Stanislaw Lem

 4 Sterne bei 1,039 Bewertungen
Autor von Solaris, Sterntagebücher und weiteren Büchern.
Stanislaw Lem

Lebenslauf von Stanislaw Lem

Stanisław Lem wird 1921 in Lemberg geboren, das zu dieser Zeit zu Polen gehört. Der Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie eifert seinen Eltern nach und beginnt 1940 ein Studium der Medizin in dem nun sowjetisch besetzten Lemberg. Als Folge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im folgenden Jahr ist Lem gezwungen, sein Studium abzubrechen. Er verschleiert mit gefälschten Papieren seine jüdische Herkunft und kann so als Schweißer für eine deutsche Firma arbeiten. Gegen Ende des Krieges setzt er sein Studium in dem nun wieder von der Roten Armee kontrollierten Osten Polens fort. Da Lemberg aber 1946 von der Sowjetunion annektiert wird, ist Lem gezwungen, nach Krakau zu gehen, wo er sein Studium fortsetzt und als Forschungsassistent arbeitet. Zeitgleich beginnt er, erste Texte zu verfassen. Obwohl er das Medizinstudium formell abschließt, lässt ihn die Prüfungskommission durchfallen, da er sich weder der stalinistischen Ideologie unterwerfen will, noch bereit ist, als Militärarzt eingesetzt zu werden. Als Folge dessen wird er den Beruf des Arztes nicht ausüben können, so dass er sich auf die wissenschaftliche Forschung beschränken muss. Er intensiviert nun auch die schriftstellerische Arbeit und stellt 1946 seine erste Erzählung „Człowiek z Marsa“ (dt. Titel: „Der Mensch vom Mars“) fertig, die in einer kleineren Zeitschrift erscheint. Das Werk wird erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Buchform veröffentlicht. Auch seine frühe, teils autobiographische Erzählung „Szpital Przemienienia“ (dt. Titel: „Das Hospital der Verklärung“) aus dem Jahre 1948 wird wegen der Zensur erst 1955 in überarbeiteter Form und als erster Teil der Trilogie „Czas nieutracony“ (dt. Titel: „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“) publiziert. Das Buch „Astronauci“ (dt. Titel: „Die Astronauten“, auch als „Der Planet des Todes“ erschienen) wird 1951 als seine erste Novelle herausgegeben. Das Werk handelt von einer Expedition von der Erde zur Venus, bei der die Astronauten feststellen, dass dort einst eine fortschrittliche Zivilisation gelebt hatte, die sich selbst ausgelöscht haben musste. 1953 heiratet Stanisław Lem die Radiologin Barbara Leśniak. Nach dem Ende der stalinistischen Periode in Polen 1956 konnte Stanisław Lem nun freier arbeiten als zuvor. Er veröffentlich 1957 sein erstes philosophisches Werk „Dialogi“ (dt. Titel: „Dialoge“). Bis 1968 folgen 16 weitere Bücher, unter anderem „Solaris“, „Cyberiada“(dt. Titel: „Kyberiade“), „Niezwyciężony“ (dt. Titel: „Der Unbesiegbare“) und „Głos Pana“ (dt. Titel: „Die Stimme des Herrn“). Er gewinnt zahlreiche nationale und internationale Literaturpreise. Als 1982 in Polen das Kriegsrecht verhängt wird, verlässt er das Land vorübergehend, um zunächst nach Westberlin und später nach Wien zu ziehen. Dort veröffentlicht er von 1986 bis 1987 seine letzten Romane „Pokój na ziemi“ (Dt. Titel: „Frieden auf Erden“, auch als „Der Flop“ veröffentlicht) und „Fiasko“. Er beschränkt sich nun auf publizistische Tätigkeiten und das Verfassen von Feuilleton-Beiträgen. Erst 1988 kehrt er nach Polen zurück. Am 27. März 2006 stirbt Stanisław Lem wegen eines Herzleidens im Universitätsklinikum von Krakau. Stanisław Lem gilt als einer der größten Vordenker und Schriftsteller der Nachkriegszeit, der das Genre Science-Fiction innerhalb der Literaturwelt erst wirklich salonfähig gemacht hat. Dabei gehen seine Werke über die üblichen Grenzen der reinen Science-Fiction-Literatur hinaus. Sie verbinden futuristische - aber nie utopische - technologische Visionen mit philosophischen Überlegungen über den Menschen und seine Sozialstruktur zu einer faszinierten und einfallsreichen Mengelage.

Alle Bücher von Stanislaw Lem

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Solaris

Solaris

 (280)
Erschienen am 16.11.2009
Sterntagebücher

Sterntagebücher

 (110)
Erschienen am 25.08.2003
Der Unbesiegbare

Der Unbesiegbare

 (81)
Erschienen am 16.11.2009
Der futurologische Kongreß

Der futurologische Kongreß

 (77)
Erschienen am 03.06.1979
Der Schnupfen

Der Schnupfen

 (41)
Erschienen am 01.10.2015
Robotermärchen

Robotermärchen

 (30)
Erschienen am 16.11.2009
Also sprach GOLEM

Also sprach GOLEM

 (26)
Erschienen am 11.11.2009
Fiasko

Fiasko

 (23)
Erschienen am 20.11.2000

Neue Rezensionen zu Stanislaw Lem

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Hellena92s avatar

Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

tolle Idee
Hellena92vor 2 Monaten

Stanislaw Lem ist einfach ein Künstler auf dem Science Fiction Gebiet und ich finde seine Bücher toll durchdacht.


In diesem hier geht es um den Planeten Solaris, zu welchem der Psychologe Kris Kelvin aufbricht, um Selbstmorde zu klären, sowie andere unglaubliche Beobachtungen.
Als er dort ankommt ist doch alles ganz anders und er weiß nicht mehr, wem er trauen soll.

Mein Fazit:
Ich bin begeistert von dem Herzblut, welches in die Geschichte gesteckt wurde, wenn mir doch aber dann die wissenschaftlichen Erklärungen zu viel wurden. Hätte ich das Buch gelesen, wäre es vermutlich nicht das Problem gewesen, aber als Hörbuch war es zu kompliziert und hat mich während der Autofahrt dann einfach gar nicht fesseln können. Ich empfehle daher sich Zeit zu nehmen und es zu hören, wenn man nicht abgelenkt werden kann.

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Rabiatas avatar

Rezension zu "Eden" von Stanislaw Lem

Science Fiction mit sozialkritischer Note
Rabiatavor 4 Monaten

Zu Anfang ist das Buch recht spannend geschildert. Die Mannschaft stürzt auf einem bisher unerforschten Planeten namens Eden ab und benötigt einige Zeit, sich aus dem beschädigten Raumschiff zu befreien.

Ich war schnell drin in der Geschichte und konnte den Ereignissen und Beschreibungen gut folgen.

Der Mittelteil ist für mich recht langatmig, da auch sehr detailreich und minutiös die Geschehnisse rund um die Begutachtung des Planeten beschrieben werden. Zum Ende nimmt die Handlung wieder an Fahrt auf und entwickelt eine gewisse Spannung, die sich bis zuletzt hält.

Mir fielen einige Parallelen zur Erdgeschichte auf, als die Unterdrückung der Bewohner durch totalitäre Herrscher geschildert wird und die Wissenschaftler überlegen, ob eine Änderung der Machtverhältnisse durch Waffengewalt und anschließend die Bewohner sich selbst zu überlassen, moralisch vertretbar sei.

Fazit: Das Buch ist trotz der teilweise etwas altmodischen Sprache gut und flüssig lesbar und durch die bildhaften Beschreibungen sehr gut vorstellbar.

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MSBGs avatar

Rezension zu "Memoiren, gefunden in der Badewanne" von Stanislaw Lem

Eine brillante Farce
MSBGvor 5 Monaten

Stanislaw Lems Farce ist sicherlich keine einfache Kost und in keinem Fall ein Buch, das ich Lem-Neulingen empfehlen würde. Man sollte sich schon etwas in den Gedankenwelten dieses großartigen Schreiberlings, der sich selbst zuerst als Philosoph sah, auskennen, bevor man sich an dieses Buch setzt.


Doch man wird mit jeder Seite belohnt. Von der ›wissenschaftlichen‹ Einleitung eines zukünftigen Historiker, der den auf unzureichenden Quellen basierenden Forschungsstand unserer Welt wiedergibt, über den unvermittelten Einstieg, der dich umgehend in den bürokratischen Wahnsinn des eigentlichen Romans wirft, und die zahllosen Begegnungen bis hin zu dem konsequenten Ende – es ist eines der reichhaltigsten Bücher, die ich kenne. Ich lese es alle paar Jahre  und immer noch überrascht es mich.

»Crazy as hell« nannte es ein Freund, und diesem Urteil möchte ich mich anschließen.

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Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 in Lemberg geboren.

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