Sophia von Dahlwitz

 3.6 Sterne bei 23 Bewertungen

Lebenslauf von Sophia von Dahlwitz

Komplexe und dramatische Familiensaga: Hinter dem Pseudonym Sophia von Dahlwitz steckt eine sehr bekannte deutsche Schriftstellerin, die unter ihrem bürgerlichen Namen bereits acht Romane veröffentlicht hat. Mehrere Werke der erfolgreichen Autorin wurden schon in andere Sprachen übersetzt und vier ihrer Bücher wurden sogar verfilmt. "Das Licht zwischen den Zeiten" ist ein autobiographischer Roman, der ihre eigene Familiengeschichte erzählt. Das epische Drama beginnt in den Goldenen Zwanzigern und endet nach dem Hitlerputsch. Eine tragische Liebesgeschichte, finanzielle Notstände und der Zerfall einer Familie wird von der Autorin in einen historischen Kontext gelegt. Von Dalwitz lebt mit ihrer Familie in München.

Alle Bücher von Sophia von Dahlwitz

Cover des Buches Das Licht zwischen den Zeiten (ISBN:9783426306482)

Das Licht zwischen den Zeiten

 (20)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Die Kunst und das Glück eines Sommers (ISBN:9783426282229)

Die Kunst und das Glück eines Sommers

 (3)
Erschienen am 04.11.2019

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Rezension zu "Die Kunst und das Glück eines Sommers" von Sophia von Dahlwitz

Sophia von Dahlwitz: Die Kunst und das Glück eines Sommers (Ein Paula-Modersohn-Becker-Roman)
RenaMvor 2 Monaten

Ich mag die Bilder von Paula Modersohn-Becker und ich liebe Worpswede. Daher hatte ich mich auf dieses Buch von Sophia von Dahlwitz gefreut. Der Klappentext kündigt es an als „faszinierenden Roman über das Spannungsverhältnis von Kunst und Leben“.

Sophia von Dahlwitz ist das Pseudonym einer, laut Verlagsinfo, erfolgreichen deutschen Autorin. Mir erschließt sich allerdings nicht, warum man einen Roman über eine historische Persönlichkeit unter einem Pseudonym veröffentlicht, warum man als Autorin sich also nicht zu diesem Buch bekennen kann/möchte. Aber sie hatte vermutlich ihre Gründe…

Der Roman greift nur ein kleines Stück aus dem Leben der Malerin heraus, er erzählt von Begebenheiten im Sommer 1900, als sich etliche Kunstschaffende in Worpswede versammeln, darunter eben auch die junge Paula Becker. Zwischen ihr und dem frisch verwitweten Otto Modersohn bahnt sich eine enger werdende Beziehung an, was jedoch mehr von ihm als von ihr ausgeht. Paula selbst wäre auch den Annährungsversuchen des Dichters Rainer Maria Rilke nicht abgeneigt, der sie gleichfalls umwirbt.

Paula Becker kämpft um diese Zeit mit großen finanziellen Schwierigkeiten, ihr Vater kann und will sie nicht mehr unterstützen und drängt sie, einen „vernünftigen“ Beruf zu ergreifen. Gleichzeitig sehnt sich Paula danach, wieder nach Paris zu gehen, um dort zu malen und zu lernen.

Wer sich ein wenig mit der Biographie der Malerin beschäftigt, weiß um diese Belastungen und auch um die Schwierigkeiten in ihrer Beziehung und späteren Ehe mit Otto Modersohn. Und wer den wirklich hervorragenden Roman von Klaus Modick „Konzert ohne Dichter“ gelesen hat, kennt auch die sich um Rilke und sein Verhältnis zu den Worpsweder Künstlern, darunter natürlich besonders Clara Westhoff, rankenden Geschichten.

Sophia von Dahlwitz versucht, die Gefühle und Manierismen der Künstler für die Leserin in Worte zu fassen. Ihre Schilderung von Paula Becker, ihren Sorgen und Träumen, ihrer Freundschaft mit Clara und ihrem problematischen Verhältnis zu Modersohn ist einigermaßen einfühlsam. Die Reibung zwischen den einheimischen Worpsweder Torfbauern und den „zugezogenen“ Künstlern ist greifbar und nachvollziehbar beschrieben. Besonders als Marleen, die kleine Tochter einer dieser Familien und Modell von Paula, verschwindet.

Trotzdem war ich mit diesem Roman nicht zufrieden. Die Autorin schafft es nicht, für eine der handelnden Personen Empathie zu wecken. Sie ist, trotz oder gerade wegen ihrer Art zu schreiben, zu weit weg von den Figuren. Das Problem ist, dass sie quasi „von einem Kopf zum anderen“ hüpft, mal die Gedanken von Paula und im nächsten Satz die von Clara, Rilke oder Modersohn darstellt. Das geht so extrem, dass man innerhalb eines Satzes erst im Kopf von Heinrich Vogeler, eines der Maler, ist und gleich darauf die Gedanken des den Tisch deckenden Dienstmädchens liest. So kann eine Autorin es nicht erreichen, dass die Leser*innen mit der Protagonistin mitfühlen, mitleiden. Und so entsteht auch keine Spannung. Dadurch gelang es dem Buch schließlich leider nicht, mich zu fesseln. Schade.

Sophia von Dahlwitz: Die Kunst und das Glück eines Sommers (Ein Paula-Modersohn-Becker-Roman)
Droemer, November 2019
Gebundene Ausgabe, 218 Seiten
 19,99 €

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Rezension zu "Die Kunst und das Glück eines Sommers" von Sophia von Dahlwitz

Liebe, Kunst und Zeitgeist in Worpswede
sommerlesevor 4 Monaten

"Die Kunst und das Glück eines Sommers" ist ein Roman von Sophie von Dahlwitz über die Malerin Paula Modersohn-Becker aus dem Droemer Verlag.

Die Malerin Paula Becker lebte im Spätsommer 1900 in der Künstlerkolonie Worpswede. Dort kam sie ihrem verwitweten Mentor Otto Modersohn näher und stand vor der Entscheidung, mit ihm eine Beziehung einzugehen oder aber in Paris als Künstlerin zu leben. Doch damit nicht genug, während Paulas Worpsweder Aufenthalt erscheint Rainer Maria Rilke und umwirbt die Malerin.
Paula malt häufig das Bauernmädchen Marleen, die plötzlich verschwindet, wahrscheinich im Moor.

Paula Becker (geboren am 8.2.1820, gestorben am 20. 11.1907 in Worpswede) war eine deutsche Malerin und einer der bedeutendsten Vertreter des frühen Expressionismus. Sie schuf in knapp 14 Jahren 750 Gemälde und etwa 1000 Zeichnungen.


Dieser Roman spielt in Worpswede und erzählt aus dem Leben von Paula Modersohn-Becker. Die Rolle der Frau in der Kunst war früher nicht einfach und selbstverständlich. Und selbst mit entsprechendem Talent war den Frauen früher wenig Ruhm beschieden.

Sophie von Dahlwitz zeigt in ihrem Roman nicht nur das Gefühlsleben ihrer Protagonistinnen Paula und ihrer Freundin Clara Westhoff auf, sie zeigt auch das harte Los der Torfstecher und ihrer Familien, die tagtäglich für einen Hungerlohn im Morast und Torf schufteten. Vor diesem Hintergrund wirkt das schöngeistige Leben der Künstler in der Kolonie Worpswede umso dekadenter. In den Augen der kleinen Leute treiben sie Müßiggang, auch wenn sie kunstschaffend aktiv waren.

Die Gemeinde Worpswede liegt inmitten des Teufelsmoores, Heimat armer Torfbauern und ist heute hauptsächlich als Künstlerkolonie bekannt. Ab 1889 zog sie Künstler verschiedenster Gattungen an, die sich in Worpswede niederliessen oder einen Teil ihrer Kunst dort anfertigten. Darunter befanden sich auch die Landschaftsmaler Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Paula Becker, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Angezogen von der abgeschiedenen und ländlichen Gemeinde, fertigten sie dort ihre Werke.

Die Autorin zeigt die unterschiedlichen Gefühle ihrer Figuren und auch die gesellschaftlichen Vorbehalte auf, aber auch Frauen wie Paula in der recht ungewöhnlichen Rolle als Künstlerin zur damaligen Zeit. Man erlebt sehr klar umrissen die Gefühle, den Zwiespalt und die Unterschiede der armen Torfbauern und der Künstlergemeinde und Kirchenmänner mit.

Der angenehme Erzählstil der Autorin sorgt für flüssiges Lesen. Sie erzählt Gefühlsäußerungen, Vorbehalte der Personen und auch das einfache und harte Leben der Torfbauern sehr spannend und mit detailgenauen Schilderungen.

Auch die wechselnden Gefühle Rainer Maria Rilkes für Paula und Clara werden sehr deutlich aufgezeigt.

Durch den fesselnden Schreibstil der Autorin konnte ich gespannt eingetauchen in diese interessante Zeitepoche und habe erlebt, wie Kunst Paulas Leben beeinflusst hat und wie ihre Beziehung zu Otto Modersohn und ihrem Freund Rainer Maria Rilke verlief.



Ein berührendes und interessantes Sittengemälde über die Künstlerin Paula Modersohn-Becker, mit entsprechendem Zeitgeist und Einsichten in das Leben einfacher Torfbauern.


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Rezension zu "Das Licht zwischen den Zeiten" von Sophia von Dahlwitz

Das Licht zwischen den Zeiten
MarySophievor 4 Monaten

Handlung:
Westpreußen 1918

Der Erste Weltkrieg ist so gut wie verloren und im ganzen deutschen Reich sind die Folgen dessen spürbar. Es herrschen Unruhen und Armut, die Bevölkerung hat gelitten und die Kriegsheimkehrer sind traumatisiert. Lediglich auf Gut Frommberg scheint die Welt stillzustehen. 

Doch auch dort passieren einige Dinge, die Donata nicht gutheißt. Ihre ältere Tochter Helen verliebt sich ausgerechnet in Georg, einen jungen Mann, den Donata und ihr Mann vor vielen Jahren adoptiert haben. Nun sind die Eltern der jungen Leute natürlich alarmiert und wollen die Beziehung verhindern.

Helens jüngere Schwester Rudela wird schließlich von Justus umworben, einem Cousin der Schwestern. Auf den ersten Blick ist der junge Mann eine gute Wahl, er stammt aus einer angesehenen Offiziersfamilie und besitzt tadellose Umgangsformen. Donata ist jedoch von seiner politischen Einstellung nicht begeistert, Justus ist ein aktiver Nationalsozialist der ersten Stunde...


Meinung:
Ich finde es irgendwie beruhigend, das Cover zu betrachten. Es wirkt so friedlich und idyllisch, einfach harmonisch. Das Herrenhaus gefällt mir richtig gut, es wirkt prachtvoll und altmodisch.

Auch das Umfeld mit den zahlreichen Bäumen und dem Teich passt gut in die Atmosphäre des ganzen Bildes.

Die Dame, die dem Betrachter abgewandt ist, könnte gut und gerne die Autorin des Werkes sein. Es scheint, als würde sie so die Vergangenheit betrachten und auf Vergessenes blicken. Genau das, was sie mit diesem Buch auch macht.


Als ich das erste Mal den Klappentext gelesen hatte, klang die Handlung für mich sofort spannend. Ich hatte richtig Lust darauf, diesen Familienroman zu lesen und es klingt irgendwie unvorstellbar, dass der Erste Weltkrieg an einigen Menschen einfach vorbeigegangen zu sein scheint. Genau dieser Aspekt hat mein Interesse geweckt und ich hatte damit gerechnet, vieles über die Familie zu erfahren und mit ihnen einige Zeit zu verbringen. Dabei hatte ich mit einigen Problemen und Streitereien gerechnet, bin davon ausgegangen, dass fast die gesamte Handlung auf dem Gut Frommberg stattfindet. Aber irgendwie was der Inhalt anders als erwartet.


Leider hatte ich einige Probleme, der Handlung mit Interesse zu folgen und mich dazu zu motivieren, das Buch in die Hand zu nehmen. Viele Kapitel waren wirklich informativ und haben das beschrieben, was ich erwartet und erhofft hatte. In diesen fand die Handlung auf dem Gut statt und es wurden Gespräche oder einfach nur Situationen geschildert. Diese haben mir richtig gut gefallen. 

Doch die für mich interessanten Kapitel wurden immer wieder unterbrochen von Passagen, die sich lange nicht recht zuordnen lassen und etwas fehl am Platze wirkten. Diese wurden in kursiver Schrift von der eigentlichen Handlung abgetrennt und waren etwas hochtrabend geschrieben. Manche Sätze waren etwas augenöffnend und tiefgehend, beim durchlesen musste ich nicken und zustimmen. Andere haben mich aber verwirrt und ließen nicht immer einen Bezug zur eigentlichen Handlung erkennen. 

Dazu gibt es öfter mal Szenen, in denen ein „Was wäre wenn“ Prinzip geschildert wurde. An sich hat mir die Idee gefallen, eigentlich ist das ein interessanter Gedanke, auf den sich sicherlich ein gutes Buch aufbauen lassen könnte. Bei diesem Roman hat es mich eher gestört.


Auch die Schreibweise hat mir auf den ersten knapp 150 Seiten das Lesen etwas erschwert. Wie schon erwähnt, was sie hochtrabend und anspruchsvoll gehalten. Öfter gibt es ausführliche und recht lange Sätze, die schon fast etwas schachtelig sind.

Auch war ich etwas überrascht, wie viel historische Informationen eingebunden wurden. Seien es die Vogel- und Schweinegrippe, bis hin zur spanischen Grippe oder zahlreiche Kriegstheorien und politische Informationen, die mir das Lesen leider erschwert haben. 


Meine Lieblingskapitel sind die, wo es einen Rückblick in Donatas Jugend gibt und wie sie die ersten Jahre auf Gut Frommberg verbracht hat. Dort herrscht eine Lebendigkeit, die mitreißend ist. Außerdem empfand ich diese Kapitel als besonders interessant in Hinblick auf die Charaktere. Donata, aber auch ihr Ehemann und Freunde von der Autorin werden aufwendig beschrieben und das war gefühlt die einzige Möglichkeit, sich ein richtiges und ausführlicheres Bild von ihnen zu machen. In den restlichen Kapiteln war dies nicht so möglich, alle Charaktere blieben durchweg eher blass.


Ich war ja davon ausgegangen, dass es eine Einheit des Ortes gibt und die Handlung ausschließlich auf Gut Frommberg stattfindet. Dementsprechend war ich überrascht, dass irgendwann immer mehr Abschnitte auch in Berlin spielen und sich auch auf andere Orte ausweiten. An sich war es ein angenehmer Wechsel zwischen dem beschaulichen Örtchen und der aufregenden Großstadt, so kam etwas Schwung in die Handlung und eigentlich wurde der Kern der Handlungsorte ganz gut getroffen. Tatsächlich empfand ich viele Kapitel die innerhalb des Gutes spielen interessanter. Dort wirkt eine besondere Dynamik, zudem finde ich das Zusammenspiel zwischen Herrschaft und Dienerschaft immer spannend.


Leider hatte ich auch mit den Protagonisten so meine Problemchen. Die Autorin hat zwar Wert darauf gelegt, die Charaktere lebendig und unterschiedlich zu gestalten, leider fand ich es nicht ganz so erfolgreich. Tatsächlich bin ich mit keinem Charakter warm geworden, alle empfand ich als ziemlich merkwürdig und steif. 

Auch waren meine Erwartungen etwas andere, der Klappentext hat für mich vermittelt, dass es drei Hauptthemen gibt: die Nachkriegszeit, die Beziehung zwischen Georg und Helen, sowie die Liebe zwischen Rudela und Justus. Tatsächlich nehmen die Liebesgeschichten eine recht kleine Rolle ein, das Kriegsgeschehen und die Folgen stehen an erster Stelle.

Über Georg und Helen erfährt man einiges, Rudela kommt etwas kurz. Über einen großen Teil der Handlung tritt sie gar nicht auf, nur am Anfang und Ende gibt es wenige Informationen und Szenen mit ihr. So fand ich es sehr schwierig zu der etwas weltfremden und nachdenklichen Rudela einen Draht zu finden. Auch die Entwicklung von einem Kind zu jungen Dame ist etwas im Sande verlaufen. Dies geschah nebenbei und als Leser hat man keinen Einblick auf die Entwicklung. Ich glaube, wenn es schon dazu ein wenig mehr Informationen gegeben hätte, wäre es mir leichter gefallen, Rudela einzuschätzen und vielleicht sogar sympathisch zu finden.

Wenn ich mich entscheiden müsste, welche Charaktere mir am besten gefallen haben, wären dies wahrscheinlich Donata und ihr Bruder Felix. Beide fand ich von den Wesen am besten, sie haben eine besondere Dynamik an sich und lassen sich nicht so schnell in ihre Angelegenheiten reinreden. 


Fazit:

Während des Lesens hatte ich vorallem in der ersten Hälfte öfter den Wunsch, das Buch zur Seite zu legen und etwas anderes zu tun. Es konnte mich nur schwer gefangen nehmen, interessante Kapitel wechselten sich stets mit Abschnitten ab, die nicht wirklich mein Interesse geweckt haben. Dadurch kamen für mich einige Längen auf, die meinen Lesefluss zusätzlich gestört haben.

Mein Highlight waren tatsächlich viele Kapitel mit der strengen Donata und ihrem Bruder Felix. Beide waren am besten durchdacht und hatten die stärksten Charaktere. Außerdem fand ich die Abschnitte, die auf Gut Frommberg spielen nicht schlecht. Dort herrschte im Gegensatz zu Berlin tatsächlich noch eine ziemlich heile Welt. Weiterhin fand ich das Zusammenspiel zwischen der Gutsfamilie und den Dienstboten passend und interessant.

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