter nachzuvollziehen… All die Emotionen, die mit den Kulissen und Orten einhergehen, die allesamt gleich wichtig sind, bringt die Autorin wunderbar zum Wirken und zur geltung. Man fühlt, lebt, leidet und Denkt mit diesem Buch und befindet sich stets an den beschrieben Orten und fühlt beinahe das Gleiche wie die Protagonisten selbst. Die Eindrücke sind einfach einzigartig und so nah beschrieben, dass man sich als Gast in dem Buch willkommengeheißen fühlt. Ich jedenfalls. Geheimnisvoll, real, bildhaft und charmant. Hier gibt es enorme Atmosphäre, Vegetation, Flair, Gemütlichkeit, Kultur, Einfluss und eine Reise in die Vergangenheit und die Spur eines Geheimnisses und den nie gesprochenen Worten. All die atemberaubenden Kulissen werden stets gespickt mit Nuancen aus Tradition und Kultur, sowie den modernen Denken und der westlichen Welt. Melancholisch, einsam und schwermütig. Tragisch, dramatisch und hoffnungslos, Mutmachend, optimistisch und voller Wärme und Zuversicht. Die Autorin S. Khan gibt in ihrem Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder. Dies bezieht sich nicht nur auf das Leben von James und Yasmeen, ihrer Liebe, die Liebe zwischen Ahmed und Yasmeen und der heranwachsenden Irenie selbst, nein, die Autorin entführt den Leser an die Örtlichkeiten, zeigt das Leben und lässt einiges Revue passieren. Hier spürt der Leser viel Herzblut und Verbundenheit zur Geschichte, die die Autorin mit sehr viel Liebe verfasst hat. Mein besonderes Highlight und die absolute Stärke hier in diesem Buch!!!! „Doch mir gefällt es, ihm das Essen zu bringen. Wenn ich alles kann, was meine Mutter konnte, gelingt es uns vielleicht, so zu tun, als wäre sie noch da. „ (Seite 104) Charaktere: Bei den Charakteren bekommt der Leser sehr viel Stoff und Anreiz zum Nachdenken, einlenken, nachfragen, sinnieren, reflektieren und kapitulieren… Ja, das Buch wird nicht einfach sein zu verdauen und es wird dem Leser auch nicht einfach sein Partei für Jemandem aus dem Buch zu ergreifen. Irenie ist 15 Jahre alt und wächst nach ihrer Kindheit als Halbwaise auf, wobei man nicht von Waise sprechen kann, da niemand weiß, wo ihre Mutter Yasmeen geblieben ist. Bis zu dem Tag an dem Irenie eine Blechkiste mit alten Briefen (Liebesbriefen) von ihrer Mutter mit einem unbekannten Mann, Ahmed, findet. Irenie lebt mit ihrem Vater James zusammen. Beide hegen eine ganz traurige Vater-Kindbeziehung. Dies war leider auch schon vor dem Verschwinden der Mutter der Fall. Sogar nach Irenies Geburt war James nicht imstande sein rosafarbenes, schmieriges Kind willkommen zu heißen und es in sein vaterherz zu schließen. Diese Distanz zieht sich bis zu Irenies Jugend durch. Die Familie lebte nebeneinander her. Zur Mutter Yasmeen hat Irenie eine ganz besondere Beziehung und Nähe, obwohl sich diese Bindung auch eher als psychologischer Knackpunkt erweist, denn Irenie fühlt sich für ihre Mutter verantwortlich und will sie beschützen. Mutter Yasmeen verfällt immer wieder in Depressionen, hat schwermütige Phasen und verlebt einen Teil ihrer Mutterpflichten in Gedanken und Träumen, die sie traurig machen… Für den Leser wird es genauso lange dauern, die Tragik dieses Familienlebens zu entschlüsseln und zu erkennen, wie für James und Irenie selbst. Häppchenweise nähern wir und Zeile um Zeile, Erzählung um Erzählung, dem eigentlichen Drama und der eigentlichen Tragödie. Das Schweigen legt sich permanent wie ein Demokleschwert über diese Familie, die ihrem Leben selbst eine Wunde dadurch zufügt und sie immer wieder durch nichtgesagte Worte aufreißen lässt. Die Autorin Sophia Khan gibt hier tiefenpsychologische Einblicke in die Gedankenwelt und das Seelenleben einer zerrütteten Familie. Mit all seinen Folgen und Momenten. Hier hat die Autorin sehr eindringliche Charaktere erschaffen, die sie wunderbar nachfühlbar beschreibt, um ein klares Bild des Ausmaßes dieser verurteilten Liebe zu erhaschen. Neben den Hauptprotagonisten, Vater James, Mutter Yasmeen und Tochter Irenie, werden auch Nebencharaktere eine sehr wichtige und abwechslungsreiche, sowie prägende Rolle einnehmen. Hier möchte ich Irenies Freundschaft zur Nachbarin Celeste nennen, James Arbeitskollegen von der Universität, einige seiner vor allem weiblichen Studentinnen, die ganze Verwandtschaft und Familie Khalil aus Pakistan, die Liebschaft zu Ahmed, Ahmeds Sohn Firdaus… All die Charaktere und Nebenrollen werden diesen Roman vollkommen erscheinen lassen, obwohl hinter jeder Person ein Stück Schicksal und Hoffnung steckt. Die Autorin schenkt den Lesern ein genaues Bild ihrer besonderen Charaktere und deren Leben und deren Zusammenleben nach und vor dem Verschwinden von Mutter Yasmeen. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat die Autorin aus den Vollen geschöpft, verschenkt nicht eine nützliche Nuance und bietet ausgefeilte und bemerkenswerte Studien eines Familiendramas. „Im Park dagegen brach sie bei den Astern in Rufe des Entzückens aus und schwärmte von den Gänseblümchen, wobei sie genug Abstand hielt, damit ihre Begeisterung die Blumen nicht verschrumpeln ließ.“ (Seite 196) Meinung: Zuerst möchte ich die vielen versteckten dennoch offensichtlichen Botschaften aus dem Roman loben, die sich darauf beziehen, wie wichtig es doch ist in einer Familie miteinander zu sprechen. Hier hat das eiserne Schweigen eine Familie zerbrochen!!!! Aber auch die Wichtigkeit der eigenen Wurzeln, der Familie, die Brocken der Vergangenheit, die das Heute prägen, die Verletzlichkeit der Liebe, das zarte Band der Verbundenheit...der Weg in die Vergangenheit und der eigene Schatten der überwunden werden muss, und auch der sensible Umgang mit Lebenslügen und echter Freundschaft. Hier hat Sophia Khan sehr genau auf das Ausmaß geachtet und ich finde es ist ihr sehr galant gelungen. Eine perfekte Mischung und ein perfekter Mix aus zwei wichtigen Säulen, auf denen dieser Roman gebaut ist, das Davor und das Danach. Ich wurde sehr überrascht vom Buch, wo meine Vorfreude aufgrund der tollen Leserstimme doch so unendlich hoch war und meine Erwartungen dementsprechend geprägt waren. Dieser Griff zu diesem bewegenden und tiefsinnigen Roman hat sich gelohnt. Im letzten Drittel tauchen zwar einige Längen auf und der Trubel um die Hochzeitsvorbereitungen der Cousine in Islamabad nehmen für meinen Geschmack zu viel Raum ein, doch möchte ich resümierend keine der gelesenen Zeilen missen. Das Buch hat mir den Einstieg jedoch nicht so leicht gemacht. Auf den ersten knapp 60 Seiten musste ich mich zwischen Erzählperspektive und Zeitebene doch zurechtfinden und mich erst einmal selbst sortieren und platzieren. Diese Standortbestimmung nimmt die Autorin den Lesern leider nicht ab. Ihr Roman beginnt sofort und dem Leser ist es an der Hand gegeben sich mit diesen ersten Zeilen und Brocken anzufreunden. Mutig, selbstbewusst und von sich überzeugt startet die Autorin ihr Debüt und lässt sich das Zepter dann nicht mehr aus der Hand nehmen. Das lobe ich ihr und das wertschätze ich auch. Einzig der schnelle Wechsel der Perspektiven und der nahtlose Übergang zu den unterschiedlichen zeitebenen, ohne großen erkennbaren Absatz im Text und zwischen den Charakteren muss ich kritisieren. Ein Kritikpunkt, dem nicht der Autorin zu schulden ist, sondern eher der Umsetzung und der Aufteilung des Romans beim Druck. Kapitelüberschriften hätten Abhilfe geschafft. Es hätte noch viel schöner werden können, wenn alle Komponenten so rund geworden wären, wie der Schreibstil und der Sinn der Geschichte, wie es sich die Autorin gedacht hat. Nun denn… Meckern auf hohem Niveau. Sehr schön sind die kursiv gedruckten Zeilen einer tragischen Liebe und der Umgang mit dem Verlust der Herzenshälfte zu jedem neuen Kapitel als Einleitung. Hinten im Buch befindet sich ein Stammbaum der Familie Khalil, dem es eigentlich nicht benötigt hätte, der aber vielleicht dem einen oder anderen Leser Hilfestellung bringt. Autorin Sophia Khan bedient viele Emotionen und glänzt mit einem ruhigen und langsamen Ton und lässt ihren Roman nur langsam fortschreiten. Scheibchenweise kommen wir den Antworten näher und erkennen nach und nach die ganze Tragik dieses zerrütteten in Schweigen gehüllten Familienlebens. Das Buch hielt einfach dass, was es für mich aufgrund des Klapptextes, des Covers, der Lesestimmen und Pressestimmen versprach! Pluspunkte: • Ganz klar die lobenswerte Ausarbeitung und Beschreibung der Kulissen und der detaillierten Beschreibungen der zerfallenen gelben Villa von James, Yasmeen und Irenie mit dem Garten, den Rosen, dem Hängeboden und dem Keller… • Liebevolle Einleitungen verlorener Zeilen einer Liebe als Kapitelüberschriften. Tolle Idee! • Absolut authentische Kulissen und Atmosphäre • Das undurchsichtige Leben einer verurteilten Liebe und das Leben in einer Familie, in der geschwiegen wird. Schmerzlich, tragisch und fatal. • Die Darstellung und Ausarbeitung der Charakterstudien, vor allem die besonders traurige Vater-Kind-Beziehung zwischen James und Irenie • Gesellschaft, Brauch und Sitte, vor allem die Familienfeste und Angelegenheiten in Pakistan bei Irenies Verwandten. • Ein wunderschönes Cover • Eine eindringliche Botschaft und Metapher dieses Romans. Ein Kreis der sich schließt. • Viele beschriebene Gerüche, Düfte, Farben, Kultur und Brauch (vor allem die pakistanischen), jedoch auch der staubige Hängeboden, der düstere Keller, die alte Treppe, das Arbeitszimmer von James, die Badewanne in dem alten Haus…. • Botschaften um Liebe, Vertrauen, Bindung, Mitgefühl, Toleranz und Sich-fallen-lassen… • Die sympathische Autorin hat mich überzeugt und ich hoffe, dass sie uns noch viele weitere Romane bieten wird, die den Nahen Osten und Pakistan in all seinen Facetten zeigen. Schön. Kritikpunkte: • Der Schreibstil ist wunderbar, trotzdem benötigte ich knapp 60 Seiten um mich neu einzunorden. Sophia Khan zeigt sich mutig und fordert ihre Leser heraus. • Das Ende des Romans hätte für mich gerne anders ausfallen können. Dieser Faden letzter Antworten und Hoffnungen (vor allem in bezug auf James und Irenie und ihrer Beziehung) bleibt lose. Und doch finde ich den Schlusssatz: „Dieser Koffer gehört mir nicht!“ super und rund. Der Leser wird auch hier wieder aufgefordert sich sein Ende zu erdenken und die Geschichte selbst zu Ende zu schreiben • Der Perspektivenwechsel ist nicht immer sogleich zu erkennen und wechselt nahtlos. Ebenso die zeitebene, was verwirrend sein kann, ehe man verstanden hat wo und bei wem man sich jetzt gerade befindet. Das stört an einigen Stellen sehr. Ein erkennbarer Absatz hätte hier gereicht. • Im letzten Drittel (im zweiten Teil des Buches) tauchen Längen auf. Die Hochzeitsvorbereitungen nehmen verhältnismäßig viel Raum ein, der die Geschichte jedoch wenig bis gar nicht vorantreibt sondern nur ein Bild der pakistanischen Lebensfreude und Lebendigkeit zeigt. Als Kontrast zum Leben mit James in dem verwaisten Haus ein gelungener Gegenpol. Die Autorin: "Sophia Khan wurde 1985 als Tochter einer amerikanischen Mutter und eines pakistanischen Vaters geboren. Sie wuchs in beiden Ländern auf, reiste viel, studierte in den USA und lebt heute mit ihrem Mann in Islamabad. Das Leuchten meiner Welt ist ihr erster Roman." „Aber als ich die Briefe gelesen hatte, fühlte ich mich deinem Vater näher, als ich meinem jemals gefühlt hatte. Und jetzt habe ich beinahe die halbe Welt durchquert und fühle mich meinem Vater näher als jemals zuvor. Ist das nicht verrückt?“ (Seite 450) Zum Cover: Das Cover ist sehr schön und wirkt richtig einladend. Die Ornamente passen zur Kultur, zu Pakistan und zur Autorin. Der Schriftzug des Titels leuchtet in hellem Gold und spiegelt vielerlei wider. Ein Briefstempel als Sinnbild zum Inhalt. Denn mit verlorenen Liebezeilen beginnt dieser Roman an Dynamik zu gewinnen. Fazit: Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich sehr bewegten Gefühl. Ich muss ganz ehrlich sein, dass mich diese Tragik sehr berührt hat und traurig gemacht hat. Hier erkennt man, wie wichtig das Reden und das Sprechen über die eigenen Gefühle und der der anderen Familienmitglieder ist. Mannomann, was für ein mitreißendes und nachhallendes Buch. Mit schönen, aber auch sehr andächtigen Seiten. Über dieses Familiendrama und der Vater-Tochterbeziehung zwischen James und Irenie wird man noch lange nachdenken und darf sich sein Ende selber formen… 4 Sterne +! Gerne hier meine Lesechronik und mein jeweiliger Lesestatus mit meinen persönlichen Eindrücken zum Roman: https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/1323182896/

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    • 10
  • Schöner Stil, Unsympathischer Vater

    Das Leuchten meiner Welt
    buechermarie

    buechermarie

    09. September 2016 um 19:02

    Meine Meinung:Sophia Kahn schreibt unglaublich schön. Gekonnt setzt sie da Metaphern, wo sie wirken, und beschreibt da simpel, wo es angebracht ist. Für ein Erstlingswerk war das sehr beeindruckend.Ich habe das Buch in die Hand genommen, um aus dem YA-Trott herauszukommen, in dem ich zu der Zeit etwas festgesteckt habe, und das hat ganz wunderbar geklappt.Irenies Perspektive und ihren Weg habe ich sehr gerne verfolgt, sie war mir sympathisch, und ihre jungen Jahre waren trotz der Verantwortung und ihrem zwangsweise sehr erwachsenen Charakter noch zu erkennen. Im Gegensatz dazu war James mir absolut unsympathisch, und ich musste mich durch seine Passagen etwas durchkämpfen. Ich verstehe, dass das ein wichtiges Element des Buches ist, aber seine Gefühlslosigkeit und Gleichgültigkeit ist mir so unglaublich auf den Zeiger gegangen, ich bin zeitweise richtig wütend geworden!Yasmeen, nach der das Buch im Original ja benannt ist, wurde als ein dritter Charakter aufgebaut und komplettiert somit die Familie. Posthum wird sie skizziert und ihr Lebensweg durch die Augen von zwei (bzw. drei, wenn man die Briefe mitzählt) Menschen beschrieben, die sie über alles liebten. Besonders gelungen fand ich Irenies Sicht auf die Mutter, und wie sie langsam begreift, dass ihr heroisieren Yasmeens nicht unbedingt angebracht ist.Die kurzen Einblicke in die pakistanische Kultur machen Lust auf mehr. Ich musste einige Begriffe nachschlagen, vor allem Gerichte und Kleidungsstücke, aber das war nicht weiter schlimm und sogar recht lehrreich ;-).Fazit:"Das Leuchten meiner Welt" ist eine sehr berührende Familiengeschichte, mit einem recht vorhersehbaren und leicht offenem Ende, was aber sehr schön gelöst wurde. Allerdings hat mir der PoV von James so wenig gefallen, dass es meine Leselust streckenweise tatsächlich etwas gedämpft hat. Schade, denn Sophia Kahn hat in meinen Augen wirklich Schreibtalent.

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  • Briefgeheimnis

    Das Leuchten meiner Welt
    Marapaya

    Marapaya

    04. September 2016 um 21:23

    Manchmal hilft es während der ins Stocken geratenen Lektüre eines Buches eine Pause zu machen und was ganz anderes, Genre-Fernes zu lesen. Die Aufmachung von „Das Leuchten meiner Welt“ hat meine haptischen Bedürfnisse voll erfüllt, das Buch in die Hand zu nehmen ist Freude pur, dennoch kam ich mit dem Text nicht so richtig voran. Immer wieder musste ich innehalten, weil mir die Verhaltensweisen von Tochter und Vater so überhaupt nicht verständlich erschienen. Am liebsten hätte ich mich in die Geschichte an den Küchentisch der beiden gewünscht und die schweigsamen Mahlzeiten mit einer Standpauke unterbrochen. Leider ist das reale Eintauchen in fiktive gedruckte Handlungen noch immer nicht möglich und mir blieb nur die stille Beobachtung des Lesers. Der Verlust von Irenies Mutter Yasmeen hat Vater wie Tochter gleichermaßen betäubt und stumpf für das Leben gemacht. Als Irenie dann Briefe ihrer Mutter findet und erkennt, das die große Liebe Yasmeens nicht ihrem eigenen Vater galt, sondern einem anderen Mann, beginnt sie sich mit dem Verschwinden der Mutter wirklich auseinander zu setzen und interessiert die Vorgeschichte ihrer Mutter zu enthüllen. In der Heimat von Yasmeen, bei den Großeltern und Verwandten in Pakistan kommt sie der Wahrheit endlich näher, während sich ihr Vater James allein im verwaisten Haus mit seinem Verlust auseinander setzen muss. Denn vor Yasmeen hat er einst bereits einen innig geliebten Menschen verloren. Während ich also Zeuge des betäubten Lebens von Irenie und James werde und mich diese fehlende Kommunikation der beiden in die Arme eines anderen Buches treibt, entdecke ich bei der Wiederaufnahme der Lektüre plötzlich ganz neue Seiten und Stimmungen, die mich die zweite Hälfte der Geschichte quasi in einem Rutsch lesen lassen. Irenie und James wachsen mir sehr ans Herz und ich bin sehr dankbar, dass Sophia Khan einen sehr klugen Weg der Erzählung gewählt hat, der frei von Kitsch und Pathos ist und auf die vielbesungenen großen Romanzen unseres Zeitalters einen neuen Blick wirft. Große Liebe allein ist keine Garantie für das Gelingen einer Partnerschaft im Alltag und sture Leidenschaft mag anfänglich romantisch wirken, sich auf Dauer aber gegen die Liebenden richten. Aus der Ich-Perspektive darf ich Teil haben an Irenies Gefühls- und Gedankenwelt, James Perspektive ist etwas distanzierter, aber auch hier weiß der Erzähler um die wichtigen Details seiner Figur Bescheid, nur dass er sie eben nach und nach in dem Maß enthüllt, in dem auch Irenie die wahre Geschichte hinter den Briefen ihrer Mutters Liebe entdeckt. Eine starke Figurengestaltung und die schillernde Exotik des Alltags in Pakistan versöhnen mich mit dem, bewusst so erzählten, fahlen Beginn des Romans. Mit dem Aufschlagen der letzten Seite hat sich sogar ein bisschen Wehmut über das nun unabänderlich erreichte Ende der Geschichte bei mir eingeschlichen, so sehr ist mir Irenie ans Herz gewachsen.

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  • Ein sehr besonderes Buch

    Das Leuchten meiner Welt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. August 2016 um 18:11

    Zu aller erst zum Cover, es ist total schön gestaltet, durch die Ornamente in dem blau wirkt es schon orientalisch, also die erste Gegebenheit aus dem Buch aufgegriffen. Als zweites dann noch der Autorenname und auch der Titel sehen aus wie auf altem Briefpapier, dazu die Briefstempel, machen das Bild komplett und sind ebenfalls aus der Geschichte aufgegriffen. Man hat das Gefühl, hier hat sich jemand wirklich Gedanken über das Cover gemacht. Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, musste ich das Buch sofort in die Hand nehmen und habe mich dazu gleich in den Klappentext verliebt.Der Schreibstil ist flüssig, informativ aber auch leicht verwirrend, durch die Perspektivwechsel, an die man sich jedoch recht schnell gewöhnt. Die Charaktere sind interessant und auch leicht schräg gestaltet, allen voran natürlich Irenie, sie wirkt vereinsamt und lebt in ihrer eigenen Welt, seit dem Verlust ihrer Mutter ist sie nicht mehr das unschuldige Kind von früher, das bekommt man sofort mit. Ihr Vater James hat auch sichtbare Spuren des Verlusts, er wirkt immer so gedankenverloren, interessiert sich kaum für seine Tochter, was jedoch nur auf den ersten blick so wirkt. Gemeinsam leben sie in einem Haus, in dem alles an den Verlust der Mutter Yasmeen erinnert.Irenie findet eines Tages eine Metalschatulle mit vielen alten Briefen, von Ahmed und ihrer Mutter, Yasmeen. Irenie schöpft neue Hoffnung, so mehr über das Verschwinden ihrer Mutter zu erfahren und begibt sich auf eine erstaunliche Reise, in die Vergangenheit. Hier fällt auf, das die Autorin mit sehr viel Details, die Geschichte schmückt, was wahnsinnigen Lesespaß bereitet. Die Geschichte wird zunehmend spannender und flüssiger.Ich fand es schön in die pakistanische Kultur abzutauchen, alles wirkte lebendiger und auch Irenie wirkte wie ausgewechselt. Auch die Beziehung zu ihrem Vater wird anders, irgendwie freundlicher. Diese Geschichte erzählt von Liebe, Trauer, Verlust und so vielem mehr, es zeigt, wie leicht es passieren kann, das Menschen nur noch nebeneinander her leben anstatt miteinander.Fazit:Eine eindrucksvolle Liebesgeschichte, mit anderem Hintergrund und tiefen Einblicken in die pakistanische Kultur. Schreibstil und Charaktere haben mich mitgerissen auch wenn ich mich erst mit ihnen arrangieren musste!

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