Sophie Bush

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Industrial Living

Industrial Living

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Erschienen am 09.10.2017

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Rezension zu "Industrial Living" von Sophie Bush

Toller Bildband für alle Interieur-Fans
mrsmiseryvor 9 Monaten

Normalerweise findet ihr bei mir hauptsächlich Buchbesprechungen zu Krimis, Thrillern und anderen Romanen. Doch dieser Bildband vom DVA Verlag hat es mir stark angetan - und ich erzähle euch auch warum.


In "Industrial Living" nimmt uns Sophie Bush mit auf eine Reise in die Designwelt.
Ziel dabei ist es, alte Industriegebäude ausfindig zu machen, die nun in einem neuen Glanz erstrahlen. Bewusst werden dabei nur die Wohnungen ausgesucht, die auch tatsächlich vorher als Industrie-/Fabrikgebäude dienten.

So werden wir eindrucksvoll rund um den Kontinent geführt. Designs in Europa, Asien oder den Vereinigten Staaten zeigen auf, wie schade es wäre, die geschichtsträchtigen Gebäude verfallen zu lassen oder gar abzureißen.

Dass der Charme einer ehemaligen Gerberei oder eines geschlossenen Getreidespeichers nicht immer oben auf liegt, ist für die meisten ArchitektInnen kein Problem. Mit vielen Kommentaren der ArchitektInnen und WohnungseignerInnen dürfen wir ganz offiziell in fremde 4 Wände blicken.

Und ich sage dir: Diese Raumkonzepte bringen dich definitiv zum Staunen.
Denn die wesentlichen Charakteristika der Gebäude (z.B. hohe Decken, großzügig geschnittene Räume oder alte Stahlträger) wurden in allen Fällen beibehalten. Umso beeindruckender ist es, wie aus diesen verlassenen Bauwerken schicke Lofts oder Familienwohnungen entstanden sind.

Dass es nicht jedermanns Geschmack ist, eine Backsteinwand im Wohnzimmer oder den Blick nach draußen durch eine komplett verglaste Front zu haben, ist offenkundig. Auch, dass die dargestellten Projekte freilich nichts für den kleinen Geldbeutel sind, wird schnell klar.

Dennoch inspiriert das Interieur dazu, auch die eigenen Wände umzugestalten.
Wenn du also über ein neues Projekt nachdenkst, das designtechnisch mal etwas anderes, moderneres sein soll, findest du in diesem Bildband in jedem Fall tolle Anregungen mit Licht und Materialien zu arbeiten.

Interessant ist übrigens auch das Inhaltsverzeichnis.
Natürlich brauchen auch Bildbände einen roten Faden  - und dieser läuft hier nicht entlang der geografischen Reise, wie man vielleicht anfangs vermuten würden. Stattdessen sind die Fotos der Industriegebäude gegliedert nach den architektonischen Charakteristika und dekorativen Details. So bringt uns der Aufbau von Balken und Trägern, über Außenfenster hin zu Stahltrommeln als Dekoelemente.
Natürlich gibt es zu jedem Kapitel dann auch ein paar einführende Sätze, warum gerade diese Elemente von solcher Bedeutung sind für dieses außergewöhnliche Wohnen.

Mir persönlich hätten ein paar Vorher-Nachher-Fotos noch  gut gefallen: 
 In diesem Bildband sehen wir nämlich ausschließlich fertige Wohnlandschaften. Doch noch beeindruckender wäre es gewesen, hätten wir als LeserInnen die Möglichkeit gehabt, die unfertigen Rohbauten zu sehen, aus denen die Wohnträume geschaffen wurden.

Zugegeben, mit einem Preis von 49,95€ ist dieses Buch kein Schnäppchen. Doch die Qualität und der Inhalt sind dieses Geld wert. Vor allem wenn man sich für Innendesign oder Architektur interessiert.
Bildbände sind nun mal grundsätzlich etwas hochpreisiger als andere Literatur.

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M

Rezension zu "Industrial Living" von Sophie Bush

Faszinierend, auch wenn es dem eigenen Geschmack vielleicht gar nicht entsprechen mag
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Faszinierend, auch wenn es dem eigenen Geschmack vielleicht gar nicht entsprechen mag

Die Zeit des Lebens in „Lofts“ ist in den letzten Jahren zwar nicht „aus der Mode“ gekommen wohl aber nicht mehr in dem Maße „in“, wie es ab Mitte der 80er Jahre bis Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gewesen ist. Wie so vieles „aus der Not geboren“ (gerade in Städten wie London, New York oder auch Paris war damals und ist heute der Immobilienpreis so exorbitant hoch, dass es für weniger vermögende, oft kreativ arbeitende Menschen, eine sich anbietende Lösung war, auf nicht mehr genutzte Industrieflächen zum Wohnen hin auszuweichen).

So wie in der ehemaligen weltgrößten Fabrik für „Hundefutter“ in London, in der als erstes Großprojekt seiner Art 150 Wohnungen als kombinierte Wohn-Arbeitsflächen entstanden sind. Und von da an einen „Siegeszug des Wohnens“ weltweit einläuteten.

Und auch das sollte klar sein beim Betrachten dieses Buches (angefangen von einem eigenes designten und hergestellten Toilettensitz und bei Küchen- und Badelementen noch lange nicht aufhörend), die faszinierenden, im wahrsten Sinne des Wortes „Wohnlandschaften“, die Sophie Busch im Buch fotografisch bestens ins Licht rückt und mit eingängigen, erläuternden Texten versieht, sind in dieser Form für „Normalverdiener“ schlichtweg nicht zu bezahlen.

Dennoch aber, das Buch bietet weit mehr als einen Einblick in eine modische, „reiche“ Wohnform. In Farbgebung, individueller Gestaltung, in Raumnutzung, Raumaufteilung durch einfache, aber edel und geschickte Mittel, im Blick auf das Mobiliar bis hin zur kreativen und eleganten Form der Beleuchtungen bietet das Werk vielfältige Hinweise und Eindrücke, wie vielleicht auch mit einem weniger großen Budget ausdrucksstarke Einrichtungen dem einzelnen möglich wären.

Wobei, das verbleibt als Wehrmutstropfen, es bedarf in den meisten der dargestellten Beispiele vor allem eines, und das ist mit am Teuersten in der heutigen Zeit: Platz.

Ob Stützen, Balken und Träger, Holz und Stahl, offenes Backsteinmauerwerk oder Betonwände und -böden, ob individuell gestaltete Decken in Verbindung mit Fabrikwänden und Fabriktüren (von denen manche eher den Umfang von Toren einnehmen), ob leicht mit „Farbtupfern“ versehene, eher monochrome Wohnbereiche in Stahl, Ziegel, Beton oder Metall eingerahmt werden, das benötigt, um zu wirken und in vielen Fällen um überhaupt umgesetzt zu werden, viel Platz. Auch wenn so manches „stille Örtchen“ sich auf ein paar wenigen Quadratmetern bereits bestens zur Wirkung bringen kann.

All dies Großformatige, was das Wohnen im Sinne der Räume angeht, kulminiert am Ende des Werkes in di einzelnen Möbel und deren Design. Ob mit verzinkten Rohren oder alten Spinden gearbeitet wird, ob alte Zollstöcke und Lineale oder gar Betonhohlblocksteine zum Einsatz kommen, oder ob „Industrie-Leinen“ als Stoff in vielfacher Weise Sitzmöbel, Lampen und Hocker überzieht, hier wird es für jeden Leser interessant, der dem „Vintage“ etwas abgewinnen kann. Denn Material für solche Möbel, Leuchten, und Accessoires wären, bei genügend Geduld, durchaus auch für einen kleinen Preis zu finden.

Alles in allem ein hervorragender Eindruck in die Praxis des „Vintage“, mitsamt der Vorstellung herausragender Designer und eindrucksvoll individuell gestalteten Wohnraums.
Jederzeit eine ausführlich Betrachtung wert.

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