Sorj Chalandon Rückkehr nach Killybegs

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Rückkehr nach Killybegs“ von Sorj Chalandon

Tyrone Meehan ist zurückgekehrt, in das Cottage seines Vaters, im irischen Killybegs. Hier wartet er auf die Rache seiner Landsleute, auf seine Erschießung. Er hat sein Land verraten, die IRA, seine Familie 2006 wurde er, ein ranghoher IRA-Kämpfer, als Spion des britischen Geheimdienstes enttarnt. Er hatte einst im Kampfgetümmel einen Gefährten erschossen. Seine Männer bemerkten dies nicht, kürten ihn sogar zum Helden. Der MI 5 aber kannte den wahren Sachverhalt – und erpresste Meehan. In Killybegs will er die Geschichte seines Lebens aufschreiben, weil weder Freunde noch Feinde wissen, wie er zum Verräter geworden ist. Ausgezeichnet mit dem Grand Prix du roman de l'Académie francaise 2011, nominiert für den Prix Goncourt 2011.

Stöbern in Romane

Der Junge auf dem Berg

Ein Buch aus dem man lernen kann und zwar sowohl Jugendliche als auch Erwachsene

signorinasvenja

Dann schlaf auch du

Eine düstere, sehr realistische Geschichte, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat.

Marion2505

Außer sich

Innovativ, nichtsdestotrotz anstrengend mit ganz viel sozialistischem Russland.

wandablue

Vintage

Faszinierende, mitreißende und intensive Reise durch die Musik der 1960er Jahre! Irre gut!!!

Naibenak

Die Phantasie der Schildkröte

Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende, leichte Lektüre, die sich in einem Rutsch liest.

brenda_wolf

Acht Berge

Ein Buch über die liebe zu den Bergen der eigenen Heimat. Über Vaterschaft, Freundschaft, Liebe und Leben. Wundervoll

papaverorosso

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Innenansichten

    Rückkehr nach Killybegs
    Havers

    Havers

    04. March 2014 um 18:51

    Es ist schon einigermaßen verwunderlich, wenn ein französischer Autor einen politischen Roman über den Nordirland-Konflikt schreibt. Aber der ehemalige Journalist der „Libération“, Sorj Chalandon, war für seine mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichneten Reportagen sehr oft vor Ort und kennt deshalb dieses zerissene Land und die Mentalität der Menschen sehr gut. Der Roman ist in einer sehr klaren Sprache geschrieben, wirkt sehr authentisch und gut recherchiert, was mit Sicherheit zum einen auf die häufigen Aufenthalte des Autors in Nordirland, zum anderen auf seine privaten Kontakte zu hochrangigen IRA-Mitgliedern zurückzuführen ist. Und offenbar hat auch einer dieser Kontakte als Vorbild für Tyrone Meehan gedient, den Erzähler in „Rückkehr nach Killybegs“. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive erzählt und beschränkt sich nicht nur auf die Lebensgeschichte des Protagonisten, sondern gewährt dem Leser auch Einblicke in die Struktur der Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Dabei bewertet Chalandon aber nicht, weder das Handeln seiner Hauptfigur noch die politische Situation in Nordirland Tyrone Meehan ist in das Cottage im nordirischen Killybegs zurückgekehrt, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Mittlerweile ist er einundachtzig Jahre alt und hat ein ereignisreiches Leben gelebt. Nach dem Tod seines Vaters kommt Tyrone als Jugendlicher nach Belfast und schließt sich einer politischen Jugendorganisation an. Es herrscht Krieg, und das Leben in Nordirland ist in diesen Tagen von den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten bestimmt. Tyrone ist furchtlos, und da er keinem Kampf aus dem Wege geht, macht er sich schnell einen Namen und steigt auf. Aber als er eines Tages einen verhängnisvollen Fehler begeht, soll das sein Leben für immer verändern, denn der britische Geheimdienst hat ihn seit diesem Zeitpunkt im Visier und erpresst ihn. Kann ein Mann mit der Schuld leben, Verrat an seinen Kameraden begangen zu haben? Und wie werden diese reagieren, wenn der Verräter entlarvt wird? Chalandon schreibt über Loyalität, Treue und politischen Kampf, aber auch über Verrat, Angst, Scham und Reue. Dabei vermeidet er kitschige Emotionalität, sondern bleibt immer klar und sachlich und schildert dennoch nachvollziehbar, wie ein einziger unbedachter Fehler dem Leben eines integeren Mannes eine komplett andere Richtung geben kann.

    Mehr