Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

von Sophie Divry 
3,8 Sterne bei47 Bewertungen
Als der Teufel aus dem Badezimmer kam
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Positiv (30):
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Ernstes Thema zum Lesen humorvoll aufgearbeitet

Kritisch (6):
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Tolle Metaphern, aber leider keine gute Geschichte.

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Inhaltsangabe zu "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam"

"Der Triumph der Literatur über die Niederlagen, die das Leben bereithält." Le Monde

Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen – „ein sprühendes, kompromissloses, unglaublich lustiges Buch“ (Le Parisien).

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550081361
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:22.09.2017

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor 3 Monaten
    Zwangshumor

    Die junge Autorin Sophie lebt von Sozialhilfe und kleinen Aufträgen, während sie eigentlich versucht, ihren „großen Roman“ zu schreiben. Doch das will nicht so recht von der Hand. Noch dazu, wo Hunger, Erinnerungen und kuriose Ideen sie immer wieder ablenken. Eines vorweg: Mitunter geht da einiges durcheinander und so recht bin ich einfach nicht in diesen Komplex eingestiegen.

    Während das Problem von Armut, Hunger und dem stetigen Warten auf die Überweisung der Sozialhilfe sehr bodenständig, ehrlich und auch bewegend ist, wird der Rest geradezu zur Farce. Immer wieder schiebt sich Sophies Freund, ein Frauenheld auf Freiersfüßen, in die Geschichte und will endlich bei seiner Nachbarin landen. Dass dieser Freund zumindest teilweise lediglich Imagination ist und für eine gewisse Zwangsromantik bis hin zur lächerlich gemachten Erotik steht, zwang mich mehr als einmal zum Augenrollen.

    Auch der im Titel genannte Teufel ist nicht mehr als eine Störfigur, die der eigentlichen Handlung Steine in den Weg legt, ohne wirklich sinnhaft zu sein. Mögen hier auch die verschiedenen Ideen und Ablenkungen, mit denen Autoren zu kämpfen haben, daher kommen, machen diese Einwürfe für mich Sophie nicht nur zur unzuverlässigen Erzählerin, sondern auch zur komplett verwirrten Figur, die ihren Existenzkampf mit unnötigen Einschüben zu überspielen und humorisieren versucht. Was bei mir definitiv nicht funktioniert hat, ich war davon sehr schnell sehr genervt.

    Um einiges Interessanter war die psychische Entwicklung. Sophie lebt unter Versagensängsten mit einer hochstilisierten Vorstellung einer perfekten Kindheit. Natürlich sind ihr als alter Ego nicht nur der Freund und der Teufel, sondern auch die Mutter geblieben. Beim realen Treffen mit dieser Frau zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich Sophies „Kopfmutter“ und ihre wirkliche Mutter ist. Diese Unterschiede sind interessant, deuten auf einen größeren Zwiespalt zwischen Sophies „Wirklichkeit“ und ihrer Umwelt. Dennoch setzen hier Erkenntnismomente an, die dem Roman guttun.

    Begeistern konnte mich Als der Teufel aus dem Badezimmer kam absolut nicht. Zu zwanghaft wirkte der Humor, zu sinnig hätte die eigentliche Handlung ohne dieses Geplänkel sein können. Wer abstruse Romane mag, ist hier aber genau richtig.


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    reading_bumble_bees avatar
    reading_bumble_beevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ernstes Thema zum Lesen humorvoll aufgearbeitet
    Gesellschaftlicher Abseits

    Jung, kreativ und arbeitslos. Sophie die ihre Festanstellung bei einer Tageszeitung verloren hat, ist auf die Grundsicherung angewiesen. Um aus diesem sozialen Abseits wieder rauszukommen beschließt sie einen Roman darüber zu schreiben. Dabei zeigt sie auf humorvolle Art die Tücken des Systems auf und beschreibt auf glaubhafte Art und Weise welche Gedanken und Gefühle einem dabei durch den Kopf gehen. Bin nicht so ganz fündig geworden, inwiefern es eine Biographie der Autorin selbst ist?!

    Das Cover fällt einem sofort auf und es past perfekt zur Geschichte. Man überlegt sich um was es in diesem Buch gehen kann. Vielleicht stehen die Hörner für die Bürokratie in den Ämtern mit der sich Sophie auseinanderschlagen muss, oder die Fantasiefigur Lorchus (Sophies ganz persönlicher Dämon), der ihr das Leben bzw. ihre Entscheidungen manipulieren will. Aber auch Arbeitslosigkeit wird als Teufelskreis bezeichnet.

    Es ist sehr leicht zu lesen mit einer leichten, frischen Sprache, die den Ernst der Situation trotzdem zur Geltung bringt. Ab und zu gibt es paar Wiederholung durch die man sich durchkämpfen muss und manche Monologe von Lorchus, in denen es um Penise und um Sex geht. Hier bin ich mir nicht ganz so sicher, ob das so unbedingt sein musste. Da aber auch die sexuelle Belästigung angesprochen wird, hat das dann doch irgendwie seine Daseinsberechtigung.

    Neu für mich ist, dass hier mit der Typografie gespielt wurde. Ist sehr erfrischend für das Auge. Schön ist es auch wie die Autorin die französiche Literatur in ihr Buch integriert.

    Schade an diesem Buch ist, dass es wahrscheinlich trotzdem nichts an der Situation ändert und es sowieso "die Falschen" lesen werden.

     

     

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    Frau-Aragorns avatar
    Frau-Aragornvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ungeheuer interessantes Buch
    Ein ungeheuer interessantes Buch

    Dieses Buch erreichte uns im Rahmen unseres Sonderbeitrages zur diesjährigen Buchmesse. Ich danke ullstein für dieses Rezensionsexemplar. Definitv ist dies ein Buch, was man gelesen haben sollte. 
    Die ausführliche Rezension findet ihr hier bei uns: https://buchszene.de/als-der-teufel-aus-dem-badezimmer-kam-sophie-divry-rezension/

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    uli123s avatar
    uli123vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schon formal sehr origineller Roman
    Ein formal sehr origineller, gesellschaftskritischer Roman

    Mit dem Verlust ihrer Festanstellung bei einer Zeitung hat der soziale Abstieg der Journalistin Sophie aus Lyon begonnen. Jetzt ist sie am Tiefpunkt angelangt – bezieht Sozialleistungen, hat nur noch 17,30 € auf dem Konto und weiß 10 Tage vor Monatsende nicht mehr, wovon sie Lebensmittel einkaufen soll. Das Allerschlimmste aber ist, nicht mehr gebraucht zu werden. Ihre ganze Misere verarbeitet Sophie zu einem Roman, dem vorliegenden.

    Das Buch ist aufgrund seiner gehörigen Portion Gesellschaftskritik an dem Phänomen der Langzeitarbeitslosigkeit in einer Wohlstandsgesellschaft interessant zu lesen. Der Sprachwitz, mit dem das Ganze dargeboten wird, darf nicht über die so negative Folge hinwegtäuschen, dass, wer kein Geld hat, praktisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen ist. In formeller Hinsicht ist das Buch einfach nur originell. Die Autorin spielt graphisch mit Buchstaben, lässt etwa einige aus dem vorgegebenen Rahmen fallen, streut Ikons ein, fügt ein Kindermärchen oder erotische Passagen ein, streut Vorwürfe ihrer Mutter ein, eingeführt mit verballhornten Verben wie z.B. „seufzeterte meine Mutter“, häuft auf einer Seite Adjektive oder Metaphern an, macht seitenweise Aufzählungen wie z.B. über Konzerte, die sich Sophie nicht leisten kann oder über Männer, die sie nicht will.

    Wer wie ich an besonderen Büchern seine Freude hat, sollte sich das vorliegende nicht entgehen lassen.

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    NeriFeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolle Metaphern, aber leider keine gute Geschichte.
    Gute Idee, mangelhafte Umsetzung

    Selten habe ich ein Buch gelesen wie dieses. Und das meine ich tatsächlich so, wie ich es hier schreibe. Als der Teufel aus dem Badezimmer kam beschäftigt sich auf humorvolle, aber abstrakte Weise mit offenen Rechnungen, der türkischen Bürokratie, dem Leben als Langzeitarbeitslose und allen Nöten, die damit einhergehen. Die Französin Sophie Divry erzählt diese Geschichte mit zu viel Phantasie und teuflischem Beistand.


    Klappentext
    Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen.


    Der Grund, weshalb ich diesen Roman lesen wollte, war tatsächlich das witzig gestaltete Cover und der Titel, welcher neugierig macht. Mit dem konnte ich zu Beginn nichts anfangen, sobald die ersten Seiten gelesen sind, wird aber alles deutlich. Ich mag Hardcover besonders gerne und fand hier die Hörner des Teufels super witzig gemacht. Ohne Umschlag ist das Buch schwarz und so sind es aus die ausgestanzten Hörner auf dem roten Cover.


    Obwohl Als der Teufel aus dem Badezimmer kam keine 300 Seiten beinhaltet, brauchte ich eine ganze Woche um das Buch auszulesen. Das lag daran, dass ich diese Erzählweise nicht gewohnt bin. Zum Teil habe ich das Erzählte gar nicht verstanden und musste immer wieder nachlesen. Anstrengend fand ich vor allem die wirren Gedanken der Autorin, die mit viel Witz erzählt sind, jedoch manchmal zu ausschweifend werden und ins absurde abdriften.


    Einige Male musste ich wirklich schmunzeln und fand die Metaphern sehr gelungen. Die Charaktere sind mir hingen fast ausschließlich unsympathisch. Das ist sehr schade. Das bezieht sich hierbei besonders auf die männlichen Protagonisten. Ich mochte den sehr herben, oft vulgären Unterton nicht immer und manchmal ging es mir tatsächlich zu sehr unter die Gürtellinie. Und ich bin sicherlich nicht zart besaitet, was Literatur anbelangt.


    Im Grunde geht es um eine junge Französin, welche eine glückliche, unbeschwerte Kindheit in einer Großfamilie in der Nähe von Montpellier erlebte, inzwischen in Lyon lebt und arbeitslos ist. Genau genommen ist sie langzeitarbeitslos. Diesen Umstand bekommt sie immer heftiger zu spüren, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht und sie immer öfter hungern muss. Sie überzieht ihr Konto, wird beim Arbeitsamt vorstellig, findet aber keinen passenden Job. Während einer Familienfeier kann sie endlich wieder essen, sowie sie will und die Sorgen rücken in den Hintergrund.


    Der beste Freund, Hector, spielt im Buch eine große, aber für meinen Geschmack völlig unwichtige Rolle. Die Dialoge zwischen den Beiden sind von geschmacklosen Äußerungen gekennzeichnet und mir ist bis zum Schluss völlig unverständlich, was mir damit vermittelt werden soll und weswegen dieser Charakter für den Roman eine Relevanz darstellt. Leider gar nicht mein Humor. Der im Titel besagte Teufel wird auch nur am Rande erwähnt, obwohl er eine gelungene Metapher darstellt.


    Am Ende muss ich ein Fazit ziehen und stelle fest, dass mich das Buch leider sehr enttäuscht zurücklässt. Ich hatte mir viel mehr davon versprochen und fand auch viele Textpassagen sehr klug und witzig. Allerdings halten Cover, Klappentext und Titel nicht, was sie versprechen. Die Gedanken werden immer undurchsichtiger, die Charaktere sind langweilig bis nervig und lediglich der Bonus am Ende des Buches, sowie die geistreichen Metaphern konnten mich überzeugen. Ich mag niemandem das Buch madig machen. Es wurde besonders in Frankreich mehrfach ausgezeichnet. Mir hat es einfach nicht zugesagt.

    Danke an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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    Normal-ist-langweiligs avatar
    Normal-ist-langweiligvor einem Jahr
    sprachlich genial, inhaltlich teilweise etwas langatmig…

    Meine Meinung:

    Das Buch ist eine Klasse für sich.

    Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so mit der Sprache gespielt wird wie in diesem.

    Das macht es einerseits zu etwas Besonderem, in dem man immer wieder etwas Neues entdecken kann. Ich bin überzeugt, dass man das Buch mehrere Male lesen kann und jedes Mal findet man neue versteckte Pointen oder Wortspiele, die man vorher noch nicht entdeckt hatte.

    Den Schreibstil zu beschreiben, ist sehr schwer – auch zu erklären, was hier mit wortgewaltig beschrieben wird. Vielleicht lest ihr mal in die Leseprobe hinein?

    Andererseits lässt sich das Buch dadurch auch nicht sehr einfach lesen. Ich musste hochkonzentriert das Geschehen verfolgen und jedes einzelne Wort genau unter die Lupe nehmen. Das empfand ich auf Dauer doch etwas anstrengend, so dass ich das Buch immer wieder zur Seite legen und ein wenig das Gelesene „verdauen“ musste. Dazu kommt noch, dass der Inhalt zwar aktuell und bezeichnend ist, aber insgesamt nur wenig passiert.

    Das Buch lebt auch meiner Meinung nach nicht von dem ausführlichen Inhalt, sondern von Sophies vielfältigen Ideen und ihren Gedanken rund um die Arbeitslosigkeit und ihrer ausweglosen Lage.

    Ich bin ehrlich, ich habe, nachdem ich den Klappentext und den Titel gelesen hab, mehr Humor in dieser Geschichte erwartet. Sicherlich tragen einige Sprach- und Wortspielereien dazu bei, das man beim Lesen schmunzelt, aber ich habe die Autorin eher dafür bewundert, was sie mit bzw. durch Sprache zaubert, als dass ich Sophies Geschichte witzig fand.

    Ein besonders großes Kompliment gilt auch auf jedem Fall der Übersetzerin, die hier grandiose Arbeit geleistet hat. Ich will mir und kann mir gar nicht vorstellen, was das für eine Arbeit war, für die ganzen Spielereien, die hier in dem Buch zu finden sind, deutsche Übersetzungen und passende Beispiele zu finden.

    ***************

    Fazit:

    Das Buch durch Sterne zu bewerten, fällt mir schwer. Von der Sprache und von den Ideen absolut einzigartig (für mich) = (5 / 5).

    Vom Thema her ist es eher ruhig bis teilweise ein wenig langweilig = (3 / 5).

    Zusammen wären das (4 / 5)!

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    CRBvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sophie Divry ist eine äußerst phantasievolle Erzählerin mit einem beeindruckenden Gespür für Tempo und Timing.
    Teuflisch klug beobachtet ...

    Es hätte ein weinerliches, bräsiges und selbstmitleidiges Buch werden können, ja fast schon werden müssen. Das Thema, das sich die Autorin gewählt hat, ist ja auch kein schönes: sozialer Abstieg und Armut inmitten einer - in ihrem Fall französischen - Wohlstandsgesellschaft. Doch stattdessen  gelingt  Sophie Divry mit ihrem »Als der Teufel aus dem Badezimmer kam« eine kluge und unterhaltsame Selbstbeobachtung einer ›jungen Vertreterin des Prekariats‹, in der einerseits minutiös die inneren Nöte als Folge äußerer Not beschreibt. Das Schöne an Divrys Erzählstrategie ist dabei, daß sie sich eben nicht in die Untiefen (pseudo)psychologischer Ausdeutungen locken läßt, sondern sich ausschließlich literarischer Mittel bedient. Sie ist eine äußerst phantasievolle Erzählerin mit einem beeindruckenden Gespür für Tempo und Timing. Und so gelingt es ihr tatsächlich, den Ernst der Lage angemessen darzustellen und die Leserin doch mit der Kraft ihrer Erzählung bei der Stange zu halten. Das Schlußwort möchte ich ihr selbst überlassen:
    ›Dass wir uns aber richtig verstehen: Lustig ist nicht die Arbeitslosigkeit, lustig sind die Feste, welche die Literatur uns immer wieder bereiten kann.‹ --- Chapeau, Sophie Divry!

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    bootedkatvor einem Jahr
    Den Teufel im Nacken

    Sophie ist Mitte dreißig und arbeitslos. Ein Schicksal, das sie mit vielen Menschen teilt. Doch Sophie hat den festen Entschluss gefasst, ein Buch zu veröffentlichen. Ein Plan, der bisher aber noch nicht so ganz funktioniert hat. Hinzu kommt, dass ein Berg an Bürokratie den Bezug von Sozialhilfe ziemlich erschwert. Als nur noch 17,70 Euro auf dem Konto sind, muss Sophie handeln. Und zu dem Zeitpunkt kommt dann auch der Teufel aus dem Badezimmer. Dabei ist nicht so ganz eindeutig, ob Hector das Teufelchen auf der Schulter ist oder eine, von Sophie erdachte, fiktive Figur in ihrem Roman.

    Genau diese Ungewissheit ist der Kern von Sophie Divrys Roman „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“. Eindeutig einordnen lässt sich der Text nämlich nicht. Ist er teilweise autobiographisch (der Name der Protagonistin)? Ist er reine Fiktion mit Wirklichkeitsbezügen (das Prozedere mit der Sozialhilfe)? Auf jeden Fall verschwimmen die Grenzen zwischen der Lebenswirklichkeit der Protagonistin und der von ihr verfassten Fiktion, sodass man durch diese Metaebene am Ende nicht einmal mehr weiß, ob die Situation von Heldin Sophie tatsächlich so verfahren ist. Trotz der Orientierungslosigkeit ist der Roman aber nicht verwirrend. Das Rätselspiel, was fiktive Realität ist und was der Fiktion der Protagonistin entspringt, macht den Text unglaublich unterhaltsam. Sophie Divrys lockerer und humorvoller, wenn auch manchmal etwas schwarzhumoriger, Schreibstil sorgt dafür, dass sich der „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ gut runterlesen lässt, ohne dabei platt und oberflächlich zu wirken. Experimente mit Schriftarten und Satz, die man so eher aus der Lyrik kennt, runden den Roman ab. „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ ist trotz Humor und literarischen Experimenten aber auch nachdenklich und mitunter auch gesellschaftskritisch.

    Alles in allem kommt dabei ein experimenteller und ungewöhnlicher Roman heraus. Und wenn Sophie (oder ist es die Autorin selbst?) am Ende resümiert, dass es nicht die Arbeitslosigkeit sei, die lustig ist, sondern es die Feste wären, die die Literatur einem immer wieder bereiten kann, dann ist damit eigentlich alles gesagt.

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    Zauberzeichens avatar
    Zauberzeichenvor einem Jahr
    nicht mein Fall

    Inhalt:

    Die enddreißigerin Sophie arbeitet als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung. Da die Auftragslage aber schwierig ist, schwindet das Geld auf ihrem Konto. Rechnungen, die bezahlt werden wollen, häufen sich. Dies führt dazu, dass sie am Monatsende so gut wie pleite ist und vor der Frage steht, wie sie an Geld kommt um nicht zu verhungern. Toaster und Lieblingsbücher verkaufen erscheint ihr sinnvoller, als sich vor ihrer Familie und ihren Freunden zu „outen“. Dass sie als Schriftstellerin nicht leben kann, ist bitter. Kreativ, aber arbeitslos muss sie sich durchs Leben schlagen. Die Probleme mit dem Sozialamt und die Versuchungen, die an jeder Ecke warten, schildert sie in ihrem etwas anderen Buch.

    Meinung:

    Zu Beginn war ich zwar etwas irritiert von dem Schreibstil, jedoch hat mich der Umgang mit der Sprache und die Andersartigkeit dieses Buches fasziniert. Leider nam dies im Verlauf sehr ab und ich war am Ende nur noch genervt von den langen Aneinanderreihungen und der Ausdrucksweise der Autorin.

    In das Thema findet man leicht hinein, da zur heutigen Zeit leider viele Menschen -auch trotz Arbeit- am Monatsende mit dem wenig verbliebenden Geld jonglieren müssen. Sie können sich kaum mehr genügend Lebensmittel kaufen, erliegen aber trotzdem den Verlockungen des Lebens, was dazu führt, dass man Rechnungen nicht zahlen kann, die sich Anhäufen und von Monat zu Monat belastender werden.

    Sophie Divry begenet dem Thema mit einem gewissen Witz und Charme, durch den sie die Schwierigkeiten auflockert.

    Leider übertreibt sie es meiner Meinung nach gegen Ende mit ihren zahllosen Andernanderreihungen und auch ihrer Ausdrucksweise. Das, was mich anfänglich noch fesseln konnte, war am Ende leider nur noch ein „ist das ihr Ernst???“

    Fazit:
    Für Leser, die mal etwas anderes, als herkömmliche Romane und Biographien (wenn es denn tatsächlich eine ist) lesen wollen, könnte „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ etwas sein. Anderen, die noch etwas von anständiger Sprache halten, würde ich von diesem Buch abraten.

    Hätte ich dieses Buch nicht vorabgelesen, sondern mir gekauft, hätte ich mich masslos über das rausgeworfene Geld geärgert.

    Ich war zunehmendst genervt und muss leider auch dementsprechend bewerten.

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    SophLovesBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Außergewöhnlich, jedoch chaotisch!
    Chaotisch

    Die junge Erwachsene Sophie ist arbeitslos und versucht, sich mit Sozialhilfe über Wasser zu halten. In ihren Büchern findet sie Zuflucht und setzt sich dort mit ihrer Realität auseinander.

    Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll.
    Zunächst möchte ich jedoch betonen, dass mir die Aufmachung des Buches sehr gut gefallen hat. Der Umschlag sieht toll aus, insbesondere weil die Hörner ausgestanzt sind. Die Seiten des Buches sind dick und fühlen sich edel an.

    Auch die Thematik des Buches mag ich, da ich finde, dass das Thema Armut viel zu selten angesprochen wird, obwohl dies eine Zukunftsangst vieler junger Menschen ist. Umso besser kann der Leser Sophies Handeln und ihre Gefühle nachvollziehen.

    Der Schreibstil der Autorin ist außergewöhnlich. Sie ist unglaublich sprachgewandt und es gelingt ihr, neue Formulierungen für gewöhnliche Dinge zu finden.

    Dennoch ist das Buch chaotisch. Die Handlung wird von einzelnen Nebenhandlungen durchbrochen und manchmal habe ich mich gefragt, ob das Erzählte nur in Sophies Kopf oder in der Realität passiert. Einige Dinge sind mir immer noch unklar und die Logik hinter den einzelnen Handlungssträngen hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen, wahrscheinlich ist dies aber auch von der Autorin gewollt.

    Teilweise wurde das Buch auch sehr vulgär, was mir überhaupt nicht zugesagt hat.

    Insgesamt hat mich der Schreibstil der Autorin zwar überzeugt, jedoch hat mir jedoch hat mir eine klare Handlung und teilweise auch der Realismus dahinter gefehlt.

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