Sophie Albers

 3.9 Sterne bei 9 Bewertungen
Autorin von Wunderland.
Sophie Albers

Lebenslauf von Sophie Albers

Sophie Albers wurde 1970 in Hamburg geboren und studierte Filme, Geschichte sowie Literatur in Bonn. Im Anschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur Dokumentationsjournalistin beim »Spiegel« und war danach bei verschiedenen Magazinen tätig. Seit 2008 ist sie Kulturredakteurin für »stern.de« in Berlin.

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Sophie AlbersWunderland
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Wunderland
Wunderland
 (9)
Erschienen am 09.03.2011

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Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

Wunderland von Sophie Albers.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Dieses Buch ist kurz und knackig, ein bisschen wie ein langer Artikel. 
In klarer unverschnörkelter Sprache, passend zu ihrer Karriere in den Printmedien, erzählt mir Sophie Albers die Geschichte von Hanna und Tamer. 
Hanna ist ihres Zeichens selbst Journalistin und soll in den Tagen der Rütli-Schule aufsässige Jugendliche mit Migrationshintergrund interviewen. Dann trifft sie Tamer, einen Mann Mitte zwanzig, palästinensischer Herkunft, der sich bereit erklärt für Interviews zur Verfügung zu stehen. So taucht Hanna über die Gespräche mit Tamer ein in dessen Welt, ohne jedoch ein Teil davon zu werden…
Das Buch fängt sehr verwirrend und bruchstückhaft an. Zunächst erfährt man, das Ende der Geschichte um Tamer und dann wird zurückgepult bis zum Anfang. 
Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, sich ausschließlich auf die Interviews konzentrierend und alles unwichtige zu den Charakteren, etc. weg lassend, wird einem beim Lesen schnell zur zweiten Natur. Und so liest sich dieses Buch sehr flüssig, obwohl der Inhalt aus Momentaufnahmen der Interviewerin und des Interviewten besteht. 
Tamer ist eine streitbare Figur, die mir als Leserin viel Kopf zerbrechen beschert hat. Zum einen hasse ich seine Macho-Art, wie er Menschen einteilt in Opfer und Ausländer oder Frauen, in Schlampen und Jungfrauen. Zum anderen möchte ich mir vorstellen, dass würde ich Tamer über den Weg laufen, er mich respektieren und mögen würde. 
Ich durchlebe beim Lesen quasi die gleichen Gefühlsschwankungen, wie die Hauptfigur Hanna auch. Sie idealisiert Tamer als neuzeitlichen Propheten, hat aber fortwährend das Gefühl sich zu irren und Tamer zu etwas hochzustilisieren, was er nicht ist.
Im Endeffekt bleibt die Beantwortung dieser Fragen zum Antagonisten Tamer am Leser hängen. Ist Tamer nun weise oder beschränkt? Sollten wir alle ein wenig mehr Tamer sein? Sollten wir verlangen, dass sich die Tamers dieses Landes endlich integrieren? Sind es vielleicht wir Deutschen, die die Tamers dieses Landes als Teil von uns akzeptieren müssen? Oder ist es dafür schon zu spät?
Ich bin da überfragt, lege aber jedem Leser, der sich für die Thematik Migration in Deutschland interessiert, dieses Buch ans Herz. Denn es macht nachdenklich, scheinbar ohne es darauf anzulegen.
Es ist kein Sachbuch und die Figur Tamer scheint der Prototyp des Migranten aus 2. Generation, aber ich habe das Gefühl, irgendwo da draußen in Berlin Neu-Kölln oder anderswo sitzt vielleicht ein Tamer oder Tamer-ähnlicher junger Mann herum und spielt Backgammon mit seinen Cousins, in einer von diesen türkischen Männerkneipen.

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Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Inhalt:
Die Journalistin Hanna beginnt eine Recherche über eine "Problemschule". Eine Schule, in der sich die Lehrer an den Staat gewendet haben, weil sie keine Möglichkeiten mehr sehen, die Kinder (x% mit Migrationshintergrund) zu unterrichten, weil Gewalt der Alltag ist.
Hier lernt Hanna einen jungen Deutschen kennen. Einen Deutschen, der von "Deutschen" aber als Türke erkannt und behandelt werden würde, weil er - sein Vater Türke, seine Mutter Deutsche - "optisch eben ein Türke" ist. Und das er als "echter" Deutscher aber als "echter" Türke behandelt wird, hat Tamer - so heißt der deutsche Türke - früh kennen gelernt und daraus ergibt sich seine Lebensart: Rumhängen und rumschnauzen mit "Kollegen", mit Menschen aus seinem Milieu, mit Menschen aus "seinem Land", der Türkei - auch wenn er selbst gar nicht aus diesem Lande kommt...
Hanna hängt sich in sein Leben ein und erfährt dadurch Dinge und Perspektiven, die so sehr mit ihrem Leben auf Konfrontationskurs sind, dass sie gar nicht mehr weiß, was Oben und Unten ist...
** ** ** ** ** ** ***
Schreibstil:
Keine Besonderheiten.
** ** ** ** ** ** ***
Quintessenz:
Ein Buch über die Parallelgesellschaften. Interessant für mich dabei ist die Erkenntnis: Parallelgesellschaften entstehen über die Optik. Tamer ist gar kein Türke und deswegen wahrscheinlich türkischer als alle "echten" Türken -?!?
Es ist ein Buch, das ich gut lesen konnte, auch wenn der Anfang das Ende der Geschichte ist. Außerdem ist mir Hanna etwas zu sehr mit ihren Gedanken an Tamer gebunden. Sie hat eigentlich kaum noch kein Eigenleben.
Das Buch ist mehr eine Reflexion Hannas über Tamer und ihr Leben, als eine Geschichte über Hannas Leben...
** ** ** ** ** ** ***

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Ronnes avatar

Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers
Ronnevor 6 Jahren

Unglaublich wieviele Unterschiede es doch anscheinend zwischen uns Menschen gibt.
Auf der einen Seite steht die deutsche Jüdin und auf der anderen der deutsche Araber. Die Einstellung der beiden könnte unterschiedlicher gar nicht sein und doch entwickelt sich zwischen ihnen so eine art Freundschaft. Es beginnt mit einem Artikel den die Journalistin Hanna über Tamer schreiben will. Sie bekommt einen kleinen Einblick in sein Leben und in das seiner "Familie" und wir somit auch.
Es ist ein tolles Buch das einen zum Denken bringt. Einfach toll und trotz des Themas sehr flüssig lesbar. Eines der tollsten Dinge an diesem Buch ist der knallpinke Einband.
Für jeden geschrieben der über seinen Tellerrand hinausschauen will.

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