Sophie Hénaff Kommando Abstellgleis

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Inhaltsangabe zu „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff

Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèfres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen - wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst - zum Schrecken der neuen Chefs - auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen ... Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi - zum Schießen komisch!

Gute Idee, aber vorhersehbares Ende

— zbaubf

Umwerfend komisch und trotzdem spannend. Macht Appetit auf Band 2 im oktober!

— Sigismund

Totgesagt, aber höchst kreativ. Eine vermeintliche Loser-Einheit schlägt zu.

— Matzbach

Locker-leichter französischer Krimi mit Gute-Laune-Garantie dank schräger Figuren und spannender Rätsel.

— Laecheln86

Witziger Schreibstil kombiniert mit cleveren Story und einer unbrauchbaren Truppe, die es allen zeigt - grandios!

— talisha

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  • Sympathisch, amüsant, aber die Spannung fehlt

    Kommando Abstellgleis

    Gwhynwhyfar

    09. October 2017 um 17:00

    Der Anfang: »Anne Capestan stand vor ihrem Küchenfenster und wartete darauf, dass der Tag anbrach. Mit einem Schluck leerte sie ihre Tasse und stellte sie auf das grüne Wachstuch mit Vichy-Muster. Wahrscheinlich hatte sie gerade ihren letzten Kaffee als Polizistin getrunken.«Ein französischer Krimi aus der Abteilung Humor, gut geschrieben, weil das Buch nie in Kitsch oder Schenkelklopfer abfällt, sondern durch die Figurenzeichnung eine unterschwellige Komik stets präsent ist, niemals aufdringlich, immer im Rahmen der Glaubwürdigkeit. Anne Capestan hat im Dienst einen Kriminellen erschossen, aber der war unbewaffnet. Das wusste Capestan, aber sie behauptet, den Bleistift in der Hand des Mannes habe sie im Dunkeln als Waffe gedeutet. Ein Halunke weniger auf der Welt, er hatte es verdient, aber Capestan würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kündigung ausgesprochen werden. Es kommt anders, man macht sie zur Brigadeleiterin, 40 Leute, die man in der Polizei gern kündigen würde, uneffektive Mitarbeiter, fiese Kollegen.»Na schön, Capestan, noch mal zum Mitschreiben: Wir säubern die Behörde, um die Statistiken aufzupolieren. Wir stecken alle Alkoholiker, Schläger, Depressiven, Faulpelze und so weiter, alle, die unsere Abteilungen behindern, aber nicht gefeuert werden können, zusammen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und zwar unter ihrem Kommando.«Diese Gurkentruppe, so überhaupt jemand auftauchen sollte, bekommt eine heruntergekommene Altbauwohnung als Dienstsitz gestellt, darin nur ein paar klapprige Schreibtische aufgebaut. Man dürfe dort schlafen, häkeln oder Bilder malen, dem Amtsleiter sei das egal, Hauptsache, diese Kollegen bleiben dem Polizeipräsidium fern. Damit es aber nach offizieller Polizeiarbeit aussieht, stellt man ihnen zwei Kisten ungelöster Altfälle auf den Tisch, die sie lösen sollen: Fahrraddiebstähle, Handtaschenraub, man schickt sie auf die Jagd nach Eierdieben …»Ihr Enthusiasmus und ihr Pflichtbewusstsein hatten sie weit gebracht. Ihr Mitgefühl und ihre Erregbarkeit hatten sie vor die Wand gefahren. Seitdem hatte Anne Capestan Angst. Aber sie kniff nicht.«Mutlos findet sich Capestan in ihrem neuen Büro ein. Doch sie ist nicht allein. Eine kleine Truppe wühlt sich neugierig durch die Kisten und siehe da, es gilt auch zwei alte Mordfälle zu lösen. Ein Unglücksvogel, ein fauler Alkoholiker, ein »Kollegenschwein« und eine Schriftstellerin sind die Ersten im Team, ein Durchgeknallter und ein kranker IT-Typ werden folgen. Man hat alle Zeit der Welt und so wird zunächst die Bude gemütlich gemacht. Eva hatte sich lange vom Dienst beurlauben lassen, um Krimis zu schreiben, darin sehr deutlich mit Wiedererkennungswert über alle ihr bekannten Kollegen hergezogen. Erfolg und Reichtum machen nicht glücklich, wenn man dabei einsam ist, drum zog es Eva zurück ins Präsidium. Sie ist die »Mutter« der Brigade. Geld ist für sie kein Thema. Farbe an der Wand, ein paar antike Möbel, auch ein Sofa sind schnell organisiert, den Kamin saubergemacht, Küchenequipment besorgt, denn Eva kann gut kochen, zw. bestellen, bald kommt Gemütlichkeit in die Bude. Mit Torres will kein Kollege mehr zusammenarbeiten, er hat das schwarze Carma. Jeder Teamkollege von ihm ist entweder bereits tot oder wurde schwerverletzt. Merlot ist immer von einem Hauch von Rotwein umgeben, er ist stinkefaul und träge. Lebreton ist das Kollegenschwein. Er was Commandant der IGS (interne Ermittlung) und hatte zu tief bis in die Führungsetage gewühlt, was im Präsidium auch nicht gut ankam. Später kommen der Blaulichtmann und ein IT-Fachmann hinzu, der einen an den Kopf bekommen hat. Diese Brigade hat keine Vollmacht, keine Waffen, ist nicht in den Polizeiserver integriert, darf nicht verhaften, die Truppe ist ganz auf sich gestellt. Ein neuer Fall der Kriminalpolizei scheint mit ihrer Ermittlung in einem Mordfall in Zusammenhang zu stehen, aber sie bekommen keine Akteneinsicht. Mit einem Babyphon lässt es sich wunderbar Kollegen abhören. Und wie observiert man unbemerkt Kollegen? Ganz einfach, man stellt sich direkt vor das Präsidium mit einem Schild in Hand: Hungerstreik wegen Mobbing. Eindeutig, diese Brigade wird gemobbt. Dumm nur, wenn der man in der einen Hand das Schild trägt, in der anderen ein Baguette. Auch dafür gibt es eine logische Erklärung. Irgendwann steht auch einem Streikenden eine Pause zu.Der Plot ist durchschaubar, die Spannung nicht besonders hoch. Dieser Roman lebt durch seine Figuren. Ein konventioneller Krimi ohne Aufregung mit skurrilen Typen und feinem Humor, den ich als Entspannungsliteratur empfehlen kann. Die Geschichte an sich ist kein großer Krimiwurf. Der Einführungsband wird als Serie im Herbst weitergeführt. In Spannung und verstricktem Plot muss eine Schippe zugelegt werden, um mich als Fan zu gewinnen. Die Amts-Wohnung ist am Ende der ersten Folge gemütlich eingerichtet, der Kamin brennt, in der Küche brutzelt das Essen, der Wein steht auf dem Tisch. Die Kollegen schätzen sich, sämtliche Vorurteile sind ausgeräumt. Nun frage ich mich, wie in dieser Eintracht die Skurrilität weitergeführt werden soll, denn die ergab sich meist aus Vorurteilen. Die Abteilung besteht eigentlich aus 40 Leuten, genug Platz für weitere Gestalten. Aber irgendwann wird es zu eng werden in der Wohnung.

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  • Umwerfend komisch und trotzdem spannend

    Kommando Abstellgleis

    Sigismund

    30. July 2017 um 14:53

    Umwerfend KOMISCH und trotzdem SPANNEND ist der im März beim Verlag carl's books (Randomhouse) erschienene Debüt-Krimi "Kommando Abstellgleis" der Französin Sophie Hénaff, der - als sei es so gewollt - an den Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" erinnert. Eine neue Polizeibrigade in Paris, besetzt mit den übelsten Versagern verschiedener Polizeieinheiten, die diese Kollegen ganz bewusst aufs Abstellgleis geschoben haben, bekommt in Archiven verstaubte Akten ungelöster Fälle zur Bearbeitung. Leiterin wird die übereifrige Anne Capestan, wegen unüberlegten Schusswaffengebrauchs mit Todesfolge dorthin strafversetzt. Gegründet wurde diese Brigade von Capestans Mentor - nicht ohne Hintergedanken: "Ich habe .... eine dritte Instanz geschaffen, über jeden Verdacht erhaben, weil in der Versenkung verschwunden." So agiert diese "vergessene" Brigade, deren so unterschiedliche Mitglieder in ihrer Karriere bei der Polizei ohnehin nichts mehr zu verlieren haben, von den offiziellen Dienststellen völlig unbeobachtet am Rand der Legalität - ein Vorteil gegenüber der immer unter Beobachtung der Presse und der Politik stehenden regulären Polizei. Capestan weiß natürlich die ungewöhnlichen Talente ihrer Untergebenen geschickt zu nutzen und zur Aufklärung dreier Mordfälle gezielt einzusetzen. Und dies alles von einer alten Mietswohnung aus, die sich das ungewöhnliche Team erst einmal gemütlich einrichten muss. Natürlich fügt sich alles zum glücklichen Ende und die Gruppe aus Einzelgängern wird ein eingeschworenes Team. Autorin Sophie Hénaff charakterisiert ihre Liga der außergewöhnlichen Polizisten sehr liebevoll und versteht es, trotz des allgegenwärtigen Humors dem Krimi durchaus eine hohe Spannung zu geben - was nicht jedem Autoren humorvoller Krimis gelingt. "Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi - zum Schießen komisch!", schreibt der Verlag zum Buch. Ich will das gern bestätigen: Wer Spaß versteht und Spannung liebt, sollte diesen französischen Krimi unbedingt bald LESEN! Denn im Oktober folgt mit "Das Revier der schrägen Vögel" schon der zweite Band, den man wohl ebenfalls nicht verpassen darf.

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  • klug, witzig, anders, bitte mehr davon!

    Kommando Abstellgleis

    Normal-ist-langweilig

    05. July 2017 um 10:48

    Wie ich zu diesem Buch gekommen bin? Ich habe Band 2 in der Vorschau entdeckt und gedacht, dass das doch wirklich gut klingt und ich dann aber wohl besser mit Band 1 anfangen sollte! Band 2 erscheint am 16.10.2017 und wurde von mir schon vorbestellt! Vorbestellt deshalb, weil ich das Buch einfach klasse fand. Die Geschichte konnte mich direkt ab der ersten Seite fesseln, obwohl sie nicht vor Spannung trotzt. Es sind eher die ganzen verkappten Charaktere mit ihren Geheimnissen, mit ihren verkorksten Leben, die so interessant sind. Ich wollte von allen wissen, was ihnen zugestoßen, was ihnen widerfahren ist. Warum sind sie so abgestürzt oder was ist in der Vergangenheit alles geschehen, dass sie jetzt aufs Abstellgleis gehören? Auch der Schreistil hat es mir einfach gemacht. Er lässt sich super lesen, einfach und flüssig. Dazu kommt noch, dass ich Anne Capestan einfach sehr sympathisch und sie als Person sehr eingängig finde. Sie ist eine Figur, bei der ich mir sofort wünschte, dass alles klappt, dass sie wieder auf die Beine kommt und den anderen zeigt, was in ihr steckt. Auch die anderen Charaktere sind so verschieden, dass es einfach Spaß macht, das Buch zu lesen. Der eine ist ein Pechvogel, der andere ein Säufer, die andere eine reiche Autorin mit Macken und dann natürlich noch ein Paragrafenreiter, den sowieso keiner mag… und noch andere. Zudem ist der fein gestreute Humor eine Augenweide und konnte mich mehrmals zum Schmunzeln bringen. Gelungen finde ich auch, dass die Autorin hier nicht nur einen Fall bearbeiten lässt, sondern mehrere gleichzeitig und dass ganz am Ende dann noch zusätzlich eine Überraschung auf den Leser wartet. Gut gemacht und für mich erst nicht ersichtbar! Fazit:  Insgesamt ein leicht zu lesender und verständlicher Krimi, der gleichermaßen Wert legt auf tolle und interessante Charaktere wie auch auf Kriminalfälle, die interessieren. Von mir gibt es dafür (5 / 5)! Ich bin froh, dass Band 2 schon im Oktober herauskommt. Es hätte aber auch ruhig schneller gehen können! Ich freue mich auf ein Wiedersehen und bin gespannt, wem Anne Capestan mit ihrer „Bande“ bei weiteren Fällen auf den Schlips treten wird! Außerdem hoffe ich in Band 2 auf eine kleine Romanze und den weiteren Ausbau der Kommandozentrale!   

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  • Last Exit

    Kommando Abstellgleis

    Matzbach

    14. May 2017 um 16:49

    Commissaire Anne Capestan erhält nach einer halbjährigen Suspendierung die lang ersehnte Botschaft, dass sie wieder aktiv in den Polizeidienst einsteigen darf. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass sie fürderhin die Leitung einer Brigade bekommt, in der die Drop-outs der Pariser Polizei ein Alibidasein fristen sollen, quasi ein bezahltes Nichtstun. Dementsprechend ist die Ausstattung. Ein Büro in einer Bruchbude, Mobiliar vom Sperrmüll, ein (Schrott-)Dienstwagen ohne Funk und Sirene. Selbst die Kugelschreiber taugen nichts. Doch Capestan und die ihr zugeteilten Schützlinge wissen, dass sie verloren haben, wenn sie nicht gegen ihre Kaltstellung kämpfen. Daher widmen sie sich tatsächlich der pro forma angeordneten Überprüfung alter Fälle, wobei sie die Akten zweier ungeklärter Mordfälle entdecken, die sie wieder aufrollen. Dabei läuft das zusammengewürfelte Team zu ungeahnter Stärke auf und scheut sich auch nicht vor der Auseinandersetzung mit den Vorgesetzten und anderen hohen Tieren. "Kommando Abstellgleis" ist der Auftakt einer Reihe der Journalistin Sophie Hénaff, von der in Frankreich bereits drei Bände erschienen sind. Er lebt von der Grundidee, verschiedene gescheiterte Existenzen mit unterschiedlichen Geschichten und Fähigkeiten, zu einem Team heranwachsen zu lassen, dass sich gegen alle Widerstände durchsetzt. Dass dabei auch die Komik nicht zu kurz kommt, beweist nicht zuletzt eine Verfolgungsjagd mit einer Kehrmaschine.

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  • Birds on a Wire

    Kommando Abstellgleis

    walli007

    07. May 2017 um 20:30

    Keiner kann sie so richtig gebrauchen und so wird einfach eine neue Brigade gegründet. Dorthin werden alle die versetzt, die krank sind oder faul, die quer denken, die unangepasst sind. Angeführt wird die Einheit von Commisaire Anne Capestan, die nach einer Suspendierung wieder arbeiten darf, aber am besten so, dass sie keinem in den Weg gerät. Sie leitet eine Abteilung, in die nicht nur die Ermittler sondern auch die ungelösten Fälle entsorgt werden. Allerdings kommt es anders als gedacht, denn in dieser Geistereinheit tauchen doch einige Polizisten auf, die bereit und willens sind zu arbeiten, die pfiffig und intelligent, mit Witz und Hartnäckigkeit an die wenigen Fälle herangehen, die in dem ihnen zugewiesenen Ausschuss doch nach Aufklärung rufen. Das ist schon eine seltsame Abteilung, die Anne Capestan, die eher mit ihrer Entfernung aus dem Dienst gerechnet hat, da anführen soll. Allerdings eine Entfernung aus dem aktiven Dienst ist es schon. Denn Fälle, die irgendjemandem unter den Nägeln brennen gibt es nicht. Und ihr Team, das immerhin aus vierzig Leuten bestehen soll, wird in einer Wohnung untergebracht, die zum einen als Büro nur bedingt geeignet ist und zum anderen für diese Anzahl von Leuten gewiss nicht genug Platz bietet. So befürchtet Anne schon eine Einheit, betreuen zu dürfen, die tatsächlich nur aus Abwesenden besteht. Doch nach und nach trudeln die Kollegen ein. Eigentlich nicht so gute Voraussetzungen für einen spannenden Kriminalroman bietet die Autorin mit ihrer Truppe von lahmen Enten. Doch was sie daraus macht vermag zu überraschen und zu fesseln. Das langsame Zusammenwachsen der Einheit, zumindest des Teils der Einheit, der gewillt ist zu arbeiten, das Auffinden der wenigen interessanten Ermittlungsansätze, den Eifer, mit dem die Abgehängten zur Sache kommen, das ist sehr erfreulich zu lesen. Mit den sympathischen Ermittlern wird man schnell warm. Behutsam wird berichtet, wieso sie kalt gestellt wurden. Doch gerade ihr Abgehängtsein gibt ihnen auch die Freiheit intensiv zu ermitteln, auch wenn es nur „Cold Cases“ sind. Sie haben zwar keine große Unterstützung, sie haben aber auch keinen Druck. Wie sich aus dieser Grundkonstellation eine brisante und packende Geschichte entwickelt, ist eine Freude zu lesen. Dieser erste Band einer Reihe macht Spaß und fesselt mit einem Fall, der es in sich hat. Den Namen Sophie Hénaff wird man sich gerne merken.

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  • Ein locker-leichter französischer Krimi mit Gute-Laune-Garantie

    Kommando Abstellgleis

    Laecheln86

    02. May 2017 um 07:33

    Kommando Abstellgleis ist das Krimi-Debüt der französischen Autorin Sophie Hénaff, die in Frankreich vor allem für ihre Cosmopolitan-Kolumne bekannt ist. Band 2 der Reihe um Ermittlerin Anne Capestan, „Das Revier der schrägen Vögel“, wird bereits im Oktober 2017 bei uns erscheinen.  Kommando Abstellgleis Um die Statistik zu schönen, beschließen die hohen Tiere der Pariser Polizei, alle Nichtsnutze und Außenseiter einer eigenen Einheit zuzuweisen: Dem Kommando Abstellgleis. Die Leitung übernimmt Anne Capestan, eine hitzköpfige Kommissarin, die sich in der Vergangenheit die Dienstaufsicht zum Feind gemacht hat.  Ihr neues Kommissariat befindet sich in einer heruntergekommenen Wohnung im fünften Stock und die meisten ihrer Mitarbeiter erscheinen gar nicht erst zur Arbeit. Abseits aller Bürokratie haben sie nun Zugriff auf archivierte Fälle und die freie Auswahl an nutzloser Arbeit. Bald feiern sie erste Erfolge, was ihre Vorgesetzten nicht sehr zu freuen scheint. Zwei Morde, neu aufgerollt Zwei Mordfälle kramen die Ermittler hervor: Marie Sauzelle wurde sieben Jahre zuvor in ihrem Wohnzimmer erdrosselt. Nach ihrer Ermordung verpasste der Täter der alten Dame eine neue Frisur und setzte sie aufrecht vor den Fernseher. Nach einem schnöden Einbruch klingt das für die Ermittler des Abstellgleises nicht. - Und Seemann Yann Guénan wurde vor Jahren tot aus der Seine gefischt. Hier war ein Profikiller am Werk, sagten die Beamten damals. Doch scheint unseren Ermittlern diese Vorgehensweise für einen betrunkenen Seemann arg übertrieben. Das Highlight: Kunstfiguren ermitteln Was muss man anstellen, um auf dem Abstellgleis zu landen? Die Ermittler dieser besonderen Abteilung haben einen schlechten Ruf, doch längst nicht alle haben ihn selbst verschuldet. Schnell finden sich ungewöhnliche Teams zusammen. So ermittelt die schrille Krimi-Autorin Eva Rosière bald mit dem traurigen Witwer Louis-Baptiste Lebreton, und Chefin Anne Capestan wählt als Partner ausgerechnet Pechvogel José Torrez, der schwere Unfälle magisch anzuziehen scheint.  Fazit: Genau das, was ich mir erhofft hatte.  Kommando Abstellgleis ist ein Krimi zum Schmunzeln, der von seinen verrückten aber liebenswerten Figuren lebt. Dabei kommt die Spannung keineswegs zu kurz, der Schwerpunkt liegt aber beim Miträtseln. Immer wieder werden kurze Szenen in die Story gestreut und ergeben unterm Strich eine wirklich verzwickte aber facettenreiche Story. Für mich genau das, was ich mir von diesem schicken Paperback erhofft hatte. Vielen Dank an carl´s books für dieses Rezi-Exemplar.  [Ausführliche Rezi inkl. Fotos auf meinem Blog.]

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  • Allen Widrigkeiten zum Trotz

    Kommando Abstellgleis

    talisha

    23. April 2017 um 00:26

    Neugierig geworden durch den witzigen Titel und das ungewöhnliche Cover, überflog ich den Klappentext und wusste, diesen Krimi muss ich lesen. Ich habe es nicht bereut, und freue mich schon jetzt auf den zweiten Band, der im Herbst erscheint.  Anne hat eine Kugel zu viel abgeschossen und wurde deswegen für sechs Monate suspendiert. Nun steht sie im Hauptquartier und glaubt es kaum: sie wird Leiterin einer neuen Gruppe. Der Haken dabei: ihr Büro ist eine heruntergekommene, unmöbilierte Wohnung in der fünften Etage in der Gegend von Les Halles. Ihr Team bunt zusammengewürfelt aus Polizisten, die nicht mehr tragbar sind. Zum Beispiel Agent Santi, der seit vier Jahren krank ist. Oder Capitaine Merlot, dessen Name bereits viel über sein Laster aussagt; José Torrez, dessen Partner bisher alle im Dienst umgekommen sind; Krimiautorin Eva Rozierre, die aus Langeweile wieder in den Dienst will; Autorennfahrer Lewitz, der wohl nur wegen der Sirenen zur Polizei ging; Lebreton und Orsini und einige mehr. Ihre Aufgabe: Coldcases von Paris abarbeiten. Oder auch nicht. Hauptsache, sie sind beschäftigt.Am ersten Arbeitstag tauchen gerade mal vier Leute auf, doch irgendwie schaffen sie es alte Fälle heraus zu suchen. Sie ermitteln frei und ohne Druck, denn zu verlieren haben sie nichts. Alle haben Schwächen, die, wie sie bald merken, in der neuen Truppe aber von grossem Vorteil sind und einander perfekt ergänzen.  Entgegen allen Erwartungen überrascht die unorthodoxe Brigade schlussendlich das ganze Quai d'Orfèvres 36 und auch die Leser. Ich habe mich königlich amüsiert und wurde bestens unterhalten: der Krimi ist sehr vergnüglich zu lesen, voll mit Humor gespickt, aber auch die Schicksale der einzelnen Figuren lassen einen nicht kalt. Sophie Hénaff gelang mit ihrem witzigen Schreibstil und einer cleveren Story ein gekonnter Serienerstling. Fazit: Das Kommando Abstellgleis überzeugte mich total - ein witziger Krimi mit einem aussergewöhnlichem Team, das allen Widrigkeiten zum Trotz hervorragend ermittelt. 4.5 Punkte.

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  • Commissaire Capestan und ihr Team - oh, là là

    Kommando Abstellgleis

    Havers

    29. March 2017 um 14:52

    Für die Leser der französischen Cosmopolitan ist Sophie Hénaff keine Unbekannte, da sie eine regelmäßige Kolumne in diesem Magazin hat. Ich kannte sie bisher nicht, aber da ich die intelligenten Kriminalromane der französischen Autorin Fred Vargas sowie die TV-Krimiserie „Profiling Paris“ sehr schätze, war ich sehr gespannt auf „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff, den Auftaktband einer Reihe, in der eine bei ihren Vorgesetzten in Ungnade gefallene Kommissarin im Mittelpunkt steht. Dass man Hénaff nicht mit Vargas vergleichen sollte und kann, ist allerdings bereits nach wenigen Seiten klar, zu verschieden sind ihre Themen, ihre Figuren und auch die Herangehensweise der beiden Autorinnen an ihren Stoff. Während Vargas raffinierte Stories entwickelt, bewegt sich Hénaff eher auf konventionellen Pfaden.  Außergewöhnlich ist jedoch das Team rund um Kommissarin Capestan. Aber jetzt der Reihe nach. Es weht ein frischer Wind durch das Hauptkommissariat am Quai des Orfèvres, denn die neue Leitung ist ehrgeizig. Effizienz ist das Wort der Stunde, die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Fälle soll steigen. Kollegen, die den Ermittlungserfolg gefährden, müssen aussortiert werden. Entlassungen sind nicht durchzusetzen, also gilt es, ein neues Betätigungsfeld für sie zu finden. Halt, falsch – sie müssen nur aus dem Blickfeld verschwinden. Und so wird „Kommando Abstellgleis“ aus der Taufe gehoben, eine Einheit, in der sich unter der Leitung von Anne Capestan alle einfinden, die nicht wohlgelitten sind: ein Unglücksrabe, ein Alkoholiker, ein Faulpelz, eine Schriftstellerin und noch andere, alle mit einer Polizeiausbildung und einem Abzeichen in der Tasche. In einer heruntergekommenen Wohnung und ohne entsprechendes Equipment sollen sie sich um ungelöste Bagatellfälle kümmern. Aber die Aktenstapel bergen auch richtige Hochkaräter und wecken das Interesse des Abstellgleis-Teams. Und plötzlich schreiben die Loser ihre eigene Erfolgsgeschichte. Obwohl Polizisten die Hauptrolle spielen und es einen Fall zu lösen gilt, ist „Kommando Abstellgleis“ für mich kein Kriminalroman, dafür fehlt es der Geschichte einfach an Spannung und Raffinesse. Womit Sophie Hénaff aber definitiv punktet, sind die schrägen Außenseiter mit ihren individuellen Macken, die diesen Roman bevölkern und sich ungeniert in den Vordergrund drängen. So ist dieser Reihenauftakt eher eine kleine Komödie mit dem typisch französischen Humor, unterhaltsam und mit leichter Hand geschrieben. Ganz nett, aber nicht sonderlich beeindruckend.

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