Stanislav Struhar Die Verlassenen

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Inhaltsangabe zu „Die Verlassenen“ von Stanislav Struhar

Schon war er fest entschlossen, auf den Hügel über Ventimiglia zu steigen, doch vermochte er nicht mehr, die Altstadt zu betreten; zu düster muteten ihre uralten Gassen ihn an, zu fremd, noch fremder als die Neustadt war sie in seinen Augen. So nahm er die Straße, die an der Altstadt vorbeiführte, und still betrachtete er den Meeresglanz in der Tiefe, sah in die dunstige Ferne, ließ seinen Blick über die herrlichen Bilder des Hinterlandes schweifen. So viele Farben stellte die Landschaft zur Schau, als er auf dem Hügel innehielt, so schön war sie und bezaubernd, wie das Sonnenlicht warm. Auch das Innere der Gärten sah er, an denen er vorbeigeschritten war, sah noch mehr Häuser, noch mehr Früchte, noch mehr Leben.

Mit seinen Erzählungen erweist sich Stanislav Struhar als Meister der leisen Töne und der präzisen Beobachtung, der auch in Liebesdingen genau um die Bedeutung des Wartens auf den richtigen Augenblick weiß.

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    Die Verlassenen

    Duffy

    30. July 2017 um 09:57

    Gabriel reist von Wien nach Ventimiglia, um seinen Vater zu finden, der seinerzeit nach Italien ausgesiedelt ist. Doch an der Adresse, die er bekommen hat, trifft er seinen Vater nicht  und niemand weiß, wohin er verzogen ist. Nachdem Gabriel eine junge Frau kennenlernt, beschließt er am Ort zu bleiben und dort ein neues Leben zu beginnen.Struhar hat hier eigentlich keinen Roman geschrieben. Es ist eine Aneinanderreihung von Szenen, die als Ganzes ein unverbindliches Porträt der kleinen Stadt und ihrer Bewohner ergibt. Zwar folgt er einer Chronologie, in der es eine Entwicklung der Beziehung unter den Protagonisten gibt, aber die Handlung als solche ist ohne Weg, das Einzige, das kontinuierlich verfolgt wird, sind die Lebensumstände der Hauptfiguren. Die einzelnen Absätze sind Szenen an sich, teilweise ohne direkten Bezug zueinander. Die sind zwar sehr schön geschrieben, obwohl man beim Lesen so manches Mal auf ein paar Eigenheiten der Sprache stößt, doch sind sie zu abgeschlossen, sodass man manchmal von einem Absatz zum nächsten nicht weiß, worum es  geht. Manchmal verwirren auch große Zeitensprünge und die vielen Namen verlangen einiges vom Leser ab.Unter dem Strich bleibt Ratlosigkeit. Für eine Short-Story sicher zu lang, einen Roman kann man es allerdings auch nicht nennen und ob es nun wirklich ein ergiebiges Leseerlebnis ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eher zwiespältig.

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