Zum Inhalt von „Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel“:
Ignaz Pfefferminz Igel sucht ein neues Zuhause im Zoo. Doch während er seine ersten Schritte in den Zoo setzt, passiert ein großes Malleur. Luftballons fliegen auf ihn zu. Seine Stacheln zerplatzen jeden einzelnen. Der Zoodirektor ist außer sich vor Zorn. Wie soll Ignaz Pfefferminz das nur jemals wiedergutmachen und den ihm auferlegten Namen „Stachelmonster“ wieder loswerden?
Zu den Worten von Mathias Siebel alias Sophie Schoenwald:
Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. So humorvoll und zugleich verzwickt erscheint die Lage des armen sympathischen Igels.
Wie schön, dass sich der Autor in diesem Buch unter seiner wahren Identität outet.
Der Schreibstil gefällt mir gut. Humorvoll und unterhaltsam hilft Ignaz in jedem Kapital einem der Tiere im Zoo. Die Länge der Kapitel ist altersgerecht. Die Idee wirklich schön.
Rückblickend betrachtet erschienen uns die Lösungen jedoch oft als zu einfach und nicht ganz glaubwürdig. Und manchmal empfanden wir den Ton als nicht ganz so einfühlsam. Als beispielsweise der Löwe gebürstet werden soll, heißt es:
„…er (Ignaz) schrubbte und scheuerte, kämmte und bürstete unter Protest das Fell des Löwen.
„Ich hab Shampoo im Auge", , maunzte Freiherr von Löwe.
„Das ziept", miaute er.
„Nicht so feste rubbeln", flehte er, doch Ignaz war unerbittlich.“
Das ist bestimmt Geschmacksache, aber ich persönlich hätte mir an der ein oder anderen Stelle wie dieser mehr Empathie gewünscht. Insbesondere weil es hier in diesem Beispiel ja auch darum geht, das jemand sich des Körpers eines anderen ermächtigt. Im Sinne des Missbrauchschutzes möchte ich meinen Kindern zeigen, dass ihr Körper ihnen gehört und niemand diesen ohne ihr Einverständnis berühren darf.
Mein Lieblingszitat aus dem Vorlesebuch „Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel“
„Ruby, du bist die Beste" , bedankte sich Ignaz, der längst herausgefunden hatte, dass in Rubys rauer Schale ein Herz so weich wie Vanillepudding steckte.“
Zu den Illustrationen von Günther Jakobs:
Die Illustrationen finde ich wunderschön! Das Cover, die liebevoll gemalten Kulissen und Charaktere berühren das Herz und machen Freude beim gemeinsamen Anschauen.
Wie dieses Vorlesebuch ab 5 Jahren die Themen Vorurteile, Toleranz und Vielfalt vermittelt:
Ignaz wird vorschnell als „Stachelmonster“ beschimpft und ausgegrenzt. Dabei ist er so ein freundlicher friedfertiger und liebenswerter Igel. Nur wer sich Zeit nimmt, um Ignaz kennenzulernen, merkt, dass überhaupt nichts an diesen voreiligen Urteilen über ihn dran ist.
Dieses Vorlesebuch zeigt zudem, wie wundervoll Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme sind.
Ich hätte mir gewünscht, dass inhaltlich noch stärker herausgearbeitet wird, dass Ignaz Igel unabhängig von seiner Leistung gemocht wird. In dieser Vorlesegeschichte sticht er mit seinen unermüdlichen Taten und heldenhaften Leistungen hervor. Ich bin mir unsicher, ob das Kindern die richtige Botaschaft vermittelt. Sollen sich diese doch wertvoll fühlen, weil sie sind, nicht weil sie leisten.
Zur Ausstattung des Kinderbuchs:
Das Vorlesebuch verfügt über ein Lesezeichenband. Zusätzlich sind runde farbige Bilder enthalten, die ausgeschnitten oder ausgedruckt und nach jedem gelesenen Kapitel vorne im Buch aufgeklebt werden können - eine schöne Idee!
Fazit zum Vorlesebuch „Willkommen im Zoo - Ein neues Zuhause für Ignaz Pfefferminz Igel“
✨✨✨
Insgesamt wirkt dieses Buch im Hinblick auf die Botschaft zu gewollt auf mich. Ich hätte mir kreativere Lösungen, mehr Empathie und mehr Fokus auf Ignaz Wert als Individuum, anstatt seiner heldenhaften Hilfeleistungen gewünscht. Eigentlich schade, weil die Idee, die ganze Aufmachung des Buches und die Botschat an für sich klasse sind. Inhaltlich konnte mich die Geschichte jedoch leider nicht überzeugen.