Stanislas Dehaene

 4.4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Lesen, Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Stanislas Dehaene

Lesen

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Erschienen am 10.09.2012
Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft

Denken: Wie das Gehirn Bewusstsein schafft

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Erschienen am 15.09.2014
Denken

Denken

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Erschienen am 15.09.2014
The Number Sense

The Number Sense

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Erschienen am 29.04.2011

Neue Rezensionen zu Stanislas Dehaene

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Rezension zu "Lesen" von Stanislas Dehaene

Lesen
Claudia_Poesievor 2 Jahren

Inhalt: 

In dem Buch "Lesen - Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Körper passiert", geschrieben von Stanislas Dehaene, geht es um verschiedene Aspekte rund um die Thematik des Lesens. Dabei beschreibt der Autor beispielsweise die Vorgänge vom Auge bis zum Gehirn, die beim Lesen ablaufen. Aber auch die Erfindung der Schrift oder das Legasthenikergehirn werden thematisiert. Durch die Erläuterungen über die Beschaffenheit des Gehirns und Erkenntnisse der Hirnforschung gelangt der Autor zudem zu pädagogischen Maßnahmen, die beim Lesen lernen unterstützend wirken können. Zum Abschluss wird dann noch die Zukunft des Lesens besprochen.

Meine Meinung: 

Meiner Meinung nach wurde das Buch stark aus einer naturwissenschaftlicher Sicht geschrieben. Für mich als Kulturwissenschaftlerin könnten die Auswirkungen der Erfindung der Schrift für die Menschheit und die Bedeutung des Lesens in unserer Gesellschaft noch näher erläutert werden. Trotzdem fand ich es sehr spannend mehr über unser Gehirn und dessen Struktur zu erfahren. Falls man sich für Neurologie und Hirnforschung interessiert könnte das Buch auf jeden Fall etwas für einen sein, auch wenn man in den Bereich nicht ganz vertraut ist, denn es wird alles auch für Laien sehr gut erklärt. An manchen Stellen wurden mir gewisse Sachen sogar zu ausführlich erklärt oder zu oft wiederholt. Insgesamt kann ich es jedoch sowohl Kultur- also auch Naturwissenschaftlern empfehlen. 

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Rezension zu "Lesen" von Stanislas Dehaene

Rezension zu "Lesen" von Stanislas Dehaene
Mario_Veraguthvor 4 Jahren

Die in den Kinderschuhen steckende Hirnforschung kann getrost als Garant für zukünftige Überraschungen und bahnbrechende Entdeckungen bezeichnet werden. In diesem Werk wird das Wunder der Funktionsweise des Schaltzentrums unter dem besonderen Fokus auf den Leseerwerb beleuchtet und erstaunliche Fakten zu Tage gefördert.

Wie die koordinierten Abläufe in verschiedenen Hirnarealen zwar im Vergleich zu einem Computer langsam, aber durch die immense Kapazität bei Zusammenschaltung effizient funktionieren, animiert zum Staunen. Jedes Buchstabenfragment bis hin zum ganzen Wort wird durch ein, perfekt aufeinander abgestimmtes und koordiniertes, Zusammenspiel verschiedener Hirnareale für das Verständnis greifbar gemacht. Von dem Erstkontakt über optische Wahrnehmung, der Auffächerung des Gesehenen in viele Einzelkomponenten, eines erneuten Zusammenbaus durch spezialisierte Neuronen und der phonologischen Einordnung vergehen unmerkliche Zeitsplitter, in denen im Oberstübchen Immenses vollbracht wird.

Zur Veranschaulichung zieht Dehaene Experimente, Tierversuche, MRT-Aufzeichnungen sowie die Konsequenzen von krankheits- oder unfallbedingten Hirnschädigungen heran. Wobei die nachvollziehbaren Resultate von operativen Eingriffen und anderen Manipulationen an Gehirnen von Versuchstieren noch weniger bemerkenswert sind als die erschreckenden Konsequenzen von Schlaganfällen und Unfällen bei Menschen.

Die Erkenntnisse, die aus der Beobachtung der Veränderungen durch Krankheiten in Wahrnehmung und Fähigkeiten gezogen werden können, gehören zu den wertvollsten Daten der Wissenschaftler. Dank moderner Aufzeichnungsverfahren lassen sich die betroffenen, geschädigten Areale genau erkennen und damit Rückschlüsse auf die Funktionsweisen und Aufgaben bestimmter Hirnbereiche ziehen. Wenn das Glück dem Patienten hold ist und der Vorfall oder das Gebrechen nicht irreversible Schäden angerichtet haben, kontert der menschliche Körper manchmal mit einer Umwidmung von benachbarten Bereichen, um verlorene Fähigkeiten in anderen, neu zu programmierenden Neuronen wieder anzusiedeln.

Diese Neuroplastizität findet sich auch beim gesunden Menschen und war eine wesentliche Triebkraft für den Leseerwerb. Durch die Modifikation von für andere Aufgaben bestimmten Hirnbereichen spezialisierten sich diese auf die Verarbeitung von Buchstaben und der Verständnis des geschriebenen Wortes. Und das in entwicklungsgeschichtlich betrachtet erstaunlich kurzer Zeit seit dem Aufkommen der ersten Kommunikationsversuche vor einigen Jahrzehntausenden. Dieser kurze Zeitraum reichte aus, um für die Umgebungssondierung und grobe Zeichenerkennung zuständige Hirnareale mit anderen Bereichen komplex genug zu verschalten und in perfekt koordinierte Abstimmung miteinander zu setzen.

Wie komplex dies ist, lässt sich an der notwendigen Doppelverankerung veranschaulichen. Nur mithilfe des Hörens, Sehens oder Lesens alleine ist das Erlernen des Schreibens sehr schwer. Erst durch eine Kombination dieser Sinnenseindrücke samt Stimulation unterschiedlicher Hirnareale lassen sich befriedigende Resultate erzielen.

Die Parallelen zwischen sämtlichen Schriften und Sprachen fußen auf der Notwendigkeit des Einbezugs der Bedürfnisse unserer Denkzentrale. Ohne ein verständliches, erlernbares und auf die Hirnbedürfnisse zugeschnittenes Schriftsystem ist eine Alphabetisierung nicht möglich. Der Weg zu den modernen Alphabeten war ein entsprechend langer und komplexer, da erst die richtige Kombination aus Zeichen, Aussprache und Grammatik gefunden werden musste, die erlern- und anwendbar ist.

Kulturgeschichtlich liegt noch vieles im Dunkeln, lässt sich anhand der neuen Erkenntnisse und, wie an Hypothesen des Autors veranschaulicht, aber gut als Gedankengebäude nachvollziehen. Die weiteren Forschungsergebnisse werden noch, auch vom anthropologischen Standpunkt aus betrachtet, Erstaunliches zu Tage fördern.

Doch sollten die Erkenntnisse nicht nur zum besseren Verständnis unserer vergangenen Entwicklung, sondern auch im Sinne einer weiteren Evolution des Lesens betrachtet werden. Dazu gehören würde ein Aufbrechen der rigiden und einschränkenden Konzepte des Schulsystems, das auf die individuelle und entsprechend unterschiedlich zu fördernde Lesebegabung eines Kindes die gleiche Antwort hat wie auf die meisten anderen Belange. Antiquierte, die Erkenntnisse der modernen medizinischen Forschung nicht mit einbeziehende, Konzepte, die eine überwältigende Übermacht von jegliche Lektüre ablehnenden Menschen hervorbringt, die im besten Fall zumindest keine funktionellen Analphabeten sind.

Als würde es nicht noch weiterer Armutszeugnisse bedürfen, um die Notwendigkeit einer Modernisierung und Umstrukturierung des gesamten Schulsystems zu veranschaulichen, fallen solch wertvolle Erkenntnisse wie die des vorliegenden Werks auch noch unreflektiert der Vergessenheit anheim.

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Rezension zu "Lesen" von Stanislas Dehaene

Rezension zu "Lesen" von Stanislas Dehaene
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Sie lesen gerne? Sie haben seit früher Kindheit eine unbändige Freude am geschriebenen und gedruckten Wort? Dann gehören Sie zu einer großen Zahl von Menschen überall auf der Welt, die im Lesen nicht nur Spannung und Entspannung finden, Information und Wissen generieren, sondern auch Teil sind einer Kultur, die auch durch die neuen Medien nicht durchlöchert wird, denn auch dort wird gelesen.

Das vorliegende Sachbuch des Franzosen Stanislas Dehaene, einem der bekanntesten Kognitionswissenschaftler der Welt beschreibt das Lesen als „die größte Erfindung der Menschheit“ und erklärt, „was dabei in unseren Köpfen passiert“.

Das Buch ist eine lehrreiche, dabei immer gut lesbare Lektüre, die einen fast auf jeder Seite staunen lässt. Über die unglaublichen Leistungen, die das menschliche Gehirn beim Lesenlernen, und beim Lesen selbst vollbringt, obwohl es von der Evolution gar nicht dafür vorbereitet ist.

Dehaenes Buch handelt aber nicht nur vom Lesen selbst, sondern es versucht zu erklären, wie Menschen denken. Deshalb ist es für alle, die die geistigen Fähigkeiten von Kindern fördern (wollen), also für Eltern, Erzieher und Lehrer ein wichtiges Buch, denn dort erfahren sie, wie man am besten lernt.

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