Sophie von La Roche

 3.3 Sterne bei 23 Bewertungen

Alle Bücher von Sophie von La Roche

Cover des Buches Geschichte des Fräuleins von Sternheim (ISBN:9783423135306)

Geschichte des Fräuleins von Sternheim

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Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Geschichte des Fräuleins von Sternheim (ISBN:9783849688202)

Geschichte des Fräuleins von Sternheim

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Erschienen am 14.05.2016
Cover des Buches Geschichte des Fräuleins von Sternheim (ISBN:B075QJ6CSW)

Geschichte des Fräuleins von Sternheim

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Erschienen am 15.09.2017
Cover des Buches Rosalie und Cleberg auf dem Lande (ISBN:9783847254706)

Rosalie und Cleberg auf dem Lande

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Erschienen am 28.02.2013
Cover des Buches Erscheinungen am See Oneida (ISBN:9783849115135)

Erscheinungen am See Oneida

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Erschienen am 27.02.2013
Cover des Buches Moralische Erzählungen (ISBN:9783849100629)

Moralische Erzählungen

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Erschienen am 02.03.2013

Neue Rezensionen zu Sophie von La Roche

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Rezension zu "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche

Die Falle der Tugend
Buchgespenstvor 4 Monaten

Sophie von Sternheim ist von ihrem Vater behütet und exzellent erzogen aufgewachsen, doch der Tod ihres geliebten Papas und der nächsten Angehörigen lässt sie viel zu früh allein zurück. Sie soll bei ihren Verwandten bleiben, die sie allerdings dem Fürsten als Mätresse anbieten, um ihre eigenen Pläne voranzutreiben. Um diesem Schicksal zu entkommen flieht Sophie in die Arme des intriganten Verführers Lord Derby, der ihre naive Tugendhaftigkeit geschickt für sich zu nutzen weiß. Das kostet Sophie fast das Leben.

Der erste deutsche Frauenroman weiß auch heute noch glänzend zu unterhalten. Man muss sich ein wenig an die ausführlichen Tugendtiraden gewöhnen, doch eröffnen gerade diese am Ende enormen Interpretationsspielraum. Schließlich wird die vielgepriesene Tugend der Heldin zum Verhängnis. Aus heutiger Sicht wird die Ambivalenz der idealen Frau des 18. Jahrhunderts hier perfekt vorgeführt. Streckenweise geht einem die Protagonistin auf den Geist und man sympathisiert eher mit Lord Derby als mit seinem wehleidigen Konkurrenten Lord Seymour, aber trotzdem nahm mich die fremde Welt des 18. Jahrhunderts gefangen. Zusammen mit Sophie von Sternheim durchlebt man die Höhen und Tiefen des Lebens und ist schließlich auch mit dem etwas kitschigen Ende glücklich.

Schade bleibt, dass die dtv-Ausgabe weder Anmerkungen noch ein Nachwort hat, sodass man mit Interpretationsansätzen und tieferen Einblicken in die Textgeschichte alleine gelassen wird.

Fazit: Ein Roman, der auch heute noch zu unterhalten weiß und dem Leser eine vergessene Welt erschließt. Man muss aber im Hinterkopf behalten, dass er im Zeichen der Empfindsamkeit steht. Das macht manche Passagen etwas anstrengend, aber die Lektüre lohnt sich!

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Rezension zu "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche

Die tugendhafte Sophie
Yolandevor 5 Monaten

Marie Sophie von La Roche, geb. Guntermann von Guntershofen, wurde am 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren geboren. Sie gilt als erste finanziell unabhängige Berufsschriftstellerin Deutschlands.

La Roche wuchs in einem großbürgerlichen Elternhaus auf. Sie war verlobt mit dem italienischen Arzt Bianconi und dem deutschen Dichter Christoph Martin Wieland, der auch das Vorwort zu diesem Buch schrieb. 1753 heiratete Sophie den kurmainzischen Hofrat Georg Michael Frank la Roche mit dem sie 8 Kinder hatte, von denen 5 überlebten. Ihre älteste Tochter Maximiliane heiratete später Peter Anton Brentano und war die Mutter von Clemens Brentano und Bettina von Arnim. 
Sophie von La Roche unterhielt in allen Städten, in denen sie mit ihrem Mann lebte, einen literarischen Salon und war eine vielbesuchte und beliebte Gesellschaftsdame. Nachdem ihr Mann wegen religiöser Differenzen seines Amtes enthoben wurde, sorgte Sophie mit ihren literarischen Werken für das Auskommen der Familie. Sie verarbeitete ihre Reiseerlebnisse in Büchern über England, Holland und die Schweiz. 1783 wurde sie Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Pomona für Deutschlands Töchter", die sehr beliebt war.
Sophie von la Roche starb am 18. Februar 1807 in Offenbach.
(Quelle: Wikipedia, "Geschichte des Fräuleins Sternheim" Zeittafel S. 349-351, Ausgabe des dtv-Verlages 2015)

Inhalt (Klappentext):
Die unerfahrene, elternlose Titelheldin Sophie versucht, sich dem ihr zugedachten Mätressenschicksal zu entziehen und flieht zu Lord Derby, einem gewissenlosen Intriganten und Verführer, dessen Absichten sie verkennt. Die Ereignisse überstürzen sich, und Sophies Gutgläubigkeit kostet sie beinahe das Leben...

Es handelt sich zum größten Teil um einen Briefroman, nur zu Beginn und bei einer kleinen Zwischenpassage tritt eine Erzählerin auf.  Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. 
Nach einem schwierig zu lesenden Vorwort des Herausgebers Christoph Martin Wieland ist der Beginn recht interessant, danach flacht die Handlung ab, um sich zum Ende des ersten Teils dramatisch zu steigern. Im zweiten Teil ist der Verlauf ähnlich. Die Briefe des Fräuleins von Sternheim waren teilweise unerträglich langweilig und strotzten vor Tugendhaftigkeit. Das machte die Lektüre leider ziemlich zäh. Nur die Briefe des "bösen Lord Derby machten die das Ganze interessant und halfen mich bei der Stange zu halten. 
Die Geschichte selbst sollte wohl lehrreich für die jungen Damen der Gesellschaft sein, dass das Gute und das Festhalten an der Tugend am Ende belohnt wird, dass das Gute über das Böse triumphiert und jeder seine gerechte Strafe bekommt. Wahrscheinlich wäre ein anderer Verlauf aus der Feder einer Frau zu dieser Zeit undenkbar gewesen. In meiner Ausgabe ist der Text auch noch mit Fußnoten des Herausgebers Wieland versehen, die offenbaren, wir gönnerhaft und überlegen sich dieser gegenüber der Autorin fühlte.
Insgesamt gesehen ist das Buch ist schon ein interessantes Zeitzeugnis, das die untergeordnete Stellung der Frau wohl untermauern sollte. Leider sind die langweiligen Passagen so zahlreich, dass es auch die dramatischen Wendungen nicht so richtig rausreißen konnten, deshalb gebe ich nur 2 Sterne.



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Rezension zu "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche

Sehr viel emotionaler und sonstiger Überschwang
Viv29vor 6 Monaten

Sicher muß man einen Klassiker im Zusammenhang seiner Zeit sehen und ebenso sicher gelingt uns Menschen von heute das nie gänzlich. Ich lese gerne Klassiker und fand das Fräulein von Sternheim im Vergleich mit anderen Werken des späten 18. Jahrhunderts leider zu anstrengend und wenig ansprechend. Der Autorin La Roche lag daran, den Lesern zu zeigen, was Tugend bewirken kann, sie schrieb im Geiste der Empfindsamkeit, die in den 1770er Jahren sehr beliebt war. Diese liegt mir zugegebenermaßen nicht, aber Goethes von diesem Werk inspiriertes "Die Leiden des jungen Werthers" fand ich wesentlich erfreulicher und besser, also bleibe ich auch im Hinblick auf die Zeit und Stilrichtung des Romanes bei den zwei Sternen.

Die Geschichte, als Briefroman gestaltet, an sich ist durchaus interessant. Der Anfang, mit der plastischen Schilderung der adligen Landgutwelt, der Freundschaft zwischen Sophies Vater und dem Baron von P, hat mir gut gefallen, war auch anschaulich und angenehm geschrieben. Sobald aber Sophie ins Zentrum des Geschehens trat und der Großteil des Buches aus ihren Briefen bestand, ließ mein Lesevergnügen stark nach. Getreu der Botschaft des Buches singt Sophie das Loblied der Tugend und das tut sie in enervierender Ausführlichkeit. Ihre Abhandlungn zum Thema nehmen sehr viel Platz ein, wiederholen sich und waren für mich schlichtweg nicht interessant. Der Stil ist umständlich, oft schwülstig. Sophie selbst wurde mir neben dieser übertriebenen Tugend zunehmend unsympathischer, weil sie ihren eigenen Grundsätzen (außer natürlich bei der Tugend) nicht wirklich folgte. Während sie einerseits häufig und weitschweifig die Eitelkeit von Adel und Hof kritisiert, ist sie andererseits selbst recht eitel. Ihre Hilfe für die Armen kommt einher mit genauen Verhaltensregeln für diese, die sehr von Herablassung geprägt sind. Ihr eigenes Standesdenken paßt zwar zur Zeit, ist aber erstaunlich, da sie sich beständig über die Standesdünkel des sie umgebenden Adels ärgert und auch ein Opfer dieser Dünkel ist.

Ein Teil des Geschehens spielt in der adligen Umgebung eines fürstlichen Hofes und auch hier ist, wie bei dem Landgutleben, die Atmosphäre gelungen geschildert, die Charaktere interessant. Als Gesellschaftsroman ist die Geschichte recht gut geeignet, wenn man sie denn erst mal aus den Schichten der Tugendpreisung ausgegraben hat.

Zur plakativen und ausschweifenden Tugendanpreisung paßt dann auch der generelle Überschwang des Romanes, der natürlich der Zeit geschuldet ist. Es sind alle sehr emotional und empfindsam und die Briefe der verschiedenen Personen ähneln sich in Stil und Blumigkeit sehr, abgesehen von jenen des sinistren Derby, der ein wenig erfreuliche Sachlichkeit hineinbringt.

Anstrengend sind neben der Emotionalität auch die Wiederholungen; vorwiegend, aber nicht nur bei der Holzhammer-Tugendanpreisung. So verlieben sich alle, wirklich alle, Männer umgehend in Sophie.
An zwei Stellen wird das Geschehen von drei verschiedenen Personen geschildert, was eine gute Idee wäre, wenn sich die Schilderungen nicht so mühsam ähnlich gewesen wären. Weiterhin störten mich mehrere Logiklücken und Zufälle.

So war die Geschichte an sich nicht uninteressant, aber es gab leider zu viele Punkte, die mein Lesevergnügen ganz erheblich beeinträchtigten.

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Gespräche aus der Community

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Herzlich willkommen zur zweiten Leserunde im Januar der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Da einige von uns den Heine schon mal in einer Leserunde gelesen hatten, gibt es diesen Monat mal wieder eine zweite Leserunde, und zwar die "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche. Diese gilt laut Wikipedia als erste finanziell unabhängige Berufsschriftstellerin in Deutschland und war Herausgeberin und Autorin der ersten deutschen Frauenzeitschrift.

Die Leserunde beginnt am 15.1. und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!
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