Stanley Crawford

 3.5 Sterne bei 2 Bewertungen

Alle Bücher von Stanley Crawford

Gascoyne

Gascoyne

 (1)
Erschienen am 03.09.2018
Mrs U. liebt das Meer

Mrs U. liebt das Meer

 (1)
Erschienen am 22.02.2017

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kassandra1010s avatar

Rezension zu "Gascoyne" von Stanley Crawford

the american dream
kassandra1010vor 2 Monaten

Surreal, expressionistisch und schräg! Dieser rote Sticker auf der Rückseite des Buches verspricht so einiges!

Gascoyne gerät aus reiner Neugierde und natürlich auch wirtschaftlichem Interesse mitten hinein in einen Mord. Auf dem riesigen Anwesen seines Geschäftspartners und Konkurrenten Roughah wird eine ganz große Show abgezogen. Gascoyne schleicht sich in das Innere des Haupthauses und trifft dort auf einen Unbekannten in einem Faultierkostüm, eine hocherfreute Witwe, die trauernde Geliebte und den Chauffeur Dimitri. Die großartige Vorstellung wird allerdings davon getoppt, dass der zuständige Sherriff O`Mallollolly den Mord als simplen Selbstmord gleich für erledigt erklärt.

Während Gascoyne von seinem Handy aus weiter seine mehr oder weniger offiziellen Geschäfte vorwärts treibt und diverse Ermittlungen in Bezug auf den Toten an seine rechte Hand Chester delegiert, wird er von ständig wechselnden Porschefahrern verfolgt.

Scheinbar ist ihm ein Stich ins Wespennest gelungen und er kann es kaum erwarten, dass seine Geschäfte davon profitieren. Ständig auf Achse regiert er mit harter Hand sein eigenes Imperium.

Durch seine Überheblichkeit, sein übertriebenes Selbstvertrauen und seine ganz besondere Einstellung zu Problemlösungen begreift er erst viel zu spät, dass es tatsächlich jemand gewagt hat, den Spieß umzudrehen.

Stanley Crawford hat mit Gascoyne einem Autonarren eine eigene kleine Welt geschaffen. Dieses kleine von Wohlstand, Macht und Gier geprägte Stückchen Land findet überall auf dieser Welt ein Zuhause. Er beleuchtet den „American Dream“ mit rotzigem Sarkasmus, einem guten Schuss Ironie und einer Arroganz, die seinesgleichen sucht.

Dem Leser wird nach und nach klar, wie diese kleine selbstgestrickte Welt funktioniert. Mit Gascoyne begibt man sich auf einen üblen Roadtrip in schönen alten Klassikern nur um festzustellen, dass diese ganze Fiktion leider schon zu unserer Realität geworden ist.

Wer also auf Roadmovies, skurrile Typen, amerikanische Autos und eine fiese Story steht, der ist bei Stanley Crawford genau richtig!

Kommentare: 1
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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Mrs U. liebt das Meer" von Stanley Crawford

Bizarre, eigenartige Allegorie
ulrikerabevor einem Jahr

Vierzig Jahre lang lebt Mrs. U. mit Unguentine, ihrem Ehemann  auf dem Meer, bis er sie eines Tages durch seinen Freitod verlässt. Auf einem ausrangierten Müllkahn verbringen sie Jahr um Jahr. Auch wenn das Paar anfangs noch ausschweifende Feste auf dem Schiff feiert, sich mit Schmugglern und Piraten umgibt, werden die späteren Jahre immer einsamer auf dem offenen Meder ohne Kontakt zu anderen Menschen. Mrs. U.s ungestillte Sehnsucht nach dem Land erfüllt sich nicht. Auf dem Schiff pflanzen sie allerhand Bäume, Blumen, Gemüse, leben von der Ernte. Der Mann lässt sich oft tagelang nicht blicken, werkelt irgendwo am Schiff herum, geht auf Tauchgänge, um die seltsamsten Dinge aus dem Meer zu holen. Letztlich baut er eine Kuppel über die besonderen Gärten der S.S. Unguentine. Die Isolation ist perfekt. Mrs U.s Wunsch nach einem Kind erfüllt sich auf sonderbare Weise, doch so wie ihr Sohn kommt, verschwindet er auch wieder

Mrs. U.liebt das Meer ist eine bizarre Allegorie über Mann und Frau, die Liebe und die Ehe. Das Leben auf dem Schiff ist derart fantastisch, nach kurzer Lesezeit muss man sich darüber klar sein, dass der Kahn, das Leben auf dem Meer gar nicht existieren kann

Die Erzählerin schildert ihren Mann zunächst als grausamen Bastard, der sie prügelt, säuft. Seine Gestalt hat etwas poseidonhaftes an sich, weißes langes Haar, wallender Bart, seine massige Gestalt, eine fleischige Zunge. Der Mann spricht kaum, gibt oft nur Grunzlaute von sich, die Kommunikation erfolgt über kleine Zettelchen. Kleingehalten wird sie, das Nautische braucht sie nicht zu interessieren, das Boot verlassen bedeutet, dass sie für kurze Zeit auf dem Beiboot treiben darf, und dies schon als höchstes Glück empfindet

Doch Mrs Unguentine ist eine unzuverlässige Erzählerin. Alles was sie an Monstrositäten ihres Mannes schildert, die Verbitterung über das Verlassen werden, kehrt sich auch wieder um in eine stille Traurigkeit und unerschütterliche Verbundenheit. Ist die Wortlosigkeit wirklich nur Zeichen der Missachtung, kann es nicht vielleicht auch ein Zeichen der intensiven Nähe sein, zu wissen, was der andere denkt? So wie die Winde auf dem Meer drehen sich die Stimmung, die Gefühle  der Erzählerin. Mir scheint sie trotzdem als einsame und dominierte Frau, die sich keinen Weg aus der Isolation findet. Am Buchumschlag steht bei dem Buch handelt es sich um eine Parabel auf das Glück. Ich möchte nicht wissen, wie eine Parabel auf das Unglück aussehen würde.

 

 

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