Ein Roman mit zwei Geschichten: egal wie du das Buch drehst: Vorne ist immer vorne. Eine tolle Idee und ein schönes Cover!
Chris ist Kriegsjournalistin und kurz vor einem Auftrag, als ihre Mutter eine schwere Diagnose erhält. Plötzlich kippt die Welt und Chris muss ihren obdachlosen Vater ausfindig machen, sich mit dem Tod ihres Bruders auseinander setzen, ihre Mutter begleiten. Und dann ist da noch Steph...
Diese Seite des Buches hat mich unheimlich berührt. Die Beziehung zwischen Chris und ihrer Mutter ist fein gezeichnet - manchmal lief es mir kalt den Rücken hinab. Die Sprache von Chris ist zugleich knackig und poetisch. Kein Wort zuviel. Sie hat mich durch den Text gejagt, wie auch Chris ohne Luft zu holen durch die Zeit hetzt. Es ist so stimmig.
Auf der anderen Seite ist die Geschichte von Toni, die Mutter der sechsjährigen Hennie ist. Gerne möchte sie wieder in ihren Beruf als Kriegsfotografin einsteigen - als Kollegin von Chris.
Diese Geschichte fand ich sehr unterhaltsam. Es werden so viele Themen angesprochen: Lesbische Mutterschaft, Regretting Motherhood, Polyamorie, Gender, die Arbeit als Kriegsfotografin, Beziehungskonflikte... Wow! Toni gibt Einblicke in ein spannendes Leben und Hennie sorgt für eine Prise Humor. Über die Frage, ob ich mein Kind für einen Job bei meiner Expartnerin lassen würde, habe ich viel nachgedacht und dabei bemerkt, dass es Männern mit der Frage vielleicht anders gehen würde.
Care-Arbeit oder eigene Träume? Ein feministisches, poetisches, unterhaltsames Buch!



