Sorj Chalandon

 4 Sterne bei 119 Bewertungen
Autor von Wilde Freude, Am Tag davor und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sorj Chalandon

Journalist und Schriftsteller: Sorj Chalandon, ein französischer Journalist und Schriftsteller, wurde am 16. Mai 1952 in Tunis geboren. 

Er arbeitete als Journalist bei der Zeitung "Libération". Seine Reportagen über Nordirland und den Barbie-Prozeß wurden mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnet. Nebenbei veröffentlichte er zahlreiche Romane, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. 

Für seine Werke erhielt er den Prix Médicis und den Grand Prix du roman de l´Académie francaise. Außerdem wurde er schon zweimal für den Prix Goncourt nominiert. Des Weiteren schrieb er schon für einige Fernsehserien. So war er Co-Autor einiger Episoden der TV-Serie Reporter.

Alle Bücher von Sorj Chalandon

Cover des Buches Wilde Freude (ISBN: 9783423282376)

Wilde Freude

 (62)
Erschienen am 21.08.2020
Cover des Buches Am Tag davor (ISBN: 9783423281690)

Am Tag davor

 (42)
Erschienen am 18.04.2019
Cover des Buches Rückkehr nach Killybegs (ISBN: 9783423249744)

Rückkehr nach Killybegs

 (4)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Die Legende unserer Väter (ISBN: 9783423248990)

Die Legende unserer Väter

 (3)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Die vierte Wand (ISBN: 9783423260664)

Die vierte Wand

 (2)
Erschienen am 24.07.2015
Cover des Buches Am Tag davor: Roman (ISBN: B07KMBZ7R5)

Am Tag davor: Roman

 (1)
Erschienen am 18.04.2019
Cover des Buches Wilde Freude (ISBN: 9783742417053)

Wilde Freude

 (1)
Erschienen am 21.08.2020
Cover des Buches Wilde Freude (ISBN: B08GKYRNJY)

Wilde Freude

 (1)
Erschienen am 24.08.2020

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Sorj Chalandon

Cover des Buches Wilde Freude (ISBN: 9783423282376)milkysilvermoons avatar

Rezension zu "Wilde Freude" von Sorj Chalandon

Die Kamelie
milkysilvermoonvor 3 Monaten

Jeanne Hervineau ist erst 39 Jahre alt, als sie die schockierende Diagnose erhält: Brustkrebs. Mit ihrem Mann Matt musste die Pariser Buchhändlerin bereits einen schweren Schicksalsschlag verkraften, den Tod ihres gemeinsamen Sohnes. Nun stellt sie das Leben abermals vor eine schwierige Probe. Doch ihr Gatte sieht sich nicht dazu in der Lage, ihr in dieser Situation beizustehen, und verlässt seine Frau. Zufällig trifft Jeanne auf zwei weitere Krebspatientinnen: Küchenchefin Brigitte Meneur und die junge Frau Mélody Frampin. Zusammen mit der gesunden Assia Belouane, die bei Brigitte lebt, hecken die Frauen einen ebenso gefährlichen wie wahnwitzigen Plan aus…

„Wilde Freude“ ist ein Roman von Sorj Chalandon.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 24 Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Sie sind wiederum in mehrere Abschnitte untergliedert. Das erste Kapitel ist dabei eine Art Vorausschau. Danach wird weitestgehend in chronologischer Reihenfolge erzählt, unterbrochen von mehreren Rückblenden und aus der Sicht von Jeanne. Der Aufbau funktioniert sehr gut. 

In sprachlicher Hinsicht hat mich der Roman am meisten überzeugt. Metaphern und andere starke Bilder wie die der Kamelie für den Krebs kennzeichnen den Schreibstil, der trotzdem nicht künstlich oder zu verschnörkelt wirkt. Zudem gibt es viele Dialoge – teils in direkter, teils in indirekte Rede – die das Geschehen lebendig und anschaulich machen. 

Im Vordergrund stehen die vier Frauen und ihre Lebensgeschichten, wobei besonderes Augenmerk auf Jeanne liegt. Ihre Gedanken und Gefühle lassen sich hervorragend nachvollziehen, ihr Charakter macht eine Entwicklung durch: Von einer rücksichtvollen und angepassten Frau wird sie zu einer Person, die sich nicht mehr ständig entschuldigt. Allerdings wirken die Schicksale der Frauen insgesamt recht überzogen, was die Glaubwürdigkeit der Figuren ein wenig schmälert. Darüber hinaus werden immer wieder Nebencharaktere eingeführt, wodurch der rote Faden der Geschichte etwas verloren geht.

Besonders eindringlich und intensiv wird der Roman, wenn es um die Krankheit Krebs und ihre Begleitumstände geht. Diese Passagen konnten mich immer wieder tief berühren und haben meine Erwartungen an die Lektüre voll erfüllt. An diesen Stellen wird deutlich, dass sich der Autor mit dem Thema auskennt. Nach dem ersten Viertel wird die Krankheitsgeschichte inhaltlich jedoch überlagert und der Roman verwandelt sich in eine Art Gaunerkomödie, bei der auch die Leiden der anderen zwei schwerkranken Frauen in den Hintergrund treten. Die Aktion des Quartetts macht die Lektüre zwar kurzweilig, zieht die Probleme und Leiden der Protagonistinnen jedoch auch etwas ins Lächerliche durch übertriebene und unrealistische Schilderungen. Mit einer Wendung erhält die Handlung im letzten Viertel abermals Schwung. Das Ende lässt mich jedoch enttäuscht und ratlos zurück, weil die letzten Kapitel nicht schlüssig erscheinen und zu viele Fragen offenbleiben. So wird beispielsweise nicht mehr darauf eingegangen, welche Konsequenzen Jeanne für sich persönlich aus den Ereignissen zieht. 

Das kalligrafisch anmutende Cover ist optisch ansprechend, allerdings auch recht nichtssagend. Der deutsche Titel, der recht wörtlich aus dem Französischen („Une joie féroce“) übernommen wurde, passt meiner Ansicht nach nicht besonders gut zum Inhalt.

Mein Fazit:
Zu viele Absurditäten, zu realitätsfern: Mit seinem Roman „Wilde Freude“ konnte mich Sorj Chalandon zwar unterhalten, aber meine Erwartungen nicht in Gänze erfüllen.

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Cover des Buches Am Tag davor: Roman (ISBN: B07KMBZ7R5)FrauKlopps avatar

Rezension zu "Am Tag davor: Roman" von Sorj Chalandon

So ist das Leben
FrauKloppvor 3 Monaten

Michel verliert mit 16 Jahren seinen älteren Bruder bei einem Grubenunglück und wird davon sein gesamtes Leben begleitet. Er hat seinen Bruder Jojo so sehr geliebt, dass er sich für ihn, knapp 40 Jahre später, an der Zeche rächen will.
.
Was ein trauriger und zugleich schöner Roman. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und musste mir hin und wieder ein Taschentuch dazu holen, vor allen Dingen hat mich das Ende total umgehauen.

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Cover des Buches Wilde Freude (ISBN: 9783423282376)jenvo82s avatar

Rezension zu "Wilde Freude" von Sorj Chalandon

Die kleine Jeanne gibt´s nicht mehr
jenvo82vor 4 Monaten

„Dies ist die Geschichte von vier Frauen. Sie wagten sich sehr weit vor. In die tiefste Dunkelheit, in die größte Gefahr, in den äußersten Wahnsinn.“

Inhalt

Kurz nach ihrer Brustkrebsdiagnose bricht für die Pariser Buchhändlerin Jeanne eine Welt zusammen, nicht nur das ihr Mann sie verlässt, weil er sich angeblich nicht mit ihrem Leidensweg auseinandersetzen kann und sie sich mit einer langwierigen Chemotherapie abfinden muss, nein gerade jetzt steht sie ganz allein da, wo sie doch ohnehin schon schwer am Tod ihres jung verstorbenen Sohnes zu tragen hat.

 Während ihrer Chemotherapie begegnet sie der einnehmenden Brigitte, die nicht nur einen Gefängnisaufenthalt hinter sich hat, sondern mittlerweile mit zwei anderen Frauen, die beide ebenfalls an Krebs erkrankt sind, zusammenwohnt. Und kurzerhand bietet Brigitte der verzweifelten Jeanne an, dass sie doch mit in die Frauen-WG ziehen könnte. Aus Mangel an Alternativen nimmt die Buchhändlerin an, obwohl sie wenig später immer mehr aus den zerrütteten Leben ihrer Leidensgenossinnen erfährt.

 Sie alle sind krank, sie alle wurden hintergangen und jede muss den Verlust eines Kindes hinnehmen, wenn auch unter vollkommen gegensätzlichen Ausgangssituationen. Für Melódy, die zarteste der vier Damen, ist es gerade deswegen hart, weil ihr russischer Ex-Mann die gemeinsame Tochter entführt hat und sie nur gegen eine hohe Lösegeldforderung zurückgeben wird. Die Frauen schmieden einen Plan, wie sie möglichst schnell an die enorme Summe Bargeld kommen könnten und begehen im Angesicht vollkommener Unerschrockenheit aufgrund ihrer Gesundheitssituation ein Verbrechen …

Meinung

Der zeitgenössische französische Journalist und Autor Sorj Chalandon, konnte mich 2019 mit seinem Roman „Am Tag davor“ absolut begeistern, so dass ich unbedingt ein weiteres Buch aus seiner Feder lesen wollte. Der Klappentext dieses Buches klang gar nicht schlecht, so dass meine Wahl auf die wilde Geschichte von vier Frauen gegen den Rest der Welt fiel. 

Die Kombination zwischen Leidensgeschichte mit anschließender Kriminalhandlung ist vielleicht keine klassische Wahl für einen Roman aber doch eine Möglichkeit die Schrecken der Krankheit zu mildern und anstelle von Angst, Sorgen und Kummer die Kraft der Freundschaft und des Zusammenhalts in den Fokus zu rücken. Doch leider ist das meines Erachtens nicht so ganz gelungen. 

Im ersten Teil des Buches begleitet der Leser vor allem Jeanne, die durchaus Mitleid erweckt, nicht nur wegen ihrer Diagnose und des verstorbenen Sohnes, sondern in erster Linie, weil sie selbst immer so angepasst gelebt hat, um es allen anderen Recht zu machen und sich dabei schon lange aus den Augen verloren hat. Obwohl die Lektüre gerade am Anfang mental befangen macht, steckt man irgendwann ganz und gar drin und hofft auf etwas Sonnenschein für die gebeutelte Protagonistin. Allerdings empfand ich die Tatsache, dass sie sich in der Frauen-WG einlebt, irgendwie unpassend und auch nicht sonderlich erbauend für Jeanne. Im Folgenden entwickelt sich der Text zu einer temporeichen Geschichte, die absolut zum Umblättern animiert, weil man doch sehr gespannt ist, wie der geplante Coup auf ein renommiertes Pariser Juweliergeschäft ausgehen wird.

Dennoch ist das mein größter Kritikpunkt: die Ernsthaftigkeit der Ausgangssituation gerät aus dem Blickfeld, um einer irgendwie ausweglosen Situation eine andere Richtung zu geben. Dabei kommen sich die Frauen nicht etwa näher, weil sie tatsächlich aneinander interessiert sind und sich gut verstehen, nein es ist ihr gemeinsamer Plan, der sie eint, selbst wenn sie sich untereinander gar nicht besonders mögen. An dieser Stelle habe ich mich bemüht, mich in die Gedankenwelt der Protagonistin einzufühlen, allerdings ist es mir absolut nicht gelungen, ihre Handlungen nachzuvollziehen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie diese charakterliche Kehrtwende zu erklären ist, vielleicht bin ich auch nur zu realistisch, um an einer solchen Wandlung Gefallen zu finden. 

Nichtsdestotrotz hat mir das Buch schöne Lesestunden beschert, denn es ist sehr munter und fließend geschrieben, die Bildhaftigkeit der Situationen hat mich mehr und mehr davon überzeugt, dass mir eine Verfilmung dieser Geschichte wesentlich mehr Freude bereitet hätte, als die schriftliche Form.

Fazit

Ich vergebe 3 Lesesterne für diesen bildhaften Roman der sehr genau die Grenze zwischen Krankheit, Hoffnung und Verderben auslotet, der eine sehr eingängige Sprache und einen interessanten Plot bietet und der geschickt an den Klischees vorbeizieht, so dass man meinen könnte, den Frauen tatsächlich nahe zu kommen. Doch für mich ergibt sich kein rundes Bild, weil sich die Krankheit und das aufgesetzte Spiel mit den Spielzeugwaffen nicht sonderlich gut vertragen. Der Roman hätte mich mehr beeindruckt, wenn er entweder so tiefgründig und leicht depressiv wie zu Beginn geblieben wäre oder von Anfang an eine Geschichte voller Risikobereitschaft und Aberwitz vermittelt hätte. Und wenn man diese beiden Dinge kombiniert, dann vielleicht doch lieber in einem Film - denn an dieser Stelle, kann ein passender Schauspieler durch Mimik, Gestik und Interaktion viele Lücken füllen. Für mich ist ganz klar, ich werde ein weiteres Buch des Autors zur Hand nehmen, denn von seiner Art zu erzählen bin ich sehr angetan.

 

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Gespräche aus der Community

Am 21. August erscheint bei dtv der Roman "Wilde Freude" vom großartigen, französischen Schriftsteller Sorj Chalandon. Er erzählt darin die Geschichte vierer Frauen, denen allen das Schicksal nicht wohlgesinnt ist. Wir suchen 50 Leser*innen, die das Buch schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin lesen möchten und es anschließend auf LovelyBooks sowie 3 weiteren Seiten rezensieren.

Herzlich Willkommen zu unserer LovelyBooks Premiere zu "Wilde Freude"

Ich bin sehr gespannt, wie euch dieser packende Roman des französischen Autors Sorj Chalandon gefallen wird.

Die Geschichte der an Brustkrebs erkrankten Pariser Buchhändlerin Jeanne, die mit der Unterstützung von 3 anderen Frauen den Kampf gegen den Krebs aufnimmt, nimmt im weiteren Verlauf eine ganz besondere Wendung.

Bitte beachtet, dass wir im Rahmen dieser Premiere 50 Leseexemplare des Buches mit anderem Cover verlosen. Ihr könnt es auf dem angehängten Foto sehen.

Wir möchten alle Gewinner*innen bitten, ihre Rezension ab dem Erscheinungstermin am 21.8. und  spätestens bis zum 27.8.2020 nicht nur hier auf LovelyBooks zu teilen, sondern auch auf drei anderen Plattformen (Buchshops, Blogs und Co.).

Hier können die Rezensionen geteilt werden:

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Wir freuen uns auf eure Rezensionen!

353 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Sorj Chalandon wurde am 16. Juni 1952 in Tunis geboren.

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in 152 Bibliotheken

auf 44 Wunschzettel

von 66 Lesern aktuell gelesen

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