Cover des Buches Geschichte des Fräuleins von Sternheim (ISBN: 9783423135306)Yolandes avatar
Rezension zu Geschichte des Fräuleins von Sternheim von Sophie von La Roche

Die tugendhafte Sophie

von Yolande vor 3 Jahren

Review

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Yolandevor 3 Jahren
Marie Sophie von La Roche, geb. Guntermann von Guntershofen, wurde am 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren geboren. Sie gilt als erste finanziell unabhängige Berufsschriftstellerin Deutschlands.
La Roche wuchs in einem großbürgerlichen Elternhaus auf. Sie war verlobt mit dem italienischen Arzt Bianconi und dem deutschen Dichter Christoph Martin Wieland, der auch das Vorwort zu diesem Buch schrieb. 1753 heiratete Sophie den kurmainzischen Hofrat Georg Michael Frank la Roche mit dem sie 8 Kinder hatte, von denen 5 überlebten. Ihre älteste Tochter Maximiliane heiratete später Peter Anton Brentano und war die Mutter von Clemens Brentano und Bettina von Arnim.
Sophie von La Roche unterhielt in allen Städten, in denen sie mit ihrem Mann lebte, einen literarischen Salon und war eine vielbesuchte und beliebte Gesellschaftsdame. Nachdem ihr Mann wegen religiöser Differenzen seines Amtes enthoben wurde, sorgte Sophie mit ihren literarischen Werken für das Auskommen der Familie. Sie verarbeitete ihre Reiseerlebnisse in Büchern über England, Holland und die Schweiz. 1783 wurde sie Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Pomona für Deutschlands Töchter", die sehr beliebt war.
Sophie von la Roche starb am 18. Februar 1807 in Offenbach.
(Quelle: Wikipedia, "Geschichte des Fräuleins Sternheim" Zeittafel S. 349-351, Ausgabe des dtv-Verlages 2015)

Inhalt (Klappentext):
Die unerfahrene, elternlose Titelheldin Sophie versucht, sich dem ihr zugedachten Mätressenschicksal zu entziehen und flieht zu Lord Derby, einem gewissenlosen Intriganten und Verführer, dessen Absichten sie verkennt. Die Ereignisse überstürzen sich, und Sophies Gutgläubigkeit kostet sie beinahe das Leben...

Es handelt sich zum größten Teil um einen Briefroman, nur zu Beginn und bei einer kleinen Zwischenpassage tritt eine Erzählerin auf. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert.
Nach einem schwierig zu lesenden Vorwort des Herausgebers Christoph Martin Wieland ist der Beginn recht interessant, danach flacht die Handlung ab, um sich zum Ende des ersten Teils dramatisch zu steigern. Im zweiten Teil ist der Verlauf ähnlich. Die Briefe des Fräuleins von Sternheim waren teilweise unerträglich langweilig und strotzten vor Tugendhaftigkeit. Das machte die Lektüre leider ziemlich zäh. Nur die Briefe des "bösen Lord Derby machten die das Ganze interessant und halfen mich bei der Stange zu halten.
Die Geschichte selbst sollte wohl lehrreich für die jungen Damen der Gesellschaft sein, dass das Gute und das Festhalten an der Tugend am Ende belohnt wird, dass das Gute über das Böse triumphiert und jeder seine gerechte Strafe bekommt. Wahrscheinlich wäre ein anderer Verlauf aus der Feder einer Frau zu dieser Zeit undenkbar gewesen. In meiner Ausgabe ist der Text auch noch mit Fußnoten des Herausgebers Wieland versehen, die offenbaren, wir gönnerhaft und überlegen sich dieser gegenüber der Autorin fühlte.
Insgesamt gesehen ist das Buch ist schon ein interessantes Zeitzeugnis, das die untergeordnete Stellung der Frau wohl untermauern sollte. Leider sind die langweiligen Passagen so zahlreich, dass es auch die dramatischen Wendungen nicht so richtig rausreißen konnten, deshalb gebe ich nur 2 Sterne.



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