Sophie Albers Wunderland

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Inhaltsangabe zu „Wunderland“ von Sophie Albers

Der literarische Blick in unsere Parallelgesellschaft - ein Debüt, wie es zeitgemäßer nicht sein kann Hanna hat ihr Leben im Griff. Sie weiß, was gut und was schlecht ist, woran sie glaubt und woran nicht. Dann trifft sie Tamer, den Macho, den Deutschen arabischer Herkunft. Er öffnet ihr die Tür in eine Welt, die Hannas Gewissheiten erschüttert. Hanna ist eine junge, behütet aufgewachsene Frau aus liberalen Kreisen, in denen Toleranz zum guten Ton gehört. Sie hat einen guten Job und lebt ein Leben voller Gewissheiten. Als sie Tamer trifft, den irritierend-faszinierenden arabischen Macho mit der Goldkette, den markigen Sprüchen und den ganz anderen Wahrheiten, muss Hanna sich plötzlich fragen: Was ist Heimat, was Glauben, was Freundschaft? Und wen rufe ich an, wenn meine Welt zusammenbricht? Sophie Albers’ Roman ist der sprachlich beeindruckende Bericht aus einer Welt, die immer wieder für hitzige Debatten sorgt. Umso wohltuender ist Albers’ unaufgeregte Stimme, mit der sie Hanna auf ihrer Reise in dieses fremde, verführerische, abstoßende »Wunderland« begleitet. Ohne zu werten gelingt der Autorin so ein beeindruckendes Stück Literatur.

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  • Wunderland von Sophie Albers.

    Wunderland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. March 2013 um 17:30

    Dieses Buch ist kurz und knackig, ein bisschen wie ein langer Artikel. In klarer unverschnörkelter Sprache, passend zu ihrer Karriere in den Printmedien, erzählt mir Sophie Albers die Geschichte von Hanna und Tamer. Hanna ist ihres Zeichens selbst Journalistin und soll in den Tagen der Rütli-Schule aufsässige Jugendliche mit Migrationshintergrund interviewen. Dann trifft sie Tamer, einen Mann Mitte zwanzig, palästinensischer Herkunft, der sich bereit erklärt für Interviews zur Verfügung zu stehen. So taucht Hanna über die Gespräche mit Tamer ein in dessen Welt, ohne jedoch ein Teil davon zu werden… Das Buch fängt sehr verwirrend und bruchstückhaft an. Zunächst erfährt man, das Ende der Geschichte um Tamer und dann wird zurückgepult bis zum Anfang. Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, sich ausschließlich auf die Interviews konzentrierend und alles unwichtige zu den Charakteren, etc. weg lassend, wird einem beim Lesen schnell zur zweiten Natur. Und so liest sich dieses Buch sehr flüssig, obwohl der Inhalt aus Momentaufnahmen der Interviewerin und des Interviewten besteht. Tamer ist eine streitbare Figur, die mir als Leserin viel Kopf zerbrechen beschert hat. Zum einen hasse ich seine Macho-Art, wie er Menschen einteilt in Opfer und Ausländer oder Frauen, in Schlampen und Jungfrauen. Zum anderen möchte ich mir vorstellen, dass würde ich Tamer über den Weg laufen, er mich respektieren und mögen würde. Ich durchlebe beim Lesen quasi die gleichen Gefühlsschwankungen, wie die Hauptfigur Hanna auch. Sie idealisiert Tamer als neuzeitlichen Propheten, hat aber fortwährend das Gefühl sich zu irren und Tamer zu etwas hochzustilisieren, was er nicht ist. Im Endeffekt bleibt die Beantwortung dieser Fragen zum Antagonisten Tamer am Leser hängen. Ist Tamer nun weise oder beschränkt? Sollten wir alle ein wenig mehr Tamer sein? Sollten wir verlangen, dass sich die Tamers dieses Landes endlich integrieren? Sind es vielleicht wir Deutschen, die die Tamers dieses Landes als Teil von uns akzeptieren müssen? Oder ist es dafür schon zu spät? Ich bin da überfragt, lege aber jedem Leser, der sich für die Thematik Migration in Deutschland interessiert, dieses Buch ans Herz. Denn es macht nachdenklich, scheinbar ohne es darauf anzulegen. Es ist kein Sachbuch und die Figur Tamer scheint der Prototyp des Migranten aus 2. Generation, aber ich habe das Gefühl, irgendwo da draußen in Berlin Neu-Kölln oder anderswo sitzt vielleicht ein Tamer oder Tamer-ähnlicher junger Mann herum und spielt Backgammon mit seinen Cousins, in einer von diesen türkischen Männerkneipen.

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  • Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

    Wunderland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. July 2012 um 07:54

    Inhalt: Die Journalistin Hanna beginnt eine Recherche über eine "Problemschule". Eine Schule, in der sich die Lehrer an den Staat gewendet haben, weil sie keine Möglichkeiten mehr sehen, die Kinder (x% mit Migrationshintergrund) zu unterrichten, weil Gewalt der Alltag ist. Hier lernt Hanna einen jungen Deutschen kennen. Einen Deutschen, der von "Deutschen" aber als Türke erkannt und behandelt werden würde, weil er - sein Vater Türke, seine Mutter Deutsche - "optisch eben ein Türke" ist. Und das er als "echter" Deutscher aber als "echter" Türke behandelt wird, hat Tamer - so heißt der deutsche Türke - früh kennen gelernt und daraus ergibt sich seine Lebensart: Rumhängen und rumschnauzen mit "Kollegen", mit Menschen aus seinem Milieu, mit Menschen aus "seinem Land", der Türkei - auch wenn er selbst gar nicht aus diesem Lande kommt... Hanna hängt sich in sein Leben ein und erfährt dadurch Dinge und Perspektiven, die so sehr mit ihrem Leben auf Konfrontationskurs sind, dass sie gar nicht mehr weiß, was Oben und Unten ist... ** ** ** ** ** ** *** Schreibstil: Keine Besonderheiten. ** ** ** ** ** ** *** Quintessenz: Ein Buch über die Parallelgesellschaften. Interessant für mich dabei ist die Erkenntnis: Parallelgesellschaften entstehen über die Optik. Tamer ist gar kein Türke und deswegen wahrscheinlich türkischer als alle "echten" Türken -?!? Es ist ein Buch, das ich gut lesen konnte, auch wenn der Anfang das Ende der Geschichte ist. Außerdem ist mir Hanna etwas zu sehr mit ihren Gedanken an Tamer gebunden. Sie hat eigentlich kaum noch kein Eigenleben. Das Buch ist mehr eine Reflexion Hannas über Tamer und ihr Leben, als eine Geschichte über Hannas Leben... ** ** ** ** ** ** ***

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  • Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

    Wunderland
    Ronne

    Ronne

    11. May 2012 um 23:45

    Unglaublich wieviele Unterschiede es doch anscheinend zwischen uns Menschen gibt. Auf der einen Seite steht die deutsche Jüdin und auf der anderen der deutsche Araber. Die Einstellung der beiden könnte unterschiedlicher gar nicht sein und doch entwickelt sich zwischen ihnen so eine art Freundschaft. Es beginnt mit einem Artikel den die Journalistin Hanna über Tamer schreiben will. Sie bekommt einen kleinen Einblick in sein Leben und in das seiner "Familie" und wir somit auch. Es ist ein tolles Buch das einen zum Denken bringt. Einfach toll und trotz des Themas sehr flüssig lesbar. Eines der tollsten Dinge an diesem Buch ist der knallpinke Einband. Für jeden geschrieben der über seinen Tellerrand hinausschauen will.

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  • Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

    Wunderland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. April 2011 um 15:26

    Dieses Buch ist kurz und knackig, ein bisschen wie ein langer Artikel. In klarer unverschnörkelter Sprache, passend zu ihrer Karriere in den Printmedien, erzählt mir Sophie Albers die Geschichte von Hanna und Tamer. Hanna ist ihres Zeichens selbst Journalistin und soll in den Tagen der Rütli-Schule aufsässige Jugendliche mit Migrationshintergrund interviewen. Dann trifft sie Tamer, einen Mann Mitte zwanzig, palästinensischer Herkunft, der sich bereit erklärt für Interviews zur Verfügung zu stehen. So taucht Hanna über die Gespräche mit Tamer ein in dessen Welt, ohne jedoch ein Teil davon zu werden... Das Buch fängt sehr verwirrend und bruchstückhaft an. Zunächst erfährt man, das Ende der Geschichte um Tamer und dann wird zurückgepult bis zum Anfang. Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, sich ausschließlich auf die Interviews konzentrierend und alles unwichtige zu den Charakteren, etc. weg lassend, wird einem beim Lesen schnell zur zweiten Natur. Und so liest sich dieses Buch sehr flüssig, obwohl der Inhalt aus Momentaufnahmen der Interviewerin und des Interviewten besteht. Tamer ist eine streitbare Figur, die mir als Leserin viel Kopf zerbrechen beschert hat. Zum einen hasse ich seine Macho-Art, wie er Menschen einteilt in Opfer und Ausländer oder Frauen, in Schlampen und Jungfrauen. Zum anderen möchte ich mir vorstellen, dass würde ich Tamer über den Weg laufen, er mich respektieren und mögen würde. Ich durchlebe beim Lesen quasi die gleichen Gefühlsschwankungen, wie die Hauptfigur Hanna auch. Sie idealisiert Tamer als neuzeitlichen Propheten, hat aber fortwährend das Gefühl sich zu irren und Tamer zu etwas hochzustilisieren, was er nicht ist. Im Endeffekt bleibt die Beantwortung dieser Fragen zum Antagonisten Tamer am Leser hängen. Ist Tamer nun weise oder beschränkt? Sollten wir alle ein wenig mehr Tamer sein? Sollten wir verlangen, dass sich die Tamers dieses Landes endlich integrieren? Sind es vielleicht wir Deutschen, die die Tamers dieses Landes als Teil von uns akzeptieren müssen? Oder ist es dafür schon zu spät? Ich bin da überfragt, lege aber jedem Leser, der sich für die Thematik Migration in Deutschland interessiert, dieses Buch ans Herz. Denn es macht nachdenklich, scheinbar ohne es darauf anzulegen. Es ist kein Sachbuch und die Figur Tamer scheint der Prototyp des Migranten aus 2. Generation, aber ich habe das Gefühl, irgendwo da draußen in Berlin Neu-Kölln oder anderswo sitzt vielleicht ein Tamer oder Tamer-ähnlicher junger Mann herum und spielt Backgammon mit seinen Cousins, in einer von diesem türkischen Männerkneipen.

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  • Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

    Wunderland
    Träumerin

    Träumerin

    16. April 2011 um 15:08

    Hanna ist Journalistin und trifft auf den selbstbewussten Macho Tamer, der sie in seinen Bann zieht. Er ist Deutscher, mit arabischem Vater, also halten ihn alle für einen Ausländer. Wenn es nach ihm ginge, würden alle Frauen nur das tun was man ihnen sagt. Doch unter diesem ganzen Machogehabe, steckt auch etwas anderes und genau diese Seite versucht Hanna ein zufangen. Ein kluger Roman über Vorurteile, Ausländerfeindlichkeit und das Leben in seiner eigenen Welt. Schauplatz ist hierbei Berlin, sehr treffend gewählt und auf den Punkt erzählt ohne zu romantisieren.

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  • Rezension zu "Wunderland" von Sophie Albers

    Wunderland
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. March 2011 um 12:43

    Wissen, wer man ist „Hanna, Du hast Dich verändert“. So reagieren Kollegen bei der Zeitung der fiktiven Ich-Erzählerin des Romans von Sophie Albers. Fiktiv zwar, aber sicherlich mit vielfachen eigenen Erfahrungen der Journalistin Sophie Albers angereichert ist diese Figur der Hanna. Und verändert hat sie sich nicht aus unnennbaren Gründen, sondern im Rahmen einer Reportage über die Welt der Migranten, der Parallelwelt in Berlin-Neukölln. Genauer ist es ein junger Mann, zu dem sie langsam Kontakt aufnimmt. Tamer al Mansis. Muslimischer Palästinenser, Araber vom Aussehen und inneren Gefühl her, auch wenn er in Deutschland geboren wurde und letztlich weitaus mehr Deutscher als Araber sein sollte. Tamer, de Mann der klaren Urteile, der klaren Haltungen, der klaren Weltsicht. Eine Sicht, in der die Wahlfamilie das Zentrum ist, in der Menschen, die ihm nicht gerade in die Augen schauen können, per se als „Opfer“ gelten, eine Welt, die Sophie Albers dergestalt darstellt, dass tatsächlich jedes nur gängige Klischee (bis auf die gebrochene Sprache, denn die Protagonisten des Buches sprechen ein einwandfreies Deutsch) bedient wird. Wohl, weil es dieser Welt einfach auch entspricht. Das aber hat Gründe. Und eine Faszination. Im knappen Stil sich fortsetzender Reportagen wendet sich Albers in Person ihrer Hanna vielfachen Themen zu und immer prallt sie auf die klare, im Inneren fundierte Welt und Haltung Tamers. Tamer, von dem bereits zu Anfang des Buches an klar ist, dass er sich mit seinem brandneuen BMW (noch so ein Klischee) zu Tode gefahren hat. Themen und eine Weltsicht, die einerseits ganz einfach sich darstellen, die aber für Hanna (und in ihrer Person für jeden Westeuropäer moderner Prägung), schwer zu verdauen sind. Eine Mann, der zulässt, dass eine Frau selber bezahlt? Schwul, fertig. Tamer, für den Autofahren immer mit Geschwindigkeit zu tun, egal wo. Tamer, für den umgängliche Freundlichkeit nicht akzeptabel ist. Schwäche, fertig. Tamer, der aber keine Schwierigkeit damit hat, dass sein bester Freund Christ ist und dass Hanna sich als Jüdin outet. Tamer also, der ein festes, sicheres Auftreten besitzt, aber ebenso sicher zu unterschieden weiß zwischen Haltung und unsinniger religiöser Dogmatik, der Feindbilder im anonymen pflegt, aber nicht im Konkreten. Jener Tamer, in dessen Welt sich Hanna verfängt. Neben der ungeschminkten, in einfachen Sätzen dargestellten Welt Tamers ist dies das eigentliche hintergründige Thema des Buches. Denn Hanna hat sich verändert. Vor allem, weil sie feststellen muss, wie sehr und mannigfaltig in ihr alles schwankend und unklar ist. Tamer weiß, wer er ist, woher er kommt, wem und was er sich verbunden fühlt und sieht die Welt aus seiner Warte in klaren Konturen, nicht verwaschen, wie Hanna die Welt und sich selbst sieht. Hannas „Vielleicht“ ist für Tamer unerträglich und im Lauf der Seiten wird Hanna ihr „Vielleicht“, diese Welt des Vagen und unentschlossenen, selbst bald unerträglich. Eine Faszination und beginnende innere Anfragen, die Albers hervorragend versteht, auch im Leser zu erwecken. Wie kann man, auch in der öffentlichen Diskussion, erwarten, dass sich „die anderen“ anpassen, wenn man selber gar nicht genau bestimmen könnte, wer und was man ist, woran denn überhaupt angepasst werden sollte? Tamers Welt mag (und ist) vorsintflutlich und archaisch aufgebaut sein, aber sie ist klar, eindeutig und in einen Sicherheit gebenden, größeren Zusammenhalt eingebettet. Und Hannas Welt? Familie reduziert sich auf die entfernten Eltern, Freunde sind wenige an der Zahl, Kollegen gehen ihre ganz eigenen Wege. Wird so nicht verständlich, warum einer wie Tamer so wenig Respekt vor dieser vagen, unentschlossenen Welt der reduzierten Individualisten empfinden kann, die ihm keine Klarheit und Entschiedenheit entgegen zu setzen vermag? Mithin nichts an Orientierung geben kann? Sophie Albers ist ein kluges, in Teilen innerlich verstörendes Buch gelungen, dass weit über aktuelle Plattitüden und oberflächliche Migrationsdiskussionen hinausgeht. Sie versteht es intensiv, die Betrachtung der Migranten („Ich weiß, wer Du bist...“) auf die eigene Welt zu lenken („...aber wer bin ich?“). Ein spannendes Thema, keine Frage.

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