Stacey Halls

 4,1 Sterne bei 194 Bewertungen
Autor von Die Verlorenen, Die Vertraute und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Stacey Halls

Stacey Halls wurde 1989 geboren und wuchs in Lancashire auf. Sie studierte Journalismus an der University of Central Lancashire und veröffentlichte bereits Artikel bei diversen Publikationen, wie z. B. The Guardian, Stylist, Psychologies, The Independent, The Sun und Fabulous. Ihr erster Roman »The Familiars« erschien 2019 und wurde sofort zum Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Stacey Halls

Neue Rezensionen zu Stacey Halls

Cover des Buches Die Verlorenen (ISBN: 9783866124950)Buchfresserchen1s avatar

Rezension zu "Die Verlorenen" von Stacey Halls

Zwei Frauen und ein Kind
Buchfresserchen1vor einem Monat

1754 :Elisabeth Bright verkauft am Hafen Krabben. Ein stinkender Job, der nicht viel Geld einbringt. Als sie schwanger wird und eine kleine Tochter bekommt, muss sie sie schon am Tag der Geburt in Obhut geben. Jahrelang spart sie darauf ihr Kind wieder zurück zu holen. Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.


Das Cover mit dem verschlossenen Käfig , in dem sich eine Frau mit einem Säugling aufhält und der Zahl 627, spiegelt genau die Geschichte wieder.


Es ist schwer eine Rezension zu dem Buch zu schreiben, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Es passiert sehr viel, ohne allzuviel Handlung, würde ich es mal bezeichnen.


Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt. Wer handelt von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Im ersten Kapitel wird aus der Ich Perspektive von Elisabeth gesprochen. Im zweiten wechselt die Sprecherin und es wird aus der Perspektive von Alexandra erzählt. Das dritte Kapitel hat dann ein wenig mehr Handlung und es kommt ohne Gedankengänge der Protagonisten aus.


Die Geschichte ist leise und für meine Begriffe immer ein wenig düster. Die beiden Protagonistinnen machen sich viele Gedanken. Man erfährt dadurch viel von der mitunter sehr traumatischen Vergangenheit. So kann man auch die Handlungsweisen nachvollziehen.


Durch den selbstgewählten Käfig passiert nicht sonderlich viel in der Geschichte was die Handlung angeht. Was aber die Reifung der Personen angeht geschieht sogar erstaunlich viel.


Wer gerne handlungsstarke Geschichten liebt sollte also lieber die Finger davon lassen. Wer aber leise Töne liebt und auch das zwischenmenschliche erträgt , sofern es mitunter problematisch läuft, hat an dieser unbeabsichtigten Traumabewältigung sicherlich Gefallen .


Ich fand das Hörbuch gut, da ich zwischen aller Action auch gerne mal die leiseren Töne höre.

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Cover des Buches Die Verlorenen (ISBN: 9783866124950)clematiss avatar

Rezension zu "Die Verlorenen" von Stacey Halls

Im goldenen Käfig
clematisvor einem Monat

In einem Elendsviertel Londons, im Dreck des Hafens ist Bess aufgewachsen. Seit dem frühen Tod der Mutter verkauft sie Krabben und schlägt sich mit ihrem Vater und dem älteren Bruder mehr schlecht als recht durchs Leben. Als sie ein Kind zur Welt bringt, sieht sie sich gezwungen, das kleine Bündel im Waisenhaus abzugeben, gleichzeitig fest entschlossen, Geld anzusparen, um so bald wie möglich selbst für Clara sorgen zu können. Aber sechs Jahre später ist das Mädchen nicht mehr da.

In vier Abschnitte gegliedert, abwechselnd aus der Sicht von Bess und Alexandra, jeweils in der Ich-Form, erzählt Stacey Halls diese berührende Geschichte über ein verschwundenes Waisenmädchen, Mutterliebe und gesellschaftliche Schranken. Aufregend und spannend sind die ersten Szenen rund um Bess und ihre neugeborene Tochter, die anstrengenden Tage als Krabbenverkäuferin und die schiere Unmöglichkeit, diesem schweren und trostlosen Alltag zu entkommen. Dennoch sieht Bess Hoffnung und Zuversicht – bis sie die unglaubliche Wahrheit hören muss – Clara ist schon längst abgeholt worden. 

Ab hier verliert sich die Spannung ein wenig, dennoch ist die Geschichte aus beiden Blickwinkeln eine interessante und der Leser kann den Versuch wagen, beide Seiten zu verstehen. Die Charaktere sind sehr gut und lebendig ausgearbeitet, das historische London bildet eine passende Kulisse. Einige Zufälle und ein nicht so ganz realistisches Ende schmälern die Bewertung, dennoch bietet das Lesen dieses Buches insgesamt unterhaltsame Lesestunden rund um eine Mutter, die wie eine Löwin um ihr Kind kämpft.

 


Titel                                  Die Verlorenen

Autor                                Stacey Halls

ISBN                                978-3-86612-495-0

Sprache                           Deutsch

Ausgabe                          gebundenes Buch, 384 Seiten

                                         ebenfalls erhältlich als e-book und Hörbuch

Erscheinungsdatum        1. März 2021

Verlag                              Pendo

Originaltitel                       The Foundling

Übersetzer                       Sabine Thiele

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Cover des Buches Die Verlorenen (ISBN: 9783866124950)Christin87s avatar

Rezension zu "Die Verlorenen" von Stacey Halls

Der Kampf um ein Kind im historischen London
Christin87vor 3 Monaten

London 1754: Die junge Krabbenverkäuferin Bess Bright lebt in einem der Armenviertel der Stadt am Hafen. Ungewollt schwanger und mittellos, wie die Familie ist, muss sie das Baby am Tag seiner Geburt im Foundling Hospital abgeben, einem Heim für Waisen und Kinder armer Mütter wie Beth, die ihre Kinder nicht ernähren können.

Sechs Jahre später möchte Beth ihre Clara aus dem Heim nach Hause holen. Doch das Kind ist weg. Es wurde bereits abgeholt von einer fremden Frau, die sich für Beth Bright ausgegeben hat. Ihre Recherchen führen Beth zu einer wohlhabenden Dame im reichen Stadtteil Bloomsbury, die unter starken psychischen Beeinträchtigungen leidet, an ihrer Seite lebt ,wie in einem goldenen Käfig, ein sechsjähriges Kind mit einem anderen Namen: Charlotte.

Wie auch "Die Vertraute", die ich im Vorfeld bereits gelesen habe, werden "Die Verlorenen" wieder bildgewaltig erzählt. Die Betrachtung der Leben und Leiden der armen Beth und der reichen Alexandra sind beide detailliert, die Lebensumstände der Zeit leicht lesbar beschrieben. Auch liegt der Schwerpunkt wieder darauf, dass eine Frau, entgegen der herrschenden Zwänge ihrer Zeit, für ihr Glück kämpft. Es ist bewegend zu verfolgen, wie die eine einen Kampf gegen die Armut und die daraus resultierenden Ungerechtigkeiten führt, während die andere nur mit sich selbst und ihren inneren Dämonen ringt. Dazwischen ein unschuldiges Kind und drei junge Männer. Zwei davon unterstützen die Frauen mit ganzer Kraft, einer zerstört mit seinem Verhalten alles, was ihm zu nahe kommt.

Leider habe ich nicht so gut in das Buch gefunden, wie bei "Der Vertrauten". Die Sympathien für die beiden Protagonistinnen haben sich nicht so recht entfaltet, sodass ich das Buch als schwächer empfunden habe als seinen Nachfolger. Und das letzte Kapitel fand ich etwas zu gewollt und konstruiert, nicht glaubwürdig für die Zeit, in der der Plot spielt, und konnte so mit dem Rest des Buches nicht mithalten.

Trotzdem liest man hier ein toll recherchiertes und gut geschriebenes historisches Buch (das Foundling Hospital hat es so tatsächlich gegeben), für welches ich gern 4 Sterne vergebe.



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