Sophia von Dahlwitz

 4.2 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Sophia von Dahlwitz

Komplexe und dramatische Familiensaga: Hinter dem Pseudonym Sophia von Dahlwitz steckt eine sehr bekannte deutsche Schriftstellerin, die unter ihrem bürgerlichen Namen bereits acht Romane veröffentlicht hat. Mehrere Werke der erfolgreichen Autorin wurden schon in andere Sprachen übersetzt und vier ihrer Bücher wurden sogar verfilmt. "Das Licht zwischen den Zeiten" ist ein autobiographischer Roman, der ihre eigene Familiengeschichte erzählt. Das epische Drama beginnt in den Goldenen Zwanzigern und endet nach dem Hitlerputsch. Eine tragische Liebesgeschichte, finanzielle Notstände und der Zerfall einer Familie wird von der Autorin in einen historischen Kontext gelegt. Von Dalwitz lebt mit ihrer Familie in München.

Alle Bücher von Sophia von Dahlwitz

Das Licht zwischen den Zeiten

Das Licht zwischen den Zeiten

 (10)
Erschienen am 03.09.2018

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dermoerderistimmerdergaertners avatar

Rezension zu "Das Licht zwischen den Zeiten" von Sophia von Dahlwitz

Nach dem ersten Weltkrieg
dermoerderistimmerdergaertnervor 2 Monaten

Inhalt: Westpreußen 1918. Der erste Weltkrieg ist verloren und politische Unruhen und Revolten mehren sich. Auf dem Gut Frommberg der Familie von Dahlwitz scheint die Zeit dagegen stehen geblieben zu sein. Häufig sind Gäste da und es wird gefeiert. Doch dann verliebt sich die Tochter Helen in ihren Adoptivbruder Georg, was vor allem ihre Mutter Donata nicht akzeptieren will und kann. Sie verbietet den Liebenden die Beziehung und verliert so letztendlich beide. Jahre später verliebt sich die jüngste Tochter Rudela in ihren entfernten Cousin Justus, was zunächst positiv erscheint. Bis sich herausstellt, dass Justus ein aktiver Nationalsozialist der ersten Stunde ist…

Meine Meinung: Das Cover hat mich sofort angesprochen und auch der Klappentext hat mir gefallen. 
In „Das Licht zwischen den Zeiten“ erzählt die Autorin Sophia von Dahlwitz (der Name ist aus Rücksicht auf ihre Familie ein Pseudonym) die Geschichte ihrer Vorfahren. In diesem Roman geht es nicht vorrangig um die Liebesgeschichte von Helen und Georg, sondern auch um die unruhige politische Situation in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg. Von dieser Zeit habe ich noch keinen Roman gelesen und fand es deshalb sehr interessant. Ich war überrascht, wie viele Anhänger Hitler zu dieser Zeit schon hatte. Und das aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. 
Helen und Georg sind beide noch sehr jung, als sie sich ineinander verlieben und sich sind ihrer Gefühle nicht immer sicher. Donata (nicht gerade eine liebevolle und sympathische Mutter) ist strikt gegen diese Verbindung. Mich konnte diese Liebesgeschichte, die sehr nüchtern erzählt wird, leider nicht berühren. Ich bin weder mit Helen und Georg, noch mit den anderen Charaktere besonders warm geworden.
Obwohl sich das Buch flüssig lesen ließ und ich viele Kapitel interessant und gut fand, haben mir der Schreibstil und die Sprache mit den vielen, im heutigen Sprachgebrauch wenig geläufigen Wörtern, sowie den eingeschobenen Passagen mit Erklärungen - was wäre wenn… - nicht gefallen. Auch die Passagen aus der heutigen Zeit in Kursivschrift, haben mich irritiert und den Lesefluss sehr gestört.

Fazit: Bei diesem Buch gehen die Meinungen auseinander. Viele Leser sind total begeistert, doch mich konnte die Geschichte leider nicht richtig packen.

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Das Licht zwischen den Zeiten" von Sophia von Dahlwitz

Wundervolles Buch
HEIDIZvor 2 Monaten

Ich kann nur schwärmen von diesem Buch mit einem emotional kurzweiligen Inhalt, einer Geschichte, die zu Herzen geht, die mich mitgerissen hat in ihren Szenen und Charakteren, die bildhaft und lebendig dargestellt sind. Wir befinden uns im Westpreußen des Jahres 1918. Der Erste Weltkrieg ist vorüber und wir lernen Gut Frommberg kennen, den Stammsitz der Familie von Dahlwitz, hier sind die einstigen Schrecken des Krieges und auch die Nachwirkungen weniger intensiv zu spüren, wie anderswo, dennoch es ist nicht alles so einfach, wie man denkt. Tochter Helen verliebt sich in Georg, den Adoptivsohn der Familie und ihre Schwester (Rudela) hat ihren Cousin Justus zum Freund. Aber wie denkt Jusutus wirklich?


Der Roman ist sehr flüssig zu lesen, sehr spannend geschrieben und authentisch.

Leseprobe:
=========

Es gelang ihm mittlerweile, die Spartakisten selbst dann als Feinde zu betrachten, wenn sie ehemalige Frontsoldaten waren. Das war, wie Onkel Leo ihm prophezeit hatte, ein längerer Prozesse gewesen; die ersten Tage hatt er sich furchtbar gefühlt, denn es machte einen großen Unterschied, auf Menschen zu schießen, denen er in anderen Zeiten sein letztes Hemd überlassen hätte. ...

Das Buch ist mit einem edlen Lesebändchen versehen. Es ist die Familiengeschichte der Autorin, die man zu lesen bekommt, man spürt, dass sie selbst sozusagen tief in der Geschichte verankert ist. Es ist sicher auch ein Stück weit Aufarbeitung für die Autorin selbst, ich finde es einfach gelungen, wie sie diese Geschichte dem Leser präsentiert. Hätte man besser nicht machen können.

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gsimaks avatar

Rezension zu "Das Licht zwischen den Zeiten" von Sophia von Dahlwitz

Informativ und nüchtern erzählt.
gsimakvor 2 Monaten

Ich habe ja schon einige Bücher gelesen, die vom ersten oder zweiten Weltkrieg gehandelt haben. Die Anfänge von Hitler habe ich bisher in keinem Roman gelesen. Hitler hatte sich in den 20-igern eine richtige Fan-Gemeinde erschaffen. Er hatte damals den Samen für den zweiten Weltkrieg gesät. Der Hass auf Juden hatte seinen Anfang genommen.

Sophia von Dahlwitz erzählt uns eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Dies macht sie sehr ausführlich. Sie verschont den Leser nicht mit Details über den ersten Weltkrieg. Erwartet man eine romantisch-tragische Familiengeschichte, wird man als Leser  etwas enttäuscht zurückgelassen. Vielmehr handelt es sich hier um eine nüchterne Erzählung mit Daten und Fakten. Eine Familiengeschichte der Autorin. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, jemand erzählt mir eine Tragödie, mit emotionalen Abstand. Der Prolog beginnt mit einem Text, der wie ein Brief anmutet. Jemand schreibt an einen gewissen John. Diese Person taucht in der Geschichte immer wieder auf. Sie scheint alle Personen gut zu kennen. Kann sich in jeden hineinversetzen. Ich hatte stets das Gefühl, dass es sich bei diesem Menschen um einen Sterbenden handelt, der nicht mehr zurückgeholt werden will. 

Die Familie Dahlwitz in Frommberg bekommt von den Wirren des ersten Weltkriegs erstmal nicht allzu viel mit. Während andere Menschen um ihr täglich Brot kämpfen, ist die Tafel der Dahlwitz reich bestückt. Die Hausherrin Donata hat den Haushalt voll im Griff. Mit den Angestellten geht sie anständig um. Bringt ihnen in bestimmten Situationen Mitgefühl entgegen. Doch Donata hütet ein Geheimnis. Ein Geheimnis, welches keins sein darf! Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, ob ich Donata sympathisch fand. Ihren Mann Heinrich scheint sie keine allzu große Liebe entgegengebracht zu haben. Die Beziehung beruhte auf gegenseitigen Respekt. Obwohl, die Gefühle von Heinrich waren um einiges größer. Ich denke, er hatte Donata aufrichtig geliebt. Zusammen hatten sie drei gemeinsame Kinder. Jürgen, Helen und Rudela. Georg ist ein Adoptivkind. Helen und Georg verlieben sich ineinander. Rudela entdeckt die beiden beim Knutschen. Rudela verpetzt die beiden bei der Mutter. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Donata und Heinrich möchten mit allen Mitteln verhindern, dass Helen und Georg ein Paar werden. Ich konnte das nicht verstehen. Die beiden waren schließlich nicht blutsverwandt. Ich hatte die Abwehr der Eltern auf das Gerede anderer Menschen geschoben. SCHANDE! Georg zieht in den Krieg. 

Helen kam mir oftmals so vor, als wenn sie nicht wüsste was sie will. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, ob sie für ihren Stiefbruder wirklich Liebe empfand. Mir kam sie etwas oberflächlich vor. Die musikalische Rudela kam noch sehr kindlich rüber. Die Verbindung mit dem  entfernten Cousin Justus war im Hause Dahlwitz nicht gerne gesehen. Sympathisierte er doch mit dem Nationalsozialismus. Rudela konnte mit Justus Liebe noch nicht allzu viel anfangen. Überhaupt zeigte sie Emotionen äußerst selten. Jürgen blieb etwas blass in der Geschichte. Georg dagegen nimmt einen großen Raum ein. 

Die meisten männlichen Protagonisten waren etwas geblendet von den hochtrabenden Reden eines “Hitlers!” Als Leser bleibt einem oftmals die Spucke weg, ob der Naivität der jungen Menschen. Weiß man selber doch, was Jahre später noch alles passieren sollte!

Diese Geschichte war für mich nicht einfach zu lesen. Sie erforderte oftmals vollste Konzentration. Zu einem ist das den geschichtlichen Fakten geschuldet- zum anderen der kleinen Schrift, die die mysteriöse Person an John richtete, da ich meist Abends lese. Dennoch fühlte ich mich gut unterhalten. Erlebte die Anfänge von Penicillin mit. Den Beginn des Judenhasses. Mir gingen viele Kriegsgeschichten durch den Kopf, welche mir einst meine Eltern erzählt haben. Diese Tragödie führt einem wieder mal vor Augen, was unsere Vorfahren erlebt haben. Wie es das Leben ihrer Nachfahren selbst heute noch beeinflusst. Den Schreibstil fand ich nicht durchgehend flüssig. Es handelt sich hier um keine Literatur für zwischendurch. Dieses Buch will Wort für Wort gelesen und verstanden werden. 

Ob mir das Ende gefallen hat? NEIN! Es war für mich nicht rund. Etwas weit hergeholt. Trotz Schwächen eine Empfehlung von mir. Danke Sophia von Dahlwitz.

>Ich bin wieder im Bauch meiner Mutter, ich atme nicht, sie atmet mich.<< (Seite 315)

Bei diesem Zitat handelt es sich um eine Beschreibung der Juden: >>Ein Parasit ist nicht in der Lage, durch eigene Kraft zu existieren, er muss sich von einem fremden Organismus ernähren, um leben zu können.<< (Seite 409)

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