Stanislaw Lem

 4 Sterne bei 1.084 Bewertungen
Autor von Solaris, Sterntagebücher und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stanislaw Lem (©CC BY-SA 3.0)

Lebenslauf von Stanislaw Lem

Stanisław Lem wird 1921 in Lemberg geboren, das zu dieser Zeit zu Polen gehört. Der Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie eifert seinen Eltern nach und beginnt 1940 ein Studium der Medizin in dem nun sowjetisch besetzten Lemberg. Als Folge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im folgenden Jahr ist Lem gezwungen, sein Studium abzubrechen. Er verschleiert mit gefälschten Papieren seine jüdische Herkunft und kann so als Schweißer für eine deutsche Firma arbeiten. Gegen Ende des Krieges setzt er sein Studium in dem nun wieder von der Roten Armee kontrollierten Osten Polens fort. Da Lemberg aber 1946 von der Sowjetunion annektiert wird, ist Lem gezwungen, nach Krakau zu gehen, wo er sein Studium fortsetzt und als Forschungsassistent arbeitet. Zeitgleich beginnt er, erste Texte zu verfassen. Obwohl er das Medizinstudium formell abschließt, lässt ihn die Prüfungskommission durchfallen, da er sich weder der stalinistischen Ideologie unterwerfen will, noch bereit ist, als Militärarzt eingesetzt zu werden. Als Folge dessen wird er den Beruf des Arztes nicht ausüben können, so dass er sich auf die wissenschaftliche Forschung beschränken muss. Er intensiviert nun auch die schriftstellerische Arbeit und stellt 1946 seine erste Erzählung „Człowiek z Marsa“ (dt. Titel: „Der Mensch vom Mars“) fertig, die in einer kleineren Zeitschrift erscheint. Das Werk wird erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Buchform veröffentlicht. Auch seine frühe, teils autobiographische Erzählung „Szpital Przemienienia“ (dt. Titel: „Das Hospital der Verklärung“) aus dem Jahre 1948 wird wegen der Zensur erst 1955 in überarbeiteter Form und als erster Teil der Trilogie „Czas nieutracony“ (dt. Titel: „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“) publiziert. Das Buch „Astronauci“ (dt. Titel: „Die Astronauten“, auch als „Der Planet des Todes“ erschienen) wird 1951 als seine erste Novelle herausgegeben. Das Werk handelt von einer Expedition von der Erde zur Venus, bei der die Astronauten feststellen, dass dort einst eine fortschrittliche Zivilisation gelebt hatte, die sich selbst ausgelöscht haben musste. 1953 heiratet Stanisław Lem die Radiologin Barbara Leśniak. Nach dem Ende der stalinistischen Periode in Polen 1956 konnte Stanisław Lem nun freier arbeiten als zuvor. Er veröffentlich 1957 sein erstes philosophisches Werk „Dialogi“ (dt. Titel: „Dialoge“). Bis 1968 folgen 16 weitere Bücher, unter anderem „Solaris“, „Cyberiada“(dt. Titel: „Kyberiade“), „Niezwyciężony“ (dt. Titel: „Der Unbesiegbare“) und „Głos Pana“ (dt. Titel: „Die Stimme des Herrn“). Er gewinnt zahlreiche nationale und internationale Literaturpreise. Als 1982 in Polen das Kriegsrecht verhängt wird, verlässt er das Land vorübergehend, um zunächst nach Westberlin und später nach Wien zu ziehen. Dort veröffentlicht er von 1986 bis 1987 seine letzten Romane „Pokój na ziemi“ (Dt. Titel: „Frieden auf Erden“, auch als „Der Flop“ veröffentlicht) und „Fiasko“. Er beschränkt sich nun auf publizistische Tätigkeiten und das Verfassen von Feuilleton-Beiträgen. Erst 1988 kehrt er nach Polen zurück. Am 27. März 2006 stirbt Stanisław Lem wegen eines Herzleidens im Universitätsklinikum von Krakau. Stanisław Lem gilt als einer der größten Vordenker und Schriftsteller der Nachkriegszeit, der das Genre Science-Fiction innerhalb der Literaturwelt erst wirklich salonfähig gemacht hat. Dabei gehen seine Werke über die üblichen Grenzen der reinen Science-Fiction-Literatur hinaus. Sie verbinden futuristische - aber nie utopische - technologische Visionen mit philosophischen Überlegungen über den Menschen und seine Sozialstruktur zu einer faszinierten und einfallsreichen Mengelage.

Alle Bücher von Stanislaw Lem

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Buchformat:
Cover des Buches Solaris (ISBN: 9783518461310)

Solaris

 (292)
Erschienen am 16.11.2009
Cover des Buches Sterntagebücher (ISBN: 9783518455340)

Sterntagebücher

 (113)
Erschienen am 25.08.2003
Cover des Buches Der Unbesiegbare (ISBN: 9783518743423)

Der Unbesiegbare

 (83)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Der futurologische Kongreß (ISBN: 9783518743188)

Der futurologische Kongreß

 (79)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Der Schnupfen (ISBN: 9783945386149)

Der Schnupfen

 (42)
Erschienen am 01.10.2015
Cover des Buches Robotermärchen (ISBN: 9783518461365)

Robotermärchen

 (30)
Erschienen am 16.11.2009
Cover des Buches Fiasko (ISBN: 9783518743164)

Fiasko

 (25)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Also sprach GOLEM (ISBN: 9783518743126)

Also sprach GOLEM

 (26)
Erschienen am 15.04.2013

Neue Rezensionen zu Stanislaw Lem

Neu
G

Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

Mal etwas ganz anderes
Goldilocksvor einem Monat

Dieses Buch ist, wie der Titel der Rezension es auch sagt, etwas ganz anderes als ich normalerweise lese. Ich habe es in irgendeinem altem, verstaubtem Regal meiner Verwandten ausgegraben und wäre wahrscheinlich auch gar nicht neugierig geworden wenn es nicht vom Weltraum handeln würde. Denn Exoplaneten und Raumfahrten mag ich einfach sehr gerne. Dieses Buch sollte also einer meiner ersten Sci-Fi Romane werden (wenn man von Star Wars Fan-Fiction absieht).

Tatsächlich ist dieses Buch 1961 erschienen, was man auch an der Sprache des Autors merkt. Die Idee für die Geschichte war mir selbst in ähnlicher Form, davor noch nie untergekommen. Es handelt von einem Planeten namens Solaris auf dem physikalische Gesetze anders funktionieren als man gewohnt ist. Die Menschen versuchen schon seit über einem Jahrhundert den Ozean der den ganzen Planeten bedeckt zu erforschen. Als der Wissenschaftler Kelvin auf der Raumstation eintrifft ist er noch nicht bereit für all das, was ihm wieder fahren wird.

Am Anfang und auch während der Geschichte hatte ich keine Ahnung wie sie enden würde. Alles war möglich. Genauso wie auf Solaris alles möglich ist. Aber ich muss sagen, dass Ende hat mir gefallen. Ich fand es sehr passend und ein guter Abschluss.

Insgesamt weiß ich nicht wirklich was ich von dem Buch halten soll. Es war verstörend, ein Bisschen spannend aber nicht direkt fesselnd. Insgesamt weiß ich nicht wirklich was ich von dem Buch halten soll. Es war verstörend, ein Bisschen spannend aber nicht direkt fesselnd. Man musste es nicht sofort weiterlesen aber Abschnitt für Abschnitt wollte man es dann doch beenden. Es passieren merkwürdige Dinge im Lauf der Geschichte und irgendwie hat es mich auch ein Bisschen an Schulliteratur erinnert. Teilweise war es auch anstrengend zu lesen da viel sehr genau beschrieben oder spekuliert wurde ohne die Handlung wirklich voran zu treiben. Ganz komische Mischung.

Es war definitiv nicht schlecht. Nur irgendwie ist es sehr schwer zu beschreiben. Die Charaktere waren gut, manchmal gruselig, man wusste nicht was sie tuen werden, zum Teil nicht mal was sie empfinden. Mit der Solaris hat Stanislaw Lem wirklich eine Bühne geschaffen auf der alles möglich war. Auf einem fremden Planeten gibt es keine Gesetze und Regeln und das hat er ausgenutzt.

Allem in allem gebe ich dem Buch vier von fünf Sternen. Das Buch steht ein Bisschen für sich, es gibt keinen Vergleich, deshalb fällt es mir schwer zu sagen wie viele Sterne es verdient hat. Drei oder fünf würden meiner Meinung nach genauso gut passen. Es nimmt einen mit auf eine ein Bisschen verstörende Reise die einen zum nachdenken bewegt.

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S

Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

Rezesion
sapphowasrightvor 3 Monaten

Obwohl Solaris ein Thriller ist, werden die meiste Zeit die wunderschöne Landschaft des Planeten und die wissenschaftlichen Abhandlungen die über ihn "verfasst wurden" beschrieben. Meiner Meinung nach vor allem ein philosophisches Werk. Um den englischen Wikipediaeintrag zu zititeren, das zentrale Thema ist das komplette Versagen von menschlichen Wesen, außerirdische Intelligenz zu verstehen. Das Buch hat mich in seinen Bann gezogen genauso wie der Planet den Protagonisten. Ein unvergleichlicher Schreibstil und Einfallsreichtum festgehalten auf ein paar viel zu wenigen aber wirklich lohnenden Seiten. cw: Selbstmord, Mord, Paranormal, Nadeln, Realitätsverlust

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Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

tolle Idee
Hellena92vor 2 Jahren

Stanislaw Lem ist einfach ein Künstler auf dem Science Fiction Gebiet und ich finde seine Bücher toll durchdacht.


In diesem hier geht es um den Planeten Solaris, zu welchem der Psychologe Kris Kelvin aufbricht, um Selbstmorde zu klären, sowie andere unglaubliche Beobachtungen.
Als er dort ankommt ist doch alles ganz anders und er weiß nicht mehr, wem er trauen soll.

Mein Fazit:
Ich bin begeistert von dem Herzblut, welches in die Geschichte gesteckt wurde, wenn mir doch aber dann die wissenschaftlichen Erklärungen zu viel wurden. Hätte ich das Buch gelesen, wäre es vermutlich nicht das Problem gewesen, aber als Hörbuch war es zu kompliziert und hat mich während der Autofahrt dann einfach gar nicht fesseln können. Ich empfehle daher sich Zeit zu nehmen und es zu hören, wenn man nicht abgelenkt werden kann.

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Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 in Lemberg geboren.

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