Souad Mekhennet

 4.5 Sterne bei 31 Bewertungen
Autorin von Nur wenn du allein kommst, Die Kinder des Dschihad und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Souad Mekhennet

Souad Mekhennet wurde 1978 in Frankfurt als Tochter türkisch-marokkanischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. Als Kind verbrachte sie viele Jahre bei ihrer Großmutter in Marokko. Sie studierte Politologie in Frankfurt am Main und besuchte die Henri-Nannen-Schule für Journalismus in Hamburg. Anschließend arbeitete sie für die Washington Post und deutsche Zeitungen, für das ARD-Studio in Marokko und für die Zeitschrift "Stern". Heute schreibt sie Artikel für die New York Times, die FAZ und ist Journalistin für das ZDF.

Alle Bücher von Souad Mekhennet

Cover des Buches Nur wenn du allein kommst (ISBN:9783406711671)

Nur wenn du allein kommst

 (17)
Erschienen am 25.10.2017
Cover des Buches Die Kinder des Dschihad (ISBN:9783492308588)

Die Kinder des Dschihad

 (5)
Erschienen am 08.06.2015
Cover des Buches Nur wenn du allein kommst (ISBN:9783328104032)

Nur wenn du allein kommst

 (2)
Erschienen am 10.06.2019
Cover des Buches Islam (ISBN:9783401062204)

Islam

 (2)
Erschienen am 01.06.2008
Cover des Buches Die Kinder des Dschihad (ISBN:9783492971546)

Die Kinder des Dschihad

 (0)
Erschienen am 08.05.2015
Cover des Buches Nur wenn du allein kommst (ISBN:9783844530001)

Nur wenn du allein kommst

 (4)
Erschienen am 29.01.2018
Cover des Buches I Was Told To Come Alone (ISBN:9780349008387)

I Was Told To Come Alone

 (1)
Erschienen am 13.06.2017

Neue Rezensionen zu Souad Mekhennet

Neu

Rezension zu "Nur wenn du allein kommst" von Souad Mekhennet

Mit Terroristen befreundet, um der Welt ihre Motivation zu erklären
strickleserlvor 6 Monaten

Die Journalistin Souad Mekhennet kommt als Kind von Gastarbeitern in Deutschland zur Welt. In ihrer Familie vermischen sich Völker und Glaubensüberzeugungen; ihre Mutter stammt aus der Türkei und ist Schiitin, ihr Vater ein marokkanischer Sunnit.

Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie bei der Großmutter in Marokko. Diese starke selbstbewusste Frau wird ihr zum Vorbild. Von ihrem Großvater lernt sie, wie wichtig die Geschichtenerzähler der Welt sind. Später entschließt sie sich Journalistin zu werden, weil sie überzeugt ist mit ihren Geschichten etwas bewegen und verändern zu können.

Schon während ihres Studiums ist die Autorin freiberuflich für verschiedene Zeitungen tätig. Sie interessiert sich vor allem für den zunehmenden Terrorismus und seinen religiösen Wurzeln. Viele, die in den Dschihad ziehen sind, wie sie, Migrantenkinder. Immer wieder stellt sie sich die Frage, ob sie sich in eine ähnliche Richtung entwickelt hätte, wenn ihre Ausgangssituation nicht so günstig gewesen wäre.

Der Kreis ihrer Informanten und Freunde wächst. Als Frau, Muslimin und Kind von Einwandern findet sie in den unterschiedlichsten Kreisen schnell Vertrauen. Bei einigen brisanten Interviews begibt sie sich in Lebensgefahr. Auch wenn sie große Angst hat, lässt sie sich nicht davon abhalten, denn sie ist von dem Wunsch getrieben, die Motive von Terroristen und Attentätern herauszufinden.

Das Buch folgt ihrer Biographie und nimmt den Leser mit in viele Länder des Nahen Ostens, und immer wieder zurück nach Europa. Souad Mekhennet ist immer da zu finden, wo es brennt: im von USA besetzten Irak, in Ägypten beim Arabischen Frühling, in Syrien und der Türkei beim Entstehen vom IS, und dann wieder nach Terrorakten in den betroffenen Städten Europas. 

Neben Lebensgeschichten von Terroristen erfährt der Leser warum sich so viele junge Menschen aus Europa aufmachen, um den islamischen Krieg zu unterstützen. Ein wichtiges Thema des Buchs sind die Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten, denn das ist die Ursache von vielen Konflikten.

Dieses ausführliche Buch ist sehr spannend und liest sich wie ein Krimi. Die Autorin berichtet ehrlich von dem, was sie antreibt, und ebenso von Ängsten und persönlichen Krisen. Es könnte manchmal stören, dass die Autorin mehrmals von ihren exklusiven Interviews berichtet, und den lebensgefährlichen Situationen, in denen sie entstanden sind, aber sie stellt sich selbst dabei nicht heraus. Die Mischung aus einer Berichterstattung über aktuelle politische Ereignisse und der persönlichen Auseinandersetzung einer gemäßigten Muslimin mit den Hintergründen dieser Taten ist sehr aufschlussreich.


Fazit: Ein spannender Bericht über eine mutige Frau und ihren vielfältigen Begegnungen, die selbst in die inneren Zirkel von Dschihadisten reichen. Die Autorin versteht es auf bewundernswerte Weise einfach und sachkundig von aktuellen Ereignissen in der islamischen Welt zu berichten.

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Rezension zu "Nur wenn du allein kommst" von Souad Mekhennet

Warum hassen sie uns so sehr?
papaverorossovor 2 Jahren

Ich bin von diesem Buch sehr beeindruckt. Es hat meine Art verändert, die Welt zu sehen. Ich stamme aus einer links-intellektuellen, multikulturellen Familie. Jedoch sogar in diesem auf dem Papier offenen Milieu haben sich Vorurteile gegen angehörige des Islams eingeschlichen. Wiederum äußern viele junge Menschen, die ich kenne, völlig unkritische Meinungen bezüglich der (unbegrenzten?) Aufnahme von Flüchtlingen aus Nord-Afrika und dem Nahen Osten. Bisher hatte ich immer das Gefühl, etwas nicht ganz begreifen zu können, ohne genau zu wissen, was das ist. Diese jungen Männer, die sich dafür entscheiden, für ihre Religion Anschläge zu verüben, sind auch Menschen. Sie müssen Gründe haben, die ihnen plausibel erscheinen. Aber was kann denn wichtig genug sein, um Unschuldige in den Tod zu reißen?


Souad Mekhennet ist Journalistin für den Washington Post. Sie ist in Frankfurt geboren, ihr Vater ist Marokkaner (uns Schiit) ihre Mutter Türkin (und Sunnitin), beide Gastarbeiter. Mekhennets Familie ist ein Beispiel für Offenheit, Mut, sich für die Liebe und gegen Konventionen durchzusetzen. Mekhennet selbst zeigt, wie man sich mit Mut und Entschlossenheit gegen Diskriminierung durchsetzen und die eigenen Träume verwirklichen kann. Sie hat sich als Journalistin ein Ziel gesetzt: Dem Westen zu erklären, wie der Hass entsteht, der zu Terroranschlägen führt. Durch ihre Religion, Herkunft und Sprache schaffte es Mekhennet Zugang zu Interviewpartnern zu finden, die kein Vertrauen in rein „westliche“ Journalisten gefasst hätten. Wobei sie sich selbst im Rahmen ihrer Recherchen trotzdem mehrmals in Lebensgefahr bringt.


Mit diesem Buch schafft es die Autorin nicht nur die globalen Zusammenhänge zu erklären, die zur aktuellen Terrorwelle sowie Flüchtlingskrise geführt haben, sondern auch dem Leser die „menschliche Seite“ dahinter zu zeigen. Mekhennet erzählt viel über sich und über ihre eigenen Erfahrungen als Tochter von muslimischen Gastarbeitern in Deutschland. Auch versucht sie, die Menschen, die Motive und Emotionen aller Menschen, die sie in ihrem Buch vorstellt, zu beleuchten, unabhängig davon, ob sie mit ihnen sympathisiert oder nicht. Auch wenn ich normalerweise keine Sachbücher lese/mag, hat mich dieses durch den persönlichen Bezug und die emotionalen Geschichten der Menschen, die darin vorkommen, sehr gefesselt – und dadurch auch in meinem Verständnis weiter gebracht. Die Hörbuchversion wird sehr angenehm und flüssig vorgelesen.


Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung. Ich hoffe, dass es so viele Menschen wie möglich erreicht, zum Nachdenken bringt, informiert und inspiriert.



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Rezension zu "Nur wenn du allein kommst" von Souad Mekhennet

‚Statt meine Ängste die Oberhand gewinnen zu lassen [...].'
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Statt meine Ängste die Oberhand gewinnen zu lassen, begann ich, sie als Herausforderung zu begreifen.‘

Souad Mekhennet, Tochter einer türkischen Mutter und eines marokkanischen Vaters, aufgewachsen bei den Großeltern in Marokko und später bei den Eltern in Deutschland, beschäftigte sich nach dem Besuch der Henri-Nannen-Schule für Journalismus und ihrem Politikstudium intensiv mit islamistischem Terror.

Im Laufe der Jahre gelang es ihr, Kontakte zu (teils hochrangigen) Mitgliedern von al-Qaida und ISIS aufzubauen, sie recherchierte dabei in Deutschland, Pakistan, Algerien, Ägypten, Tunesien, im Grenzgebiet Türkei/Syrien, im Libanon, im Irak und vielen anderen Ländern.

In ‚Nur wenn du allein kommst‘ erzählt sie von ihrer Kindheit, von ihrem Leben, von ihrer Familie, von historischen Gegebenheiten und der Kolonialherrschaft im Maghreb, von den Anfängen ihrer journalistischen Tätigkeit und von ihrer Recherchetätigkeit in Verbindung mit verschiedenen Terrororganisationen und -netzwerken.

Ich habe mich schon sehr intensiv mit dem Islam und auch mit Islamismus beschäftigt, und mir hat das Hörbuch zu ‚Nur wenn du allein kommst‘ sehr gut gefallen, weil Mekhennet Fragen stellt, die viele andere Journalisten nicht stellen, weil sie mutig ist, weil sie verstehen will, und weil sie den Leser teilhaben lassen möchte an ihren Erkenntnissen und an ihrer komplexen Weltsicht.

Als Hörer erhält man hier sehr viele Einblicke in Themen wie Islam und Islamismus, Politik und Terrorismus. Auch wird einem spätestens durch Autoren wie Mekhennet klar, wo die Ursachen für Islamismus und Terror liegen, was Kolonialherrschaft, soziale Benachteiligung und Nahostpolitik angerichtet haben und noch immer anrichten.

Durch zeitliche und räumliche Sprünge begleitet man Mekhennet in die Levante, in den Maghreb und in den Mittleren Osten bzw. zum 11. September 2001, zum Arabischen Frühling, zu den Attentaten in Paris etc.

Das Hörbuch hat mir inhaltlich und sprachlich sehr gut gefallen, doch es wird zudem hervorragend von Hilke Rusch gelesen, die arabische Begriffe und Namen korrekt und scheinbar mühelos ausspricht und dadurch sehr natürlich wirkt.

‚Nur wenn du allein kommst‘ ist detailreich, packend erzählt, informativ, wichtig und bietet einen anderen Blickwinkel als das, was man aus den täglichen Nachrichten kennt.

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Souad Mekhennet wurde am 01. Januar 1978 in Frankfurt am Main (Deutschland) geboren.

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