Stanislaw Lem Solaris

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Inhaltsangabe zu „Solaris“ von Stanislaw Lem

Der Klassiker der Science Fiction von Stanislaw Lem: Der Planet Solaris ist fast vollständig von einer Art Ozean umgeben, der nicht nur die Umlaufbahn seines Wirtes beeinflusst, sondern auch die Psyche der Wissenschaftler, die ihn von der Raumstation aus untersuchen sollen. Als der Psychologe Kris Kelvin die Solaris-Station erreicht, um die seltsamen Vorkommnisse aufzuklären, erwartet ihn eine außerirdische Intelligenz jenseits aller Vorstellungskraft ...

Eher tiefgreifende Psychoanalyse als Science Fiction. Zwar schwere Kost, weist jedoch den Weg zu den eigenen Bedürfnissen.

— EliasBohst

Lems Meisterwerk schlechthin

— Brennegan

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  • Psychologisch wertvoll?

    Solaris

    EliasBohst

    09. December 2016 um 19:32

    Gibt es eigentlich ein Zuviel an tiefgreifend psychologischen Fragestellungen - und Antworten? Bis zu diesem Buch war ich sehr interessiert an der menschlichen Psyche. Doch nach diesem Lem weiß ich, dass es definitiv ein Zuviel gibt. Betrachtet man die Zukunft und die Handlungsorte dieser Geschichte zu anfangs, so wird einem bereits klar, dass die Figuren, allem voran der Protagonist Kris Kelvin, in einer Situation der Isolation auf sich allein gestellt sind. Dass keine freundliche Gruppeninteraktion besteht, ist die Ausgangssituation, die der Psychologe Kelvin aufklären soll, denn die Forscher der Solaris-Raumstation halten keinen Funkkontakt mehr mit der Außenwelt und hatten zuletzt Hilfe angefordert. Was Kelvin auf der Station entdeckt, scheint zunächst unerklärlich. Die Wissenschaftler scheinen von "Besuchern" heimgesucht zu werden. Dies hatte bereits den Tod von Besatzungsmitgliedern oder zumindest deren Verschwinden zur Folge. Kelvin kann sich darauf so schnell keinen Reim machen, wird dann jedoch selbst von einem Besucher aufgesucht. In diesem Werk befasst sich Lem natürlich fast ausschließlich mit der menschlichen Psyche und der Frage, wie sie auf ungewohnte Formen der Kontaktaufnahme reagiert. Wie diese Formen an sich aussehen, gerät dabei mehr und mehr zur Nebensache, während die menschliche Reaktion darauf bis ins letzte Detail untersucht wird. Was nach 50 Seiten für eine leichte Verwirrung sorgt, lässt einen nach spätestens 150 Seiten als kleines Kind zurück, dass allmählich erahnt, wie wenig es über Psychologie weiß. Es sei denn, man studiert diese Disziplin mit entsprechendem Fachgebiet. Für den gewöhnlichen Leser, der glaubt, ein Buch über Science-Fiction zu lesen, ist dies jedoch zu viel, sodass man am Ende unfreiwillig enttäuscht ist. Die Ideenvielfalt, die Lem bei diesem Werk an den Tag legt, übersteigt heutige Science-Fiction Autoren jedoch um Längen. Für Psychologen mit Hang zu konfusen Weltraumabenteuern ist dies gewiss eine runde Sache.

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  • Rezension zu "Solaris"

    Solaris

    Flickercat

    31. December 2015 um 00:29

    Das Setting mit dem unergründlichen Ozean und der beklemmenden Situation auf der fast verlassenen Solaris-Station hat mir wirklich gut gefallen. Ebenso die philosophischen Aspekte: Die menschliche Erwartung, in außerirdischer Intelligenz eine Form unserer eigenen Intelligenz zu finden, die eigenen unterbewussten Wünsche, die Frage, ob und ab welchem Zeitpunkt die „F-Gebilde“ eigenständige Lebewesen sind... Auch das Ende des Buches fand ich in diesem Zusammenhang passend und gelungen. Stilistisch allerdings hat mir „Solaris“ nicht besonders gut gefallen. Ich weiß nicht, wie viel davon der Übersetzung geschuldet ist, auf jeden Fall gab es immer wieder seltsame, grammatikalisch irgendwie schief anmutende Formulierungen und Ansammlungen mehrerer Ausrufezeichen hintereinander. Außerdem habe ich es oft als ziemlich anstrengend empfunden, den Dialogen zu folgen. Es gibt keine Anführungszeichen und oft genug zusätzlich verwirrende Absatzsetzungen, so dass man erstmal sortieren muss, wer eigentlich gerade spricht. Dazu kommt, dass die Charaktere gerne mal in abgebrochenen Sätzen und Gedankensprüngen kommunizieren, denen ich nicht immer folgen konnte und die mich mit der Zeit ziemlich genervt haben. Die Charaktere bleiben eher flach und wenig greifbar; die Handlung tritt irgendwann ziemlich auf der Stelle und die Beschreibungen kommen für meinen Geschmack recht trocken rüber, vor allem die eigentlich so zentralen Passagen über die Theorien der Solaristik und das Wesen des Ozeans. Fazit: Die Ideen hinter dem Buch gefallen mir echt gut und wären mir auch 4 Sterne wert gewesen, allerdings hat der Lesespaß durch die Umsetzung manchmal doch ziemlich gelitten, Klassiker hin oder her.

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  • Wer sich für Klassiker der SciFi interessiert, kann sich da mal durchkämpfen...

    Solaris

    soetom

    12. November 2015 um 22:36

    Eins muss man Lem lassen: Die Handlung und die wissenschaftlichen Hintergründe sind durchdacht. Und entgegen der Hollywood-Handlungen verläuft die Story nach wenig vorhersehbaren Wendungen. Jetzt kommt das Aber: Es wird eine Menge der mit gedachten Philosophie in Monologe des Helden gepackt. Seitenweise. Ohne, dass die Handlung dadurch voran käme. Und das in einer Sprache, die vermutlich schon beim Erscheinen des Buches anstrengend war.  Ich habe vieles entdeckt, was später in Sciencefiction-Geschichten wieder auftaucht. Das war spannend. Die philosophischen Exkurse über das, was uns Menschen ausmacht lohnen, über sie nachzudenken. Aber ob ich das Buch deshalb noch mal lesen werde? Eher nicht...

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  • Zeitloser philosophischer Science-Fiction Roman

    Solaris

    Lilith79

    05. November 2015 um 22:05

    "Solaris" ist eines dieser Bücher, die ich vor Jahren mal aus dem Fundus meiner Großeltern mitgenommen habe. Eigentlich lese ich wenig Science-Fiction Romane (nicht mein Lieblings-Genre), aber von Stanislaw Lem habe ich schon ein paar Kurzgeschichten gelesen, die mir gut gefallen haben, deswegen habe ich zur Abwechslung von meinen sonstigen Genres jetzt mal dieses Buch von meinem SUB genommen. Am Anfang von Solaris landet der Forscher Kelvin nach einem längeren Flug auf einer Forschungs-Raumstation, die ganz der Erforschung des Planeten Solaris gewidmet ist. Bei Solaris handelt es sich um einen Planeten, der fast gänzlich von einem Ozean bedeckt ist, bei dem es sich aber nicht um einen "normalen" Ozean handelt, wie wir ihn von der Erde kennen, sondern um eine Art lebendiges Gebilde, das vielleicht sogar (dass die große Frage) ein Bewusstsein besitzt. Seit langer Zeit (wie lange genau konnte ich dem Buch nicht entnehmen, aber auf jeden Fall seit Forschergenerationen) versucht die Menschheit das Rätsel dieses Planeten zu entschlüsseln und stößt dabei an seine Grenzen. Als Kelvin auf der Raumstation ankommt, merkt er schnell, dass dort etwas nicht stimmt. Einer der Forscher dort ist gerade am Vortag unter merkwürdigen Umständen verstorben, die beiden anderen verhalten sich paranoid, teilweise fast feindselig. Es dauert nicht lange bis Kelvin den Grund dafür versteht... Vom Inhalt möchte ich hier gar nicht mehr verraten. Mir hat das Buch jedenfalls sehr gut gefallen, denn es handelt sich dabei meiner Meinung nach fast weniger um einen Science-Fiction Roman als um einen eher philosophischen Roman, der sich auf faszinierende und kreative Art und Weise mit der große Frage beschäftigt was Menschlichkeit eigentlich ausmacht und auf eine gewisse Art und Weise könnte man ihn fast als Liebesroman bezeichnen. In ein oder zwei anderen Rezensionen hier habe ich Kritik an der "altertümlichen Sprache" oder an der Übersetzung gefunden , was mich etwas wundert, denn ich fand die Sprache in meinem Buch sehr klar und präzise und eigentlich auch kein bisschen altmodisch (wobei ich generell finde, dass man mit "altertümlicher Sprache" rechnen sollte, wenn man Klassiker liest). Eventuell gibt es ja aber unterschiedliche Übersetzungen. Meine Ausgabe ist von 1981 in der Übersetzung von Irmtraud Zimmermann-Göllheim.

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  • Großartige Mischung aus Science-Fiction, Traktat und Thriller

    Solaris

    Makollatur

    06. October 2015 um 15:29

    Das in den Jahren 1959/1960 verfasste Werk des polnischen Autors Stanislaw Lem darf als absoluter Klassiker des Science-Fiction-Genres bezeichnet werden. In einer faszinierenden Mixtur aus wissenschaftlicher Abhandlung und spannend erzählter Handlung schafft es "Solaris", den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu bannen. Aus der Perspektive des Psychologen Kris Kelvin geschildert, erlebt der Rezipient die seltsamen Ereignisse auf einer Raumstation auf dem fernen Planeten Solaris. Die wenigen Besatzungsmitglieder fallen durch ihr merkwürdiges Verhalten auf, Personen erscheinen, deren Existenz eigentlich unmöglich ist. Lem nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Ferne des Weltraums, gleichzeitig aber auch in das innere Ich des Menschen. Denn nichts anderes als die Konfrontation Kelvins und seiner Kollegen mit sich selbst bildet den Kern des Romans. Knapp zehn Jahre vor der ersten Mondlandung kann "Solaris" daher als Versuch gesehen werden, die Expansionsbestrebungen des modernen Menschen psychologisch zu hinterfragen. Die tragische Geschichte Kelvins, gemischt mit den überaus feinsinnigen Partien über die Astronomie und Planetologie sowie Naturwissenschaft im Allgemeinen macht "Solaris" als Lektüre überaus wertvoll. Daher eine klare Empfehlung.

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  • Ein Mann kommt auf einen Planeten und findet ... ja was eigentlich?

    Solaris

    Hypokras

    25. August 2015 um 10:52

    Die Station: Sonne - Klassische Sci-Fi. Und so beginnt es: »Um neunzehn Uhr Bordzeit stieg ich, vorbei an den Leuten, die den Schacht umstanden, über die Metallsprossen ins Innere der Kapsel hinab. Drinnen war gerade genug Platz, um die Ellbogen wegzuspreizen. Sobald ich das Ende in die Leitung geschraubt hatte, die aus der Wand hervorstand, blähte sich der Raumanzug auf, und von nun an konnte ich nicht die kleinste Bewegung mehr ausführen. Ich stand — oder hing vielmehr — im Luftbett, mit der Metallhülle in eins verfugt.« Zusammenfassung Kurz: Ein Psychologe soll den Wahnsinn auf einer Station auf einem Planeten mit vermeintlich intelligentem See untersuchen, Etwas länger: dabei trifft er seine Jugendliebe, die gar nicht seine Jugendliebe, sondern eine immer komplexer werdende Kopie, aufgebaut aus einem den Forschern bis dato unbekannten Material - und darum auch beinahe unsterblich - ist. Meine Meinung Es ist schwierig ehrlich über ein Buch zu schreiben, das zehn Jahre älter ist als man selber und sich dabei nicht all die lieben Menschen um einen herum zu Feinden zu machen, die dieses Buch so toll finden. Am einfachsten liesse sich das bewerkstelligen - und vermutlich auch dahingehend, dass ich mir den einen oder anderen Bekannten und/oder Freund bewharen kann - indem ich ein vielsagendes Satzzeichen für mich sprechen lasse. Nämlich das Fragezeichen. Denn genau das ist es, was mir heute morgen, als ich das Buch endlich zu Ende gelesen hatte, vor meinem geistigen Auge schwebte. Man schaut sich dieses Buch an und denkt sich: "Pha, 288 Seiten, das liesst sich ja weg wie nichts." Denkt man sich. Weit gefehlt. Ich sass fast zwei Wochen daran. Vereinzelt hat es mir zu hervorragendem Schlaf verholfen, und das unter gänzlichem Verzicht auf entsprechende pharamzeutische Hilfsmittel. Dabei war noch nicht mal die für meine Ohren etwas altbacken wirkende Sprache das grösste Problem. Das kann ja im Gegenteil sogar gar reizvoll sein. Nur wenn ich manchmal über eine halbe Seite hinweg nicht weiss, wer denn jetzt spricht und ob er überhaupt noch spricht, oder schon wieder denkt, Selbstgespräche führt oder als Erzähler auftritt, dann empfinde ich das vorsichtig ausgedrückt als mühsam. Die Figuren wirkten auf mich seltsam behäbig, unlogisch und handelten für mich oft nicht nachvollziehbar. Sie hatten "zu wenig Fleisch" an den Knochen. Wer oder was genau ist nun diese Frau und warum hat sie gemacht was sie zum Schluss gemacht hat? Die Sprache ist wie schon erwähnt über 50 Jahre alt, was aber kein Nachteil sein muss. Allerdings scheint mir die Kombination aus über 50 Jahre altem Polnisch und einer Übersetzung ins Deutsche irgendwann zwischen damals und jetzt in ein über 50 Jahre altes Deutsch keine gute Vorasussetzung für einen Lesegenuss im Hier und Jetzt zu sein. Zu Deutsch: Ich mag keinen deutschen Text ins Deutsche übersetzen wenn ich einen Roman lese. Zum Schluss: Was hat bitteschön "Solaris" mit Sci-Fi zu tun? Überall bekomme ich um die Ohren geschmissen, das Buch wäre ein Klassiker der Sci-Fi. Ich denke, die meisten die solcherlei Unsinn verzapfen haben das Buch im Besten Falle als Staubfänger im Regal stehen, mitnichten jedoch jemals lesenderweise sich zu Gemüte geführt. Fazit Leider keine Kaufempfehlung. Herr Lem hätte sich meiner Meinung nach lieber als Philosoph und/oder Lyriker betätigt. Gesamteindruck Sprache / Stil: 6/10 Figuren: 6/10 Handlung: 2/10 Schlusswertung: 5/10 Punkte

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  • Weltliteratur - nicht mehr, nicht weniger

    Solaris

    Stefan83

    Über den Stellenwert und die Bedeutung von Science-Fiction-Literatur ist schon immer kontrovers diskutiert worden. So bezeichnete Stanislaw Lem die anglo-amerikanischen Science-Fiction-Werke aus der Anfangszeit des Genres als kitschiges, kommerzielles Lesefutter, dessen Mängel allzu offensichtlich seien. Es entbehrt deshalb nicht einer gewissen Ironie, dass sein Roman "Solaris" zum unumstrittenen Klassiker dieser Literaturgattung wurde und sogar zwei, eher weniger gelungene, Filmadaptionen nach sich zog. Grund genug damit für mich, dieses Buch aus dem Regal hervorzukramen und meine erste Erfahrung mit einem Science-Fiction-Werk zu machen, in dem es keine Schlachten gibt und die Außerirdischen selbst körperlos sind und für den Leser nicht fassbar bleiben. Im Zentrum von Lems "Solaris" steht der gleichnamige, von einem vermutlich intelligenten und lebenden Ozean bedeckte Planet, der sich bereits seit Jahrzehnten einer Erforschung widersetzt. Kris Kelvin, ein Psychologe und der Erzähler dieser Geschichte, soll eine Reihe merkwürdiger Ereignisse auf der über dem Planeten schwebenden Station untersuchen und findet bei seiner Ankunft eine Mannschaft vor, die mit schmerzhaften Erinnerungen und verdrängten Bildern ihres Unterbewusstseins konfrontiert wird. Der Zustand der Männer ist desolat, ein Mitglied hat in seiner Verzweiflung bereits Suizid begangen. Und auch Kelvin hat kurze Zeit später eine Erscheinung, welche die Form seiner Geliebten Harey annimmt, die sich vor vielen Jahren das Leben nahm, als er sie verlassen wollte. Obwohl ihm die Künstlichkeit dieser "Harey" bewusst ist, entwickelt er bald gewisse Gefühle für sie und vesucht, eine neue Beziehung zu ihr aufzubauen. Ein Versuch, der letztendlich genauso zu scheitern droht, wie der in Kontakt mit dem Ozean zu treten... Schon der formale Aufbau unterscheidet sich von allem, was ich bis dato gelesen habe. Der Beginn könnte einem Kriminalroman entsprungen sein, derart spannend ist Lems Spiel mit den Worten, das nur einige Seiten später einer kalten, leidenschaftlosen Sprache mit wissenschaftlicher Nüchternheit weicht, welche dem Leser große Geduld und Aufmerksamkeit abfordert. Schnell kristallisiert sich als Kernstück des Roman die philosophische Frage heraus, wie ein Mensch mit den Dingen, die zu begreifen er nicht im Stande ist oder die sich seinem Verständnis bewusst entziehen, umgeht. Kelvin, der in der Bordbibliothek nach Informationen über Solaris sucht, gibt nebenbei einen Abriss über die Arbeiten früherer Wissenschaftler, welche auf verschiedenste Weise Kontakt aufzunehmen versucht und dabei selbst die Vernichtung als Möglichkeit in Betracht gezogen haben. Ein geschickter Schachzug Lems, der natürlich vordergründig diese Informationen für die Handlung benötigt, dabei eigentlich aber eher auf die reale Wissenschaft und ihre Irrwege anspielen will. Denn wie dort, werden Phänomene klassifiziert, Theorien als unerschütterliche Tatsachen niedergeschrieben, um von der nächsten Generation von Physikern, Astronomen oder Psychologen widerlegt zu werden. Selbiges geschieht auch mit der Mannschaft. Ihre Versuche, Solaris zu verstehen, werden auf sie selbst zurückgeworfen, die Experimente fördern nur ihre eigenen psychologischen Schwächen zutage. Was folgt ist ein Spielraum für Vermutungen, Theorien, Möglichkeiten, denen sich auch der Leser stellen oder daran verzweifeln muss. Der Grad zwischen beiden Alternativen ist schmal, da Lems Ausschweifungen und wissenschaftliche Diskurse die Geduld des Lesers in hohem Maße auf die Probe stellen. Obwohl nicht langweilig geschrieben, bleibt "Solaris" keine leichte Unterhaltung. Es ist ein Buch, das nicht nebenbei bewältigt werden kann und will. Ein Werk, mit dem sich aber eine Auseinandersetzung lohnt und das ganz nebenbei die Möglichkeiten dieser Literaturgattung aufs Eindrucksvollste unter Beweis stellt. Insgesamt ist "Solaris" ohne Frage ein Meisterwerk des Genres und ein Klassiker der Weltliteratur, der heute noch genauso aktuell ist und wirkt, wie bei der Erstveröffentlichung im Jahre 1961. Eine zwiespältige, nachdenklich stimmende Leseerfahrung, die jedem ans Herz gelegt sei, aber sicher nicht jedem zusagen wird.

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    • 3
  • Nightterror und stilistisch nicht meins.

    Solaris

    PrinzessinMurks

    04. June 2013 um 10:33

    Mal davon abgesehen, dass es mir zu beängstigend ist: Es ist mir auch sprachlich zu holprig. Das mag an der Übersetzung aus dem Polnischen liegen oder an der Zeit der Entstehung, an dem Thema oder dem Autor - oder an allem zusammen. Fakt ist für mich jedenfalls, dass es durchaus SiFi-Klassiker gibt, die besser, flüssiger und fesselnder zu lesen sind. Am Meisten störte mich wohl der Satz meiner Ausgabe. Die Schrift hoch und schmal, keine Anführungszeichen bei Wörtlicher Rede - ein einziger Bewustseinsstrom. Das mag so gewollt sein, ist aber nicht nichts für mich. Subjektive zwei Sterne.

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  • Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

    Solaris

    Maximilian_Schlesier

    27. September 2012 um 10:02

    - mitunter (auf zwei lange Abschnitte konzentriert) sehr wissenschaftlich, aber sehr subtil, schreckenerregend und klaustrophobisch
    - ein düsteres Werk über die Frage des Seins

  • Leserunde zu "Zwölf Wasser - Zu den Anfängen" von E. L. Greiff

    Zwölf Wasser - Zu den Anfängen

    DieBuchkolumnistin

    Wasserstände sinken, Quellen versiegen. Noch ist die Bedrohung des Kontinents kaum spürbar, die Völker leben in Frieden. Aber die dunklen Vorzeichen einer Katastrophe, weit grausamer als eine weltweite Dürre, häufen sich. Denn die Quellen spenden mehr als nur Wasser ... Die Undae, eine Gemeinschaft von Frauen, die dem Wasser verbunden sind und darin lesen können, brechen ihr jahrhundertelanges Schweigen und warnen die Menschen. Drei von ihnen machen sich auf den langen Weg zu den zwölf Quellen mit dem Ziel, die Katastrophe vom Kontinent abzuwenden. Sie gehen nicht allein. Ein Schwertkämpfer, der sich gegen seine Bestimmung wehrt, ein junger Hirte auf der Suche nach Rache und sein Falke begleiten sie. Aber wie soll man eine ganze Welt retten, wenn es unmöglich scheint, sich selbst zu retten? http://www.12wasser.de/ Wir wollen mit Euch zusammen die neue Fantasyreihe "Zwölf Wasser" von E. L. Greiff entdecken und gehen gemeinsam auf die Spur der Undae - hast Du Lust uns zu begleiten? 25 Testleser dürfen mit auf die spannende Reise gehen. Wie Du mitlesen kannst? Poste bis einschliesslich 05. August 2012 folgenden Satz inkl. Link in Dein Status-Update bei Twitter, Facebook, Google+ oder natürlich LovelyBooks:  Ich gehe auf die Reise zu den Anfängen - Zwölf Wasser: http://bit.ly/ZwölfWasser  und verlinke dies dann hier im Unterthema "Bewerbung" (Direktlink auf Dein Profil bzw. das jeweilige Update).

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    • 641
  • Ich suche Romane, die außerirdische Welten und fremde Lebensformen...

    Wonnefried

    Ich suche Romane, die außerirdische Welten und fremde Lebensformen beschreiben, ich bin schon bei Jack Vance ein wenig fündig geworden und freue mich über weitere Empfehlungen.

    • 19
  • Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

    Solaris

    Hipster

    13. September 2010 um 14:54

    Eines der Science Fiction Bücher die man, falls ein geringes Interesse an Sci-Fi besteht, gelesen haben soll. So hab ich es in einigen Kritiken gelesen. Also hab ich mir gedacht 'dann tu ich das mal'. Es fängt ja ganz interessant an. Kelvin beschreibt seine Vorfreude und seine Hoffnungen. An der Raumstation angekommen dauert es nicht lange bis er eine dunkelhäutige Frau sieht und man macht ihm gleich klar das auch er Gäste (oder F-Gebilder) haben wird. Was auch in Form seiner toten Ex passiert. Er arrangiert sich mit Ihr und beginnt sie wioeder zu lieben. Das führt zu Konsequenzen innerhalb ber restlichen Besatzung. Wäre die Geschichte so fortgeführt und ausgeschmückte hätte ein interessanter Sci-Fi-Psycho-Krimi dabei raus kommen können. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Denn Stanislaw Lem konzentriert sich zu sehr auf den wissenschaftlichen Aspekt der von der Forschung des Planeten ausgeht. Viel zu lange lässt er seinen Charakter Kelvin in der Bibliothek rumschmöckern. Seine Beschreibungen ufern ins tolkiensche aus, was an und für sich nichts schlechtes ist, denn ich mag Tolkiens Erzählweise: Aber man ist hier von zu wissenschaftlichen Theorien und Thesen abgelenkt. Manchmal hatte ich das Gefühl das ich Astrophysik hätte studieren müssen um mit dem Buch klar zu kommen. Wenn man die Geschichte von den Betrachtungen und von dem was gelesen wird extrahiert, dann bleiben wenn es hochkommt 75 - 100 Seiten Story übrig, die aber lesenswert sind. Trotzdem rettet die Story das Buch nicht Ich mag Sci-Fi, aber das Buch fiel schwer es zu lesen und es tut mir Leid dass ich für das Buch Geld ausgegeben habe.

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  • Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

    Solaris

    bateman23

    22. August 2010 um 12:55

    Interessante "Science Fiction als Kammerspiel". Die anfängliche atmosphärische Geschichte wird schnell zu einer philosophischen Reflexion über das Streben nach Wissen, Grenzen der Erkenntnis und der Selbstwahrnehmung. - Leider zu oft angereichert durch fiktive Buchparaphrasen ("Metaliteratur" als häufiges Stilmittel des Autors), die mir in ihrer "Künstlichkeit" und Fiktion von "Pseudo-Wissenschaftlichen" Themen missfällt. Trotzdem freue ich mich auf den "Futurlogischen Kongress".

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  • Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

    Solaris

    Zhunami

    10. August 2010 um 20:08

    Das Buch "Solaris" von Lem ist ein Klassiker der Science Fiction Literatur, der seinesgleichen sucht. Geschickt werden hier SciFi Elemte und Psychothriller miteinander verwoben. Auf der Forschungsstation des neu entdeckten Planeten "Solaris" soll eigentlich nur eben dieser Planet untersucht werden, ein Planet, der nur aus Wasser besteht. Später stellt sich heraus, dass genau dieser Planet eigentlich ein einziges, großes Lebewesen ist, das die Menschen auf der Forschungsstation mit ihren ureigenen Ängsten und Träumen konfrontiert, sie scheinen zu halluzinieren, doch die Träume sind realer als man denkt. Eine großartige Geschichte!

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  • Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

    Solaris

    Kamila

    25. August 2009 um 14:35

    Angeblich soll das ein Klassiker der Science-Fiction sein ... Bullshit! Es ist ein Psycho-Thriller!!! Ich lese meistens im Bett vor dem Schlafen, und einmal hatte ich echt Albträume.... Na egal, das Buch ist toll. Es spielt zwar auf einer Raumstation, aber das Wesentliche sind die Menschen und deren Konflikte untereinander und vor allem mit sich selbst. Manche Beschreibungen des Planeten waren mir zu detailliert und daher ein wenig langweilig, aber im großen und ganzen - ein sehr spannendes Buch, auf jeden Fall lesenswert.

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