Sophia Monti Vollmondschwestern

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Inhaltsangabe zu „Vollmondschwestern“ von Sophia Monti

Statt Wellness, Spa und Traumstrand erwartet die Freundinnen Anja, Steffi und Maike in Barcelona ein böses Erwachen: Ihr Internet-Schnäppchen gibt es gar nicht! Und so landen sie in einer alten spanischen Finca: Schamanen, Elfenbeauftragte und Geistererscheinungen – all inclusive. Mangels Alternativen lassen sich die drei auf den Unsinn ein. Und wider Willen gerät ihr Weltbild mächtig ins Wanken. Denn nach einem märchenhaften Vollmondritual stellen sie verblüfft fest: Nichts ist mehr wie es war …

Wer spinnt mehr? Schamanen, Elfenbeauftragte und Dämonenjäger - oder doch die Normalos? Monti stellt mal wieder alles auf den Kopf. Und zwischen Lachkrämpfen kommt man mächtig ins Grübeln. Großartig!

— cordialis
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    Vollmondschwestern
    cordialis

    cordialis

    21. July 2014 um 10:24

    Statt Wellness, Spa und Traumstrand erwartet die Freundinnen Anja, Steffi und Maike in Barcelona ein böses Erwachen: Ihr Internet-Schnäppchen entpuppt sich als Abzocke. Da überredet sie ihre alte Bekannte Petra zu einer Zeitreise in eine alte Finca in Zentralspanien. Leider stellt sich diese als Esoterik-Zentrum heraus, in dem scheinbar durchgeknallte Schamanen, Elfenbeauftragte und Geister ihr Unwesen treiben. Mangels Alternativen lassen sich die Drei auf den „Unsinn“ ein. Dabei gerät ihr Weltbild wider Willen mächtig ins Wanken. Und nach einem märchenhaften Vollmondritual stellen sie verblüfft fest: Nichts ist mehr wie es vorher war.In Sophia Montis neuem Roman "Vollmondschwestern" geschieht selten etwas so, wie die drei Protagonistinnen Anja, Steffi und Maike - oder die Leser - es erwartet haben. Nach dem Schock am Flughafen von Barcelona bleibt den abgebrannten Freundinnen nur die Möglichkeit, zurück nach Deutschland zu fliegen oder ihre leicht verrückte Bekannte Petra zu deren Eso-Zentrum in Zentralspanien zu begleiten. Vor Ort kommen Anja, Steffi und Maike aus dem Staunen nicht mehr heraus: Pendler, Gnomen und gläserrückende Möchtegern-Vampire begleiten kaum weniger verrückt wirkende Esoterik-Anhänger auf deren "Reise ins Ich", so der Titel des von Petra angebotenen Seminars. Voll gutmütigem Spott - und häufig von Lachkrämpfen geschüttelt - nehmen die Freundinnen an dem "Unsinn" teil. Und stellen dann doch voller Verblüffung fest, dass sie plötzlich alle drei mitten in gewaltigen Umwälzungen stecken. Anja, die schon lange an ihrem fremdgehenden Mann Andy verzweifelt, aber die gemeinsamen vier Söhne bisher nicht allein erziehen und außerdem die riesige Villa nicht Andy überlassen wollte, grübelt nun doch über ihre Zukunft als Alleinerziehende nach. Steffi, die sich mit ihrem honigkuchenguten Mann, ihrem fleißigen Sohn und ihrem Job in einer Leihbücherei langweilt, stürzt sich Hals über Kopf ins völlig überflüssige Abenteuer. Und Maike, die jahrlang als vernachlässigte Geliebte auf jeden Spaß verzichtet hat, findet die große Liebe in Spanien. Eine riesige Familie inklusive. Jede bekommt am Ende vielleicht nicht das, was sie verdient. Aber auf jeden Fall das, was sie eigentlich wollte, sich bisher aber nicht zu erreichen getraut hat.  Monti spielt in den "Vollmondschwestern" genüsslich mit dem gesamten Repertoire an Vorurteilen und Klischees. So heißen die meisten Spanier Maria und Jesus, tragen Jahrmarktwahrsagerinnen pfundweise Plastik-Goldschmuck, treiben dramatische Geister ihr Unwsen und liebäugeln Gläserrücker mit einem Dasein als waschechtem Vampir. Doch Vorsicht: Alles hat in diesem Buch zwei Seiten. Die Jahrmarktwahrsagerin bringt emotionale Lawinen ins Rutschen. Dem Vampir-Verschnitt entwischt aus Versehen eine verblüffend zutreffende Botschaft aus dem Jenseits und die Spanier entpuppen sich bei aller Skepsis als die wahren Helden des Buches und als zuverlässige Freunde für Petra. Auf diese Weise haut "Monti" die Esoterik-Branche nicht einfach in die Pfanne, sondern setzt sich mit viel Fingerspitzengefühl mit ihr auseinander - und überlässt am Ende jedem selber, ob er bei seinen Vorurteilen bleiben oder die Dinge und sich selbst nicht vielleicht doch hin und wieder hinterfragen möchte. In jeder Hinsicht treffen in den "Vollmondschwestern" Welten aufeinander. Die streng katholischen Spanier in ihrem mittelalterlichen, winzigen Dorf irgendwo im Nirgendwo stehen den glühenden Esoterikern in Petras Esozentrum ebenso ablehnend und spöttisch gegenüber wie Anja, Steffi und Maike. Zum Glück gelingt es den meisten Figuren im Roman, über ihre Schatten zu springen, auch im Chaos die gute Absicht zu erkennen und so wunderbare und bereichernde Erfahrungen zu machen - sowie neue Freunde fürs Leben zu finden. Die Leser erleben ein schwindelerregendes Wechselbad der Gefühle und fragen sich häufig, wer in dieser Geschichte nun eigentlich mehr spinnt: Die Eso-Freaks oder die "Normalen"? Denn letztere führen definitiv das unglücklichere Leben. Wie die Spanier dürften die meisten Leser viele der esoterischen Kurse zunächst als absoluten Unsinn abtun. Doch ebenso wie die Spanier müssen sie die gute Absicht, die hinter allem steckt, schließlich anerkennen. Der Weg dorthin führt über die unterschiedlichsten Spielarten der Esoterik. Diese beleuchtet Monti zunächst aus dem Blickwinkel der meisten "Ungläubigen", sodass Petras Seminarleiter auf den ersten Blick zumeist als groteske Spinner erscheinen. Doch wie so vieles wandelt sich diese Perspektive auf den zweiten Blick und Protagonisten sowie Leser grübeln darüber nach, wie viel an all dem Hokuspokus dran ist. In vielen Fällen wird man positiv überrascht und muss seinen anfänglichen Zynismus begraben. Vor allem, wenn Herzblut, guter Wille und noch bessere Absicht dahinter stehen. Und ob es nun der Vollmond, indianische Rituale oder Wünscheseminare sind, oder einfach etwas Abstand von zuhause und die Gesellschaft von guten Freunden ist - die Hauptsache ist, dass am Ende der "Reise ins Ich" neue Erkenntnisse stehen. Sowie die Gewissheit, dass es nie zu spät ist, sein Leben umzukrempeln. Mit den "Vollmondschwestern" unterhält Sophia Monti nicht nur auf wunderbar humorige Art und Weise und fühlt der boomenden Esoterik-Branche - sehr gut recherchiert - auf den Zahn. Sie stellt die Frage, ob Anpassung und scheinbare "Normalität" wirklich der beste Weg sind, um glücklich zu werden. Sollte man nicht hin und wieder eine gesunde Prise Verrücktheit zulassen und vom ewig Gleichen abrücken? Vor allem aber ist dieses Buch ein Plädoyer für den zweiten Blick und zweite Chancen. Wem es gelingt, Vorurteile abzubauen und sich auf andere einzulassen, dem stehen wunderbar bereichernde Erlebnisse bevor. Einfach großartig!

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