Sophie Coulombeau Nach allem, was passiert ist

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Inhaltsangabe zu „Nach allem, was passiert ist“ von Sophie Coulombeau

Vier junge Erwachsene rekapitulieren, was vor fünfzehn Jahren wirklich geschehen ist.

Sie waren Nachbarn, sie waren grundverschieden, aber sie wollten alle das Gleiche: gemeinsam ihre Unschuld verlieren, unbeobachtet von Eltern und Gemeinde. Doch der naive Plan nahm eine katastrophale Wendung.

Sophie Coulombeau lässt die unterdessen erwachsenen Figuren ihre jeweilige Version der Ereignisse erzählen und setzt so ein Bild aus Erinnerungen und Interpretationen zusammen, die sich ergänzen, verdoppeln und widersprechen. Ein spannungsvoller Roman mit einem differenzierten und sensiblen Blick auf Moral, Sehnsucht, Liebe und die Relativität von Wahrheit.

Interessante Erzählweise - verstörend realitätsnah

— Stephanie1978

Interessante psychologische Ansätze hinsichtlich "Wahrheit" der subjektiven Wahrnehmung und interessanter Erzählstil

— Bücherwurm

Leider nichts für mich. Die Geschichte konnte mich nicht fesseln.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Der Roman ist mir zu flach. Die Erzählenden heben sich nicht wirklich voneinander ab.

— fredhel

Was absolut positiv auffällt: Der Schreibstil und das Durchhaltevermögen, aus der Geschichte immerhin 256 Seiten zu holen.

— DaniB83

Grandios und ungewöhnlich geschrieben - Gibt es eine Wahrheit ? Nein. Ein Buch, das den Leser mit einbezieht.

— vielleser18

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  • „Nach allem, was passiert ist“ ist ein sehr gelungenes Debüt

    Nach allem, was passiert ist

    WinfriedStanzick

    03. November 2014 um 10:42

        In einem ganz bemerkenswerten und überaus gelungenen Romandebüt erzählt die Britin Sophie Coulombeau eine Geschichte über die vielen Facetten und die Subjektivität von Wahrheit. Genau fünfzehn Jahre ist es her, dass die alle in der Chesterton Close, eine gewöhnlichen Vorstadtstraße in Manchester wohnenden Jugendlichen  Damien, Lizzie Nick und Rachel zu Beginn der Sommerferien einen Plan schmieden.  Sie finden, dass es Zeit ist, dass sie gemeinsam ihre Unschuld verlieren.   Doch das ganze Vorhaben endet in einem Desaster. Nun nach fünfzehn Jahre erinnern sich alle vier und denken darüber nach, warum ihr damaliger Plan eine so katastrophale Wendung genommen hat. Sophie Coulombeau lässt sie abwechselnd zu Wort kommen, jeder  mit seiner eigenen  Sicht auf die Dinge und auch andere damals Beteiligte, unter anderen der Pfarrer, kommen zu Wort. Schrittweise offenbart sich dem gebannten Leser eine widersprüchliche, sich aber auch ergänzenden Sicht auf die damals passierten Dinge.   Es geht in diesem auch sprachlich ansprechenden Roman nicht nur um die Relativität von Wahrheit und die Wahrhaftigkeit von Erinnerungen, sondern auch um Moral, um Sehnsucht und um Liebe.   „Nach allem, was passiert ist“ ist ein sehr gelungenes Debüt, und man darf mit Fug und Recht auf ein hoffentlich nächstes Buch der Autorin gespannt sein.

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  • Gibt es "die eine Wahrheit" überhaupt ?

    Nach allem, was passiert ist

    czytelniczka73

    "Es gibt da diese kleine Sache namens Wahrheit."(Seite 11 )   Inhalt: "Vier junge Erwachsene rekapitulieren, was vor fünfzehn Jahren wirklich geschehen ist. Sie waren Nachbarn, sie waren grundverschieden, aber sie wollten alle das Gleiche: gemeinsam ihre Unschuld verlieren, unbeobachtet von Eltern und Gemeinde. Doch der naive Plan nahm eine katastrophale Wendung. Sophie Coulombeau lässt die unterdessen erwachsenen Figuren ihre jeweilige Version der Ereignisse erzählen und setzt so ein Bild aus Erinnerungen und Interpretationen zusammen, die sich ergänzen, verdoppeln und widersprechen. Ein spannungsvoller Roman mit einem differenzierten und sensiblen Blick auf Moral, Sehnsucht, Liebe und die Relativität von Wahrheit."   Meinung: Gemeinsam beschließen 4 Jugendliche die Unschuld zu verlieren und die Sache gerät völlig außer Kontrolle.15 Jahre später ist man als Leser auf der Suche nach der Wahrheit-was ist wirklich damals passiert ? Selten hab ich ein Buch gelesen,das gleichermaßen provokativ,abstoßend und faszinierend war.Die Geschichte hat mich von der ersten Seite gefesselt und ich konnte das Buch nicht weglegen,so neugierig war ich.Sehr gut geschrieben,die Autorin hat sich für eine lockere Interview Form entschieden,das ermöglich das Geschehene aus vielen Blickwinkeln zu lesen.Es ist einfach faszinierend,wie unterschiedlich die Erinnerungen und Meinungen sind.Dabei hatte ich nicht das Gefühl,dass jemand lügt,alle glauben an das was sie erzählen,auch wenn manche die Wahrheit bisschen zur Recht biegen(vor allem  Nick).Durch die vielen Perspektiven kriegt die Geschichte besondere Tiefe und Vielschichtigkeit und das macht ,meiner Meinung nach,das Buch besonders lesenswert.   Fazit: Ein Buch das beunruhig und zum Nachdenken bringt-gibt es überhaupt die eine ultimative Wahrheit?oder hängt alles nur von unseren Wahrnehmung ab?

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    • 2
  • Überzeugende & unterhaltsame Absage an "die eine Wahrheit"

    Nach allem, was passiert ist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen! Die Grundidee hatte mich von Anfang an überzeugt, und einzelnen Perspektiven dann fand ich auch alle sehr gut beschrieben – jede und jeder hatte so eine eigene Art sich auszudrücken, es schimmerten persönliche Motive durch und man konnte die ganze Zeit grübeln, wer denn nun was warum sagt. Interessant fand ich, wie sich meine Sympathieverteilung im Verlauf der Erzählung stark änderte, und die Person, die ich zu Beginn noch am sympathischsten fand, hatte es sich am Ende total mit mir verscherzt… Natürlich kam ich nicht umhin, mir meine eigene “Wahrheit” zu bilden, beziehungsweise Positionen zu ergreifen, doch wird man hier, im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern, nicht dazu gedrängt, eine bestimmte Perspektive anzunehmen. Ich denke, dass kein Buch jemals von allen Lesern gleich empfunden wird, doch gerade bei solchen Büchern, wird man geradezu dazu eingeladen, sich seinen ganz persönlichen (absolut echten) Plot zu knüpfen. Abgesehen von der Struktur genoss ich auch den Stil – außer in den Passagen von Personen, die mir zu unsympathisch waren. Ich bin ja starke Verfechterin der Theorie, dass sich der Charakter im Schreibstil widerspiegelt… ;-) Es sind auch einige Absätze dabei, über die man gerne mehrmals nachdenkt. Einer meiner Favoriten war: Jemand hat mal gesagt, Versuchung sei der Sekundenbruchteil zwischen dem Moment, wo es zu früh ist, dagegen anzukämpfen, und dem, wo es zu spät ist. Soll heißen, dass so etwas wie Versuchung gar nicht existiert. Dass man im Grunde nur scheitern kann. Trotz solcher Stellen, die ich in anderen Kontexten manchmal als “pseudotiefsinniges Rumgelaber” bezeichnen würde, macht sich das Buch mir nicht dadurch unsympatisch, dass es in jeden Satz so viel Tiefgründigkeit wie nur irgend möglich quetschen wollte. Zum Denken anregende Sätze wechseln sich mit solchen ab, die einfach nur da sind. So gehört sich das. Finde ich. In fiktionalen Texten zumindest. (Ist natürlich wieder subjektiv und man darf das nicht verallgemeinern, und ach…) Was ich sagen will: Obwohl das Buch nicht so einfach gestrickt ist, wie manch andere Unterhaltungsromane, erstickt es einen nicht mit seiner Bedeutungsschwere. Das finde ich super. :)

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    • 2
  • Leserunde zu "Nach allem, was passiert ist" von Sophie Coulombeau

    Nach allem, was passiert ist

    KEIN & ABER Verlag

    Der Verlag Kein & Aber startet heute die Leserunde zum Buch Nach allem, was passiert ist. Ein spannungsvoller Roman mit einem differenzierten Blick auf Moral, Sehnsucht, Liebe und die Relativität von Wahrheit. Vier Erwachsene versetzen sich zurück in ihre Jugend und rekapitulieren die turbulenten Ereignisse nach dem Entschluss, gemeinsam ihre Unschuld zu verlieren. Ihre individuellen Versionen ergänzen oder widersprechen sich. Voller Spannung folgt man jedem neuen Hinweis. Was ist damals wirklich geschehen? Leseprobe: http://keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/nach_allem_was_passiert_ist/index.html Zur Autorin: Sophie Coulombeau wuchs in Manchester auf. Die 28-jährige Autorin studierte Literaturwissenschaften am Trinity College in Dublin, in Oxford und an der University of Pennsylvania. Derzeit promoviert sie in York. Nach allem, was passiert ist ist ihr erster Roman. Wir suchen neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, in die Geschichte einzutauchen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir 20 Bücher. Beantwortet uns bis zum 14. April 2014 folgende Frage, um in den Lostopf zu springen: „Es ist eben schwierig, die Geschichte schlicht und schnörkellos zu erzählen. Und ich wette, all das variiert ziemlich, je nachdem, mit wem Sie sprechen. Heutzutage weiß ja jeder, dass es so etwas wie die Wahrheit im Grunde gar nicht gibt“. aus: Nach allem, was passiert ist Sophie Coulombeau spielt auf spannende Weise mit dem Begriff Wahrheit. Die verschiedenen Blickwinkel auf die Geschehnisse führen zwangsläufig zu unterschiedlichen Wahrheiten. Gibt es eurer Meinung nach überhaupt eine objektive Wahrheit? Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde! Die Gewinner werden am 15. April  an dieser Stelle bekannt gegeben! Euer Kein & Aber Verlag

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    • 241
  • Viel Lärm um Wenig

    Nach allem, was passiert ist

    fredhel

    03. July 2014 um 10:04

    Die Autorin, Sophie Coulombeau, ist selbst in Manchester aufgewachsen. Eine Vorortstrasse in Manchester ist auch der Ort des Geschehens in ihrem ersten veröffentlichten Roman. Vier dort lebende Vierzehnjährige finden sich pärchenweise zu einer Clique zusammen. Sie sind mitten in der schwierigsten Phase der Pubertät, jeder hat einen anderen familiären Hintergrund, hat seine eigenen Probleme, aber das äußere Leben plätschert ziemlich ereignislos dahin. Das mag wohl mit ein Grund gewesen sein, dass sie beschließen, den aus ihrer Sicht entscheidenden Schritt ins Erwachsenenleben, nämlich die erste sexuelle Erfahrung, gemeinsam zu erleben. Sie planen es, sie tun es, und als Resultat kommen sie haarscharf an einem Gesetzeskonflikt vorbei. Auch wenn ich damit schon die komplette Handlung des Romans verraten habe, nehme ich damit nicht die Spannung vorweg. Diese soll der Leser vielmehr aus der stets wechselnden Erzählperspektive ziehen, in der sich stückchenweise die Charaktere der Protagonisten und deren Bezugspersonen, sowie die Planung und Ausführung der "Tat" an sich, wie ein großes Puzzle zusammensetzt. Mich konnte diese Spannung nicht erreichen. Ein Interviewer befragt nach fünfzehn Jahren alle möglichen Personen zu den Hintergründen der damals hohe Wellen schlagenden Ereignissen, aber aus welchen Absichten das geschieht bleibt bis zum Ende des Buches unklar. Ich hätte mir gewünscht, daß sich die Befragten auch durch Wortwahl und Satzbau voneinander abheben. So blieb es für mich durchweg eine langweilige Aneinanderreihung von Berichten und deswegen kann ich leider auch nur drei Bewertungssterne vergeben.

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  • Im Abgrund wohnt die Wahrheit

    Nach allem, was passiert ist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das Zitat aus Schillers "Prosaischen Schriften" trifft das Thema des Buches ganz genau, finde ich: Es geht um 4 englische Jugendliche, deren Plan im Sommer 1997, "es zu tun" gehörig schiefgeht. (Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da der Reiz des Buches darin liegt, sich als Leser erst einmal zur "Wahrheit" tasten zu müssen). Abwechselnd mit den Erwachsenen, den Eltern und dem Pfarrer erzählen die nun Erwachsenen Lizzie, Nick, Rachel und Brady die Geschichte aus ihrer eigenen Sicht, wie es dazu kam, was danach geschah und wie sich die Beurteilung der Gesellschaft auf ihr Leben auswirkte. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass die "Wahrheit" nur subjektiv ist und jeder seine eigene kreiert. Die "Wahrheit" gleicht somit wirklich einem Abgrund, in den die beteiligten Personen fallen. Dieses Buch ist aufgrund des außergewöhnlichen Erzählstils und des gut dargestellten kontroversen Themas wirklich ein Volltreffer für mich gewesen. Ich lese gerne Bücher, die nicht alltäglich oder 0815 sind und die neben einer Geschichte auch noch dazu verführen, länger und tiefer über das angesprochene Thema nachzudenken, darüber zu diskutieren und sich noch näher darüber zu informieren. Das klappt bei diesem Buch sehr gut! Daher kann ich es sehr empfehlen!

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    • 5
  • Kennst Du die Wahrheit und wenn ja, wie viele gibt es?

    Nach allem, was passiert ist

    britta70

    Vier Jugendliche, Damian, Lizzie, Rachel und Nick, beschließen im Alter von 14 Jahren gemeinsam ihre Unschuld zu verlieren. Als ob ihre Beziehung zueinander nicht ohnehin genug Sprengstoff bieten würde, wollen sie ihren Plan in eben jenem Hotel in die Tat umsetzen, wo Lizzies Mutter und Rachels Vater sich heimlich zum Stelldichein treffen. Doch man kann nicht alles planen, manche Dinge ändern sich auch und so endet das ganze Unterfangen in einem einzigen Fiasko. Nun, 15 Jahre später, blicken sie auf die Ereignisse von damals zurück und berichten davon aus ihrer jeweiligen Sicht. Auch andere Personen, wie Rachels Vater, Lizzies Mutter, eine Polizeibeamtin und der Pfarrer mischen sich ein und fordern den Leser auf, die Wahrheit herauszufinden. Doch gibt es die eine und einzig gültige Wahrheit tatsächlich? Oder gibt es die Wahrheit vielleicht nur im Plural oder als Wahrscheinlichkeit, dass es ebenso gewesen sein KÖNNTE? Das ist die Frage, die in diesem wunderbaren Roman mit seiner genialen Erzählstrategie im Mittelpunkt steht.  Sophie Coulombeaus Erzählstil ist so einzigartig, wie genial. In kurzen Kapiteln mit wechselnden Erzählperspektiven aller beteiligten Protagonisten entfaltet sie die Geschichte und übt auf den Leser eine Sogwirkung aus, der er sich nicht entziehen kann. Der Leser wird von den unterschiedlichen Erzählern direkt angesprochen und bekommt häppchenweise die Puzzleteile zu den Geschehnissen von damals präsentiert. Mit jeder Seite steigt die Spannung, denn was genau geschah, tritt erst so nach und nach zutage. Aber auch nach Kenntnis des Vorfalls bleibt es spannend, denn der Leser muss aufmerksam zuhören, darf kein relevantes Detail verpassen auf dem Weg zur Ausbildung seiner eigenen Wahrheit. Am Ende nämlich wird er quasi aufgefordert, diese seine eigene Wahrheit als letztes Kapitel der Geschichte hinzuzufügen. Vermutlich ist diese aufgrund des eigenen Erfahrungshintergrundes dann noch einmal mehr als die Summe der jeweiligen individuellen Wahrheiten. Dieses Buch ist einfach nur genial! Von solch intelligent inszenierten Geschichten würde ich gerne mehr lesen. Ich kann dieses Buch daher nur jedem ans Herz legen: Lest es, es lohnt sich!

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    • 3

    parden

    12. June 2014 um 10:10
  • Leider nicht ganz so spannend

    Nach allem, was passiert ist

    DaniB83

    30. May 2014 um 21:46

    Ein weiteres Buch aus dem Kein & Aber Verlag, welches sich in mein Bücherregal geschlichen hat. Der Klappentext verrät schon einiges: Vier Erwachsene versetzen sich zurück in ihre Jugend und rekapitulieren die turbulenten Ereignisse nach dem Entschluss, gemeinsam ihre Unschuld zu verlieren. Ihre individuellen Versionen ergänzen oder widersprechen sich. Voller Spannung folgt man jedem neuen Hinweis. Was ist damals wirklich geschehen? Womit ich nicht ganz einverstanden bin, ist, dass ich voller Spannung jedem neuen Hinweis folgte, denn für mich war es ab der Hälfte nicht mehr wirklich fesselnd. Es geht um vier Erwachsene, die damals in ihrer Jugend etwas erlebt haben, das aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird. Rachel, Damien (Day), Nick und Lizzy werden befragt, aber auch unter anderem Lizzys Eltern, Rachels Vater, der hiesige Pfarrer und die Polizistin von damals. Die abwechselnden Erzählperspektiven sind gut durchdacht und haben ihren Reiz, allerdings verliert das Buch mit zunehmender Seitenanzahl auch genau an diesem. Die “Tat”, wenn es denn eine war, ist schlimm, keine Frage, doch meiner Meinung nach ist hier zu viel Aufwühlen und Herumkramen in alten Geschichten vorhanden, dass man eben schnell mal die Aufmerksamkeit beim Lesen verliert. Was absolut positiv bei der Neo-Roman-Autorin Sophie Coulombeau auffällt: Ihr Schreibstil und das Durchhaltevermögen, aus der Geschichte immerhin 256 Seiten rauszuholen.

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  • Vier Jugendliche, ein Sommer, ein Plan.

    Nach allem, was passiert ist

    claude20

    Day, Lizzie, Nick und Rachel sind Nachbarn in einer gewöhnlichen Kleinstadt in England. Zu Beginn des Sommers fassen sie gemeinsam einen Plan. Sie wollen gemeinsam ihre Unschuld verlieren. Nun 15 Jahre später werden die nun jungen Erwachsenen getrennt voneinander zu diesem Sommer und zu seinen Ereignissen befragt. Denn der damalige naive Plan in aller Heimlichkeit ihre Unschuld zu verlieren nahm eine katastrophale Wendung.  Die Autorin Sophie Coulombeau lässt die nun erwachsenen Figuren zu Wort kommen und ihre Geschichte bzw. ihre jeweilige Version der Ereignisse erzählen. So setzt sich nach und nach ein Bild aus Erinnerungen und Interpretationen zusammen, die sich teilweise ergänzen aber auch widersprechen.  Diese Art der Erzählkunst hat mich wahnsinning fasziniert und beeindruckt. Die Autorin gibt mit diesem Erzählstil dem Leser die Möglichkeit seine eigenen Wertvorstellungen zu ergründen, zu vertiefen bzw. zu hinterfragen. Man befindet sich sozusagen in der Rolle der recherchierenden bzw. fragenden Person wider und muss sich durch allerlei Berichte kämpfen, die sehr stark mit emotionalen Gefühlen aber auch romantisierten Erinnerungen belastet sind. Da fällt es schon sehr schwer die Wahrheit zu ermitteln.  Persönlich denke ich, dass dieses Buch für jeden Leser ein anderes Endergebnis aufweisen wird, da jeder diese Geschichte anders interpretieren bzw. erfassen wird. Es stellt sich schlussendlich doch nur die eine Frage: Gibt es eine ultimative Wahrheit überhaupt? Dieses Buch hat mich so gefesselt und ich habe gebannt den Erinnerungen aller Beteiligten gelauscht. Jeder der jetzt durch diese Rezension neugierig geworden ist dem kann ich nur empfehlen dieses Buch doch einfach mal selbst zu lesen. Von mir bekommt diese Geschichte von Sophie Coulombeau volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.© claude

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    • 6

    parden

    28. May 2014 um 23:15
  • Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters...

    Nach allem, was passiert ist

    Geri

    Ich brauchte die Leseprobe nur kurz anzulesen, um zu wissen: Das ist genau mein Buch! Und genauso war es dann auch. Die Autorin, Sophie Coulombeau, schafft es, den Leser durchgehend bis zum Schluss zu fesseln. Es geht um vier Erwachsene, die im Alter von 14 Jahren gemeinsam ihre Unschuld verlieren wollten, was zu weit mehr führte. Nun berichtet jeder für sich, einschließlich weiteren Personen aus dem damaligen Umfeld, wie sie die Sache erlebt haben und man stellt schnell fest: die Wahrheit befindet sich irgendwo dazwischen... Die vier Protagonisten haben an sich wenig gemeinsam, aber sie wirken alle gleichermaßen interessant und auch nicht so richtig sympathisch auf mich.  Das Spiel mit den verschiedenen Perspektiven, was die Autorin betreibt, hat den Effekt, dass die Tatsachen völlig verschwimmen und eine einzige Wahrheit nicht mehr auszumachen ist. Es ist nicht nur spannend zu erfahren, wer was wie erlebt und aufgefasst hat, sondern man lernt dadurch immer wieder neue Dinge über die einzelnen Charaktere, die teilweise auch im Gegensatz zu der vorherig gehörten Meinung stehen, was alles sehr realistisch macht.  Der Schreibstil ist flüssig, so dass man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte und die vielen Perspektivwechsel lassen noch einmal alles viel kurzweiliger erscheinen. Mir ist es leicht gefallen, die verschiedenen Charaktere auch ohne Überschriften auseinander zu halten, da jeder seinen eigenen Erzählstil hat.  Das Ende kam für mich wie erwartet und trotzdem, oder gerade deswegen, empfinde ich es als genau richtig so, denn alles andere hätte für mich nicht gepasst.  Fazit: Ein rundum gelungener Roman, der unterhält, fesselt und einen auch nach Beenden nicht ganz los lässt!

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    • 5
  • Auf der Suche nach der Wahrheit

    Nach allem, was passiert ist

    Larischen

    Vier Jugendliche beschließen gemeinsam ihre Unschuld zu verlieren. Jahre später, als die vier längst erwachsen sind und unabhängig voneinander ihre eigenen Wege eingeschlagen haben, erinnern sie sich zurück an die Zeit und erzählen die Geschichte von ihrem jeweiligen Standpunkt aus. Es ist am Leser zu entscheiden, wie er die jeweiligen Aussagen bewertet und was denn nun wirklich passiert ist.   Sophie Coulombeau hat mit „Nach allem, was passiert“ ist ein beeindruckendes Debüt geschaffen. Jeder der Protagonisten erhält ausreichend Raum um seine Version der Geschichte zu erzählen. Ergänzend werden noch einige andere Personen aufgenommen, die in die Geschichte verwickelt wurden. Dabei wird deutlich, dass es die eine Wahrheit nicht gibt, zumindest nicht für die direkt beteiligten Personen. Denn ihre Aussagen unterscheiden sich sehr voneinander, genauso wie die Einschätzungen der anderen Beteiligten. Der Leser muss also die Schilderungen gegeneinander abwägen und versuchen ein klares Bild der damaligen Situation zu entwickeln. Sophie Coulombeau schafft es auch durch ihren besonderen Schreibstil den Leser immer wieder aktiv in die Geschichte mit einzubeziehen. Der Leser fungiert als eine Art Interviewer, der mit den Beteiligten spricht und versucht die Situation zu verstehen. Dabei habe ich oft gemerkt, dass genau die Fragen beantwortet wurden, die ich mir in der jeweiligen Situation gerade gestellt habe. Man wird auch immer wieder direkt angesprochen, aber ohne, dass der Interviewer aktiv wird. Ich habe diesen Art des Erzählens so noch nie gelesen und war sehr begeistert, da es mich der Geschichte wesentlich näher gebracht hat. „Nach allem, was passiert ist“ ist ein außergewöhnliches Buch, dass mich stark beschäftigt hat. Gibt es wirklich eine objektive Wahrheit? Und wenn ja, sind dann nur die Beteiligten unfähig sie zu „erkennen“? Oder ist die objektive Wahrheit ein Wunschdenken? Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist allerdings alles andere als Wohlfühllektüre und fordert sehr viel vom Leser.

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    • 3
  • Die Wahrheit ist zu schlau, um gefangen zu werden !

    Nach allem, was passiert ist

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Die Wahrheit ist zu schlau, um gefangen zu werden ! Wilhelm Busch Inhalt: In diesem Buch geht es um vier Erwachsene , die sich gedanklich in ihre Jugendzeit zurückversetzten . Vier Jugendliche die im Sommer 1997 einen klaren Plan haben und verfolgen , sie wollen ihre Unschuld verlieren . Doch was als eine ganz normale jugendliche Erfahrung beginnt , endet in einer katastrophalen Wendung und jeder der Jugendlichen hat diese völlig anders wahrgenommen . Eine Geschichte aus Schuld , Unschuld, Lügen ,Vorwürfen und der Suche nach der wirklichen Wahrheit beginnt , doch gibt es diese wirklich ?! Meinung : Mit einem provokanten , herausfordernden und doch zur Handlung passenden Erzählstil , schafft es die englische Autorin Sophie Coulombeau , dem Leser eine ganz neue und andere Sicht , auf die Wahrheit zu vermitteln . Ganz langsam und mit einer erstaunlich gefühlvollen und doch passiven Charakterisierung , lässt sie uns am Leben der vier Jugendlichen teilhaben . Nach und nach setzt sich die Geschichte rund um das Erwachsenwerden der Vier zusammen . Dabei vermittelt sie überzeugend sachlich und doch niemals gefühlskalt , die Emotionen und Wahrnehmungen aus der Sicht der heute erwachsenen Vier . Gemeinsam aus der subjektiven Sicht aller Protagonisten rekapitulieren wir mit ihnen , das damals Geschehene . Den Effekt, den die Autorin mit dieser ungewöhnlichen Darstellung erzielt , ist bemerkenswert und absolut fantastisch konstruiert . Denn damit schafft sie es, den Leser vollkommen für sich einzunehmen und aus jeder gegebenen Perspektive/Sichtweise , entsteht eine neue Meinung eine komplett neue Sichtweise auf die Geschehnisse vor 15 Jahren . Und schon bald , ist die eindeutige und unantastbare Wahrheit nicht mehr auszumachen! Genau diese Vermischung von "einer" Wahrheit ist es , welches den Reiz der Geschichte ausmacht . Denn mit jeder reflektierenden Erzählweise , kommen wir als Leser der scheinbaren Lösung immer näher . Wir fühlen das Geschehene mit , machen uns unsere eigenen moralischen Vorstellungen und denken so wie die Vier über das Geschehene nach . Dieses Buch ist eine realistische , authentische und fesselnde Sicht auf das Erwachsenwerden und über die menschliche Psyche . Mit ihrem selbstbewussten , provokanten und einzigartig mitreißenden Erzählstil , schafft es die Autorin den Leser auf eindrucksvolle Weise zu fesseln. Fazit : Ein außergewöhnlicher und bestechend ehrlich bemerkenswerter Roman von einer jungen englischen Autorin , die ihre ganz eigene Stilrichtung vermittelt . Ein anspruchsvoller und selbstsicherer Schreibstil und eine ebenso bemerkenswerte Story , machen dieses Buch zu einer anspruchsvolleren und ganz eigenen Lektüre . Diese Geschichte ist so wundervoll authentisch erzählt , dass jeder Leser mit einer neuen Sichtweise auf die klassische Art der Wahrheit aus diesem Buch herausgehen wird . Ein Buch mit einer großen und wichtigen Botschaft und einer Story, die sowohl durch ihre selbstbewussten, als auch durch ihre tiefgründigen Passagen bestechen kann und wird . Ein faszinierender und einzigartig frischer Roman , der eine außergewöhnliche Erzählweise beinhaltet . Ein Buch, welches die ungeschönte Wahrheit und Moral, der menschlichen Psyche beleuchtet und enthüllt . Nach allem, was passiert ist,ist ein außergewöhnlicher Roman , den man in diesem Jahr gelesen haben sollte .

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    • 4

    BrittaRoeder

    15. May 2014 um 20:51
  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • "Jugendsünden"

    Nach allem, was passiert ist

    Birgit-B

    12. May 2014 um 18:37

    Vier mittlerweile erwachsene Menschen, erzählen aus ihrer persönlichen Sicht über ein prägendes Erlebnis ihrer Jugend. 15 Jahre sind vergangen doch jeder kann sich an die Umstände noch genau erinnern. Schließlich verliert man seine Unschuld nicht alle Tage und nicht alles entwickelte sich so wie geplant. Man rekapituliert, was an diesem Tag so sehr schief laufen konnte… Plötzlich sprechen manche von Vergewaltigung. Das Bemerkenswerte an diesem Buch sind die individuellen Schilderung der Personen, die zeigen, wie unterschiedlich die Umwelt wahrgenommen wird und dass jeder seine eigene Version der Wahrheit hat. Die Autorin (Sophie Coulombeau) gibt jedem Charakter die Möglichkeit, mit dem Leser zu sprechend und seine Sicht der Dinge darzulegen. Genau das macht das vorliegende Werk so interessant. Dazu kommt noch der spannende Aufbau. Erst nach und nach erfährt man über Zusammenhänge und Details, rastlos liest man von Hinweis zu Hinweis um endlich mehr zu erfahren. Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und mitreißend, obwohl ich mir noch größere Unterschiede bezüglich der Sprache der Protagonisten gewünscht hätte. Man erkennt einige Personen gut, einige drücken sich aber recht ähnlich aus. Interessant fand ich, dass man aus einem kleinen Ereignis in der Vergangenheit ein ganzes Buch machen kann. Wenn man will, wäre alles recht schnell zusammengefasst und doch hat jeder seine eigene Sicht der Dinge, die er uns erzählen möchte. Man rätselt mit, was ist passiert? Man  versucht die Persönlichkeiten zu analysieren, schwankt zwischen sympathisch und unsympathisch, weiß kaum wem man eher vertraut. Dazu kommt noch die durchdringende Frage: war es nun Vergewaltigung oder nicht?   Mein Fazit: ein nicht perfektes, aber sehr unterhaltsames Werk über „Jugendsünden“ und Innenansichten verschiedener Menschen.

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  • Ein Buch, das den Leser mit einbezieht

    Nach allem, was passiert ist

    vielleser18

    09. May 2014 um 09:21

    Es ist 15 Jahre her, dass die vier Jugendlichen aus der Chesterton Close beschliessen gemeinsam ihre Unschuld zu verlieren. Damals waren sie 14. Doch was als aufregendes Abenteuer geplant war, entwickelt  hinterher eine große Sprengkraft und alle werden sich hinterher verändern - nicht nur räumlich. Sophie Coulombeau hat eine für mich ganz neue Art der Erzählung geschaffen. Sie lässt die Protagonisten selber erzählen, abwechselnd. Jeder Moment wird von den vieren nacheinander erzählt, der ganze Roman ist eine Aneinanderreihung von Erklärungen, Gesprächen, die sich scheinbar an einen Interviewer richten. Doch der Leser könnte meinen, die Worte sind direkt an ihn gerichtet. Dadurch, dass alle vier Beteiligten, aber auch die Eltern, der Pfarrer, die Polizei hier ihre "Wahrheit" an dem Geschehen erzählen dürfen, erfährt der Leser, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt. Jeder hat seine eigene Darstellung, eine subjektive Meinung zu den einzelnen Begebenheiten. Dadurch, dass die Autorin die Ereignisse chronologisch von allen Protagonisten erzählt , gibt es viele Wechsel im Erzähler. Aber das ist ungemein interessant, weil sich auch der Leser dabei Gedanken machen muss. Der Roman hatte eine große Sogwirkung auf mich. Ich konnte kaum aufhören zu lesen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es auf der Welt so viele Meinungen wie Menschen gibt und die Autorin hat dies mit ihrem Buch ausgedrückt. Ein Buch, bei dem man aktiv mitdenken und miteinbezogen wird : ungewöhnlich und toll! Mir hat das Buch gefallen. Die vielen Perspektiven, diese vielen Ansichten, Meinungen und auch Wahrheiten. Man schließt das Buch und kann immer noch Nachdenken, sich selber eine eigene Meinung machen. So wie im Leben.

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