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Rezension zu "Sie konnten mich nicht töten" von Soraya Alekozei

Eine besonders mutige Frau !
Edelstellavor 4 Jahren

Als ich dieses Buch nach dem letzten Satz zur Seite legte, dachte ich "Und was jetzt, ein besseres Buch gibt es nicht".
Ich fühl mich immer ziemlich leer, wenn ich so ein richtig gutes, eindringliches, zu Herzen gehendes Buch gelesen habe,
ich habe fast atemlos alles aufgenommen und dann ---Schluß.
Jetzt bin ich bereit, etwas über dieses Buch zu sagen. Hier mischen sich Intelligenz mit Lebensweisheit, Mut, Wahrheit,
Wärme, Kritikfähigkeit, Stärke und die Fähigkeit über die Grenzen zweier so unterschiedlicher Länder: Deutschland und Afghanistan hinweg
Verbindendes zu erkennen und tiefgehend, aber behutsam zu schildern. Diese Buch ist kein lautes Plädojer gegen Gewalt und Krieg, kein
Hass ist zu erkennen, eher eine leise Stimme, die eindringlich mahnt aber auch lobt, wo es angebracht ist.
Sorayah Alekozei ist noch in einer Zeit, 1955 in Kabul geboren, wo es noch Weltoffenheit, Modernität und Gastfreundschaft dort gab, und oft
ein touristisches Ziel für Aussteiger auf dem Weg nach Indien war. Sie gehörte dem Bildungbürgertum an und ihre Eltern gaben ihr den weisen Ratschlag:
"Ihr dürft niemals eure Wurzeln vergessen, aber gleichzeitig darf euch kein Traum zu groß sein!" Vater und Mutter waren gleichberechtigt und sie durfte
sich ihren Beruf aussuchen. Ihr waren keine Grenzen gesetzt. Sehr interessant wird ihre Kindheit und Jugend in diesem farbenprächtigen Kabul geschildert.
Nach der Besatzung der Russen ändert sich alles. Sie geht mit kleinem Kind nach Deutschland zu ihrem Mann. Er studiert schon dort. Sie richtet sich nach
ersten Anpassungsschwierigkeiten auch dort ein, lernt schnell die Sprache und fängt bei der Deutschen Welle, einem Radiosender an und später arbeitet
sie bei der Post. Aber die Sehnsucht bleibt. Sie geht als deutsche Soldatin 2005 für die Bundeswehr in den ersten Einsatz nach Kunduz.
Sie bezeichnet sich als "Eine, die Glück gehabt hatte, all dem zu entfliehen, was für sie zum Lebensalltag geworden war. Eine, die ihre Heimat
trotzdem nicht vergessen hatte". Als Dolmetscherin des Kommandeurs der ISAF hatte sie auch noch etwas Freiraum für soziale Projekte, die ihr besonders
am Herzen lagen. Hochachtung vor dieser Frau, die trotz schwerster Verwundung durch den Anschlag am 28.Mai 2011 nicht von Hass geprägt ist, sondern alle Sichtweisen verständlich erklärt und viele Quellen zum besseren Verständnis heranzieht.
Ein intelligentes, politisch gut recherchiertes und anschaulich erklärendes Buch. Herzlichen Dank für diesen Einblick, gerade in unserer heutigen, durch Krisen zerrütteten Zeit.

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Pelikanchens avatar

Rezension zu "Sie konnten mich nicht töten" von Soraya Alekozei

eine starke Frau
Pelikanchenvor 4 Jahren

Soraya Alekozei wurde nichts geschenkt in ihrem Leben, nur eine wunderschöne Kindheit im Kreis der Familie. Diese schöne Kindheit in Afghanistan begleitet sie ihr ganzes Leben und genau diese Erinnerungen machen aus ihr eine Frau mit ganz viel Herz. Ich finde ihre Biografie ist beeindruckend und man sieht das die kleine Frau dennoch sehr stark ist. wenn es darum geht was zu verbessern. Als sie damals nach Deutschland gekommen ist, hat sie fast kein Deutsch gesprochen und lebte sehr abgegrenzt und doch hat sie sich immer durchgebissen. Sie fühlt sich lange nirgends mehr zu Hause und ihre Sehnsucht treibt sie wieder nach Afghanistan, um dort Aufbauhilfe zu leisten, geht sie sogar zur deutschen Bundeswehr und zieht für dieses Land die Uniform an.
Diese Buch hat mir in vielen Dingen etwas die Augen geöffnet und mich zum Nachdenken angeregt. Nicht alles ist so wie es sein soll und wenn keiner für das gute kämpft, obwohl es oft Sinnlos erscheint, wie soll sich dann was ändern.

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E

Rezension zu "Sie konnten mich nicht töten" von Soraya Alekozei

Eine starke Frau
echidnavor 4 Jahren

Die bewegende Geschichte einer starken Frau. Soraya Alekozei erzählt in diesem Buch ihre Lebensgeschichte. Der erste Teil des Buches behandelt ihre Kindheit und Jugend. Sie ist gut behütet in einer weltoffenen Familie in Kabul aufgewachsen, kennt den Zwang nicht, sich als Frau verhüllen zu müssen. Sie liebt ihr Land und das kann man in jeder Zeile spüren. Doch auch schon früh wird sie mit Krieg konfrontiert. Als die Russen in Afghanistan einmarschieren, flieht sie nach Deutschland. Dort kämpft sie hart, um sich hier zusammen mit ihrem Mann ein neues Leben aufzubauen. Ihren Kindern soll es gut gehen und dennoch spürt sie das schlechte Gewissen, wenn sie an ihre Familie denkt, die in Afghanistan zurückgeblieben ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit ihrem Einsatz für die deutsche Bundeswehr. Als Soldatin kehrt Soraya zurück nach Afghanistan, als Übersetzerin, um zwischen ihren Landsleuten und den deutschen Soldaten zu vermitteln. Sie wird für viele zur "Stimme der Freiheit". Das ist ihr Beitrag im Kampf gegen die Taliban und im Kampf um die Freiheit, weil sie ihrem Land etwas zurückgeben möchte. Dabei gibt sie die Hoffnung nie auf, dass Afghanistan irgendwann wieder zu dem Land werden kann, das sie aus ihrer Kindheit kennt. Bei ihrem letzten Einsatz wird Soraya bei einem Bombenattentat schwer verletzt. Es ist lange nicht sicher, ob Soraya überlebt, doch sie beweist ihre Kämpfernatur und kämpft sich zurück ins Leben.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Es ist eine berührende Geschichte, die Soraya erzählt und sie vermittelt sehr viel über ihr Land und ihre Landsleute. Dinge, von denen niemand weiß, der Afghanistan nur von den Kriegsberichterstattungen aus dem Fernsehen kennt. Ich muss gestehen, dass ich mich vor der Lektüre des Buches selber nie besonders für das Land interessiert habe und nicht viel darüber wusste. Doch Sorayas Faszination und Liebe für das Land ist ansteckend. Ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen, weil das Buch sehr persönlich geschrieben ist. Sie ist eine mutige Frau und ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, da sie mir auf einige Sachen eine neue Sichtweise aufzeigen konnte.

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