Sophie Divry Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

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Inhaltsangabe zu „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ von Sophie Divry

"Der Triumph der Literatur über die Niederlagen, die das Leben bereithält." Le Monde

Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen – „ein sprühendes, kompromissloses, unglaublich lustiges Buch“ (Le Parisien).

Tolle Metaphern, aber leider keine gute Geschichte.

— NeriFee

Sophie Divry ist eine äußerst phantasievolle Erzählerin mit einem beeindruckenden Gespür für Tempo und Timing.

— CRB

Außergewöhnlich, jedoch chaotisch!

— SophLovesBooks

für Liebhaber von Sprache, Witz und der französischen Leichtigkeit !

— skaramel

Ein interessantes Buch mit interessanten Gedanken, leider waren mir manche Gedankengänge und die ganzen Wortwiederholungen zu viel...

— Leseratte2007

Witzig und treffend geschrieben!

— BluevanMeer

gut

— KRLeserin

Improvisation pur... kein Tiefgang, kein gar nichts... Schade!

— herrzett

Ziemlich experimenteller französischer Roman mit ernsten Ansätzen, aber mir fehlte die klare Linie und Aussage

— vanessabln

Erfahrungebricht, Dadaismus, Lyrik und Vulgarismus - hier ist alles drin. Sehr abwechslungsreich im Stil, wenig Entwicklung in der Handlung

— leolas

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  • Gute Idee, mangelhafte Umsetzung

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    NeriFee

    02. December 2017 um 14:53

    Selten habe ich ein Buch gelesen wie dieses. Und das meine ich tatsächlich so, wie ich es hier schreibe. Als der Teufel aus dem Badezimmer kam beschäftigt sich auf humorvolle, aber abstrakte Weise mit offenen Rechnungen, der türkischen Bürokratie, dem Leben als Langzeitarbeitslose und allen Nöten, die damit einhergehen. Die Französin Sophie Divry erzählt diese Geschichte mit zu viel Phantasie und teuflischem Beistand.KlappentextSophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen.Der Grund, weshalb ich diesen Roman lesen wollte, war tatsächlich das witzig gestaltete Cover und der Titel, welcher neugierig macht. Mit dem konnte ich zu Beginn nichts anfangen, sobald die ersten Seiten gelesen sind, wird aber alles deutlich. Ich mag Hardcover besonders gerne und fand hier die Hörner des Teufels super witzig gemacht. Ohne Umschlag ist das Buch schwarz und so sind es aus die ausgestanzten Hörner auf dem roten Cover.Obwohl Als der Teufel aus dem Badezimmer kam keine 300 Seiten beinhaltet, brauchte ich eine ganze Woche um das Buch auszulesen. Das lag daran, dass ich diese Erzählweise nicht gewohnt bin. Zum Teil habe ich das Erzählte gar nicht verstanden und musste immer wieder nachlesen. Anstrengend fand ich vor allem die wirren Gedanken der Autorin, die mit viel Witz erzählt sind, jedoch manchmal zu ausschweifend werden und ins absurde abdriften.Einige Male musste ich wirklich schmunzeln und fand die Metaphern sehr gelungen. Die Charaktere sind mir hingen fast ausschließlich unsympathisch. Das ist sehr schade. Das bezieht sich hierbei besonders auf die männlichen Protagonisten. Ich mochte den sehr herben, oft vulgären Unterton nicht immer und manchmal ging es mir tatsächlich zu sehr unter die Gürtellinie. Und ich bin sicherlich nicht zart besaitet, was Literatur anbelangt.Im Grunde geht es um eine junge Französin, welche eine glückliche, unbeschwerte Kindheit in einer Großfamilie in der Nähe von Montpellier erlebte, inzwischen in Lyon lebt und arbeitslos ist. Genau genommen ist sie langzeitarbeitslos. Diesen Umstand bekommt sie immer heftiger zu spüren, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht und sie immer öfter hungern muss. Sie überzieht ihr Konto, wird beim Arbeitsamt vorstellig, findet aber keinen passenden Job. Während einer Familienfeier kann sie endlich wieder essen, sowie sie will und die Sorgen rücken in den Hintergrund.Der beste Freund, Hector, spielt im Buch eine große, aber für meinen Geschmack völlig unwichtige Rolle. Die Dialoge zwischen den Beiden sind von geschmacklosen Äußerungen gekennzeichnet und mir ist bis zum Schluss völlig unverständlich, was mir damit vermittelt werden soll und weswegen dieser Charakter für den Roman eine Relevanz darstellt. Leider gar nicht mein Humor. Der im Titel besagte Teufel wird auch nur am Rande erwähnt, obwohl er eine gelungene Metapher darstellt.Am Ende muss ich ein Fazit ziehen und stelle fest, dass mich das Buch leider sehr enttäuscht zurücklässt. Ich hatte mir viel mehr davon versprochen und fand auch viele Textpassagen sehr klug und witzig. Allerdings halten Cover, Klappentext und Titel nicht, was sie versprechen. Die Gedanken werden immer undurchsichtiger, die Charaktere sind langweilig bis nervig und lediglich der Bonus am Ende des Buches, sowie die geistreichen Metaphern konnten mich überzeugen. Ich mag niemandem das Buch madig machen. Es wurde besonders in Frankreich mehrfach ausgezeichnet. Mir hat es einfach nicht zugesagt.Danke an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • sprachlich genial, inhaltlich teilweise etwas langatmig…

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    Normal-ist-langweilig

    16. November 2017 um 19:21

    Meine Meinung: Das Buch ist eine Klasse für sich. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so mit der Sprache gespielt wird wie in diesem. Das macht es einerseits zu etwas Besonderem, in dem man immer wieder etwas Neues entdecken kann. Ich bin überzeugt, dass man das Buch mehrere Male lesen kann und jedes Mal findet man neue versteckte Pointen oder Wortspiele, die man vorher noch nicht entdeckt hatte. Den Schreibstil zu beschreiben, ist sehr schwer – auch zu erklären, was hier mit wortgewaltig beschrieben wird. Vielleicht lest ihr mal in die Leseprobe hinein? Andererseits lässt sich das Buch dadurch auch nicht sehr einfach lesen. Ich musste hochkonzentriert das Geschehen verfolgen und jedes einzelne Wort genau unter die Lupe nehmen. Das empfand ich auf Dauer doch etwas anstrengend, so dass ich das Buch immer wieder zur Seite legen und ein wenig das Gelesene „verdauen“ musste. Dazu kommt noch, dass der Inhalt zwar aktuell und bezeichnend ist, aber insgesamt nur wenig passiert. Das Buch lebt auch meiner Meinung nach nicht von dem ausführlichen Inhalt, sondern von Sophies vielfältigen Ideen und ihren Gedanken rund um die Arbeitslosigkeit und ihrer ausweglosen Lage. Ich bin ehrlich, ich habe, nachdem ich den Klappentext und den Titel gelesen hab, mehr Humor in dieser Geschichte erwartet. Sicherlich tragen einige Sprach- und Wortspielereien dazu bei, das man beim Lesen schmunzelt, aber ich habe die Autorin eher dafür bewundert, was sie mit bzw. durch Sprache zaubert, als dass ich Sophies Geschichte witzig fand. Ein besonders großes Kompliment gilt auch auf jedem Fall der Übersetzerin, die hier grandiose Arbeit geleistet hat. Ich will mir und kann mir gar nicht vorstellen, was das für eine Arbeit war, für die ganzen Spielereien, die hier in dem Buch zu finden sind, deutsche Übersetzungen und passende Beispiele zu finden. *************** Fazit: Das Buch durch Sterne zu bewerten, fällt mir schwer. Von der Sprache und von den Ideen absolut einzigartig (für mich) = (5 / 5). Vom Thema her ist es eher ruhig bis teilweise ein wenig langweilig = (3 / 5). Zusammen wären das (4 / 5)!

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  • Teuflisch klug beobachtet ...

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    CRB

    06. November 2017 um 18:42

    Es hätte ein weinerliches, bräsiges und selbstmitleidiges Buch werden können, ja fast schon werden müssen. Das Thema, das sich die Autorin gewählt hat, ist ja auch kein schönes: sozialer Abstieg und Armut inmitten einer - in ihrem Fall französischen - Wohlstandsgesellschaft. Doch stattdessen  gelingt  Sophie Divry mit ihrem »Als der Teufel aus dem Badezimmer kam« eine kluge und unterhaltsame Selbstbeobachtung einer ›jungen Vertreterin des Prekariats‹, in der einerseits minutiös die inneren Nöte als Folge äußerer Not beschreibt. Das Schöne an Divrys Erzählstrategie ist dabei, daß sie sich eben nicht in die Untiefen (pseudo)psychologischer Ausdeutungen locken läßt, sondern sich ausschließlich literarischer Mittel bedient. Sie ist eine äußerst phantasievolle Erzählerin mit einem beeindruckenden Gespür für Tempo und Timing. Und so gelingt es ihr tatsächlich, den Ernst der Lage angemessen darzustellen und die Leserin doch mit der Kraft ihrer Erzählung bei der Stange zu halten. Das Schlußwort möchte ich ihr selbst überlassen:›Dass wir uns aber richtig verstehen: Lustig ist nicht die Arbeitslosigkeit, lustig sind die Feste, welche die Literatur uns immer wieder bereiten kann.‹ --- Chapeau, Sophie Divry!

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  • Den Teufel im Nacken

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    bootedkat

    02. November 2017 um 12:54

    Sophie ist Mitte dreißig und arbeitslos. Ein Schicksal, das sie mit vielen Menschen teilt. Doch Sophie hat den festen Entschluss gefasst, ein Buch zu veröffentlichen. Ein Plan, der bisher aber noch nicht so ganz funktioniert hat. Hinzu kommt, dass ein Berg an Bürokratie den Bezug von Sozialhilfe ziemlich erschwert. Als nur noch 17,70 Euro auf dem Konto sind, muss Sophie handeln. Und zu dem Zeitpunkt kommt dann auch der Teufel aus dem Badezimmer. Dabei ist nicht so ganz eindeutig, ob Hector das Teufelchen auf der Schulter ist oder eine, von Sophie erdachte, fiktive Figur in ihrem Roman. Genau diese Ungewissheit ist der Kern von Sophie Divrys Roman „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“. Eindeutig einordnen lässt sich der Text nämlich nicht. Ist er teilweise autobiographisch (der Name der Protagonistin)? Ist er reine Fiktion mit Wirklichkeitsbezügen (das Prozedere mit der Sozialhilfe)? Auf jeden Fall verschwimmen die Grenzen zwischen der Lebenswirklichkeit der Protagonistin und der von ihr verfassten Fiktion, sodass man durch diese Metaebene am Ende nicht einmal mehr weiß, ob die Situation von Heldin Sophie tatsächlich so verfahren ist. Trotz der Orientierungslosigkeit ist der Roman aber nicht verwirrend. Das Rätselspiel, was fiktive Realität ist und was der Fiktion der Protagonistin entspringt, macht den Text unglaublich unterhaltsam. Sophie Divrys lockerer und humorvoller, wenn auch manchmal etwas schwarzhumoriger, Schreibstil sorgt dafür, dass sich der „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ gut runterlesen lässt, ohne dabei platt und oberflächlich zu wirken. Experimente mit Schriftarten und Satz, die man so eher aus der Lyrik kennt, runden den Roman ab. „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ ist trotz Humor und literarischen Experimenten aber auch nachdenklich und mitunter auch gesellschaftskritisch.Alles in allem kommt dabei ein experimenteller und ungewöhnlicher Roman heraus. Und wenn Sophie (oder ist es die Autorin selbst?) am Ende resümiert, dass es nicht die Arbeitslosigkeit sei, die lustig ist, sondern es die Feste wären, die die Literatur einem immer wieder bereiten kann, dann ist damit eigentlich alles gesagt.

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  • nicht mein Fall

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    Zauberzeichen

    29. October 2017 um 14:06

    Inhalt: Die enddreißigerin Sophie arbeitet als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung. Da die Auftragslage aber schwierig ist, schwindet das Geld auf ihrem Konto. Rechnungen, die bezahlt werden wollen, häufen sich. Dies führt dazu, dass sie am Monatsende so gut wie pleite ist und vor der Frage steht, wie sie an Geld kommt um nicht zu verhungern. Toaster und Lieblingsbücher verkaufen erscheint ihr sinnvoller, als sich vor ihrer Familie und ihren Freunden zu „outen“. Dass sie als Schriftstellerin nicht leben kann, ist bitter. Kreativ, aber arbeitslos muss sie sich durchs Leben schlagen. Die Probleme mit dem Sozialamt und die Versuchungen, die an jeder Ecke warten, schildert sie in ihrem etwas anderen Buch. Meinung: Zu Beginn war ich zwar etwas irritiert von dem Schreibstil, jedoch hat mich der Umgang mit der Sprache und die Andersartigkeit dieses Buches fasziniert. Leider nam dies im Verlauf sehr ab und ich war am Ende nur noch genervt von den langen Aneinanderreihungen und der Ausdrucksweise der Autorin. In das Thema findet man leicht hinein, da zur heutigen Zeit leider viele Menschen -auch trotz Arbeit- am Monatsende mit dem wenig verbliebenden Geld jonglieren müssen. Sie können sich kaum mehr genügend Lebensmittel kaufen, erliegen aber trotzdem den Verlockungen des Lebens, was dazu führt, dass man Rechnungen nicht zahlen kann, die sich Anhäufen und von Monat zu Monat belastender werden. Sophie Divry begenet dem Thema mit einem gewissen Witz und Charme, durch den sie die Schwierigkeiten auflockert. Leider übertreibt sie es meiner Meinung nach gegen Ende mit ihren zahllosen Andernanderreihungen und auch ihrer Ausdrucksweise. Das, was mich anfänglich noch fesseln konnte, war am Ende leider nur noch ein „ist das ihr Ernst???“ Fazit: Für Leser, die mal etwas anderes, als herkömmliche Romane und Biographien (wenn es denn tatsächlich eine ist) lesen wollen, könnte „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ etwas sein. Anderen, die noch etwas von anständiger Sprache halten, würde ich von diesem Buch abraten. Hätte ich dieses Buch nicht vorabgelesen, sondern mir gekauft, hätte ich mich masslos über das rausgeworfene Geld geärgert. Ich war zunehmendst genervt und muss leider auch dementsprechend bewerten.

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  • Chaotisch

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    SophLovesBooks

    21. October 2017 um 14:53

    Die junge Erwachsene Sophie ist arbeitslos und versucht, sich mit Sozialhilfe über Wasser zu halten. In ihren Büchern findet sie Zuflucht und setzt sich dort mit ihrer Realität auseinander. Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. Zunächst möchte ich jedoch betonen, dass mir die Aufmachung des Buches sehr gut gefallen hat. Der Umschlag sieht toll aus, insbesondere weil die Hörner ausgestanzt sind. Die Seiten des Buches sind dick und fühlen sich edel an. Auch die Thematik des Buches mag ich, da ich finde, dass das Thema Armut viel zu selten angesprochen wird, obwohl dies eine Zukunftsangst vieler junger Menschen ist. Umso besser kann der Leser Sophies Handeln und ihre Gefühle nachvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist außergewöhnlich. Sie ist unglaublich sprachgewandt und es gelingt ihr, neue Formulierungen für gewöhnliche Dinge zu finden. Dennoch ist das Buch chaotisch. Die Handlung wird von einzelnen Nebenhandlungen durchbrochen und manchmal habe ich mich gefragt, ob das Erzählte nur in Sophies Kopf oder in der Realität passiert. Einige Dinge sind mir immer noch unklar und die Logik hinter den einzelnen Handlungssträngen hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen, wahrscheinlich ist dies aber auch von der Autorin gewollt. Teilweise wurde das Buch auch sehr vulgär, was mir überhaupt nicht zugesagt hat. Insgesamt hat mich der Schreibstil der Autorin zwar überzeugt, jedoch hat mir jedoch hat mir eine klare Handlung und teilweise auch der Realismus dahinter gefehlt.

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  • Außergewöhnlich

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    echidna

    08. October 2017 um 09:54

              "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" ist wahrscheinlich eins der außergewöhnlichsten Bücher, die ich gelesen habe.  Der Schreibstil besticht durch viel Fantasie, ganz spezielle Gedankengänge der Protagonistin und überraschende Wendungen. Doch trotz des Außergewöhnlichen dreht sich die Geschichte doch über Themen, die viele Leute nachvollziehen können oder selber schon einmal durchgemacht haben: Geldmangel durch ausbleibende Aufträge, dadurch resultierende Angst um das eigene Überleben, doch auch Unterstützung in Form von Freunden und Familie. Als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung ist Sophie auf Aufträge angewiesen. Als diese ausbleiben, muss sie sich neue Wege suchen, um irgendwie an Geld zu kommen, um ihre Rechnungen zu begleichen. Und dies tut sie auf sehr kreative Weise: sie schreibt ein Buch über ihre Situation. Doch darin beschreibt sie nicht einfach nur ihr Leben, sondern auch sehr viel darüber, was in ihrem Kopf vor sich geht. Das Resultat sind außergewöhnliche Gedankengänge, teilweise lange, verschachtelte Sätze, die auch nicht immer zum Ende kommen oder seitenlange Listen, wie z.B. von Männern, die für sie nicht in Frage kommen würden.Ich muss zugeben, so interessant dieses Buch und vor allem Sophie als Charakter auch ist, hat mich dieses Ausschweifende manchmal genervt. Wenn ich z.B. schon drei Seiten einer Liste zu einem Thema gelesen habe, überspringe ich die restlichen fünf Seiten, über die sich dieselbe Liste noch hinzieht, einfach, denn dafür ist mir meine Zeit zu schade.Doch ich möchte auf jeden Fall die Kreativität loben, die in diesem Buch steckt. Sophie ist außergewöhnlich und man kann sie einfach nur ins Herz schließen mit ihren begeisterten Ideen und spritzigem Wortwitz.Das Buch hat mir also insgesamt gut gefallen, auch wenn es teilweise sehr speziell ist und man einiges bestimmt auch hätte kürzen können.        

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  • teuflisch gut!

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    skaramel

    05. October 2017 um 14:35

    Sophie macht das, was so viele gerne tun würden: etwas mit Medien. Doch ihre Aufträge bei der Zeitung sind zu wenig, die Kosten für das Leben doch stetig. Was also tun, wenn es noch zehn Tage bis zum Monatsende sind und man nur noch 40 Euro hat? Ausharren und ein Buch drüber schreiben.Wortgewaltig, witzig und vor allem ehrlich erzählt Sophie Divry in „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ über den Wahnsinn, den man durchlebt, wenn man das Geld bis zum Monatsende [oder länger] zusammen halten muss, jeden Cent umdreht und sich in der Zwickmühle der Sozialhilfe befindet. Denn Sophie will sich eigentlich nicht mit der Situation abfinden, denn sie selbst hat sich immer als eigenständige Künstlerin gesehen, die von ihrem Handwerk, in dem Falle das schreiben, leben kann. Doch die Nachzahlungen müssen überwiesen werden und schon steht sie mit weniger als nichts da. Auf einmal gibt es kein Kaffee beim Spaziergang, keine Schokolade und keine Zeitungen mehr. Stattdessen besucht sie Freunde, versucht sich unauffällig zum Essen einzuladen und ernährt sich zuhause von Brot und Nudeln. Der Witz und Charme des Buches bestehen hauptsächlich aus Sophies inneren Monologen und ihrer Kreativität mit der schweren Situation umzugehen. Das verpackt in eine stilsichere Sprache, das macht jedem Spaß, nicht nur, wenn der eigene Berufsweg der einer Germanistin ist und man an vielen Stellen nur noch müde lächeln und nicken kann. Divry spielt mit einer Leichtigkeit mit der Sprache, schafft neue Wörter, durchbricht die Regeln jedes Standardromans und gewinnt Seite für Seite Sympathien dazu. Auch die Aufmachung des Buches, verschobene Textelemente, in sich zusammenfallende Buchstaben – es ist wunderbar gemacht und unterstützt den Roman in seiner eigenen Art. Dabei ist „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ sicherlich kein einfacher Roman, nicht für jedermann gedacht, aber für Liebhaber von Sprache, Witz und der französischen Leichtigkeit – lest es!

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  • Amüsant und ungewöhnlich

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    anneschuessler

    05. October 2017 um 13:35

    Sophie ist arbeitslos. Während ihre Brüder ihr Leben alle irgendwie im Griff haben, fristet sie in Lyon ihr Leben als arbeitslose Journalistin. Die Jobsuche dümpelt vor sich hin, nur die Konversation mit ihrem Leidensgenossen Hector, der ihr von seinen aktuellen amourösen Eroberungen berichtet, heitert sie auf. Doch sonst sieht es eher trist aus, eine einfacher Nachzahlungsforderung der Stadtwerke bringt ihre fragile Finanzplanung durcheinander, ein Espresso im Café wird zum Luxusgut und das Loch im Bauch lässt sie von ihrer kümmerigen Nachbarin stillen. Das klingt alles nicht nach vergnüglicher Lesekost, ist es aber eben doch. Denn Sophie Divry, die Autorin, lässt ihre Hauptdarstellerin Sophie nie den Kopf in den Sand stecken. Mit Lust am Leben und Schreiben versuchen die beiden, ihre verzweifelte Situation irgendwie in den Griff zu kriegen, auch dann, wenn ihnen eigentlich zum Heulen zumute ist oder gar ein Teufel aus dem Badezimmer kommt, um sie auf seine Seite zu ziehen. "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" ist keine 08/15-Geschichte, wer einen Spannungsbogen mit Auflösung sucht, wird enttäuscht. Statt dessen experimentiert Divry in ihrem Buch, da fallen Buchstaben von den Seiten oder werden zwei parallele Handlungsstränge in zwei Spalten nebeneinander gesetzt. Auch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen immer wieder. Wer aber ein ungewöhnliches, kraftvolles Buch sucht mit einer unperfekten Heldin und viel Sprachwitz, dem sei dieses Buch dringend ans Herz gelegt.

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  • Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche...

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    Leseratte2007

    01. October 2017 um 18:30

    Darum geht es (Klappentext):Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegenMeine Meinung:Das Buch war...interessant, aber irgendwie auch seltsam. Die Gedankengänge waren vielfach sehr interessant und spannend zu sehen, in welche Richtungen man denken kann, aber teils wurden Gedanken soo in die Länge gezogen oder über Seiten wird aufgezählt, welche Sorten von Männern man nicht mag- und das war mir einfach viel zu viel und too much.Sophie und Co. waren facettenreiche Charaktere, die ich gerne begleitet habe und es war interessant zu sehen, wie Menschen agieren, wenn sie arbeitslos sind. Der Schreibstil war teils witzig, aber auch ziemlich schwere Kost und verwirrend.Das Buch hat mir gut gefallen, aber manche Sachen/Gedanken hätte man kürzer fassen können.

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  • Authentisch und witzig

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    BluevanMeer

    27. September 2017 um 20:00

    Sophie hat ihren Job verloren, kein Geld mehr, hockt in ihrer Wohnung und fängt an zu schreiben, zum Beispiel darüber, wie sie anfängt, ihre geliebten Bücher in einem Second-Hand-Buchladen zu verkaufen. Als der Teufel aus dem Badezimmer kam ist ein witziges Buch über eine unerschrockene Poetin, die ihre ganze Kreativität in die Waagschale wirft, um nicht (finanziell) unterzugehen. Am Anfang steht eine Zahl: 17,70 bleiben Sophie noch bis zum Ende des Monats. Sie hat sich verkalkuliert. Als Schriftstellerin ist sie ohnehin knapp bei Kasse und der Wärmestrahler, den sie über den Winter aufgestellt hat, beschert ihr im Frühjahr eine hohe Stromrechnung, die fast ihre gesamte Sozialhilfe auffrisst. Permanent sitzt ihr der Teufel im Nacken, der sie in ihrer Wohnung besucht und sie verführen will, ihre wertvollen verbleibenden Euros auszugeben. Das klingt in erster Linie nach einer ziemlich dramatischen Situation, aber Sophie gibt nicht auf und schreibt stattdessen einen Roman, in dem sich die Realität endlich einmal (!) der Fantasie unterordnen muss. Ihre finanzielle Zwangslage ist zwar der Ausgangspunkt des Romans, aber durch ein Feuerwerk absurder Ideen, wirkt die Geschichte in erster Linie weder tragisch, noch traurig, sondern ist unglaublich witzig und mit einem guten Gespür für subtile Gesellschaftskritik geschrieben. Schon 1839 hatten es Künstler*innen nicht leicht, wie Carl Spitzweg auf seinem Bild "Der arme Poet" ziemlich einleuchtend darstellt. Es regnet durch die Decke, die wenigen verbliebenen Bücher sind um das Bett versammelt und der arme Poet trägt eine Mütze, wahrscheinlich weil es ihm sonst in seinem Zimmer zu kalt ist. Sophie geht es ähnlich, allerdings schlägt sie sich mit den Phänomenen der Gegenwart herum. Sie lehnt es ab, ihre Mutter oder ihre Brüder in ihre finanzielle Notlage einzuweihen. Vor ihrer Familie, kann sie schon gar nicht zugeben, dass sie mit Ende 30 immer noch keinen Job hat und ihre Karriere als Schriftstellerin nicht in die Gänge kommt. In dieser Situation hilft es wenig, dass sich immer wieder die Kommentare ihrer Mutter in ihren Gedanken auftauchen. "Ach, Kind!", kraquäkte meine Mutter, "ich hatte ja keine Ahnung, dass du so arm bist. Um das zu erfahren, muss ich also deine Bücher lesen ... Hätte ich das gewusst, hätte ich niemals zugelassen, dass du diese verflixte Literatur zu deinem Beruf machst." (S.17) Sophie Divrys Roman ist nicht nur so genial gut, weil es um eine Frau geht, die ihr Leben radikal dem Erfolg ihrer Kunst unterordnet. Divry thematisiert Phänomene der Gegenwart, die aktuell sind und jede_n treffen können: die absurden Forderungen der Arbeitsagentur, in der Sophie bald nur noch verwaltet wird; der Versuch, jeglichen Besitz (selbst Lieblingsbücher) noch irgendwie zu Geld zu machen und gleichzeitig das Gefühl, zu den Ausgeschlossenen und gesellschaftlich Abgestiegenen zu gehören. Ein Gefühl, das Sophie noch mehr quält, als der ständige Hunger. Sobald einem die geringste Idee kommt, kann man sie sich schon nicht mehr leisten. Es fällt uns normalerweise nicht auf, aber letztendlich ist jede Handlung mit einer Ausgabe verbunden. Wer spazieren geht, steigert seinen Appetit. Wer sich mit Freunden trifft, muss unter Umständen einen ausgeben. Dabei braucht man gerade, wenn man knapp bei Kasse ist, Ablenkung und Unterhaltung. Es ist eine Trotzreaktion, ein rebellischer Instinkt, der einem zuflüstert: Wenn schon keine Arbeit, dann wenigstens Spaß... (S.27) Abgesehen davon, dass ich selten einen so ehrlichen und authentischen Roman gelesen habe, wartet Divry mit einer Menge komischen und witzigen Ideen auf, die sich als künstlerische Rettungsanker erweisen. Da wehrt sich der Toaster mit Händen und Füßen dagegen, bei Ebay versteigert zu werden ("Wie kannst du so grausam mich opfern? Warum mich morden, was hab ich getan? Mit welchem Recht, wer hat's dir befohlen?" (S.83)), ihr ebenfalls arbeitsloser Musikerfreund Hector hat eine Affäre, die Sophie bis ins Detail ausschmückt, denn Sex sells und irgendjemand muss ihr Buch ja kaufen, es werden die drei Schritte einer "effektiven Andiedeckestarrung" vorgestellt, die jede_r Arbeitslose kennt und irgendwann kippt das Schriftbild in Richtung konkrete Poesie. Obwohl Thea Dorn ein ganz anderes Thema verhandelt, fühlte ich mich allein durch den spielerischen und kreativen Umgang mit Sprache an ihren Roman Die Unsterblichen erinnert. Zudem besteht der Roman aus drei Teilen, denen jeweils unterschiedliche Motti vorangestellt sind, die an Texte aus dem Barock erinnern und zusammenfassen, was die Heldin als nächstes erleben wird. Das macht unglaublich viel Spaß und ist gleichzeitig sehr authentisch und treffend beschrieben. Zum Ende hin, können die vielen sprachlichen Experimente allerdings auch ein wenig ermüden. Zum Glück triumphiert die Kunst über die Arbeitslosigkeit, das ist wahrscheinlich das Schönste an diesem Roman.

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  • Ein Sack voller Metaphern

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    MilaW

    26. September 2017 um 11:33

    Inhalt:Sophie ist seit Jahren arbeitslos und lebt am Existenzminimum. Die Auftragslage für freiberufliche Schreiber ist karg. Nach dem kalten Winter flattert eine Nachzahlung ins Haus und Sophie muss den Monat mit nur 17,70 Euro auf dem Konto bestreiten. Meine Meinung:Man muss auf jeden Fall ernst nehmen, das es sich um einen "Improvisationsroman voller Unterbrechungen" handelt. Allerdings würde ich schon behaupten, dass der Anspruch relativ hoch ist. Man braucht schon ein dickes Fell, um sich durch die Wortkonstruktionen zu kämpfen. Ob das jetzt Tiefgang ist, sei mal dahingestellt, es gibt auf jeden Fall viele Verweise auf anscheinend irre wichtige Autoren, von denen ich viele nicht kenne. Es gibt einige Erzählungen in der Erzählung, wobei es vor allem um Sophies sexbesessenen Freund Hector geht, Listen und Träume. Es geht sehr experimentell zu, Wortneuschöpfungen entstehen (Hut ab vor der Übersetzerin, das war sicherlich ein anstrengender Prozess!!) und auch das Schriftbild verändert sich. Erfundenes und Reales vermischt sich. Eindrucksvoll sind die Beschreibungen des Systems und die Reflexionen über Arbeit und Arbeitslosigkeit. Die Arbeit bringt nicht mehr Geld, sondern nur Ärger mit Formularen und ausbeuterischen ChefInnen. Mit der Familie kann nicht mehr offen gesprochen werden. Sophie wird vom Leben ausgeschlossen.Insgesamt mochte ich die Ansätze, aber zwischendurch ist es mir doch ein wenig anstrengend geworden und ich habe mehrfach Lesepausen eingelegt. Insofern aufgerundete 3,5 Punkte.

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  • sprachlich ein Meisterwerk

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    KRLeserin

    25. September 2017 um 18:33

    Der Roman widmet sich der immer weiter um sich greifenden Armut und deren Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen. Wie geht er bzw., sie damit um? Was kennzeichnet den Armen? In die Einsamkeit, Scham und tiefe Verzweiflung führt uns die Autorin auf sehr gekonnte Weise. Dass das Ganze dabei etwas langatmig und wiederholend wird, trägt die Sache mit sich: Aus der Armut gibt es keinen Ausweg, wie sie leider erfahren muss.Das Buch liest sich flüssig, wenn auch die an einigen Stellen gehäuft auftretenden und an James Joyce erinnernden Neologismen verwirren können und es sich nicht immer erschließt, warum sie erfunden und verwendet werden. Dazu ist es zu zufällig.Ein Buch, das ich empfehlen kann.Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über Netgalley.

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  • Die Literatur wird nie arbeitslos werden!

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    Mar_Git

    24. September 2017 um 06:58

     Auf Sophie Divry`s Literaturwerk "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" war ich mehr als gespannt. Hoch angepriesen als Feuerwerk der Sprache und Triumph der Literatur sowie für zahlreiche Literaturpreise in Frankreich nominiert war ich schon fast aufgeregt, was mich auf den folgenden 272 Seiten erwarten sollte. Erschienen ist das Buch am 22.09.2017 im Ullstein Verlag zum Preis von 21,00 Euro, was für eine Hardcover Buch heutzutage ja schon fast Standard ist - auch wenn ich persönlich von Büchern über 20 Euro immer etwas abgeschreckt bin. Es ist doch eine Menge Geld die man in die Kultur investieren darf. Zum Inhalt: Sophie ist seit längerem Arbeitslos und hält sich nur noch durch die Grundsicherung und ein paar Nebenjobs - in denen Sie Artikel für Zeitungen schreibt - über Wasser. Im Wirrwarr der Behörden gefangen muss Sie dann bürokratiegemäß auch noch extra lange auf die Auszahlung des nächsten Geldes warten. Was überhand sind die Rechnungen die bezahlt werden müssen - was immer weniger wird sind die Euros in Ihrer Geldbörse und so bleiben nur noch wenige Münzen zum Überleben für viele Tage übrig. Wie wird Sophie in der nächsten Zeit ergehen? Lasst Euch überraschen. Meine Meinung: Zwischenzeitlich hatte ich mal überlegt das Buch ganz zur Seite zur legen da mich das Geschriebene teilweise eher genervt als überzeugt hat. Was mich aber dann doch gefesselt hat war die Geschichte an sich - wie ergeht es Sophie zu dem Zeitpunkt als Sie nur noch die Grundsicherung zum Überleben erhält? Wie fühlt Sie sich, mit knapp 30 Jahren, nur in einem kleinen Apartment zu leben wo Sie sich doch in diesem Alter bildlich schon viel weiter sah? Sprachlich wirklich geschickt und brilliant nimmt uns die Autorin mit in diesen tristen Alltag von Sophie. Für die Übersetzung der vielen Wortspiele dürfte sicher ebenfalls ein Preis verleiht werden - diese Arbeit war sicher nicht leicht.        

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  • Der Teufel lauert hinter jeder Ecke!

    Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

    Bibbey

    22. September 2017 um 19:58

    InhaltSophie sieht sich plötzlich dem Alltag entgegenstürzen, der Realität und den Problemen, die das Leben bereithält. Die Armut zupft wie eine Welle am Saum ihrer Hose, denn Sophie, die als freie Journalistin arbeitet, hat schon zu lange keine anständigen Aufträge mehr bekommen und sieht sich plötzlich ohne Geld in ihrer Wohnung sitzen. In ständiger Versuchung, der Frage nach dem Nutzen, dem Sinn und Zweck des Geldes, geht ihr Leben weiter. Dabei sitzt ihr immer der Teufel im Nacken. Sophie schreibt also ein Buch voller Sprachgewalt, voller Fragen, voller Kreativität und steckt ihr Leben in jeden einzelnen Buchstaben.MeinungDas am heutigen Freitag erschienene Buch der französischen Autorin Sophie Divry ist ein Kunstwerk, anders kann man es nicht beschreiben.Selten habe ich eine solche Wortgewalt in einem Buch erleben dürfen. Die Geschichte der kurz vor der Armut stehenden Frau erscheint zunächst als sehr dürftige Grundlage für ein Buch. Und obwohl der Roman weniger als 300 Seiten hat, war ich ungeheuer kritisch, inwiefern man das auf dieser Seitenanzahl darstellen kann, ohne dass es langweilig wird.In meinen Augen ist es schwierig, über die Handlung an sich zu urteilen. Die grobe Struktur des Inhalts ist klar, aber der Reiz besteht hier glaube ich vor allem darin, nicht so genau zu wissen, auf was man sich einlässt. Um dieses Buch genießen zu können, muss man alle Vorstellungen, alle Hemmungen und alle Skepsis über Bord werfen und sich voll und ganz auf das einlassen, was einem geboten wird.Es ist eine Geschichte, die aus dem Leben selbst entstammt. Das macht sie unheimlich realistisch, aber eben auch beängstigend und dunkel, lässt einen genauso zweifeln wie auch schmunzeln. Und sie hinterlässt eine ganze Palette voller Fragen. Was bedeutet Geld in unserer Welt? Wie abhängig sind wir? Und vor allem: Wie verwöhnt sind wir wirklich?Bei allem darf man nicht vergessen, dass es sich um einen Roman handelt. Während sich am Anfang noch die Handlungsstränge, die man vielleicht sogar aus dem eigenen Leben kennt, in den Vordergrund drängen, verflechtet sich nach und nach Fiktion mit in die Kapitel. Es ist keine Verwirrung, die mich als Leser gefangen hielt, sondern die Kraft der Sprache und die Darstellung in diesem Buch.FazitEines meiner bisherigen Highlights von 2017, wenn nicht sogar eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren lesen durfte. Sprachgewalt, Wortgewandtheit und Kunst vermischen sich mit Humor, Sarkasmus und der richtigen Prise teuflischer Präsens!5 von 5 teuflische Buchherzen!♥♥♥♥♥

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